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Tagung zur Förderung der Breitenkultur in Niedersachsen

21.06.2014

Um die Breitenkultur in Niedersachsen zu stärken, trafen sich am 11. und 12. Juni mehr als 80 Vertreter von Kultureinrichtungen, Wissenschaftler und Studierende aus Niedersachsen zur Tagung »Breitenkultur – Teilhabe als Aufgabe von Kulturpolitik«. Veranstalter waren das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK), die Universität Hildesheim und als Gastgeber die Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel.

Breitenkultur I

Zu Beginn der zweitägigen Tagung stellte Prof. Dr. Wolfgang Schneider vom Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim das »Weißbuch Breitenkultur - Kulturpolitische Kartografie eines gesellschaftlichen Phänomens am Beispiel des Landes Niedersachsen« vor. In 22 Beiträgen befassen sich die Autoren mit kulturpolitischen Fragen und besuchen Orte, an denen Breitenkultur erfolgreich gelebt wird. Daran anknüpfend diskutierte die Ministerin Heinen-Kljajić zusammen mit den Tagungsteilnehmenden darüber, warum und wie Breitenkultur gefördert werden soll und vor welchen Herausforderungen man stehe, allen Zugang zu Kultur zu ermöglichen.

KrikelKrakel 

In den weiteren Beiträgen äußerten sich unter anderem Hildesheimer Studierende zum Thema Breitenkultur, wurden die Ergebnisse der Studie »Amateurtheater in Niedersachsen« vorgestellt und es wurde über die kommunalpolitischen Herausforderungen gesprochen.

Reinwand Podium

Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss sprach über die Qualifizierung der Multiplikatoren

Auch die Bundesakademie trägt zur positiven Entwicklung der Breitenkultur bei. Jedes Jahr werden mehr als 2.500 Kulturschaffende, vor allem aber Kulturvermittelnde in den unterschiedlichen Veranstaltungen der ba● weitergebildet. Sie sorgen als Multiplikatoren unter anderem dafür, dass Kulturelle Bildung in die Breite getragen wird. »Wir wollen die Kulturvermittelnden in ihrer Arbeit mit verschiedenen Interessensgruppen stärken und professionalisieren. So verbessern wir nicht nur die Qualität der Kulturellen Bildung, sondern setzen uns auch dafür ein, dass möglichst alle an Kultur teilhaben können« sagt Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss, Direktorin der Bundesakademie Wolfenbüttel. 

Warum Breitenkultur?
Kultur ist viel mehr als Oper und Ballett. Gerade in einem Flächenland wie Niedersachsen ist es wichtig, die Kultur so zu gestalten, dass sie möglichst viele Menschen aus allen Bevölkerungsschichten – also in der Breite – erreicht. Zu der so genannten Breitenkultur zählen unter anderem Heimatmuseen, kleine Kulturzentren, Amateurtheater und Posaunenchöre. Sie haben eine große Bedeutung, um die Menschen auf dem Land und in der Stadt, generationenübergreifend, interkulturell und niedrigschwellig mit Kultureller Bildung zu erreichen. In Niedersachsen spielt die Breitenkultur mit ihrem ehrenamtlichen Engagement eine größere Rolle als bundesweit.

Erste Befunde zur Breitenkultur aus dem Weißbuch:

  • Breitenkultur ist vor allem durch ehrenamtliches Engagement geprägt und wird von den Akteuren in ihrer Freizeit gestaltet, die im besten Falle aus allen Generationen, Schichten und Kulturen der Bevölkerung kommen.
  • Breitenkultur ist zumeist in Vereinen organisiert, sie finanziert sich zum Teil über die Mitgliedsbeiträge der Vereine.
  • Breitenkultur und Soziokultur sind eng verbunden und tragen zur kulturellen Entwicklung des ländlichen Raums bei.
  • Breitenkultur ist Kulturelle Bildung, weil sie künstlerische Partizipation und kulturelle Teilhabe ermöglicht.
  • Breitenkultur muss erst noch durch die öffentliche Kulturförderung des Landes erschlossen werden.
  • Breitenkultur braucht die Qualifikation von Multiplikatoren sowohl als Räume, die Kommunen, Kreise und Kirchen bereitstellen können und Strukturen der Vernetzung.

»Weißbuch Breitenkultur. Kulturpolitische Kartografie eines gesellschaftlichen Phänomens am Beispiel des Landes Niedersachsen«
Herausgegeben von Wolfgang Schneider, Hildesheimer Universitätsschriften, Band 29
Gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur

15 Fakten zur Breitenkulturtagung

Podcast:

01. Theaterarbeit mit Laien in Niedersachsen Ein Modell für Breitenkultur Podiums- und Plenumsdiskussion bearbeitet

02. Breitenkultur als Soziokultur

03. Breitenkultur als Vielspartenphänomen. Die musikalische Perspektive

04. Ermöglichung von Breitenkultur - 2. Version

05. Für eine andere Kulturpolitik im Sinne kultureller Teilhabe

 

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