Aktuelles

Sie können unsere Blogeinträge auch als RSS-Feed abonnieren.

»Vielfalt statt Einheit«

15.09.2014

Zehn Erkenntnisse aus dem ersten Praxisworkshop in Wolfenbüttel

von Franziska Schönfeld,
Projektreferentin des Qualitätsverbundes  »Kultur macht stark«

Am 1. und 2. September 2014 fand der erste Praxisworkshop des Qualitätsverbundes »Kultur macht stark« in Kooperation mit der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ) und der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Niedersachsen e. V. (LKJ) zum Thema »Vielfalt statt Einheit. Zielgruppenspezifische Ansprache und Vermittlungskonzepte« statt. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Workshop:

Erstens
Es gibt nicht  »die« Zielgruppe der bildungsbenachteiligten Kinder und Jugendliche, vielmehr versammelt sich eine Vielfalt an Zielgruppen unter diesem »Etikett«.

Zweitens
Es ist eine Herausforderung, seine Zielgruppe(n) im Programm »Kultur macht stark« zu definieren, ohne diese selbst zu stigmatisieren.

Drittens
»Inklusion für alle statt Integration der anderen«: Das Wissen über die fachlichen Konzepte ist eine Voraussetzung, um die eigene Arbeit mit den Zielgruppen kritisch reflektieren zu können.

Viertens
Die Reflexion der eigenen Haltung und des Sprachgebrauchs ist entscheidend für das Gelingen der Arbeit mit den Zielgruppen.

Fünftens
Um die Zielgruppen erfolgreich ansprechen zu können, lohnt es sich, bereits bestehende Strukturen vor Ort zu nutzen, z. B. Jugendzentren, Tafeln, Schulen, Paten…

Sechstens
Es gibt verschiedene Bedeutungsdimensionen des Sozialraums (realräumliche Räume, soziale Beziehungen, Handlungen, Lebenswelt, innere Räume), die es bei der Zielgruppenansprache zu berücksichtigen gilt.

Siebtens
Hilfreiche Prinzipien in der pädagogischen Arbeit mit heterogenen Zielgruppen können sein: Einladen, Lassen, Herausfordern, Unterstützen, kreative Prozesse anregen und Gemeinsamkeiten stiften.

Achtens
Für eine gelingende Kooperation ist es wichtig, eine klare Aufgabenteilung zwischen den Bündnispartnern und kontinuierliche, verbindliche Arbeitsstrukturen zu etablieren.

Neuntens
Der Austausch von Fachkräften der Kulturellen Bildung und der Jugendarbeit jenseits aller fachlichen und institutionellen Grenzen ermöglicht es, neue Perspektiven einzunehmen und übergreifende Fragestellungen zu diskutieren.

Zehntens
Ein Ziel von Förderprogrammen wie »Kultur macht stark« muss es sein, bedarfsorientierte Angebote für Kinder und Jugendliche zu schaffen.

Die nächste Veranstaltung des Qualitätsverbundes »Kultur macht stark« in Niedersachsen findet in Kooperation mit dem Bundesverband Freier Theater am 1. Oktober 2014 zum Thema »Kooperation auf Augenhöhe – Wie gelingt die Zusammenarbeit im Bündnis?»im Pavillon Hannover statt.
Info und Anmeldung finden Sie hier.


Dieser Artikel wurde unter abgelegt und mit Qualitätsverbund, Kultur macht stark verschlagwortet

Hinterlassen Sie einen Kommentar