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Vorgestellt: Jan Lauer und die Kultur des Rasierens

23.04.2015

In unserer Rubrik »Vorgestellt« machen wir Sie dieses Mal nicht nur mit unserem neuen Kollegen Jan Lauer, sondern auch einer bislang eher unbeachteten Kultur bekannt: der Kultur des Nassrasierens.

Ab Mitte Mai können Sie bei uns einen Mann mit einem besonders gepflegten Kinn antreffen: Jan Lauer übernimmt dann die Elternzeitvertretung für Christiane Michalak und verantwortet bis zum Sommer 2016 die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie das Marketing der Bundesakademie. Seit 2001 arbeitet Jan Lauer als fester freier Mitarbeiter beim NDR in Braunschweig und berichtet am liebsten aus dem Bereich Kultur. Neben seiner Teilzeitstelle an der Bundesakademie wird er weiterhin beim NDR tätig sein. Allerdings wird er sich in der Berichterstattung in dieser Zeit Themen außerhalb der Kultur widmen, damit es zu keinem Interessenskonflikt zwischen beiden Arbeitgebern kommt.

Back to basics
Deckel von der Dose ab, Schaum auf die Hand gesprüht, grob im Gesicht verteilt, ratsch-ratsch mit einem modernen 5-Klingenapperat – und der Bart ist ab. Für viele Männer ist das morgendliche Rasieren ein lästiges Ritual. Nicht so für Jan Lauer, denn »Dosenschaum« und überteuerte Multiklingenrasierer sind bei ihm verpönt. Er frönt vielmehr der zunehmend beliebter werdenden Leidenschaft des kultivierten Nassrasierens. Seit rund zwei Jahren gönnt sich der (beinahe) Bartlose jeden Morgen den Luxus einer 20-minütigen (!) Rasur. Selbstverständlich benutzt er zum Schäumen traditionell Pinsel und Seife. Auch reicht ihm eine statt sieben Klingen: »Es ist eigentlich einfach: Man braucht nur Seife, einen Pinsel und eine gute Klinge. Das wusste Großvater schon«, sagt er überzeugt.

Jan Lauer Rasur

Jan Lauer vor seinem morgendlichen Ritual

Mit seinem Anspruch auf eine kultivierte Rasur befindet Jan Lauer sich in guter Gesellschaft. Im Forum www.gut-rasiert.de – dem Forum für RasurKultur – tauscht er sich regelmäßig mit Gleichgesinnten über die Vorzüge des traditionellen Nassrasierens sowie über verschiedene Utensilien und Produkte aus. »Anfangs ging es vielen darum, eine ursprünglichere und vor allem günstige Alternative zu dem Klingenwahn der Rasier-Industrie zu finden. Mittlerweile geben einige aber ein Vielfaches an Geld für das tägliche Rasieren aus«, erklärt Jan  Lauer. Denn Freunde der kultivierten Nassrasur neigen bei Rasierern, Pinseln, Rasierseifen etc. zum Sammeln und ausgiebigen Herumprobieren.

Jan Lauer Rasur II

Eine Auswahl aus seiner Kollektion

Jan Lauer Rasur III

Nicht viel Schnickschnack: Pinsel, Seife, Rasierer und ein Wässerchen

Jan Lauer besitzt 12 Pinsel. Warum so viele? Je nach Tagesform kann er morgens wählen zwischen pieksig bis superweich, zwischen Dachshaar, Schweineborsten, Synthetik oder Rosshaar. Die Preise für gute Pinsel variieren dabei von 2,50 € bis 250 €. Auch 20 Rasierer nennt er sein Eigen. Darunter sind mehrere Exemplare, die älter sind als er selbst. Das älteste Stück ist aus dem Jahr 1920. Neben Klassikern aus deutscher und US-Produktion hat er auch Exoten aus Ägypten, China und der Türkei gesammelt. Was ihm noch in der Sammlung fehlt ist ein Rasierer aus seinem Geburtsjahr 1974. Falls Sie zufällig noch einen solchen besitzen und entbehren können …, er würde sich freuen. :-)

Jan Lauer Rasur IV

Zwanzig Minuten jeden Morgen – so viel Zeit muss sein!

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Kommentare

Elke Mandel-Bröcking schrieb am: 23.04.2015 14:07

Rasieren ist wie Rasenpflege, nur auf das Vertikultieren sollte man, trotz aller Liebe zur Kultur und Schnittigkeit, verzichten. Schöner Beitrag, danke.

Joe Fass schrieb am: 30.04.2015 01:07

Freude. Ich schäume über. Auf zur kulturellen Schaumschlägerei. Sei herzlich eingeseift, oh, Gleichgesinnter. Schaumschlagen ist fast wie Pressearbeit. Und: Beim Einseifen sprießen die ersten Tages-Ideen... Circa 44 Jahre schäume ich nun eigenhändig und lasse an besonders guten Tagen ausgewählte Fachleute für mich den Schaum anrühren. Endlich spricht mal jemand über diese hohe Kunst... Glückwunsch. Einen guten Job und einen sanften Strich. Joe Fass. Hannover

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