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Arbeitstagung: Kunstvermittlung und Inklusion

23.06.2015

Die Kunstvermittlung an zahlreichen Kunstvereinen zählt mit zu den Impulsgebern und Wegbereitern der innovativen, partizipatorisch orientierten Formate der Kunstvermittlung. Kunstvermittlung ist auch ein Themenkomplex, der bereits seit 11 Jahren seinen festen Platz im Programmbereich Bildende Kunst an der Bundesakademie für Kulturelle Bildung hat. Und so fand bereits zum dritten Mal in Folge in Wolfenbüttel eine Fachtagung zum Thema »Kunstvermittlung an niedersächsischen Kunstvereinen« statt, geplant und durchgeführt von der Bundesakademie und dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Eingeladen waren die Kunstvermittler_innen und Leiter_innen der vom Land Niedersachsen geförderten Kunstvereine mit deren Vermittlungsprogrammen. Das Thema lautete: Inklusion. Insbesondere ging es um die Fragestellungen: Mit welchem Inklusionsbegriff arbeiten die Kunstvermittlerinnen an den Kunstvereinen und was bedeutet das konkret für die eigene Vermittlungsarbeit, aber auch insgesamt für die Institution Kunstverein?

 

Als Expertinnen für Impulse zur Auseinandersetzung und Arbeit waren zu der Tagung unter anderem Kristin Meyer und Julia Schäfer (auf dem Foto v.l.n.r.) von der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig eingeladen. Julia Schäfer ging auf die Haltung und das Verständnis der Leipziger Galerie in Bezug auf Inklusion wie auch auf die kuratorische Erfahrung mit inklusiven Projekten ein und präsentierte damit das Selbstverständnis einer Institution, die seit Jahren selbstverständlich inklusiv arbeitet. Kristin Meyer stellte das inklusiv angelegte Projekt »Comic meets L.E.« vor, das sie sechs Jahre lang gemeinsam mit einer Kollegin durchgeführt hat. Im Jahr 2011 wurde es Preisträger im Wettbewerb »Land der Ideen«.

 

Einen weiteren Impuls gab Birgit Tellmann von der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland. Birgit Tellmann ist im Unternehmensbereich Kunstvermittlung/Bildung für die ausstellungsbezogenen Rahmenprogramme zuständig. Zu ihren Themenschwerpunkten zählen u.a. Inklusionsprogramme, Angebote für Senior_innen und ein Förderprogramm für Erzieher_innen. Sie leitet die Fachgruppe »Inklusion und Barrierefreiheit im Museum im Bundesverband Museumspädagogik«.

Der erste Tag begann mit der Präsentation und gemeinsamen Diskussion einzelner Vermittlungsprojekte sowie dem Austausch über die eigene Arbeit. Im Mittelpunkt stand ein Workshop mit Kristin Meyer und Julia Schäfer, in dem die Fragestellungen vertieft wurden. Dabei lag der Schwerpunkt zunächst darauf, am Erfahrungsgewinn durch Perspektivwechsel zu arbeiten. Gemeinsam starteten die Teilnehmerinnen den Versuch am Umdenken zu arbeiten und die Frage nach Inklusion überflüssig zu machen. Das ist die Arbeit am Selbstverständnis.

 

Beim Workshop mit Birgit Tellmann am zweiten Tag stand das Thema »Kunst und Kultur für Alle« im Mittelpunkt: Bildungs- und Vermittlungsangebote richten sich im Sinne eines umfassenden Inklusionsbegriffs an alle Besucher_innen. Sie sollten multisensorisch und interaktiv sein, dabei aber auch verständlich und ansprechend. Seit Jahrzehnten leisten die Kunst- und Kulturvermittler_innen Pionierarbeit auf diesem Gebiet und entwickeln zielgruppengerechte Angebote. Im Alltag stellt dies eine hohe Anforderung dar. Der Workshop gab Impulse für die eigene Arbeit und bot konkrete Hilfestellungen für die konzeptionelle und praktische Umsetzung.

Dieser Artikel wurde unter Bildende Kunst abgelegt und mit Tagung, Kunstvermittlung verschlagwortet

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