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»Die Kunst des Spazierenführens« – Gehende Spurensuche nach Lessings Fußabdrücken

23.05.2016

Wie gestaltet man einen Spaziergang zu der historischen Figur Lessing, der nicht nur den biographisch mit Lessing verknüpften Orten folgen möchte? Mit dieser und weiteren spannenden Fragen beschäftigte sich das Seminar »Die Kunst des Spazierenführens«, das im Rahmen des ersten Lessingfestivals Wolfenbüttel an der Bundesakademie stattfand.

Unter der Leitung von Bertram Weisshaar, der seit 1995 freischaffend als Spaziergangsforscher arbeitet, wurde ein inszenierter Spaziergang entwickelt. Zunächst beschäftigten sich die Teilnehmer_innen theoretisch mit den unterschiedlichen Formaten des Spazierengehens sowie verschiedenen Methoden zur Entdeckung außergewöhnlicher Orte.

Am Himmelfahrtstag ging es dann in die Praxis – der Spaziergang wurde öffentlich durchgeführt. Dabei wurden unterschiedliche Stationen in Wolfenbüttel zu Lessings Leben aufgesucht, die mithilfe von autobiographischen Fakten, Bezügen und insbesondere Zitaten von ihm und seiner Frau Eva König für die Teilnehmenden erfahrbar gemacht wurden.

So führte der Weg die Spazierenden über die Schlossbrücke zu der Rotunde, der ehemaligen Herzog-August-Bibliothek, in der Lessing als Bibliothekar arbeitete. Anschließend wurden das ehemalige Karstadt-Gebäude sowie die Krumme Straße besucht, danach der Theatergraben und ein verwilderter Garten, der Assoziationen an Eva Königs Garten am Lessinghaus zuließ.

Darüber hinaus wurde Lessings ausgeprägter Neigung zum Glücksspiel nachgegangen, indem einige Euromünzen von Teilnehmer_innen während des Spaziergangs »ausgeliehen« und anschließend vor Aller Augen in einer ausgesuchten Spielothek für das Glücksspiel verwendet wurden. Auf diese Weise konnte die soziale Dimension der Spielsucht ganz direkt nachempfunden werden.

Dank der sehr engagierten Mitarbeit der Seminarteilnehmer_innen wurde der in nur drei Tagen vorbereitete Spaziergang zu einer dichten Erzählung, mit interessanten Bezügen zwischen Lessings und dem heutigen Wolfenbüttel.

Ein Bericht unserer Praktikantin Julia Enko.

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