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»Höhenflüge und Tauchgänge« − eine Entdeckungsreise in die Stadt der Zwerge

30.06.2016

Den Europäischen Dialog antreiben: das ist in Zeiten von Brexit & Co eine ebenso wichtige wie spannende Aufgabe. Im Rahmen der dreitägigen Studienreise der Bundesakademie Wolfenbüttel, der Stiftung Genshagen und KulturKontakt Austria hatten wir uns zum Ziel gesetzt, die heimischen vier Wände zu verlassen und in Breslau (polnisch: Wrocław) zum Thema »Transformation« zu forschen.

Wer sich für deutsch-polnische Kulturelle und Politische Bildung interessiert oder im Sommer einen Besuch in Breslau, der Europäischen Kulturhauptstadt 2016, plant: Diese Orte, Institutionen und Kulturprogramme empfehlen wir weiter:

Ein Bürgerhaus am Platz Solny
Das erste Treffen fand im Viktor Oppenheim Haus, Sitz der Stiftung
OP ENHEIM
statt. 2014 kaufte die Unternehmerin Violetta Wojnowski das Haus auf, um mit viel Herzblut einen Ort der Begegnung zu schaffen. Die Stiftung soll durch die Förderung von kulturell-künstlerischen Projekten den deutsch-polnischen Dialog, insbesondere zwischen Breslau und Berlin, fördern. Momentan ist das Oppenheim-Haus eine imposante Baustelle, geplant ist die Eröffnung für 2017.

Vermittler zwischen Deutschland und Polen
Das Willy Brandt Zentrum für Deutschland- und Europastudien (WBZ) wurde 2002 gegründet, die Gründungsfeier fand in der wunderschönen Aula Leopoldina der Universität Wrocław statt. Das WBZ forscht u. a. zum Verhältnis zwischen Deutschland und Polen in Europa, ist Teil der Universität und Mitglied im weltweiten DAAD-Netzwerk.

Be Brave!
Das »Brave Festival – das Festival der Mutigen« ist ein in Polen einzigartiges Festival, das sich für den Schutz und die Rettung »vergessener, zurückgelassener, vereinsamte[r] Kulturen und Menschen« (Grzegorz Bral, Festivaldirektor) einsetzt. Die Aktivitäten sind vielfältig, z. B. Konzerte, Urban Gardening, Künstlertreffen und Integrationsworkshops. Besonders eindrucksvoll: das Projekt »Brave Kids«, ein dreiwöchiger künstlerischer Workshop für Kinder- und Jugendgruppen aus aller Welt.

Die Stadt der Zwerge
Ein Stadtrundgang verdeutlichte nicht nur die von vielen Brüchen und Transformationsprozessen gekennzeichnete Geschichte Breslaus. Wir machten uns auch auf die Suche nach den insgesamt 350 Zwergen der Stadt. (In den 1980er Jahren hatten als Zwerge verkleidete Mitglieder der »Orangenen Alternative« gegen das kommunistische Regime demonstriert.) Wir fanden 40. Immerhin.

Europäische Kulturhauptstadt 2016
Zum Abschluss der Reise ging´s in die Bar Barbara, dem organisatorischen Herz der Kulturhauptstadt. Wir lernten das Opernprojekt »Glos Wykluczonych« (dt.: »Die Stimme der Ausgrenzten«)  der Stiftung Fundacja Jutropera kennen, in dem sozial ausgrenzte Gruppen (Bewohner_innen von Altersheimen, nationale Minderheiten u.a.) gemeinsam mit bekannten polnischen Künstler_innen auf der Bühne stehen.

Zu guter Letzt bleibt uns nur zu sagen: Dziękuję, Wrocław für die Gastfreundschaft und ein großes Dankeschön an Magdalena Nizioł für die tolle Organisation. Wir kommen gerne wieder!

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