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Bundesakademie feierte 30-jähriges Jubiläum mit »Lamettaphysik«

04.10.2016

»Lamettaphysik« − Was soll das sein, gibt’s den Begriff überhaupt und was hat das mit Kultureller Bildung zu tun? Diesen Fragen näherten sich die Künstler_innen beim 30. Jubiläum der Bundesakademie auf spielerische und experimentelle Weise. Da wurden Petrischalen und Vakuumflaschen eingesetzt, Versuchsobjekte von Äpfeln über Büroklammern bis hin zu Federn herangezogen, Zeit mit Hilfe von Energy-Drinks erzeugt, komplexe Formeln berechnet und vorsichtshalber Schutzbrillen und Lamettahauben aufgesetzt. Alles im Sinne der Wissenschaft – der Lamettaphysik eben.

Aber sehen Sie selbst in unserem Jubiläumsvideo:

 

Weniger Reden, mehr Kunst und Kultur! Das war der Leitgedanke für das 30. Jubiläum, das die Akademie am 4. Oktober in Schünemanns Mühle feierte. Unter dem Motto »Lamettaphysik - Über Flirren, Schwerkraft und die Gesetze der Kunst« wurden deshalb keine typischen Festreden geschwungen, sondern der Abend mit einem vielfältigen Kulturprogramm gestaltet.

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Zur Begrüßung der Jubiläumsgäste spielte Crepes Sucette. Eric Seehof an der Gitarre, ba•Mitarbeiter Lukas Bergmann an der Geige und Thomas Sasse am Cajon fingen als Straßenmusiker in Erfurt, Weimar und Jena an, doch es zog die drei Freunde schnell in den Süden Europas. Am Jubiläumsabend versüßten sie den Gästen die Stunde vor dem Festakt mit einer bunten Mischung aus Irish-Folk, Klezmer und Klassik.

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Eröffneten den Abend mit einem Gespräch über die Ereignisse im Gründungsjahr 1986: Direktorin Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss, die damals gerade erst 7 Jahre alt war, und der Vorstandsvorsitzende der ba● Dietrich Burggraf. Wie alle Mitarbeiter_innen warauch Vanessa Reinwand ganz in schwarz mit funkelnden silbernen Accessoires gekleidet.

 

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Markus Lüdke, ehemaliger Programmleiter für Musik, führte als Conférencier locker durch den Abend und stellte der niedersächsischen Ministerin für Wissenschaft und Kultur Gabriele Heinen-Kljajić ganz schön knifflige Fragen.

 

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Im Schreibduell gegen das Publikum tippte die Krimi-Autorin Kathrin Lange fleißig in die Tasten – auf einer Leinwand für alle Gäste gut sichtbar – und ärgerte sich über den schwer zustande kommen wollenden Plot. Die vom Publikum gereichten Begriffe, wie z. B. »Büroklammer« und »Nabendynamo«, ließen sich mal mehr, mal weniger gut in ihre live entstehende Geschichte einbauen. Als Lange ihre Fassung später vorlas, war das Publikum jedoch begeistert von dem Ergebnis.   

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Pulk fiktion gingen der »Lamettaphysik« durch Feldforschung auf den Grund: Nachdem die beiden Performance-Künstlerinnen Eva von Schweinitz und Hannah Biedermann eine Woche an der Bundesakademie recherchiert und Interviews mit den Mitarbeiter_innen geführt hatten, präsentierten sie am Jubiläumsabend ihre Beobachtungen über die Strukturen und »Gesetze« der Akademie in einer spannenden Lecture Performance.

 

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Die beiden Kulturmanagerinnen Kaja Jakstat und Maike Tödter von »Zwei Eulen« -  Büro für Kulturkonzepte untersuchten die »Lamettaphysik« in ihrem mehrphasigen kulturpolitischen Versuchsaufbau »Äpfel, die nicht weit vom Stamm fallen und andere Paradigmen«, rein wissenschaftlich.

 

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Es klang gewaltig! Kaum vorstellbar, dass kein ganzes Ensemble, sondern zwei Musiker an Tablets für diesen tollen Sound bei »Pachelbel Canon in D Major« und »Feeling Good«  verantwortlich waren. Das digiEnsemble_duo, Matthias Krebs und Marc Godau, gelang das durch die synchrone Verwendung vieler Tablets und unkonventionelle Spielweisen. Matthias Krebs ist ausgebildeter Opernsänger und spielte als Bassist in mehreren Bands. Marc Godau ist Rockmusiker und Komponist.

 

Am Ende der anderthalbstündigen Versuchsreihe erschien »Lamettaphysik« ein wenig greifbarer, auch wenn jeder Gast wahrscheinlich eine etwas andere Erklärung für sich gefunden hat. Kulturelle Bildung lässt sich eben nicht so einfach definieren, in Formeln packen, messen und bewerten.

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Ein Knall zum Schluss des Festakts und auf die Jubiläumstorte und Gäste ging ein schillernder Lametta-Konfetti-Regen nieder. Die Gäste bekamen danach natürlich jeder ein großes Stück Torte, denn zu all den wissenschaftlichen und kulturellen Erkenntnissen passte eine zuckersüße Stärkung ganz wunderbar.

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Nach dem offiziellen Teil sorgten die ba●Mitarbeiter_innen mit einem Flying Buffet für das leibliche Wohl und Djane Rahel Kraska für gute Stimmung. Mit Computer, Keyboard und Beamer performte sie ihre eigenen Songs aus dem Debutalbum »Soundtrack fürs Leben«.

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Ein weiteres Highlight war die zwei Meter mal zwei Meter große Puzzlewand: Die Mitarbeiter_innen der Bundesakademie hatten es sich zum 30. Jubiläum gegönnt, portraitiert zu werden. Graphic Recorderin Johanna Benz zeichnete alle und daraus wurde ein 200-teiliges Puzzle gefertigt, dass die Jubiläumsgäste am Abend gepuzzelt haben. Ganz vollständig ist es noch nicht, deshalb kommt hier noch einmal eine Bitte an alle Gäste: Falls Sie in ihrer Jubiläumstüte zu Hause noch ein Puzzleteil gefunden haben, dann schicken Sie es uns doch bitte noch zu. Vielen Dank!

 

Vielen Dank auch für einen wunderschönen Abend mit Ihnen! Kommen Sie bald wieder!

 

Hier finden Sie mehr Fotos in einer Galerie.

 

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Kommentare

Franziska Dürr schrieb am: 06.10.2016 11:48

Die Bundesakademie lebe hoch! Weil sie Insel ist, weil sie Boden gibt, weil sie Denkraum schafft. Wir gratulieren und freuen uns auf weitere anregende Begegnungen. Gratulation aus unserer Sicht: hoch in den Norden hinauf! Lang lebe die ba. Franziska Dürr, Kuverum CH Zürich

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