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Beschäftigen Sie Ihren Stirnlappen!

14.09.2017

Es gibt viele Vorurteile über die Funktionsweise des Gehirns im Alter: das Kurzzeitgedächtnis ist schlechter, es fällt Älteren nicht mehr so einfach etwas Neues zu lernen und ähnliches wird da gesagt. Und tatsächlich gibt es Unterschiede zwischen einem jungen und einem alten Gehirn – doch wie groß ist dieser Unterschied und was bedeutet das? Die Neurowissenschaft, eine Wissenschaftsdisziplin, die alle Untersuchungen über die Struktur und Funktion von Nervensystemen zusammenfasst und integrativ interpretiert, liefert regelmäßig neue Ergebnisse zu diesem Thema.

Gehirn
Bild: Pixabay

Grundsätzlich behält das Gehirn auch im Alter seine Plastizität. Das heißt, es ist weiterhin lernfähig.

Kognition und Intelligenz
Es gibt einen Unterschied zwischen fluider und kristalliner Intelligenz. Fluide Intelligenz befähigt uns neue Probleme zu lösen, kristalline Intelligenz sind kognitive Fähigkeiten, in denen sich angehäuftes Wissen aus bisherigen Lernprozessen kristallisiert und verfestigt hat, z.B. unser Sprachschatz. Letzteres ist altersinvariant. Fluide Intelligenz nimmt mit dem Alter ab, während die kristalline Intelligenz altersunabhängig ist.

Das semantische Gedächtnis
Die interne Enzyklopädie, d. h. Fakten und Wissen, ist weitgehend altersinvariant, während die Leistungsfähigkeit des episodischen Gedächtnisses, das z. B. autobiografische Erlebnisse speichert, im höheren Alter deutlich abnimmt.

Was können wir alle tun?

  • Beschäftigen Sie gezielt Ihren Stirnlappen (Hirnreserve)! Lösen Sie viele Aufgaben, die die fluide Intelligenz herausfordern: Also eben keine immer gleichen Kreuzworträtsel, sondern neuartige, vielfältige und nicht planbare Aufgaben!
  • Entscheidend für das Gehirn ist die Neuartigkeit. Geben Sie sich nicht mit Routinen zufrieden. Suchen Sie sich Herausforderungen! Unternehmen Sie Dinge, die Sie als »belohnend« empfinden. Dazu gehört auch gesellschaftliche Teilhabe.

Diese und andere Fakten der Kognitiven Neurowissenschaft der Hirnalterung sind Bestandteil der Qualifizierungsreihe KUNSTgeragogik – Kulturelle Bildung mit Älteren und wird von Prof. Dr. Bruno Kopp von der Medizinischen Hochschule Hannover vermittelt. Im Dezember 2017 startet bereits die siebte Qualifizierungsreihe. Der Anmeldeschluss dafür ist der 30. September: http://www.bundesakademie.de/programm/bildende-kunst/do/veranstaltung_details/bk32-17/

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