Aktuelles

Sie können unsere Blogeinträge auch als RSS-Feed abonnieren.

Schröcklich schön war's!

23.09.2013

Über vier Stunden Horror in Schünemanns Wohnhaus

Am Morgen danach: Augenringe, Schlafmangel und angekratzte Stimmen. Aber Helden kamen damit klar. Schließlich hatten wir uns Verwegenes, ja Verwesendes vorgenommen: eine Horrorlesung von 21 Uhr bis zum Morgengrauen – als bundesakademischer Beitrag zur Wolfenbütteler Kulturnacht am letzten Samstag.

Schon bei der Probe gut gelaunt: Olaf Kutzmutz und Birte Werner (v.l.n.r.).

Wir trafen uns zwei Stunden vor Beginn in Schünemanns Wohnhaus für letzte Abstimmungen. Wir, das sind Birte Werner (Programmleiterin Darstellende Künste), Andreas Grünewald Steiger (Museum) und Olaf Kutzmutz (Literatur). Jeder von uns hatte Literatur ausgesucht, die das Publikum das Gruseln lehren sollte: von Klassikern wie E. A. Poes „Verräterischem Herz“, Dokumentarischem zum „Freischütz“, einem Live-Hörspiel zu Dracula bis hin zum Showdown aus Stephen Kings „Misery“.

Hier lang! Zum Horror Richtung Parkplatz und dann scharf rechts.

Wir fühlten uns wohl in unseren Vampirmänteln und genossen die blutroten Sessel und das blutrote Licht in Schünemanns Wohnhaus. Was uns am meisten überraschte: der permanent gute Besuch, zumal wir mit vierzig weiteren Veranstaltern in Wolfenbüttel konkurrierten und das Publikum bei freiem Eintritt kommen und gehen konnte, wie es wollte.


 

Lockmittel: Fenster des Grauens in Schünemanns Wohnhaus.

Wir hatten viel vor: Pausen machen, Kaffee trinken, die Stimme ruhen lassen. Aber alles kam anders. Vom Beginn der Lesung bis gegen halb zwei waren wir pausenlos vom Publikum gefordert, das uns zudem beim Dracula-Live-Hörspiel tatkräftig unterstützte: mit knackenden Möhren-Knochen, Fledermaus-Handschuhen, Schreibmaschinen-Geklacker oder einfach mit der Stimme: „Huuuuuuuuh!“


 

Birte Werner mit Knochenknack-Möhren fürs Live-Hörspiel.

 

"Muuuuuuuh!" Unser Publikum macht Dorf-Atmo beim Live-Hörspiel.

 

Bis zum Morgengrauen haben wir zwar nicht gelesen, aber immerhin waren wir auf einer Langstrecke unterwegs, die sich ansonsten nur Harry Rowohlt erlaubt. Erschöpfung kann sich so schön anfühlen ... Mal sehen, was wir bei der nächsten Kulturnacht auf die Beine stellen, unseren Horror fanden wir jedenfalls schröcklich schön.

Dieser Artikel wurde unter abgelegt und mit Literatur, Lesung verschlagwortet

Hinterlassen Sie einen Kommentar