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Denkmalpflege ist Kulturelle Bildung

23.02.2014

 

Am 18. und 19. März findet in der ba●wolfenbüttel die Tagung „Erhalten! - Für wen? Aufgaben der Denkmalpflege im 21. Jahrhundert“ statt. Themen der Tagung sind Identität, Legitimation und Perspektiven des Denkmalschutzes in Deutschland. Wir haben den Leiter der Veranstaltung Dr. Ulrich Kerkhoff vorab gefragt:

Warum die Diskussion über neue Aufgaben der Denkmalpflege im 21. Jahrhundert?

Aktuelle Gesetze und Instrumentarien der Denkmalpflege entstammen überwiegend  den 1970er Jahren und stehen den Gründungsjahren der staatlichen  Denkmalpflege im 19. Jahrhundert durchaus näher als der gegenwärtigen Gesellschaft. Die Institutionen der Denkmalpflege werden von einem tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel so gründlich in Frage gestellt, dass sie selbst ihre Ziele, mehr noch ihre Instrumentarien realistisch hinterfragen sollte, um ihre Kräfte möglichst effektiv einzusetzen oder gar um ihr schlichtes Überleben zu sichern – daher die Frage „Für wen?“.

Abgesehen von den überall knapper werdenden Finanzen: Warum muss sich Denkmalpflege künftig stärker legitimieren?

Die Denkmalpflege ist gesetzlich verankert, ist damit eine Pflichtaufgabe der Kommunen im Gesetzesvollzug und der Eigentümer in der Erhaltung der denkmalwerten Substanz. In einer Gesellschaft, deren Repräsentanten und Institutionen sich eher bürgerfreundlich als hoheitlich verstehen möchten und darstellen sollen, hat die Denkmalpflege inzwischen immer öfter die Aufgabe, daran zu erinnern, dass das Denkmalrecht „nach wie vor eine Materie des subordinationsrechtlichen Handelns des Staates gegenüber dem Privaten“ ist (Jeromin LKRZ 11/2009). Auch angesichts eines allgegenwärtigen Monetarismus muss Denkmalpflege verstärkt ihre Legitimation darstellen und sogar rechtfertigen. 

Sehen Sie Berührungspunkte zwischen baulicher Substanzerhaltung und Kultureller Bildung?

Nicht nur Berührungspunkte: Bauliche Substanzerhaltung ist kulturelle Bildung. Denkmalpflege heißt vor allem: Achtung vor der Einheit des Gewordenen, Achtung vor den Umständen der Entstehungszeit. Kulturelle Bildung ist eine unerlässliche Voraussetzung von Denkmalpflege, gestalterische und historische Grundkenntnisse sind - heute fehlende - Wirkungsvoraussetzungen von Denkmalpflege schlechthin.

Weitere Informationen zur Tagung und Anmeldung hier

Dr. Ulrich Kerkhoff ist Kunsthistoriker, nach Mitarbeit am „Dehio“ Baden-Württemberg und drei Jahren am Germanischen Nationalmuseum Nürnberg ist er seit 1986 am Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz tätig, zunächst in der Inventarisation, seit 1989 als Gebietsreferent (Pfalz). Er ist Mitglied der Redaktion »Die Denkmalpflege«.

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