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Auch hier zugegen: Westwind-Festival - Arbeitstreffen der Kinder- und Jugendtheater in NRW

25.06.2013

Knallende Sonne, Regenschauer und ein Feuerwerk aus fantastischen Theaterstücken - das war das Westwind-Festival, das in seiner 29. Ausgabe vergangene Woche in Bonn stattfand.
Westwind ist das Festival des Arbeitskreises der Kinder- und Jugendtheater Nordrhein-Westfalen und wurde in diesem Jahr vom Theater Marabu und der Brotfabrik ausgerichtet. Im Wettbewerb stehen jährlich zehn ausgewählte Produktionen des Kinder- und Jugendtheaters, die um den Preis im Wert von 10.000€ konkurrieren. In der Preisjury saß dieses Jahr auch die Programmleiterin für Darstellende Künste, Birte Werner. Mit ihren Jury-Kolleginnen Fatma Girretz und Yvonne Birghan-van Kruyssen ehrte sie die Inszenierungen "TRASHedy" vom tanzhaus nrw und "Ente, Tod und Tulpe" vom Jungen Schauspielhaus Düsseldorf.
"TRASHedy", das außerdem den mit 500€ dotierten Preis der Jugendjury erhielt, untersucht tänzerisch-performativ welchen Einfluss unsere Lebensweise auf die Umwelt hat. In animierten Projektionen wird dem Publikum vor Augen geführt, wie weit und absurd sich das globale Wirtschaftsnetz gespannt hat. Am Ende ist jeder Zuschauer aber doch auf sich zurückgeworfen, um den richtigen Umgang damit zu finden.
Mit "Ente, Tod und Tulpe" bringt das Junge Schauspielhaus Düsseldorf das Bilderbuch von Wolf Erlbruch auf die Bühne. Das Stück an sich versöhnt den Betrachter schon mit dem Tod - er stellt sich als treuer Begleiter durchs Leben dar. Er ist immer gegenwärtig - "nur für den Fall". Eigentlich ist es das Leben, das einen umbringt. Und es geht mit einem - der Tod ist der Einzige, der allein zurückbleibt. Ob Leben (in Form der Tulpe), Tod oder Ente, alle drei Darsteller gewannen mit ihrer offenen, ehrlichen, begeisterten und ernsthaften Spielhaltung das Herz des Publikums. In einem Wasserbassin konnte sich die Ente austoben und bezog planschend das ganze Publikum mit ein. Die Bühnenmittel wurden mit selbstproduzierten Licht- und Musikstimmungen offengelegt und vermittelten so auch gleich das Theater mit.
Den Preis der Kinderjury erhielt die Produktion "Emil und die Detektive" vom Comedia Theater Köln. In rasantem Tempo wird in einer neuen Rahmenhandlung die altbekannte Geschichte von Häftlingen neu erzählt und so nicht nur in schwarz-weiß  sondern mit Grautönen gezeichnet. Das eigens von den "Häftlingen" gezimmerte Bühnenbild birgt dabei manche Spielmöglichkeit. 
Erstmals führten die Organisatoren des Festivals internationale Gastspiele ein und so bot sich neben dem ohnehin schon gefülltem Programm ein internationales Rahmenprogramm aus fünf herausragenden Produktionen aus Frankreich, Belgien, Spanien und Norwegen. Sie bereicherten das Festival mit neuen, völlig unterschiedlichen Spielarten des Kinder- und Jugendtheaters - jede für sich in brillanter Perfektion dargeboten.
So bleibt zu hoffen, dass das 30. Westwind-Festival nächstes Jahr in Essen seine Gäste mit ebenso großer Herzlichkeit und hervorragendem Theater empfängt wie die Gastgeber in Bonn.
Weitere Informationen über das vergangene Festival finden Sie hier.

Westwind

 

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