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Auftakt für den Qualitätsverbund »Kultur macht stark«

17.04.2014

Kulturelle Bildung ist wichtig – für jedes Kind und für jeden Jugendlichen. Sie bereitet Freude, fördert die Persönlichkeitsentwicklung und stärkt das Selbstbewusstsein. Doch längst nicht alle Kinder und Jugendlichen haben die Möglichkeit, an außerschulischen Bildungsmaßnahmen teilzunehmen. Hier setzt das Programm »Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung« des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) an: Durch vernetzte Angebote soll bildungsbenachteiligten Kindern und Jugendlichen der Zugang zu vielfältigen Angeboten ermöglicht werden. In die Praxis umgesetzt wird das Programm gemeinsam mit 34 Bundesverbänden und -initiativen, die als Programmpartner außerschulische Maßnahmen der Kulturellen Bildung in lokalen Bildungsbündnissen fördern bzw. umsetzen.

Franziska Schönfeld ist seit Anfang des Jahres Projektreferentin an der ba● für den Qualitätsverbund »Kultur macht stark«. Träger dieses Verbundes sind die Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel und die Akademie Remscheid für Kulturelle Bildung. Gemeinsam mit ihrer Remscheider Kollegin Viola Kelb hat sie Anfang April den Auftaktworkshop organisiert.

Was ist eine der Hauptfragen, die Ihr Euch stellt?
Wie gelingt Kulturelle Bildung für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche?

Was genau ist Eure Aufgabe?
Eine der Herausforderungen von »Kultur macht stark« ist es, die bildungsbenachteiligten Kinder und Jugendlichen richtig anzusprechen. Auch die Qualifizierung und Einbindung von Ehrenamtlichen oder generell die Verankerung von Projekten in den Sozialraum ist nicht ganz einfach. Da fehlt es oft noch an Erfahrungen und Strategien in der Kulturellen Bildung. Mit dem Qualitätsverbund bietet sich die Chance, die vielfältige Expertise von 34 Programmpartnern in diesem Kontext zu bündeln und so grundlegende Strategien zu erarbeiten. Der Qualitätsverbund soll also die fachpädagogische Qualitätsentwicklung dieses bundesweiten Förderprogramms mit unterstützen.

Gibt es schon erste Ergebnisse?
Wir stehen mit unserer Arbeit noch am Anfang. In einem ersten Schritt haben wir zunächst zu allen Partnern Kontakt aufgenommen, um zu erfahren, was ihre vorhandene Expertise und Qualifizierungsbedarfe sind. In unserem Auftaktworkshop haben wir dann versucht, gemeinsame Vorstellungen zum Begriff »Qualitätsverständnisse« zu entwickeln.

Wie geht es weiter?
In enger Zusammenarbeit mit den Bundesverbänden und -initiativen werden wir Qualifizierungsworkshops, Regionalkonferenzen und Onlineangebote mit den Multiplikator_innen und Fachkräften der Bildungsbündnisse gestalten. Außerdem werden wir auch individuelle Beratungen anbieten und Materialien aufbereiten, die den Erfahrungs- und Qualitätstransfer ermöglichen.

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Kommentare

Hartmut Behrens schrieb am: 28.04.2014 15:23

Liebe Franziska Schönfeld, hier eine kurze Rückmeldung, warum wir als regionaler Kulturverein (Schwerpunkt Theater) uns nicht an "Kultur macht stark" beteiligen: Eine besondere Schwierigkeit ist bei uns auf dem dünn besiedelten Lande (Kreis Cuxhaven) das geforderte Dreierbündnis. Wir arbeiten seit Jahren mit Haupt- und Realschulen in der Region zusammen und machen dort mit Schülern Theaterprojekte (soweit wir eine Förderung dafür bekommen). Einen Schulpartner zu finden für ein Kulturprojekt mit Jugendlichen wäre folglich kein Problem. Leider muss aber auch ein Sozialraumpartner dazukommen, was für den Zugang zu Kindern/Jugendlichen nicht nur überflüssig ist - den besten Zugang haben doch die Schulen - sondern in unserer Region, wo die Mittel für Jugendarbeit immer mehr zusammengestrichen wurden, sehr schwierig ist. Etliche Dörfer haben hier überhaupt keine Jugendangebote mehr und dort, wo es sie noch gibt, sind die Gruppen zu klein, um in die Förderkriterien der Verbände zu fallen. Denn die meisten Jugendlichen interessieren sich nicht für Kultur. Was auch kein Wunder ist, da für die politisch Verantwortlichen hier im Kreis die kulturelle Bildung bestenfalls in Sonntagsreden vorkommt und ansonsten Aufgabe der Schulen sein soll. Und die hiesigen Vereine beklagen einhellig den Nachwuchsschwund. (Wahrscheinlich könnten wir von irgendwo eine Gefälligkeitsunterschrift bekommen, aber das wäre ja nicht Sinn der Sache.) Hinzu kommen die starren Vorgaben der Verbände. Der Paritätische z.B. fordert ganztägige Veranstaltungen (7 Std.) plus Elternarbeit, ebenfalls ganztägig. Das ist doch gerade bei bildungsbenachteiligten Kindern oder Jugendlichen, denen in der Regel das nötige Durchhaltevermögen fehlt, recht illusorisch. Ähnlich ist es bei anderen Verbänden, die offenbar in dem Versuch, sich von anderen abzugrenzen, ebenfalls formale Vorgaben entwickelt haben, die die Entwicklung geeigneter Konzepte nur unnötig einschränken. Der bürokratische Aufwand - vielfach kritisiert - wäre für uns eher kein Hinderungsgrund. Der Formularkram ist zwar nervig, aber das sind wir von anderen Förderungen gewohnt. Über eine Antwort von Ihnen würde ich mich freuen. Freundliche Grüße Hartmut Behrens (Autor, Regisseur, Schauspieler)

Jürgen Rassek schrieb am: 07.05.2014 13:04

Ich möchte mich dem Kommentar von Herrn Behrens vom 26.04. 2014 uneingeschränkt anschließen. Ergänzend möchte ich hinzufügen: Ich war Teilnehmer bei der Auftaktveranstaltung zu KULTUR MACHT STARK !im vergangenen Jahr im Kunsthaus Bethanien, Berlin. Schon auf dieser Tagung wurde von einigen Seiten kritisiert, daß bei diesem Förderprogramm ausschließlich außerschulische Angebote gefördert werden sollen, während die eigentlichen innerschulischen kulturellen Angebote dahinsiechen. Die Verdienstmöglichkeiten für freie Theaterlehrer/Theaterpädagogen werden allgemein immer schlechter und wurden leider bei dem Programm KULTUR MACHT STARK! unzureichend berücksichtigt. Es ist kaum noch möglich, Projektgelder für Maßnahmen im regulären Unterrichtsprogramm am Vormittag zu bekommen. Aktuell betrifft dies bei mir zwei geplante Projekte an zwei Schulen in Südniedersachsen, Landkreis Göttingen und Landkreis Holzminden. So wurde ein Projektfonds des Landes Niedersachsen KULTURELLE BILDUNG , der beim Landschaftsverband Südniedersachsen e.V. angesiedelt war, ersatzlos gestrichen. Das ist sehr, sehr schade. Da ist es lobenswert, daß wenigstens das Land Berlin einen Projektfonds Kulturelle Bildung unterhält und sich von Mitteln des Landes Berlin speist. Allerdings freut es mich zu hören, daß der Kindercircus KABUWAZI in Berlin, und u.a. einen Standort in Berlin-Marzahn unterhält, vom Förderprogramm KULTUR MACHT STARK1 profitiert und dort seit Jahren! eine sehr , sehr schöne und erfolgreiche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen durchführt! Jürgen Rassek, Löwenecker-Theaterchen Berlin

Franziska Schönfeld schrieb am: 13.05.2014 09:50

Sehr geehrter Herr Behrens, sehr geehrter Herr Rassek, zunächst einmal möchte ich mich für die späte Rückmeldung entschuldigen. Ich war bis gestern im Urlaub und kann daher heute erst auf Ihre Beiträge reagieren. Als Projektreferentin des Qualitätsverbunds »Kultur macht stark« sind mir die (administrativen) Probleme in der Bündnisbildung bekannt. Leider sind wir hinsichtlich der strukturellen Dimension nicht die richtigen Ansprechpartner, denn wir arbeiten an dem übergeordneten Ziel der inhaltlichen Qualitätssicherung in der Arbeit der Bündnisakteure und Multiplikatoren. In jedem Falle finde ich jedoch Ihre Rückmeldungen zu den grundsätzlichen Hemmnissen einer Antragstellung sehr hilfreich. Gerne können Sie mich bei Rückfragen per E-Mail oder telefonisch erreichen, meine Kontaktdaten finden Sie oben im Menü »Über uns | Team«. Mit besten Grüßen Franziska Schönfeld

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