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Blog der Bundesakademie Wolfenbüttel -


14. März 2013

Die Kunst, über Kulturelle Bildung zu forschen – das Doktorandenkolloquium Kulturelle Bildung

Zum eigenen Wunschthema promovieren zu können, scheint ein kleines Privileg zu sein. Laut der Promotionsstudie der Hochschul-Informations-System GmbH haben nur 52% aller Promovierenden ihr Thema selbst gewählt. Die Promovierenden, die vom 28.02. bis zum 03.03. 2013 am Doktorandenkolloquium in der Bundesakademie für Kulturelle Bildung teilnahmen, schienen jedoch zur knappen Mehrheit zu gehören und brannten – trotz der ständigen Frage nach der eigenen Finanzierung und dem gleichzeitigen Bemühen um den eigenen Lebensunterhalt – für ihr Thema zu brennen.

Kulturelle Bildung ist ein interdisziplinäres Forschungsfeld, das an vielen Lehrstühlen keine eindeutige Heimat hat. Zudem sind die Möglichkeiten, sich in einem offenen, interdisziplinären Rahmen über methodische Fragestellungen auszutauschen, die im Rahmen der Dissertation entstehen, begrenzt. Zu oft sind die universitätsinternen Kolloquien von Abhängigkeitsstrukturen geprägt, so dass ein ehrlicher Austausch schwer fällt. Um dem Abhilfe zu schaffen, hat das Netzwerk Forschung Kulturelle Bildung in Kooperation mit der Stiftung Universität Hildesheim und der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel zum ersten bundesweiten Forschungskolloquium eingeladen.

Dort standen die Bedürfnisse der 14 Doktoranden aus ganz Deutschland im Mittelpunkt. Eine Stunde hatte jede_r Doktorand_in zur Verfügung, um das meist empirisches Forschungsvorhaben zu diskutieren. Nach einer kurzen Vorstellung des Arbeitsstands wurden die Fragen besprochen, die man an die eigene Arbeit, sich selbst und damit auch an die anderen Teilnehmenden stellt.

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22. Februar 2013

Handbuch Kulturelle Bildung. Eine Vermessung des Feldes Kultureller Bildung

Expertentagung in Wolfenbüttel 20. – 21. März 2013.
Die Bundesakademie (ba•) und die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) veranstalten gemeinsam die Tagung zum ersten Handbuch Kulturelle Bildung, das Ende 2012 mit einem Umfang von rund 1.000 Seiten im kopaed-Verlag erschienen ist. Es stellt den Versuch dar, das Feld Kultureller Bildung aufgrund von zentralen theoretischen Bezügen wie auch aufgrund von Rahmen- und Praxisstrukturen, Adressaten, Konzeptionen und Modellen zu beschreiben. Angesichts der Breite des Begriffs muss dieser erste Versuch unvollständig bleiben.
Zu dieser Tagung sind Fachleute und Interessierte aus der Szene Kultureller Bildung, Praxisvertreter/innen aus dem Feld der aktiven Kulturellen Bildung in Deutschland, aus Institutionen, Verbänden, Organisationen zum Diskutieren eingeladen. Die Tagung fokussiert auf bestehende und zukünftige Kartografierungen des Feldes Kulturelle Bildung, Herausgeber/innen sowie einzelnen Autor/innen erörtern Ergebnisse, aber auch Desiderata, Entwicklungspotentiale und zukünftige Strategien einer sinnvollen Feldvermessung und regelmäßigen Bestandsaufnahme Kultureller Bildung mit den Tagungsteilnehmenden und geben einen Einblick in das „Universum“ Kultureller Bildung und seiner Potentiale.
Das Tagungsprogramm und weitere Informationen finden Sie unter: http://bit.ly/11UHcpC

28. November 2012

Lernprozesse initiieren – das 2. Modul der Qualifizierung KUNSTgeragogik – zweiter Lehrgang

“Älter werden macht Spaß.”

So titelt ein Artikel, aus dem die Teilnehmenden des 2. Lehrgangs KUNSTgeragogik Collagen zu Altersbildern gefertigt haben. Schon zum zweiten Mal beschäftigen sich Teilnehmende aus ganz Deutschland und der Schweiz mit den Rahmenbedingungen und Grundlagen für kulturelle Bildung mit älteren Menschen und setzen sich über die Thematik Alter in verschiedenster Weise auseinander, das die Grundlage ihrer Arbeit bilden wird.

“Über den Tellerrand blicken, anderen Dingen begegnen, vielleicht auch gleichen und darüber ins Gespräch kommen”

Rupprecht Matthies, Dozent der Teilgruppe Bildende Kunst, will genau das mit seinen Projekten erreichen. Mit “Wilhelmsburger Kissen und Fahnen” gibt er sonst vor allem Migranten und Stadtteilbewohnern die Möglichkeit eben diese Objekte zu gestalten und mit ihrer Handschrift und Sprache zu versehen. Die eigene Sprache weckt Gefühle und gibt die Möglichkeit, den eigenen kulturellen Hintergrund mit ins Spiel zu bringen. Für ältere Menschen bedeutet die Materialwahl “Stoff” aber auch, dass sie ihre vorhandenen Fähigkeiten in die Arbeit einbringen können. Häkeln und Nähen sind Fertigkeiten, die hier geschätzt werden und für die KUNSTgeragogische Arbeit nutzbar gemacht werden können. Nützlich für die Transferleistung, die die Kursteilnehmenden im Laufe der Qualifizierung immer wieder erbringen, ist die praktische Erfahrung am eigenen Leib. Deswegen stand dieses Mal u.a. die Gestaltung eigener Fahnen oder Kissen zum Thema “Lebensweg” auf dem Programm.

Eine Frau näht auf Stoff.Eine Frau, auf dem Boden hockend, näht an einer Fahne

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31. August 2012

Kultureller Inkubator Wolfenbüttel

Kultureller Inkubator – Vom passiven Beobachter zum kulturellen Akteur und Mitgestalter

unter diesem Titel treffen sich vom 6. – 13. September 25 junge Menschen aus Osteuropa und Deutschland in der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel. Sie gehören unterschiedlichen Gruppen bürgerschaftlich aktiver junger Menschen an und engagieren sich in kulturellen Netzwerken wie z.B. der Goethe-Guerilla und Kulturweit. Sie kommen aus Budapest (Ungarn), Vilnius (Litauen), Belgrad (Serbien), Sarajevo (Bosnien) und Deutschland. Die internationale Werkstatt bietet u.a. Möglichkeiten zur Vernetzung, zum fachlichen Austausch und enthält eine Fortbildung zum Thema alternative Stadtentwicklung und den damit verbundenen (gesamteuropäischen) Problemen wie z. B. Armut, soziale und kulturelle Marginalisierung oder auch Umweltprobleme wie Lärm oder Müll.
Die Teilnehmenden gehören überwiegend zur Goethe-Guerilla, einer 2010 in Belgrad vom Goethe-Institut eingerichteten erfolgreichen Plattform für junge kreative Menschen. Durch diese Plattform hat das Goethe-Institut alternative Wege beschritten, um deutsche Kultur der jungen Generation in Süd- und Osteuropa näher zu bringen und sie gleichzeitig zur vernetzten kulturellen Zusammenarbeit zu animieren. Die Projekte, die die Goethe-Guerilla organisiert und durchführt, stehen im engem Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Problemen vor Ort und geben ein Beispiel, wie dank der Initiative junger Menschen ein eher passives Umfeld verändert werden kann. Die Teilnehmenden sind alle Stundenten (Bildende Kunst, Design, Film, Musik, Germanistik, Philosophie, Psychologie …) mit sehr unterschiedliche Interessen. Weitere Informationen zur Goethe-Guerilla erhalten Sie hier: http://bit.ly/O8yoBH (weiterlesen …)

16. August 2012

Kulturmanager aus Mittel- und Osteuropa

Programmjahr 2011/2012
Seminar: Strategien für die berufliche Zukunft
vom 12. bis 16. August 2012 in Wolfenbüttel
Leitung: Desirée Förster, Darius Polok Mitost e.V.

Die Robert Bosch Stiftung lädt jährlich zwölf ausgewählte Stipendiaten aus Mittel- und Osteuropa zu einer dreizehnmonatigen Qualifizierung im internationalen Kulturmanagement nach Deutschland ein. Während ihres einjährigen Aufenthaltes in Deutschland absolvieren die Kulturmanager eine praxisbezogene Fortbildung im internationalen Kulturmanagement. In mehreren Fortbildungsseminaren vertiefen sie ihr Wissen über Projektplanung, Teamarbeit, Fundraising, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Kulturmarketing. Der zwölfmonatige Aufenthalt der Kulturmanager in Deutschland beginnt jeweils im Oktober.
Zwei Monate vor Abschluss des Stipendiums fand nun im siebten Jahr das fünfte Seminarmodul in Wolfenbüttel an der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Kooperation mit dem Programmbereich Bildende Kunst statt. Themenbereiche des Seminars waren u.a. Strategien für die berufliche Zukunft, mit Reflexion und Zielformulierungen und einem Ausblick auf die Rückkehr, Projektabrechung sowie die Planung der Abschlusspräsentation Mitte Oktober. Mit einem ganztägigen Besuch auf der dOCUMENTA in Kassel endete das Seminar. Eine Besonderheit in diesem Jahr: dass „unser“ Kulturmanager Nikola Markovic aus Belgrad nicht nur Seminarteilnehmer war, sondern auch die Gastgerberrolle übernehmen konnte.

Das gesamte Programm Kulturmanager aus Mittel- und Osteuropa wird von MitOst e. V. durchgeführt, ein Verein für Sprach- und Kulturaustausch in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Der Verein wurde von Stipendiaten der Robert Bosch Stiftung gegründet und hat inzwischen 1700 Mitglieder in 40 Ländern. Seit 1996 unterstützt MitOst die Vernetzung von ehemaligen und aktuellen Stipendiaten und trägt mit eigenen Projekten und verschiedenen Programmen von Stiftungen bei zur Völkerverständigung in Mittel-, Ost- und Südosteuropa.
http://bit.ly/NrS1bH

2. April 2012

Kulturrat initiiert 2. bundesweiten Aktionstag “Wert der Kreativität”

Rund um den 21.05.2012, dem internationalen Tag der kulturellen Vielfalt, werden in diesem Jahr unter dem Motto „Wert der Kreativität“ zahlreiche Aktivitäten stattfinden. Ziel ist es, auf den immateriellen Wert von Kunst und Kultur für unsere Gesellschaft hinzuweisen, ohne die Notwendigkeit der angemessenen Entlohnung für Kunst und Kultur im Zeitalter der Digitalisierung aus dem Blick zu verlieren. Wer mitmachen möchte, kann sich hier näher informieren http://kulturstimmen.de/aktionstag/. Veranstaltungen und Aktionen können Sie direkt in den Kalender eintragen: http://kulturstimmen.de/kalender/ oder an Stefanie Ernst (s.ernst@kulturrat.de) oder Andrea Wenger (a.wenger@kulturrat.de) melden.

2. Februar 2012

Kultur für alle

Um noch mehr Menschen mit Kunst und Kultur vertraut zu machen, fördert der Kulturstaatsminister die Bildungsarbeit von Initiativen und Einrichtungen. Im Mittelpunkt stehen dabei Menschen, die Museen, Bibliotheken oder Theater bisher kaum oder selten besuchen.


Kulturelle Bildung ist für Kinder und Jugendliche besonders wichtig Foto: Schlesische 27

Der Bund fördert zahlreiche Einrichtungen, die schon seit Jahren spezielle Programme zur besseren Vermittlung von Kunst und Kultur anbieten. Initiativen wie der “On.Tour”-Bus des Jüdischen Museums oder das “Krokoseum” in den Franckeschen Stiftungen in Halle leisten hier vorbildliche Arbeit.

Außerdem unterstützt der Kulturstaatsminister ganz gezielt Initiativen, die sich der Vermittlungsarbeit widmen. Dazu gehört zum Beispiel das Netzwerk für Film- und Medienkompetenz “Vision Kino”.

Dabei geht es vor allem darum, jene Menschen zu erreichen, die bislang kaum von den Angeboten Gebrauch machen: Kinder und Jugendliche, aber auch Senioren und Menschen mit Migrationshintergrund. (weiterlesen …)

24. Januar 2012

Und noch mal mit Gefühl … Die Rolle der Emotionen in Kultur und Kulturvermittlung

WAT 49 erschienen
Was sind die neurowissenschaftlichen und psychologischen Grundlagen der Konzepte emotionaler Intelligenz? Was bedeuten sie in den Künsten und ihren Theorien, was für Lehren, Lernen und ihre Theorien? Wie viel von Bildung ist an Fühlen, wie viel an Wissen geknüpft? Wie viel Emotion ist gut? Was besagt das theoretisch und praktisch für kulturelle Bildung und für Vermittlungsprozesse in Künsten und Kultur?
Der Hirnphysiologe Kristian Folta, der Germanist Thomas Anz, die Literaturkritikerin Frauke Meyer-Gosau, der Theaterwissenschaftler Benjamin Wihstutz und die Medienforscherin Katrin Doeveling geben Antworten.
Der Band umfasst 100 Seiten und ist zum Preis von 7,90 Euro (zzgl. Versandkosten) bei der Bundesakademie zu beziehen. Entweder über die Website unter “Publikationen” www.bundesakademie.de/shop/category.php?id_category=5 oder per Mail an christina.baker@bundesakademie.de.