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Blog der Bundesakademie Wolfenbüttel -


29. April 2013

Entfalten statt liften

Neuerscheinung zu Bedürfnissen Älterer in Kultureller Bildung

Mit der vorliegenden Studie werden erstmalig in Deutschland empirisch fundierte Forschungsergebnisse vorgelegt, wie kulturelle Bildungsangebote für Ältere gestaltet werden sollten, um den Bildungsbedürfnissen Älterer und den Veränderungen des Lernens im Alter gerecht zu werden.

Die Publikation ist als Forschungsarbeit am Kompetenzzentrum für Kultur und Bildung im Alter (kubia) im Institut für Bildung und Kultur, Remscheid, entstanden und ist die Dissertationsschrift der Autorin. Sie richtet sich an Wissenschaftler_innen und Praktiker_innen aus Kunst, Kultur, (Erwachsenen-)Bildung und Altenarbeit, die sich mit den Bedürfnissen von Senioren_innen in kulturellen Bildungsangeboten auseinandersetzen möchten.

Kim de Groote (2013): Eine qualitative Untersuchung zu den Bedürfnissen von Senioren in kulturellen Bildungsangeboten. Hrsg. vom Institut für Bildung und Kultur. Schriftenreihe Kulturelle Bildung vol. 34, München 2013, 248 S. ISBN 978-3-86736-334-1, 18,80 €

21. März 2013

“Situationen schaffen, in denen andere agieren können” – ein Gespräch mit Prof. Rolf Thiele

In der vergangenen Woche war Prof. Rolf Thiele* als Dozent zu Gast in der Bundesakademie, um das Seminar Kunst machen? Ich doch nicht! durchzuführen. Neben und mit Vorträgen, die den Diskurs rund um Kunst und das Künstlerische anregen sollten, unterstützte er die Teilnehmenden in ihren künstlerischen Projekten. Der Name des Kurses ist Programm, wie in einem seiner Vorträge ersichtlich wurde. Die Frage, wie man sich der Kunst überhaupt annähert und annähern kann, stand dabei im Mittelpunkt.

Prof. Rolf Thiele im Beratungsgespräch

Herr Thiele, der Diskurs, den Sie mit den Kurs-Teilnehmenden führen, scheint sehr anspruchsvoll. In Ihrer langen Tätigkeit als Professor haben Sie das immer künstlerische Tätigkeit aufgefasst, nicht wahr?

Ich habe mein Sprechen nie als Theorie, sondern immer als künstlerische Praxis bezeichnet. Ich bin kein Theoretiker. Ich hab nur einen Mediensprung gemacht. Kunst sollte ja das, was man nicht sprachlich ausdrücken kann, zeigen. Aber ich behaupte, sie bringt zur Sprache. Und daraus schließe ich, dass auch die Sprache etwas zur Kunst bringen kann. Sprechen heißt nicht nur laut rausplappern, sondern wir denken in Sprache. Das heißt, wenn ich ein Bild sehe und bemüht bin es zu interpretieren, kann ich es nur sprachlich tun. Ich will praktische Arbeiten fördern und glaube, daran, dass das Sprechen der Sache auf die Fährte hilft.

Da verschmelzen ja einige Dinge. Die “Académie Galan”, die Sie in Frankreich führen, bezeichnen Sie auch als Gesamtkunstwerk. Wie sind Sie dazu gekommen?

Sie müssen sich vorstellen, ich betreibe das Ganze als Kunstwerk, aber da drinnen kann eine Menge passieren. Da kann jeder seinen Kram machen. Man muss aufpassen, dass da nicht irgendwelche Abenteuerspielplätze entstehen oder kein Skulpturenpark – das will ich nicht. Es sollen alles Momente des Miteinanders, des Darüber-Nachdenkens, was Kunst überhaupt ist und was Kunst sein kann, werden. Ich habe es Akademie genannt, weil ich eine klassische Beziehung, also eine Beziehung zur altgriechischen Akademie, herstellen wollte, wo die Akademie nichts anderes war als der Ort, an dem man zusammenkam und sich miteinander verständigt hat. Das ist ein Disputort – ein Ort, an dem man zusammen eine schöne gewisse Zeit lebt und Alltagsverrichtungen wie kochen gemeinsam tut – also alles kommunikative Handlungen, die auf das Eine konzentriert sind, nämlich dem Künstlerischen auf die Spur zu kommen. Das ist aber auch sehr fragil und man muss das immer verteidigen gegenüber anderen, die sagen “Das ist doch keine Kunst”, da man das den Dingen meist nicht ansieht. Etwas sieht nicht aus wie Kunst und will Kunst sein, das ist das Problem. Nichtkunst als Kunst. Über die Verneinung – das scheint ja der verkehrte Weg zu sein – ist es aber nicht, wenn es ums Ganze geht. Solange ich da bin, ist es gut, aber ich frage mich, wenn jemand wie ich sich aus dem Projekt zurückzieht, ob es dann weitergehen kann. Es ist sehr umfangreich und vieles ist auf Ewigkeit angelegt.
Es gibt einige, die am liebsten dort einziehen würden. Wir überlegen das gerade, weil ich ja auch nicht jünger werde und das ist ein riesen Gelände mit ganz viel Arbeit. Diese Handwerklichkeit auf der einen Seite und dann die Vorlesungen, die ich dort ja auch halte, liebe ich. Das ist das Verhältnis von was ich bedingt und unbedingt nenne, also das Eine die geistige Bewältigung, das andere die handwerklich-praktische. Das Eine ohne das Andere ist schon wieder so ein Spezialistentum. Ich verstehe Kunst ja auch so: Künstler, Bildende Künstler, verbinden die faktischen Dinge mit nicht so geistigen Prozessen. Die stellen da die Verbindung her. Sie agieren dazwischen. Das ist die Leistung von Künstlern. Diese Zwischenräume sind größer als man glaubt – es sind Aktionsräume. Ich nenne es Möglichkeitsräume. Deswegen sage ich: Haltet meine Vorträge nicht für Theorie. Dann wäre ich ja ein Spezialist und das will ich nicht. Ich will die Verbindung schaffen.

Was bedeutet dann Kunstvermittlung für Sie? Muss der Künstler sein eigener Vermittler sein? (weiterlesen …)

1. März 2013

mix@ges – International Encounter with Generations, the Arts and the Media

Konferenz am 16. Mai 2013 in Ljubljana, Slowenien.
Bei der Generationenbegegnung im Mai in Ljubljana treffen sich Künstler, Kunstvermittler und Medienpädagogen, Mitarbeiter aus Kulturorganisationen und der Erwachsenenbildung, Sozialarbeiter und Kunstschaffende, Wissenschaftler und junge und ältere Teilnehmende aus ganz Europa. Die Veranstaltung bildet den Abschluss des europäischen Generationenprojekts „mix@ges – Intergenerational Bonding via Creative New Media” und stellt die künstlerischen Ergebnisse vor, die junge und ältere Menschen gemeinsam in den fünf beteiligten Ländern geschaffen haben. Weitere Informationen: http://bit.ly/YdG3Dm — Über das Weiterbildungsprogramm von Grundtvig können Reise- und Aufenthaltskosten beantragt werden http://bit.ly/148EOaf. Die Nummer der Konferenz in der Grundtvigdatenbank lautet DE-2013-1359-001

28. November 2012

Lernprozesse initiieren – das 2. Modul der Qualifizierung KUNSTgeragogik – zweiter Lehrgang

“Älter werden macht Spaß.”

So titelt ein Artikel, aus dem die Teilnehmenden des 2. Lehrgangs KUNSTgeragogik Collagen zu Altersbildern gefertigt haben. Schon zum zweiten Mal beschäftigen sich Teilnehmende aus ganz Deutschland und der Schweiz mit den Rahmenbedingungen und Grundlagen für kulturelle Bildung mit älteren Menschen und setzen sich über die Thematik Alter in verschiedenster Weise auseinander, das die Grundlage ihrer Arbeit bilden wird.

“Über den Tellerrand blicken, anderen Dingen begegnen, vielleicht auch gleichen und darüber ins Gespräch kommen”

Rupprecht Matthies, Dozent der Teilgruppe Bildende Kunst, will genau das mit seinen Projekten erreichen. Mit “Wilhelmsburger Kissen und Fahnen” gibt er sonst vor allem Migranten und Stadtteilbewohnern die Möglichkeit eben diese Objekte zu gestalten und mit ihrer Handschrift und Sprache zu versehen. Die eigene Sprache weckt Gefühle und gibt die Möglichkeit, den eigenen kulturellen Hintergrund mit ins Spiel zu bringen. Für ältere Menschen bedeutet die Materialwahl “Stoff” aber auch, dass sie ihre vorhandenen Fähigkeiten in die Arbeit einbringen können. Häkeln und Nähen sind Fertigkeiten, die hier geschätzt werden und für die KUNSTgeragogische Arbeit nutzbar gemacht werden können. Nützlich für die Transferleistung, die die Kursteilnehmenden im Laufe der Qualifizierung immer wieder erbringen, ist die praktische Erfahrung am eigenen Leib. Deswegen stand dieses Mal u.a. die Gestaltung eigener Fahnen oder Kissen zum Thema “Lebensweg” auf dem Programm.

Eine Frau näht auf Stoff.Eine Frau, auf dem Boden hockend, näht an einer Fahne

(weiterlesen …)

7. Mai 2012

Neues Handbuch zum Projektmanagement von EU-Projekten

Neues Handbuch zum Projektmanagement von EU-Projekten als Download erhältlich:”Navigating through Chaos”. Die Kontaktstellen in Österreich für das Programm KULTUR (2007-2013) und das Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ haben gemeinsam mit Experten aus dem Kultur- und Wissenschaftsbereich ein Handbuch zum Projektmanagement von EU-Projekten veröffentlicht.
In 28 „FAQs“ des Handbuchs finden sich Hilfestellungen der ExpertInnen für die diversen Aspekte von internationalem Projektmanagement, welches sich insbesondere in Bezug auf die beiden EU-Programme „Kultur“ und „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ auftun. Beide Förderinstrumente werden ausführlich in den Programmbeschreibungen präsentiert.

Hier gehts zum Download: http://bit.ly/KerSsk

26. März 2012

Erfolgreicher Abschluss des ersten Qualifizierungslehrgangs KUNSTgeragogik

Nach fast einem Jahr berufsbegleitender Qualifizierung erhielten die ersten 17 KUNSTgeragoginnen und -geragogen das Zertifikat KUNSTgeragogik in der Bildenden Kunst oder im Tanz. Überreicht wurden die Auszeichnungen von Dr. Sabine Baumann, Programmleiterin des Bereichs Bildende Kunst an der Bundesakademie, die den Lehrgang initiierte und leitete. In sieben Modulen hatten die angehenden KUNSTgeragoginnen und -geragogen, die aus verschiedenen beruflichen Hintergründen kommen, Wissen und Praxiserfahrungen erlangt. Ausgehend von der Kunst befähigte die im Mai 2011 begonnene Qualifizierung sie für die qualitative künstlerische Arbeit mit älteren und alten Menschen in verschiedenen Bereichen. Ihre Projektergebnisse präsentierten die Teilnehmenden im Rahmen eines Abschlusskolloquiums vom 23. – 25. März 2012 in der Akademie.

TeilnehmerInnen der Qualifizierung KUNSTgeragogik

Ein Dozententeam aus zehn Lehrenden, Künstlerinnen und Forschern begleitete den Lehrgang, der in Kooperation mit dem Forschungsinstitut Geragogik (FoGera) stattfand. Vermittelt wurden fundierte Kenntnisse und Fähigkeiten für die Anregung und Begleitung künstlerischer Prozesse Älterer sowie die Auseinandersetzung mit der Thematik Alter(n): Formen biografischer Arbeit gehörten beispielsweise ebenso zum Inhalt des Lehrgangs wie Erkenntnisse der Disziplin Geragogik und Besonderheiten der künstlerischen Arbeit mit dementiell veränderten Menschen.

Künstlerische Prozesse können älteren und alten Menschen Räume eröffnen sich mit individuellen und gesellschaftlichen Fragestellungen auseinanderzusetzen und das eigene Leben sowie die Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Die angehenden und qualifizierten KUNSTgeragoginnen und -gogen, die aus verschiedenen Teilen Deutschlands in Wolfenbüttel zusammengekommen waren, werden in ihren zukünftigen Arbeitsfeldern somit auch einen entscheidenden Beitrag zur Gestaltung des demografischen Wandels mit Kultur leisten.

12. Dezember 2011

Neues Gesicht in der Bundesakademie

Nikola Markovic ist von Belgrad nach Wolfenbüttel umgezogen, um seine kulturellen Horizonte zu erweitern und die deutsche Kulturlandschaft kennenzulernen. Als Stipendiat der Robert Bosch Stiftung im Programm Kulturmanager aus Mittel- und Osteuropa wird er für ein Jahr als Assistent im Programmbereich Bildende Kunst an der Akademie tätig sein.

Parallel zu seinem Tourismus-Studium war Nikola Markovic Mitglied der Goethe-Guerilla Gruppe, die vom Goethe-Institut Belgrad mit dem Ziel gegründet wurde, jungen Leuten einen kreativen Raum zu geben, in dem sie in ihren Umfeld etwas schaffen und verändern können. Durch die Aktivitäten dieser Gruppe sind viele interessante Projekte entstanden, die gesellschaftlichen Wandel mit Hilfe eines künstlerischen Ansatzes initiieren.

In Zusammenarbeit mit anderen Mitgliedern der Goethe-Guerilla Gruppe hat Nikola Markovic ein fiktives Online Museum gegründet. Dieses Projekt zeigt auf satirische Weise den Zustand Serbiens und anderer ehemaliger jugoslawischer Länder, fünfzig Jahre nach der Kommunistische Diktatur und zehn Jahre nach dem demokratischen Umbruch. Gleichzeitig dient dieses Projekt als eine langfristige Dokumentation zur Wahrung des gesellschaftlichen und kulturellen Gedächtnisses. (Das Museum jugoslawischer Schiffe – Die Save-Promenade)

Als Vertreter der neuen jungen serbischen Generation, die in der Zeit des großen politischen und gesellschaftlichen Wandels aufgewachsen ist, siehe Nikola Markovic in der Umsetzung von kulturellen und wirtschaftlichen Projekten die Chance für eine tiefere Vernetzung zwischen Deutschland und Osteuropa, insbesondere Serbien.

Nikola Markovic: “Was ich jeden Tag erlebe ist für mich einzigartig, weil es komplett neu für mich ist. Die Stadt, die Kolleginnen und Kollegen, die Arbeit. Was ich mache, und wie ich mich fühle in Wolfenbüttel und Umgebung, wie ich Kultur in Deutschland sehe und erlebe, erzähle ich im Laufe des nächsten Jahres im Blog der Bundesakademie.”

19. Juli 2011

Meisterurkunde für Sabina Basciani

Am 15. Juli fand in Braunschweig – ausgerichtet von der Landwirtschaftskammer – die offizielle Verleihung der Meisterurkunden statt. Unsere Hauswirtschaftsleiterin hatte ja im letzten Jahr nach drei Jahren Ausbildung als Jahrgangsbeste die Prüfung zur Meisterin der Hauswirtschaft abgelegt.
Die feierliche Überreichung der Urkunden fand im Johann Heinrich von Thünen Institut in Braunschweigs Westen statt, dem direkt Ministerin Aigner unterstellten Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei http://www.vti.bund.de/. Bei der offiziellen Verleihung wurden neben den Meisterinnen auch die HauswirtschafterInnen und die Landwirte/innen geehrt. Es gab allerlei Gruß- und Schlussworte sowie eine Festrede und einen abschließenden Empfang.

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9. Juni 2011

Der erste Lehrgang KUNSTgeragogik hat erfolgreich an der Bundesakademie für kulturelle Bildung begonnen!!

Mit dem ersten Modul vom 27. – 30. Mai 2011 ist der Lehrgang KUNSTgeragogik gestartet.
Insgesamt 18 Teilnehmende mit u.a. einem beruflichen Background als KünstlerInnen, PädagogInnen oder Ergotherapeuten haben engagiert zusammen mit dem fünfköpfigen Lehrteam einen erfolgreichen Einstieg in Theorie und Praxis genommen. Nach einer Einführung mit der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des Lehrgangs und dem Ansatz von der Kunst ausgehend sowie den positiven Auswirkungen von künstlerischer Praxis auf den Alterungsprozess und den einzelnen Menschen, zählten zu den Inhalten die Begrifflichkeiten der Geragogik, Gerontologie und deren Abgrenzungen, Bildung und kulturelle Bildung, Alter, Altern und Altersbilder; ein Überblick über die geragogischen Denkprinzipien und Arbeitsweisen sowie die Voraussetzungen und Bedingungen des Lernens im Alter. Kenntnisse von und der Umgang mit Lernmotivation und Lernwiderständen in Bildungszusammenhängen.

Tanzworkshop

Tanzworkshop


Der dritte Tag war der künstlerischen Praxis in Bildender Kunst und Tanz gewidmet sowie ersten Reflexionen zum Übertragen dieser Prozesse auf die Arbeit mit älteren Menschen. Eine ausführliche Feedbackrunde und ein Ausblick auf die Zwischenphase und das zweite Modul im September bildeten einen sehr gelungenen Abschluss dieses in sehr angenehmer und dichter Arbeitsatmosphäre verlaufenden Seminars.

Die Teilnehmenden am Qualifikationslehrgang KUNSTgeragogik

24. Februar 2011

Tagungsbericht zu Kunst und Alter

Am 10. und 11. Februar fand die Fachtagung Kunst und Alter – Wenn nicht im Alter, wann denn dann? an der Bundesakademie statt. Qualifizierte Referenten aus Theorie und Praxis beteiligten sich mit Beiträgen zur kreativen Arbeit für und mit Älteren. Erkenntnisse aus den interdisziplinären Bereichen Geragogik, Gerontologie, Neurowissenschaften und Kunsttherapie flossen dabei ebenso ein wie Erfahrungen aus der Praxis. Mehr als 70 Teilnehmende aus verschiedenen kulturellen und sozialen Arbeitsfeldern kamen zusammen und brachten (im Rahmen einer Ideenbörse und in den Gesprächen zwischen den Vorträgen) Anregungen, Fragen und Ideen ein.

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Die Tagung, die durch Dr. Sabine Baumann, Leiterin des Programmbereichs Bildende Kunst an der Bundesakademie konzipiert und organisiert wurde, war der Auftakt zur Qualifizierung KUNSTgeragogik – Kulturelle Bildung im Alter, die im Mai an der Bundesakademie startet.
Den Flyer zur Qualifizierung finden Sie hier. Zur Anmeldung geht es hier bei BK 6.
Durch die Veranstaltung wurde das Themenfeld Kultur und Alter, das mit weiteren Angeboten im Bereich der Bildenden Kunst ausgebaut wird, an der Akademie – dem zukünftigen Forum für KUNSTgeragogik – etabliert.

Möglichkeiten der Bildenden Kunst in der Arbeit mit Demenzkranken, der Einfluss von Lebensstilen auf den Prozess des Alterns sowie die Bedeutung eines „enriched Environment“ und gestalteter Lernumgebungen wurden im Rahmen der Tagung ebenso thematisiert wie eine der größten internationalen Veranstaltungen im Bereich Kultur und Alter, das Bealtaine Festival in Irland. Der freischaffende Künstler und künstlerische Direktor des Festivals, Dominic Campbell, bot mit seinem Vortrag Einblicke in die seit vielen Jahren erfolgreich etablierte Veranstaltung. Zu einem bewegenden und bewegten Erlebnis wurde der Beitrag der irischen Tänzerin Dr. Rionach Ni Neill, die seit langer Zeit Angebote im Bereich Tanz mit älteren Menschen in Irland, ebenso auf internationaler Ebene, durchführt und damit einen weiteren Umgang der Kultur mit demographischen Veränderungen aufzeigte. Ebenso wie viele der anderen Referenten wird auch sie in der anlaufenden Qualifizierung lehren und ihre langjährigen Erfahrungen weitergeben.

Erkenntnisse der Neurowissenschaften zum Erhalt geistiger Leistungsfähigkeit wurden von Prof. Dr. Falkenstein von der TU Dortmund zu Beginn der Tagung vermittelt. Gedanken zur Begrifflichkeit des Alters sowie Fakten zur Thematik Lernen und Alter trug Dr. Renate Schramek vom Forschungsinstitut FoGera bei. Über Anfänge, Inhalte und die zukünftige Entwicklung der Disziplin Geragogik informierte Prof. Dr. Elisabeth Bubolz-Lutz, Lehrende an der Hochschule Freiburg und Direktorin des Forschungsinstituts Geragogik FoGera in einem gemeinsamen Gespräch mit Dr. Sabine Baumann. Einen musikalischen Exkurs in das Spätwerk Bachs sowie philosophische Ausführungen zur Kreativität im Alter charakterisierten den Beitrag des Leiters vom Institut für Gerontologie an der Uni Heidelberg, Prof. Dr. Andreas Kruse. Dr. Hubert Dinse von der Ruhr-Uni Bochum leitete mit seinem Vortrag zur produktiven Kraft des Tanzens im Alter über. Über seine Erfahrungen in der Arbeit mit Demenzkranken als Kunsttherapeut, Bildender Künstler und Gerontologe sprach Michael Ganß.
Aufgrund des großen Interesses an der Thematik und den hochkarätigen/informativen Vorträgen, stellt die Bundesakademie auf Wunsch vieler Teilnehmenden ein Großteil der Tagungsbeiträge hier auf der Homepage zur Verfügung.