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Blog der Bundesakademie Wolfenbüttel -


29. April 2013

Entfalten statt liften

Neuerscheinung zu Bedürfnissen Älterer in Kultureller Bildung

Mit der vorliegenden Studie werden erstmalig in Deutschland empirisch fundierte Forschungsergebnisse vorgelegt, wie kulturelle Bildungsangebote für Ältere gestaltet werden sollten, um den Bildungsbedürfnissen Älterer und den Veränderungen des Lernens im Alter gerecht zu werden.

Die Publikation ist als Forschungsarbeit am Kompetenzzentrum für Kultur und Bildung im Alter (kubia) im Institut für Bildung und Kultur, Remscheid, entstanden und ist die Dissertationsschrift der Autorin. Sie richtet sich an Wissenschaftler_innen und Praktiker_innen aus Kunst, Kultur, (Erwachsenen-)Bildung und Altenarbeit, die sich mit den Bedürfnissen von Senioren_innen in kulturellen Bildungsangeboten auseinandersetzen möchten.

Kim de Groote (2013): Eine qualitative Untersuchung zu den Bedürfnissen von Senioren in kulturellen Bildungsangeboten. Hrsg. vom Institut für Bildung und Kultur. Schriftenreihe Kulturelle Bildung vol. 34, München 2013, 248 S. ISBN 978-3-86736-334-1, 18,80 €

18. Januar 2013

Neues digitales Archiv bietet die Möglichkeit einer kleinen Zeitreise in die 20er Jahre

Forscher der Universität Erfurt und der Sächsischen Landesbibliothek in Dresden digitalisieren dafür Zeitschriften aus dieser Zeit. 450 Ausgaben von zehn Titeln stehen schon im Netz. Illustrierte Magazine der Klassischen Moderne stellen eine gehaltvolle und ästhetisch erstrangige Quelle zur Alltags-, Kultur-, Kommunikations-, Design- und Fotografiegeschichte der Zwischenkriegszeit dar. Erstmals virtuell zusammengeführt und für die Forschung, aber auch für kulturhistorisch interessierte Leser aufbereitet, finden Sie hier mit den kompletten Beständen von “Querschnitt”, “UHU”, “Kriminal-Magazin”, dem “Jüdischen Magazin”, dem “Auto-Magazin” – und demnächst fünf weiteren Titeln – zunächst zehn der wichtigsten deutschsprachigen Magazine jener Ära mit rund 650 Ausgaben, 75.000 Druckseiten und über 50.000 Abbildungen vertreten. Hier kommt man hin: http://bit.ly/13LLNbU

10. Juli 2012

Fachliteraturtipp zum Thema Inklusion in der Weiterbildung

Stroh, Claudia: Lässt sich Inklusion in der Weiterbildung sichtbar machen? Eine Machbarkeitsstudie zur Anwendung von Indikatoren der Inklusion im Bereich Migration . Welche Qualitätskriterien sind für die institutionelle Erwachsenenbildung im Bereich Migration maßgeblich, damit Inklusion durch Weiterbildung erreichbar wird? Das Vorgehen von Claudia Stroh beinhaltet ein sogenanntes Best-Practice-Verfahren, .Anhand dieser Fälle erarbeitet die Autorin, wie auf Migrant/inn/en spezialisierte Weiterbildungseinrichtungen ihre Arbeit didaktisch am besten umsetzen können. Bonn 2012, 211 Seiten download: http://bit.ly/Mft2Tp

22. Juni 2012

Publikation »Studium – Arbeitsmarkt – Kultur« veröffentlicht

Mit dieser Enddokumentation des Forschungsprojektes gibt die Kulturpolitische Gesellschaft e.V. vielfältige Anregungen, den notwendigen Dialog zwischen den Akteuren des Feldes »Studium – Arbeitsmarkt – Kultur« fortzusetzen. Im ersten Teil der Publikation sind die Forschungsergebnisse der Untersuchungen der Studienlandschaft und des Arbeitsmarktes Kulturvermittlung dokumentiert. Wie Akteure der Hochschulen, des Arbeitsmarktes, der Fachverbände, aus Politik und Verwaltung die Forschungsergebnisse jeweils kommentieren, ist im zweiten Teil der Dokumentation veröffentlicht. Eine Übersicht über die derzeit existierenden Studienangebote der Kulturvermittlung sowie ihre jeweiligen Profile runden die Publikation ab.
Weitere Informationen inkl. des Inhaltsverzeichnisses finden Sie unter folgendem Link: http://bit.ly/IaN7fW

28. Februar 2012

Gesagt getan – Buchtauschbörse im Gästehaus

Buchregal zum Tauschen

Ab jetzt haben wir im Gästehaus über dem kleinen Foyer auf der Galerie das Buchregal als Büchertauschbörse eingerichtet – die Fotos sind etwas unscharf, auf dem Schild steht: Büchertausch | geben und nehmen. Wenn Ihnen die Lektüre auf halber Seminarstrecke ausgeht, dann tauschen Sie doch einfach Ihr Buch gegen eins aus unserem Regal aus. Ein erster Grundstock ist da, und wir sind gespannt, wie sich das entwickelt.

Büchertauschregal auf der Galerie

14. Februar 2012

Ihr James Bond heißt James Gerald

Marlies Ferber debütiert mit einem humorvollen Agentenroman
Von Olaf Kutzmutz
In Literaturwerkstätten der Akademie ist häufig zu beklagen, dass selbst fein durchdachte Schreibprojekte nicht den Weg bis zum Verlag und letztlich zum Leser schaffen. Woran das genau liegt, sei an dieser Stelle vernachlässigt, und vielleicht haben Sie in Wolfenbüttel diese Klage übers Nichterscheinen selbst schon einmal gehört. Seis drum – hier wollen wir schlichtweg feiern, dass jemand den Weg von der Idee zum Buch geschafft hat. Marlies Ferbers Romandebüt “Null-Null-Siebzig. Operation Eaglehurst” ist gerade beim Deutschen Taschenbuchverlag erschienen. Der Ehre nicht genug, ist das Buch vom Verlag zum “Tipp des Monats” gekürt worden.
Ich kenne Marlies Ferber seit knapp zehn Jahren von verschiedenen Werkstätten an der Bundesakademie und habe ihr Projekt aus der Ferne verfolgt. Ich hoffe, den einen oder anderen Schreiber motiviert ihr Erfolg, auch wenn er sich nicht ohne Weiteres nachbauen lässt. Mit drei Fragen stelle ich Ihnen die Autorin und ihr Buch vor.
(weiterlesen …)

16. September 2011

Aus der Geheimakte Bundesakademie

Im Juli erschien ein interessanter Artikel in der Süddeutschen vom 25.7.11 schrieb Arne Ulbricht auf Seite 14 einen wunderbaren Artikel: “Das kommt noch! Kann man in Schreibsemnaren lernen, wie man ein besserer Autor wird? Ja, aber nur, wenn man nicht alle Regeln befolgt.” darin berichtet er u.a. auch von einem Seminar bei uns, das er wohl inkognito besucht hatte. Für alle diejenigen, die die SZ nicht haben:

Was hat der Mann eigentlich gegen Telefonbücher? Sie sind streng lektoriert, romanhaft monumental und erleben zahlreiche Auflagen. Aber lesen Sie selbst … www.arneulbricht.de/PDF/Das%20kommt%20noch.pdf

26. März 2011

Fundsache I: Jonathan Franzen’s Rules For Writing

In der Rubrik Fundsachen finden Sie in lockerer Folge interessante, skurile, lesenswerte, unmögliche oder zu bedenkende Funde aus dem www.

Zunächst also Jonathan Franzens 10 Gebote für Schreibende:

1. The reader is a friend, not an adversary, not a spectator.
2. Fiction that isn’t an author’s personal adventure into the frightening or the unknown isn’t worth writing for anything but money.
3. Never use the word “then” as a ­conjunction – we have “and” for this purpose. Substituting “then” is the lazy or tone-deaf writer’s non-solution to the problem of too many “ands” on the page.
4. Write in the third person unless a ­really distinctive first-person voice ­offers itself irresistibly.
5. When information becomes free and universally accessible, voluminous research for a novel is devalued along with it.
6. The most purely autobiographical ­fiction requires pure invention. Nobody ever wrote a more auto­biographical story than “The Meta­morphosis”.
7. You see more sitting still than chasing after.
8. It’s doubtful that anyone with an internet connection at his workplace is writing good fiction (the TIME magazine cover story detailed how Franzen physically disables the Net portal on his writing laptop).
9. Interesting verbs are seldom very interesting.
10. You have to love before you can be relentless.

Quelle: http://becoolent.com/jfblog/2010/09/17/jonathan-franzens-rules-for-writing/

16. März 2011

“Die Ruhe im Sturm”

Vor ein paar Tagen unter dem Eindruck des Tsunami e-mailte ich Yoko Tawada, der Schriftstellerin, die in Japan berühmt und hier auch inzwischen gut bekannt ist. Wir kennen uns seit fast 20 Jahren, ebenso lange kommt sie immer wieder gerne nach Wolfenbüttel in die Akademie. Bei einem Ihrer ersten Auftritte in Wolfenbüttel lernte ich ihre Eltern aus Tokio kennen. Gelegentlich treffen wir uns in Berlin oder anderswo. Ich schieb ihr also und fragte nach der Familie, bedauerte das große Unglück ihres Volkes, was in meinen Augen die Welt verändern könnte. Natürlich bekam Yoko Tawada, die Weitgereiste, zahllose ähnlicher E-Mails von überallher, weshalb ihre Antwort nun im Tagesspiegel und in der ZEIT zu lesen ist: Japanische Kultur: Die Ruhe im Sturm http://www.zeit.de/kultur/2011-03/japan-katastrophe-tawada
“Das Wort Katastrophe klingt in japanischen Ohren anders als in deutschen. Die Schriftstellerin Yoko Tawada erklärt die Gelassenheit, mit der Japaner dem Unglück begegnen.”
In dem Zusammenhang empfehle ich auch das erhellende Interview mit der Geschäftsführerin der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Düsseldorf im DLF http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/03/16/dlf_20110316_0651_4466f35c.mp3

7. März 2011

Ein königliches Wochenende

Zu den Büchern, die ich nie lesen wollte, gehörte Stephen Kings “Das Leben und das Schreiben”. Was sollte dieser Horror-Freak schon zu sagen haben über das Autorenhandwerk? Ich hatte schlichtweg keine Lust auf 400 Seiten Binsenweisheiten eines amerikanischen Erfolgsautors.

Bis zum letzten Wochenende. Das Buch lag in Reichweite, ich schaute hinein, dann wars vorbei mit dem Nichtlesen. Kings Blick auf sein Leben und in seinen Werkzeugkasten gerät nicht zu einem Schreiblehrbuch, sondern zu einer Naheinstellung auf eine Schriftstellerbiographie. Wir erfahren zum Beispiel, was ein flatulierender Babysitter und die Literaturkritik gemeinsam haben, wie man todbringenden Vans ausweicht und wie King zu seinem ersten Dollar als Schreiber kommt und mit nicht einmal dreißig die Taschenbuchrechte für “Carrie” verkaufen kann. Die Nachricht über einen Vertrag von vierhunderttausend Dollar macht ihn fassungslos: “Ich stand da in der Tür, warf denselben Schatten wie immer, brachte jedoch kein einziges Wort mehr heraus.”

Daneben stehen viele nützliche Dinge im Buch: über die richtige Position des Schreibtischs, die Vor- und Nachteile einer freien Aussicht und jede Menge über die Rolle des Alkohols bei King und die seiner treuen wie sachkundigen Frau Tabitha. Manches überrascht den Leser wenig, zum Beispiel, dass Kings Muse ein Wesen ist, das im Keller lebt, und er aus seiner “Liebe zur Nacht und zum quietschenden Sarg” kein Geheimnis macht. King hat dabei keine Mühe, vom saloppen Ton zum heilgen Ernst zu wechseln, so wenn er über den unsichtbaren Vertrag zwischen Leser und Autor spricht, der “Glaubwürdigkeit” heißt. Kings kritische Anmerkungen zu Schreibseminaren habe ich natürlich zügiger gelesen.

Im Stil guter Unterhaltung fällt bei King jede Menge Wissenwertes für Menschen ab, die schon schreiben oder schreiben möchten. “Wenn Sie Schriftsteller werden wollen, müssen Sie vor allem zweierlei tun”, schreibt King, “viel lesen und viel schreiben.” Und was mir besonders an King gefällt: dass er die vielen Ausreden kennt, warum man nicht zum Lesen oder Schreiben kommt – und dass er sie nicht gelten lässt, jedenfalls nicht für einen Schriftsteller.

Vielleicht gönnen Sie sich demnächst auch ein königliches Wochenende.
Das wünscht Ihnen
Olaf Kutzmutz

Stephen King: Das Leben und das Schreiben. Neubearb. Aufl. München 2011 [2000].