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Blog der Bundesakademie Wolfenbüttel -


17. Juni 2013

Seine eigenen Spuren finden: Symposium “Ästhetische Feldforschung an Museen”

Übersee-Museum Bremen. Wir, ein dreiköpfiges Grüppchen, begeben uns auf die Suche nach einem Ort für unser Wort. Denn unsere Aufgabe lautet „ein Wort für den Ort“ zu finden. Wir befinden uns im Workshop „Guerillamethoden im Museum“ im Rahmen des Symposiums „Ästhetische Feldforschung an Museen“. Es geht um Museumsgraffiti. Ein Wort, das wir alle vertreten können. Erste Assoziationen zum Museum, seiner Atmosphäre, zu den Ausstellungsobjekten und dem Ausstellungsabschnitt fliegen durch die Runde. Wir suchen ein Wort und irgendwann fällt etwas, worauf wir uns einigen können. So entstehen wieder neue Assoziationen, wie sich das Wort mit der sich uns langsam erschließenden Umgebung verknüpft. Mit gehäkelten Kordeln und Wolle legen wir also ein Wort, um den Ort zu beschreiben. Nächster Verhandlungspunkt: typografische Gestaltung.

Neben einer meditierenden Statue wurde mit Wolle das Wort "Ruhe" gelegt.

Handlungsaufforderung im Museum und Atmosphäre zugleich…Ruhe (bitte).

Ästhetische Feldforschung als museumspädagogische Methode versteht den Museumsbesucher als aktiven Nutzer der Ausstellungen. Das Übersee-Museum in Bremen ist ein starkes Beispiel dafür, wie Museen neue Formate der Vermittlung erproben. Seit acht Jahren beschäftigt sich das Übersee-Museum durch sein Projekt FIES (“Forschen in eigener Sache”) nun mit Ästhetischer Feldforschung. Nach dem Symposium im Februar 2011 bildete das nunmehr zweite Symposium am 7. Juni einen Schlusspunkt in der Projektgeschichte und der Reflexion der angewandten Vermittlungsmethode.

So haben beispielsweise Schüler der Klasse 9b der Oberschule Findorff in Bremen eine “Tierische Spurensuche” entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Rallye, die die Schüler erarbeitet haben. Im Klassenverband mussten sie entscheiden, wo ihre Interessensschwerpunkte liegen, um dann in Einzelgruppen zu Unterkapiteln zu forschen – an den Ausstellungsobjekten als auch mit Hilfe der Museumsmitarbeiter. Das Museum fungiert somit als Themengeber und Wissensspeicher zugleich. So entstand ein Heft mit Rätseln rund um die anhand der eigenen Fragestellung ausgewählten Objekte. 30 Stunden arbeiten die Teilnehmenden in so einem Projekthalbjahr in den Räumen des Übersee-Museums. Am Ende des Prozesses steht immer eine Präsentation. Alle im Übersee-Museum durchgeführten Projekte werden durch eine Jury geehrt, wodurch die Arbeit der Jugendlichen vor allem in ihren Augen noch mal aufgewertet wird.

Was genau Ästhetische Feldforschung meint, erklärte Prof. Dr. Andreas Brenne von der Universität Osnabrück:
In erster Linie ist Künstlerische Feldforschung eine Strategie, die individuelle Anschlüsse an die Umwelt ermöglicht. Seit Ende der 70er Jahre wird die Methode von Lili Fischer geprägt, zu deren Meisterschüler Andreas Brenne ernannt worden ist. Lili Fischer sucht die Konfrontation zwischen Kunst und Leben. Nach ihrem Ansatz teilt sich Künstlerische Feldforschung in drei Elemente: Feldbegegnung, Aufarbeitung und Präsentation.

  1. Die Feldbegegnung besteht in  der Initiation von ästhetischen Erfahrungen im Forschungsfeld. Als Feld wird dabei ein Themenkreis mit Bezug zur Lebenswelt bezeichnet. In der Begegnung mit dem Feld sollen verschiedene Dimensionen ästhetischen Verhaltens thematisiert werden, um sich mit ihm auseinanderzusetzen. Alle Sinne werden angesprochen. Die Feldbegegnung ist auch dazu da, dem Feld Material zu entnehmen, zu sammeln und gleichzeitig Formen der Dokumentation für die Begegnung zu praktizieren.
  2. In der Phase der Aufarbeitung wird das Material gesichtet und weiter vervollständigt. Indem eine Struktur in die vorgefundenen Materialien gebracht wird, entsteht eine Sammlung. Auf der Basis des erhobenen Materials sollen Produkte entstehen, die den Erfahrungsprozess im Feld widerspiegeln. Zusatzinformationen werden herangezogen, um bisherige Erfahrungen und vorhandenes Wissen in das Material der Feldbegegnung zu integrieren. So konstruiert der Forschende eine erweiterte Vorstellung von Wirklichkeit. Das Ziel der künstlerischen Feldforschung ist es also durch die eigenen Artefakte, weitere Informationen und mit Hilfe der Kunst, der ästhetischen Komponente, eigene Modelle der Wirklichkeit zu entwickeln.
  3. Die Präsentation ist unerlässlich und soll eine Übersicht über den Verlauf der Arbeit schaffen. Sie ermöglicht eine weitere Erfahrungsbildung durch den Austausch mit den Zuschauern. Dabei können und sollen sich weitere Perspektiven für die Fortführung der Forschung und der Weiterentwicklung der ästhetischen Strategien und Inhalte entwickeln.

In diesem Sinne sind die Präsentationen immer Zwischenstände, sind die Ergebnisse immer als Stand eines Prozesses zu sehen, weswegen die einzelnen Elemente wohl auch tatsächlich als Elemente und nicht als Prozessphasen zu verstehen sind.
Der “Werk”, das aus der Forschung resultiert, ist aber von höchster Wichtigkeit. Das zeigt beispielsweise ihre Präsentation zur Schnakenforschung „Testflug der Schnaken“. (weiterlesen …)

6. Mai 2013

Erste Konferenz „Kulturvermittlung und Kulturelle Bildung im (Massen-)Tourismus“

Eine Tagung des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim und der Bundesakademie Wolfenbüttel am 27. und 28. Juni 2013
Tagungsleitung: Dr. Andreas Grünewald Steiger, Bundesakademie Wolfenbüttel und Prof. Dr. Birgit Mandel, Institut für Kulturpolitik

„Museumsbesuche und Besuche von Kulturveranstaltungen werden immer häufiger zu einem Bestandteil der Urlaubs- und Städtereise auch bei Touristen, die nicht besonders kulturinteressiert sind”, so Birgit Mandel, Professorin für Kulturvermittlung und Kulturmanagement an der Universität Hildesheim. Obwohl nur ca. 5% aller Touristen zu den spezifisch Kulturinteressierten gehören, besuchen ca. 80% aller Urlaubsreisenden gelegentlich kulturelle Sehenswürdigkeiten und Kulturveranstaltungen. Neben architektonischen Sehenswürdigkeiten gehört vor allem der Museumsbesuch zur Urlaubsgestaltung vieler Touristen dazu und sei es nur, um einen Regentag zu überbrücken. Über die Urlaubsreise lassen sich viele Menschen für Kunst und Kultur interessieren, die in ihrem Alltag keinen Zugang dazu finden. So zeigte etwa eine Befragung von Touristen im Schloss Charlottenburg, dass ein Großteil der touristischen Besucher kaum Vorwissen über und keine Fragen an das dort zu Erfahrene hatte und vor allem wegen des Gesamtambientes und der Markierung als “Must See” im Reiseführer gekommen war, – dass aber bei denjenigen die an einer Führung teilnahmen, signifikant stärker eigenes Interesse an verschiedenen dort vermittelten Themen geweckt wurde ebenso wie der Vorsatz, sich zu Hause weiter damit zu beschäftigen.
Wie lassen sich kulturelle “Sehenswürdigkeiten” so vermitteln, dass dabei möglicherweise auch nachhaltig Verständnis und Interesse für Kunst und Kultur geweckt werden? Welche Potentiale bieten Urlaubsreisen für kulturelle und interkulturelle Bildung?

Auf einer zweitägigen Tagung an der Bundesakademie Wolfenbüttel werden empirische Erkenntnisse über kulturtouristische Motive und Aneignungsprozesse ebenso wie über Kulturvermittlung und kulturelle Bildung mit konkreten Beispielen und Anliegen der Tourismuswirtschaft und der Kulturinstitutionen zusammen gebracht. (weiterlesen …)

10. April 2013

Der Film zum Expertentreffen “Handbuch Kulturelle Bildung” ist online!

Nach einiger Schnittzeit ist das Video zur Tagung “Handbuch Kulturelle Bildung” nun online. Olaf Zimmermann,  Nina Stoffers, Imke Axmann, Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss, Peter Kamp und Dr. Leopold Klepacki geben hier ihre Eindrücke vom Expertentreffen und Zukunftsvisionen wieder.

Das Video finden Sie auf YouTube.

Den ausführlichen Artikel über die Inhalte der Tagung finden Sie hier.

9. April 2013

Einladung zum Webtalk mit Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss

Zur Qualität kultureller Bildung für Kinder und Jugendliche
Donnerstag, 11. April 2013, 16:30 Uhr

Am 13. und 14. Juni findet in Hannover der 6. Kongress Kinder zum Olymp! zur kulturellen Bildung statt – veranstaltet von der Kulturstiftung der Länder, der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und der Kulturstiftung des Bundes.

Alle Kongressteilnehmer und Interessierten sind eingeladen, bereits im Vorfeld – am 11. April ab 16:30 Uhr – in einem Webtalk über das Schwerpunktthema »Qualität« in der kulturellen Bildung mit Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss zu diskutieren: (weiterlesen …)

3. April 2013

Das Expertentreffen „Handbuch Kulturelle Bildung”

Eine Vermessung des Feldes Kultureller Bildung“ am 20. und 21. März 2013 | Ein Tagungsbericht

Ende 2012 erschien das erste „Handbuch Kulturelle Bildung“ im kopaed-Verlag. Das Mammutprojekt versammelte erstmals 176 Beiträge von 181 Autor_innen im Umfang von über 1.000 Seiten.
Im Rahmen des von der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel (ba) und der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) veranstalteten Expertentreffens kamen Herausgeber_innen, Autor_innen und weitere Interessierte zusammen, um über Desiderata, Entwicklungspotentiale und zukünftige Strategien einer sinnvollen Feldvermessung und regelmäßigen Bestandsaufnahme Kultureller Bildung zu diskutieren.

Erste Impulse
Max Fuchs (Direktor der Akademie Remscheid) betonte gleich zu Anfang seiner Rede, dass der im Handbuch enthaltene Theorieteil sicherlich eines Tages als überholt gelten würde, was im Sinne einer Transformation in die Praxis jedoch positiv zu bewerten sei.

Max Fuchs

Das Feld Kulturelle Bildung ist in Deutschland momentan sehr populär: Liegt der Grund für den aktuellen „Hype“ um Kulturelle Bildung darin, dass deren Schlüsselbegriffe wie „Flexibilität“ und „Kreativität“ ebenfalls im heutigen Kapitalismus zu finden sind? In diesem Sinne warnte auch Peter Kamp (Bildungsreferent beim Landesverband LKD der Jugendkunstschulen in NRW) vor einer schleichenden Vereinnahmung der (Verbände der) Kulturellen Bildung und forderte dazu auf, die Chancen Kultureller Bildung gegen die „Dampfwalze der Rhetorik“ zu schützen. Somit müssten kritische Stimmen, insbesondere von wissenschaftlicher Seite, gestärkt und Legitimationsmuster der Kulturellen Bildung theoretisch unterfüttert werden. Fuchs formulierte den Appell „Forschung wider Ideologie“ und verwies hierbei auf aktuelle Diskurse, wie z.B. zum Qualitätsbegriff und zur Autonomie von Kunst und Kultur. Eine weitere Gefahr stelle die „ökonomische Falle“, d.h. die steigende Ökonomisierung der akademischen Forschung, dar, die beispielsweise in Form des Bolognaprozesses deutlich wurde. Wie können die notwendigen (Forschungs-)Freiräume im Bereich Kulturelle Bildung gewährleistet werden? Fuchs verwies auf das „Handbuch Kulturelle Bildung“ als positives Beispiel: Hierbei sei es gelungen, durch die Bündelung von institutionellen und fachlichen Kräften eine Methoden- und Meinungspluralität zu gewährleisten. (weiterlesen …)

1. März 2013

mix@ges – International Encounter with Generations, the Arts and the Media

Konferenz am 16. Mai 2013 in Ljubljana, Slowenien.
Bei der Generationenbegegnung im Mai in Ljubljana treffen sich Künstler, Kunstvermittler und Medienpädagogen, Mitarbeiter aus Kulturorganisationen und der Erwachsenenbildung, Sozialarbeiter und Kunstschaffende, Wissenschaftler und junge und ältere Teilnehmende aus ganz Europa. Die Veranstaltung bildet den Abschluss des europäischen Generationenprojekts „mix@ges – Intergenerational Bonding via Creative New Media” und stellt die künstlerischen Ergebnisse vor, die junge und ältere Menschen gemeinsam in den fünf beteiligten Ländern geschaffen haben. Weitere Informationen: http://bit.ly/YdG3Dm — Über das Weiterbildungsprogramm von Grundtvig können Reise- und Aufenthaltskosten beantragt werden http://bit.ly/148EOaf. Die Nummer der Konferenz in der Grundtvigdatenbank lautet DE-2013-1359-001

22. Februar 2013

Handbuch Kulturelle Bildung. Eine Vermessung des Feldes Kultureller Bildung

Expertentagung in Wolfenbüttel 20. – 21. März 2013.
Die Bundesakademie (ba•) und die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) veranstalten gemeinsam die Tagung zum ersten Handbuch Kulturelle Bildung, das Ende 2012 mit einem Umfang von rund 1.000 Seiten im kopaed-Verlag erschienen ist. Es stellt den Versuch dar, das Feld Kultureller Bildung aufgrund von zentralen theoretischen Bezügen wie auch aufgrund von Rahmen- und Praxisstrukturen, Adressaten, Konzeptionen und Modellen zu beschreiben. Angesichts der Breite des Begriffs muss dieser erste Versuch unvollständig bleiben.
Zu dieser Tagung sind Fachleute und Interessierte aus der Szene Kultureller Bildung, Praxisvertreter/innen aus dem Feld der aktiven Kulturellen Bildung in Deutschland, aus Institutionen, Verbänden, Organisationen zum Diskutieren eingeladen. Die Tagung fokussiert auf bestehende und zukünftige Kartografierungen des Feldes Kulturelle Bildung, Herausgeber/innen sowie einzelnen Autor/innen erörtern Ergebnisse, aber auch Desiderata, Entwicklungspotentiale und zukünftige Strategien einer sinnvollen Feldvermessung und regelmäßigen Bestandsaufnahme Kultureller Bildung mit den Tagungsteilnehmenden und geben einen Einblick in das „Universum“ Kultureller Bildung und seiner Potentiale.
Das Tagungsprogramm und weitere Informationen finden Sie unter: http://bit.ly/11UHcpC

15. Februar 2013

Outsider Kunst – die Fachtagung in der Bundesakademie

Outsider – Außenseiter. Als Gegenbegriff zur Mainstream-Kunst bezeichnet er die Kunst von geistig behinderten oder psychisch kranken Menschen. Kein leichter Begriff. Im Zweifelsfall  berufen sich die Kunstaffinen dann aber auf die Tradition, dass in der Kunst problematische Begriffe zur Ehrensache gemacht werden. Ein Blick in die Kataloge zeigt aber auch, dass die “Outsider Kunst” der “Insider Kunst” in nichts nachsteht. Das, was die „Künstler_innen mit Assistenzbedarf“ schaffen, ist von großem Wert. Dennoch werden die Kunstwerke oft nur unter dem Label des Sozialen, des Fremden wahrgenommen. Was das für Auswirkungen auf die Outsider Kunst hat, wie die Outsider Kunst auf den Kunstmarkt kommt und diesen verändert, welchen An- und Herausforderungen sich die Ateliers stellen müssen – all das waren Fragen, die sich Künstler_innen, Therapeuten_innen, Vertreter_innen kultureller Einrichtungen und Studenten_innen auf der Fachtagung “Outsider Kunst” am 5. und 6. Februar in der Bundesakademie gestellt haben.

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Die ersten Sammlungen für Outsider Kunst entstanden in Psychatrien und aus der Kunsttherapie heraus. Inzwischen widmen sich vermehrt auch Vereine dem Thema, es bilden sich Ateliers und Galerien, die sich auf diesen Bereich des Kunstmarkts spezialisiert haben. Museumsausstellungen  und Fachtagungen wie diese in Wolfenbüttel belegen, dass die Outsider Kunst wieder stärker in den Blickpunkt der Fachwelt gerückt ist. Dass Outsider Kunst immer mehr Abnehmer findet, die Begehrlichkeit beständig wächst, formulierte Lisa Inckmann, Leiterin des Kunsthauses Kannen, in einer der Diskussionsrunden. Das Interesse an Originalen werde immer größer und Ausstellungen der Künstler mit Assistenzbedarf bieten ein so breites Spektrum mit (vermeintlich) niedrig schwelligerem Zugang.

Außerdem sei sie kraftvoller, authentischer, farbiger, nicht so gezähmt und origineller heißt es schnell aus dem Podium.  Doch gleichzeitig wollte niemand behaupten, die Mainstream-Kunst wäre dies nicht. Letztlich wurden die Unterscheidungen zwischen beiden Kategorisierungen schnell verworfen. Insider wie Outsider seien Einflüssen und Kontexten ausgesetzt. Vielleicht könnten die Künstler mit Assistenzbedarf uns ihre Reflektion nur nicht so vermitteln. Authentizität sei in jedem Fall auf beiden Seiten vorhanden.  Die Einschätzung jedweder Kunst sollte auf ihrer Qualität beruhen. (weiterlesen …)

24. Januar 2012

Und noch mal mit Gefühl … Die Rolle der Emotionen in Kultur und Kulturvermittlung

WAT 49 erschienen
Was sind die neurowissenschaftlichen und psychologischen Grundlagen der Konzepte emotionaler Intelligenz? Was bedeuten sie in den Künsten und ihren Theorien, was für Lehren, Lernen und ihre Theorien? Wie viel von Bildung ist an Fühlen, wie viel an Wissen geknüpft? Wie viel Emotion ist gut? Was besagt das theoretisch und praktisch für kulturelle Bildung und für Vermittlungsprozesse in Künsten und Kultur?
Der Hirnphysiologe Kristian Folta, der Germanist Thomas Anz, die Literaturkritikerin Frauke Meyer-Gosau, der Theaterwissenschaftler Benjamin Wihstutz und die Medienforscherin Katrin Doeveling geben Antworten.
Der Band umfasst 100 Seiten und ist zum Preis von 7,90 Euro (zzgl. Versandkosten) bei der Bundesakademie zu beziehen. Entweder über die Website unter “Publikationen” www.bundesakademie.de/shop/category.php?id_category=5 oder per Mail an christina.baker@bundesakademie.de.

5. Juli 2010

Kultur als gesellschaftliche Instanz

Zu diesem Thema hatte die Bundesakademie in den vergangenen beiden Tagen eingeladen. Die Tagung ging der Frage nach, in wie weit künstlerisch kulturelle Institutionen Instanzen sein können, in wie weit sie Richtungen und Orientierungen für Individuen oder das Gemeinwohl geben können. Es sprachen u. a. Rita Süssmuth, Präsidentin des Deutschen Bundestages a.D. und Pius Knüsel, Direktor von Pro Helvetia sowie Matthias Günther, Dramaturg der Münchner Kammerspiele, Ulrike Sarkany, NDR und Kathrin Passig, Autorin – siehe Fotos:

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Was können wir dafür? Die Frage lässt sich nicht ohne Schmerzen beantworten, denn wer in guten Zeiten Kunst und Kultur finanziert und fördert, darf in schlechten Zeiten Solidarität und nicht Kritik verlangen (?). Was aber, wenn die schlechten Zeiten selbst verschuldet sind? Hier stellt sich die Frage, welche Aufgabe und Funktion die kulturellen Instanzen noch haben, wenn sie nicht die Korrektur gesellschaftlicher Schieflagen zumindest versuchen und Diejenigen öffentlich und wirksam zu besserem Tun anmahnen, die für die Auflösung der Konsensgesellschaft verantwortlich zu machen sind?
(weiterlesen …)