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Prinzip Maus Die Welt ist voller Fragen. Mit ihr zugleich geboren wurde ein großes Warum? Erklären ist also seit jeher nötig - aber nur wenige können das einfach und verständlich. Noch immer ist es schick, knifflig zu formulieren. Die Schüler lernen es von den Lehrern, die Studenten von den Professoren. Seminararbeiten mit Horden fremder Wörter gelten als "akademisch", andere als "zu populär". Muss das sein? Wozu brauchen wir Spezialisten, die sich der breiten Öffentlichkeit nicht mehr mitteilen können? Das Seminar wirbt für einfaches, aber nicht vereinfachendes Sprechen und Erklären. Das "Prinzip Maus", seit über dreißig Jahren im Fernsehen erprobt, soll dabei helfen. Abholen, Anschaulichkeit, Erklären durch Analogien, einfacher Satzbau und reizvolle Präsentation - das sind Stichworte für dieses "Prinzip". Was sich dahinter genau verbirgt, zeigen Sachgeschichten aus der "Sendung mit der Maus", die im Kurs angeschaut und untersucht werden. Ist das "Prinzip" verstanden, sollen die Kursteilnehmer unter Zeitdruck überschaubare Erkläraufgaben lösen und die Ergebnisse der Gruppe vermitteln - und zwar einfach, verständlich und unterhaltsam. Eingeladen sind zu diesem Seminar Vermittler und Spezialisten aus allen gesellschaftlichen Bereichen, die mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern spielerisch eine allgemeinverständliche Sprache finden und erproben möchten. Christoph Biemann, Köln, Die Sendung mit der Maus (www.mauschristoph.de).
Phantastische Literatur schreiben
Phantastik boomt. Das sieht man nicht zuletzt an den
Roman-Wettbewerben, die Verlage wie Heyne und Rowohlt in den
letzten Jahren ausgeschrieben haben. So nahmen beispielsweise am
Heyne-Wettbewerb "Magische Bestseller" über 1400 Autorinnen und
Autoren teil. Was jedoch macht die Langform in Fantasy, Horror und Sciencefiction aus? Wie entsteht ein Roman aus einer Idee? Welche Rolle spielen für eine stimmige, tragfähige Geschichte die Figurenentwicklung und der Weltenbau? Wie komplex muss die Welt sein, um zu überzeugen? Und wie einfach, um verständlich zu bleiben? Das Seminar macht die Teilnehmer Schritt für Schritt mit dem Handwerkszeug des Phantastik-Autors vertraut. Es zeigt, dass phantastische Literatur mehr bedeutet, als einen Drachen durch eine mittelalterliche Welt zu schicken, aber auch, dass das Schreiben und Veröffentlichen von phantastischer Literatur keine "Hexerei" ist.
Praxisbeispiele, Übungen und Diskussionen über die Texte der
Teilnehmer prägen das Seminar. Bereits existierende
Romanprojekte werden fortgeführt. Klaus N. Frick, Karlsruhe, Sciencefiction-Redakteur (www.perry-rhodan.net/information/team/verlag/frick.html). Kathrin Lange, Söhlde, Autorin von Sciencefiction-, Fantasy- und historischen Romanen (www.kathrin-lange.de).
Beruf "Autor” Angehende Autoren bewegen sich auf einem umkämpften Markt. Doch was für Spielregeln gelten auf diesem Markt? Welches Vorgehen verspricht Erfolg, wie positioniert man sich angemessen?
Bei Projekten, die noch nicht abgeschlossen sind, ist es ratsam,
sich frühzeitig mit dem Buchmarkt und den Erwartungen vertraut
zu machen, die an literarische oder an Sachbuch-Themen gerichtet
werden. Und bei fertigen Manuskripten ist es sowieso höchste
Zeit. Natürlich geht es auch um Inhalte, sie sind ja der Kern des Auftritts als Autor und Autorin. Die Referenten bieten kurze Einzelgespräche zu den vorher eingereichten Textproben an. Dabei geht es zum Beispiel um Thema und Figuren eines Romans, um die Aufbereitung des Stoffes für ein Sachbuch, um Genres, Handlungsbogen, Erzählstil. Reichen Sie mit Ihrer Anmeldung für den Reader bitte eine Textprobe (max. 5 Seiten) und ein Exposé Ihres Projekts (1 Seite) inklusive Anschreiben / Kurzvita (1 Seite) für einen Verlag ein. Petra Hermanns, Frankfurt/M., Agentin (www.scriptsforsale.de). Werner Irro, Hamburg, freier Lektor, zuvor bei Rowohlt und der Edition Solitude (www.wortinstitut.de).
Alles muss raus? "Der Lektor wirds schon richten", glaubt so mancher Autor, wenn er sein Manuskript aus der Hand gibt. Ein frommer Wunsch, nicht mehr. Einen guten Text macht ein Lektor in der Tat zu einem besseren Text, aus Stroh märchenhaft Gold zu spinnen vermag er jedoch nicht. Wie also bereite ich als Autor meinen Text durchs eigene Lektorat so vor, dass der Lektor seine Arbeit auf höchstmöglicher Ebene beginnen kann - und den Autor zum Beispiel nicht in der Rechtschreibung schulen muss? Und wie bearbeite ich als Lektor einen Text so, dass der erhoffte Qualitätssprung gelingt? Welche handwerklichen Verfahren gibt es, um das zu tun? Die wenigsten Prosa-Manuskripte kranken an zu geringer Ausführlichkeit. Trotz der generellen Tendenz zur Länge, muss beim Lektorieren nicht "alles" raus aus dem Text, aber vermutlich Vieles - bloß was? Wie verknappe, verdichte ich meinen Text als Autor und - im nächsten Schritt - als professioneller Gegenleser, als Lektor? Der Kurs leistet Hilfe zur Selbsthilfe beim Lektorieren eigener (oder fremder) Texte. Er ist sowohl für Autoren als auch für Lektoren gedacht, die sich über Grundlagen ihrer Arbeit austauschen möchten. Reichen Sie bitte mit Ihrer Anmeldung für den Reader eine Arbeitsprobe (max. 2 Normseiten) ein - als Autor einen Text aus der eigenen Werkstatt, als Lektor einen Fremdtext, den Sie derzeit bearbeiten. Olaf Petersenn, Köln, Lektor für deutsche Literatur bei Kiepenheuer & Witsch.
Was ist Literaturkritik? Wir leben in einem Zeitalter der Buchtipps und Kurzempfehlungen literarischer Werke. Vor lauter Leserservice bleibt die Kritik auf der Strecke. Das formelhafte Lob für die vielen "Jahrhundertromane" und "brillanten Meisterwerke" zeigt eine Feuilletonkultur, die mehr auf werbewirksame Kritikerworte achtet als auf die kundige Vorstellung eines Buches. Wie also sieht eine Literaturkritik aus, die ihre Grenzen weiter fasst? Die ihre Leser über ein einzelnes Buch, aber auch über Trends informieren möchte und dabei ein eigenes Urteil wagt? Die etwas aufs Spiel setzt, Diskussionen anstößt? Die mit Niveau und zugleich populär ihren Gegenstand vorstellt? Welches Rüstzeug brauche ich als Kritiker also, um das guten Gewissens tun zu können?
Wir gehen im Seminar diesen Fragen nach und reden darüber, wie
eine sachgerechte Literaturkritik aussehen könnte. Dafür sehen
wir uns beispielhaft veröffentliche Kritiken an und besprechen
in einer weiteren Phase des Seminars Texte der Teilnehmer. In einem Werkstattgespräch am 14. Februar, 20 Uhr, stellt Sigrid Löffler ihre Position zur Literaturkritik öffentlich zur Diskussion. Sigrid Löffler, Berlin, Literaturkritikerin.
Ein Leben erfinden Wenn Menschen sterben, die im 20. Jahrhundert aufgewachsen sind, stehen ihre Erben vor der Frage, was sie mit dem hinterlassenen Papierkram anfangen sollen: Wohin mit all den vergilbten Briefen, Postkarten, Poesiealben, Tagebüchern, Fahrtenbüchern, Adressheften, Einkaufslisten, Quittungen, Reisepässen und handschriftlich notierten Kochrezepten? Gewöhnlich landen solche Erbstücke im Altpapier. Gerhard Henschel ist anders vorgegangen: In der Tradition Walter Kempowskis hat er aus dem schriftlichen Nachlass seiner Eltern und Großeltern einen Roman gemacht, der 2002 unter dem Titel "Die Liebenden" erschienen ist. Ihm folgten der „Kindheitsroman“ und zuletzt der "Jugendroman", in dem Henschel seinen Familienromanzyklus fortsetzt. In dieser Werkstatt untersuchen wir, wie aus biographischem Material unterschiedlichster Art Literatur werden kann. Wie lassen sich Menschenleben literarisch bewältigen? Ist das überhaupt möglich, ganz allein mit Dokumenten aus dem Nachlass? Wie treu muss ich der "wahren" Geschichte folgen in meinem Roman? Welche technischen und ethischen Probleme ergeben sich daraus? Und wäre es bisweilen nicht besser, das Vergangene vergangen sein zu lassen? Wir sehen uns an, wie Gerhard Henschel diese Fragen in seinen Romanen beantwortet, reden darüber hinaus über eigene Schreibversuche zum Thema und wie aus ihnen ein Konzept für einen Roman erwachsen könnte. Nach dem Anmeldeschluss erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Aufgabe. Seine eigene Arbeit stellt Gerhard Henschel im Rahmen einer öffentlichen Lesung am 22. Februar, 20 Uhr, vor. Gerhard Henschel, Hamburg, Schriftsteller (www.hoffmann-und-campe.de/go/gerhard-henschel)
Das inszenierte Buch Wie macht ein Buch im Fernsehen eine gute Figur? Schöner Rücken oder schöne Seele des Buches reichen dafür schon lang nicht mehr aus. Literaturkritik im Fernsehen begnügt sich immer weniger damit, lediglich über Bücher zu reden und ihre Cover in die Kamera zu halten. Sie lässt sie, oft mit erheblichem Aufwand, lebendig werden: in Spielszenen und kleineren Inszenierungen. Jede Büchersendung steht folglich vor dem Problem, Ideen für einen guten Auftritt des Buches zu entwickeln, eine Dramaturgie zu erfinden, die zum Inhalt des Buches passt. Wie aber bekommt man das hin? Wie lösen das die verschiedenen Büchersendungen? Was unterscheidet eine Literaturkritik in der Zeitung von einer Buchvorstellung im Fernsehen? Wir reden in einem Teil der Werkstatt über die Rezensionen der Teilnehmer und überlegen, wie auf dieser Basis ein Beitrag fürs Fernsehen aussehen könnte. In einer anderen Arbeitsphase gehen wir am Beispiel von Hans-Magnus Enzensberger dem Wandel eines Autorenbildes im "Bücherjournal" des NDR nach. Wie sieht dieser Wandel aus und was bedeutet er, wenn das nächste Werk des Autors vorgestellt wird? Wie schaffe ich dabei den Spagat, Stammzuschauer gleichermaßen glücklich zu machen wie gelegentliche Zuschauer einer Sendereihe? Das Seminar eignet sich für Einsteiger in den Bereich Fernsehkritik, aber auch für erfahrenere Journalisten, die ihre Arbeit überprüfen möchten und den Austausch mit Kollegen suchen. Nach dem Anmeldeschluss erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars eine Rezensionsaufgabe. Paul Kersten, Hamburg, Literaturkritiker und Autor, moderiert das "Bücherjournal" des NDR (www.ndr.de/buecherjournal).
Keine Kalorien, bitte! Das Leben ist eine Kochshow. Dieser Eindruck entsteht, wenn wir die Angebote öffentlicher und privater Fernsehsender sichten. Was wird da nicht alles gebrutzelt und geschnipselt, von Profis, Prominenten und solchen, die es werden möchten. Und immer geht es dabei lustig zu, ganz anders als daheim. Haben Sie das auch ... satt? Höchste Zeit also für ein Gegenprogramm: Weg mit dem Kochlöffel, hin zum Schreibgriffel! Im Kurs setzen wir auf Entzug statt Übersättigung und erproben, wie es sich anfühlt, wenn Mahlzeiten nicht auf dem Tisch, sondern auf einem Blatt Papier stehen. Die Schreibaufgaben und Textgespräche kreisen ums Essen und setzen ansonsten auf Diät. Welcher Hunger wird größer sein - der auf Texte oder der auf die gewohnte Nahrung? Führt das Schwarzbrot der Situation zu gleichermaßen entschlackten Texten? Ist Hunger etwa der beste Schreibkoch? Was wir uns vorstellen: Eine Werkstatt mit vermindertem Brennwert, und zwar ohne meditativen Selbsterfahrungsüberhang. Eine Grenzerfahrung für Autorinnen und Autoren, die Experimente lieben und den Grundton knurrender Mägen als Raunen entstehender Texte erleben möchten. Ein Arzt ist im Kurs übrigens nicht anwesend, und Garantien für eine runderneuerte Figur übernehmen wir auch nicht. Wer durchhält und sich mit Wasser oder Tee (notfalls auch Notrationen) über die Zeit rettet, freut sich auf das Mittag zum Kursende gewiss wie auf ein festliches Mahl. Lektürehinweis: Franz Kafka: Ein Hungerkünstler Olaf Kutzmutz, Wolfenbüttel, Programmleiter Literatur der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel.
Nie mehr verstimmt Ein Buch schreiben? Schwierig genug, aber mit ein wenig Glück liegt es irgendwann vor Ihnen. Und flugs steht die erste Lesung an, mit einem Publikum, das Ihnen mit gespitzten Ohren zuhört. Was haben Sie nicht alles unternommen, um an der Geschichte zu feilen. Das Vorlesen, dachten Sie, wird sich schon fügen ... Oder auch nicht, werden Autorinnen und Autoren sagen, die solche Erfahrungen bereits hinter sich und ihren Auftritt als optimierbar erlebt haben. Dieser Kurs setzt genau hier an. Er hilft Ihnen, der eigenen Stimme auf die Spur zu kommen und besser vorbereitet die nächste Lesung, den nächsten Vortrag anzugehen. In verschiedenen Schritten wird erprobt, eigene und fremde Texte angemessener für eine Situation vor Zuhörern zu intonieren und inszenieren. Sprechen bedeutet schließlich mehr als bloßes Vorlesen, sondern setzt eine Haltung zu dem voraus, was Sie präsentieren möchten. Mit Gruppenübungen und Einzeltraining wird Ihre individuelle Ausdruckskraft gesteigert, um zu einer Sprechhaltung zu gelangen, die den Sinn des Textes betont und das Interesse der Zuhörer fesselt. Thomas Lang, Wolfenbüttel, Theaterpädagoge und Regisseur.
Basiskurs Erzählen II Ein guter Schriftsteller ist nichts anderes als ein versierter Baumeister - ob er sich dessen bewusst ist oder nicht. Setzt der eine mehr auf sein architektonisches Genie, der andere auf seinen Fleiß, so bedienen sich aber alle jener gestalterischen Elemente, aus denen Literatur entsteht.
Um Analyse und Einsatz dieser Elemente geht es in unserem
"Basiskurs Erzählen". Wir trennen, was zusammengehört, um
Schritt für Schritt die Bauformen erzählender Prosa zu verstehen
und sie für die literarische Produktion besser zu nutzen. In
einer Folge von Kursen nehmen wir die Prosa unter die
Sprachlupe, und zwar unter wechselnden Schwerpunkten wie zum
Beispiel Figuren, Perspektive, Dialoge, Stil und Dramaturgie.
Dass dabei stets das literarische Ganze im Blick behalten werden
muss, versteht sich von selbst. Reichen Sie bitte - am besten per E-Mail-Dateianlage an sabine.oehlmann[at]bundesakademie.de - mit Ihrer Anmeldung für den Reader eine Arbeitsprobe aus der eigenen Werkstatt ein (max. 5 Normseiten), die wir im Kurs vor allem in Hinblick auf das Schwerpunktthema "Perspektive" betrachten möchten. Jedes Kursmodul kann einzeln gebucht werden. Stefan Ulrich Meyer, München, Programmleiter Sachbuch bei Droemer Knaur.
Basiskurs Erzählen III Ein guter Schriftsteller ist nichts anderes als ein versierter Baumeister - ob er sich dessen bewusst ist oder nicht. Setzt der eine mehr auf sein architektonisches Genie, der andere auf seinen Fleiß, so bedienen sich aber alle jener gestalterischen Elemente, aus denen Literatur entsteht. Um Analyse und Einsatz dieser Elemente geht es in unserem "Basiskurs Erzählen". Wir trennen, was zusammengehört, um Schritt für Schritt die Bauformen erzählender Prosa zu verstehen und sie für die literarische Produktion besser zu nutzen. In einer Folge von Kursen nehmen wir die Prosa unter die Sprachlupe, und zwar unter wechselnden Schwerpunkten wie zum Beispiel Figuren, Perspektive, Dialoge, Stil und Dramaturgie. Dass dabei stets das literarische Ganze im Blick behalten werden muss, versteht sich von selbst. Der dritte Teil des Kurses beschäftigt sich mit der Art und Weise, wie Figuren miteinander reden, welchen Ton ein Erzähler anschlägt. Wie gelingt es über den Dialog, Figuren zu charakterisieren? Wie vermeidet man eine Einheitssprache, die Chefin und Angestellten im selben Ton reden lässt? Wie lassen sich Gespräche am besten in die Prosa einbetten? Und wie erzeuge ich durch Rede und Gegenrede einen Text zwischen den Zeilen? Neben der Analyse von eigener Prosa stehen vor allem die Arbeit mit Texten aus der Gegenwartsliteratur sowie schreibpraktische Übungen zum Thema. Reichen Sie bitte - am besten per E-Mail-Dateianlage an sabine.oehlmann[at]bundesakademie.de -mit Ihrer Anmeldung für den Reader eine Arbeitsprobe aus der eigenen Werkstatt ein (max. 5 Normseiten), die wir im Kurs vor allem in Hinblick auf das Schwerpunktthema "Dialoge" betrachten möchten. Jedes Kursmodul kann einzeln gebucht werden. Stefan Ulrich Meyer, München, Programmleiter Sachbuch bei Droemer Knaur.
Ganz Ohr Das Hörspiel ist ein literarisches Medium mit einer eigenen Tradition und einer Vielzahl von literarischen und akustischen Möglichkeiten. In den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts geriet es durch die Entwicklung der Mediengesellschaft an den Rand des öffentlichen Bewusstseins. Durch die aktuellen technischen Möglichkeiten und neue Formen der Verbreitung gewinnt es jedoch seit einem Jahrzehnt wieder an Bedeutung. Die Werkstatt in Wolfenbüttel und Hamburg richtet sich an deutschsprachige Autoren und Autorinnen, die nicht älter als 35 Jahre sind, bereits mindestens einen literarischen Text (Prosa- oder Theatertext) veröffentlicht haben und fürs Hörspiel professionell schreiben möchten. Publikationen im Selbstverlag, in Zuschussverlagen oder als Book on Demand werden nicht anerkannt. Anfang der zweiten Woche erleben alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Produktion jeweils einer ausgewählten Passage der eigenen Arbeit und gewinnen so Einblicke, wie Texte inszeniert und technisch realisiert werden. Ein von den Werkstattleitern ausgewähltes Stück wird außerdem im Anschluss als Ganzes im NDR Hörspiel-Studio Hamburg vom Regisseur zusammen mit Profischauspielern als Hörspiel umgesetzt und zu einem späteren Zeitpunkt gesendet. Jeder Autor bewirbt sich mit einem Manuskript (mit maximal sechs Figuren/Sprechern), einem kurzen Lebenslauf und einer Publikationsliste. Die eingesandten literarischen Texte werden im ersten Teil der Werkstatt vorgestellt und analysiert. Dabei wird diskutiert, ob sie als Hörspiel taugen oder sich für dieses Medium einrichten lassen. Die Autoren und Autorinnen erhalten weiterhin Gelegenheit, einzeln bzw. in Gruppen ihre Texte zu überarbeiten. Vorträge der Seminarleiter vertiefen den Einblick in die Besonderheiten des Genres und seine medialen Möglichkeiten. Bewerbungen bitte richten an: Deutscher Literaturfonds e.V., Alexandraweg 23, 64287 Darmstadt (Bewerbungsschluss: 31. März, Poststempel). Aus den eingehenden Bewerbungen wählt eine Jury im April 2010 acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer für diese Werkstatt aus. Leonhard Koppelmann, Köln, (Hörspiel-)Regisseur und Autor. Gunther Nickel, Darmstadt, Deutscher Literaturfonds. Sabine Stein, Hamburg, Hörspiel-Autorin. Hilke Veth, Hamburg, Hörspieldramaturgin beim NDR und Autorin.
Der Titel ist die halbe Miete Wer Kolumnen schreibt, braucht Stoff. Aber woher bekommt er diesen Stoff, solange ihn keine Dealer an dunklen Ecken feilbieten? Der Rat ist ganz schlicht: einfach hinaus ins prallnüchterne Leben und Augen auf! Der Kolumnist muss sehen, was andere übersehen, seine Sinne so schärfen, dass er bemerkt, was am helllichten Tag geschieht. Einfacher gesagt als getan. Deswegen soll diese schwierige Kunst im Kurs schreibpraktisch geübt und an lohnenden Fremdtexten erläutert werden. Wie also komme ich an den realen Goldgrund meiner Kolumnen? Wer ist das "Ich" in einer Kolumne, wenn es eines gibt? Wie schaffe ich für eine Reihe von Kolumnen eine tragfähige Figur? Müssen Kolumnen witzig sein? Und was ist tabu - und für wen? Mit solchen und ähnlichen Fragen versuchen wir, dem Kolumnenschreiben auf die Spur zu kommen. Nach dem Anmeldeschluss erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Schreibaufgabe. Seine eigene Arbeit stellt Harald Martenstein im Rahmen einer öffentlichen Lesung am 17. Mai, 20 Uhr, vor. Harald Martenstein, Kolumnist der "Zeit" und Chefreporter beim "Tagesspiegel" (www.zeit.de/leben/martenstein/index).
Text-TÜV Die Karosserie alt und klapprig, der Tank fast leer, die Frontscheibe verschmiert, die Gangschaltung zerknirscht, der Motor ein Heulen - wer möchte schon gern in solch einem Auto zu einer Spritztour, gar einer längeren Fahrt aufbrechen? Bei Texten scheint alles anders: Da müssen Figuren ohne Airbag auskommen, wenn für sie überhaupt Plätze vorgesehen sind. Die Türen klemmen, Ein- und Ausstieg werden zum Kraftakt. Das Fahrzeug lässt sich kaum auf Kurs halten, bricht willkürlich nach rechts und links aus - Sie sind winters noch mit Sommerreifen unterwegs? - und das Ziel der Reise ist mitunter auch unklar ... Solche Probleme sind Ihnen als Autorin und Autor vertraut? Höchste Zeit also, Ihr Manuskript dem Textüberwachungsverein vorzuführen. Hier wird Ihr Projekt gründlich gecheckt: die Plottüchtigkeit überprüft, die Textverschraubungen abgeklopft und insgesamt geschaut, ob Sie die nationalen Schmerzgrenzen für den Standardleser einhalten. Die Teilnehmer, die eine Prüfplakette anstreben, bewerben sich mit einer Textprobe (max. 10 Normseiten) - am besten per E-Mail-Dateianlage an sabine.oehlmann[at]bundesakademie.de. Im Mittelpunkt des Seminars steht die kritische Diskussion der eingereichten Texte. Hinzu kommen Einblicke in den Programmaufbau eines Verlags: Welche verlagsinternen Schritte sind notwendig, damit aus einem Manuskript ein erfolgreiches Buch wird? Martin Hielscher, München, Programmleiter Belletristik bei C. H. Beck, (www.uschtrin.de/titus_94.html).
Die doppelte Todesspirale
Jahrestagung des Verbands
deutschsprachiger Literaturübersetzer (VdÜ) Ohne die Übersetzer wäre "Weltliteratur" ein leerer Begriff. Was andere Völker denken und fühlen, erfahren wir aus ihren Literaturen. Diese aber erschließen sich erst dank der Sprach- und Interpretationskunst der Übersetzer. Seit der Goethe-Zeit gilt Deutschland als klassisches Übersetzerland. Diese Tradition wirkt fort: Heute ist jedes zweite belletristische Buch eine Übersetzung. Literaturübersetzer übersetzen Belletristik, Sachbücher, wissenschaftliche Texte, Theaterstücke, Hörspiele, Filme und ähnliche Werke, die zur Veröffentlichung bestimmt und einem breiten Publikum zugänglich sind. Professionalisierung, Austausch untereinander und mit Übersetzern anderer Länder, Tagungen und Kongresse - darauf zielten die sieben Literaturübersetzer, die 1954 in Hamburg den Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke e. V. (VdÜ) gründeten. Heute ist der VdÜ als Bundessparte Übersetzer im Verband deutscher Schriftsteller Teil der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Die Jahrestagung des VdÜ umfasst sprachgebundene und sprachübergreifende Workshops zur internen Fortbildung sowie öffentliche Vorträge, Übersetzerlesungen und Gespräche zwischen Autoren und ihren Übersetzern. Interessierte Teilnehmer, die nicht Mitglied des VdÜ sind, Verlagslektoren und auch künftige Übersetzer sind ebenfalls willkommen.
Basiskurs Erzählen IV Ein guter Schriftsteller ist nichts anderes als ein versierter Baumeister - ob er sich dessen bewusst ist oder nicht. Setzt der eine mehr auf sein architektonisches Genie, der andere auf seinen Fleiß, so bedienen sich aber alle jener gestalterischen Elemente, aus denen Literatur entsteht. Um Analyse und Einsatz dieser Elemente geht es in unserem "Basiskurs Erzählen". Wir trennen, was zusammengehört, um Schritt für Schritt die Bauformen erzählender Prosa zu verstehen und sie für die literarische Produktion besser zu nutzen. In einer Folge von Kursen nehmen wir die Prosa unter die Sprachlupe, und zwar unter wechselnden Schwerpunkten wie zum Beispiel Figuren, Perspektive, Dialoge, Stil und Dramaturgie. Dass dabei stets das literarische Ganze im Blick behalten werden muss, versteht sich von selbst. Der vierte Teil des Kurses beschäftigt sich mit dem Stil, der als Grundton das jeweilige Werk bestimmt. Welches Repertoire an Stilen gibt es? Was bedeutet Stil auf der Wortebene, was auf der umfassenden Ebene der Komposition? Fordern bestimmte Genres spezielle Stillagen? Wie finde ich langfristig meinen eigenen Stil? Neben der Analyse von eigener Prosa stehen vor allem die Arbeit mit Texten aus der Gegenwartsliteratur sowie schreibpraktische Übungen zum Thema. Reichen Sie bitte mit Ihrer Anmeldung - am besten per E-Mail-Dateianlage an sabine.oehlmann[at]bundesakademie.de - für den Reader eine Arbeitsprobe aus der eigenen Werkstatt ein (max. 5 Normseiten), die wir im Kurs vor allem in Hinblick auf das Schwerpunktthema "Stil" betrachten. Jedes Kursmodul kann einzeln gebucht werden. Stefan Ulrich Meyer, München, Programmleiter Sachbuch bei Droemer Knaur.
Zeitläufte Menschen und Daten aus der Geschichte interessieren uns besonders, wenn wir in ihnen Gegenwart spüren, wenn wir merken, dass ihre Zeit - so weit sie auch entfernt sein mag - die unsere berührt. Diese Situation kennen nicht nur Historiker, sondern alle, die mit ihrer Vermittlungsarbeit versuchen, Geschichte für ein Publikum gegenwärtig zu machen. Wer sein Thema bis in alle Einzelheiten erforscht hat, läuft dabei oft Gefahr, sich ins Detail zu verlieben und seine Arbeit vor Fakten strotzen zu lassen. Das gilt häufig als "zu akademisch". Versucht man hingegen die Daten und Fakten gefällig, gar mit dramaturgischer Finesse zu präsentieren, gilt man schnell als "zu populär". Wie also gelingt in Zeitungen, Zeitschriften, Katalogen, Lehrbüchern oder in wissenschaftlichen Beiträgen der Grenzgang zwischen Information und Unterhaltung? Welche Rolle spielt mein Medium und meine Zielgruppe? Wie finde ich den goldenen Mittelweg einer sach- wie publikumsgerechten Schreibe und Aufbereitung des Themas? Wie vereinfache ich, ohne zu verfälschen?
Wir beschäftigen uns mit den Projekten und Fragen der Teilnehmer
und sehen uns darüber hinaus an, wie die "Zeitläufte" in der "Zeit" mit dem Problem umgehen, für eine breite wie gebildete
Leserschaft die Aktualität des Vergangenen zu betonen. Darüber
hinaus dient uns die Otto-von-Bismarck-Stiftung als
Praxisbeispiel, um zu überprüfen, wie für ein gemischtes
Publikum Veröffentlichungen, Ausstellungen und Führungen im
Sinne einer gegenwärtigen Vergangenheit gestaltet werden können. Benedikt Erenz, Hamburg, seit über zehn Jahren zuständig für die "Zeitläufte" in der "Zeit" (www.zeit.de/zeitlaeufte/index). Andreas von Seggern, Friedrichsruh, Otto-von-Bismarck-Stiftung (www.bismarck-stiftung.de).
Wenn die Herzen fleißig schmerzen Sie sind umjubelt und geschmäht, oftmals schon totgesagt und doch beständig: die Daily Soaps! Ob man nun Intrigen und Herzschmerz in täglichen Dosen mag oder diese Serien als realitätsfernen Kitsch verdammt - es lohnt sich gerade für Autoren, sich mit diesem Genre auseinander zu setzen, da sich hier noch immer Einstiegschancen bieten. Doch wie erkennt man, welche Serie Zukunft hat? Warum sind "Alles was zählt" und "Sturm der Liebe" erfolgreich und "Eine für alle" und "Schmetterlinge im Bauch" nicht? Kann man überhaupt etwas als Autor in diesen Serien lernen? Oder versaut man sich seinen guten Stil, wenn man sich ans Story-Fließband stellt? Dieses Seminar blickt hinter die Kulissen. Erfolge und Misserfolge täglicher Serien werden analysiert, zudem wird das Handwerk vermittelt, um erfolgreich (nicht nur) für Daily Soaps Charaktere und Geschichten entwickeln zu können. Vor diesem Hintergrund setzt das Seminar folgende Akzente:
Neben der Theorie werden die Inhalte vor allem in Einzel- und Gruppenübungen anschaulich erarbeitet. Jens Schleicher, Berlin, seit vierzehn Jahren u. a. als Chefautor, Dialogautor, Story- und Scripteditor für "Verbotene Liebe", "Verliebt in Berlin" und andere Serien tätig.
Wie haben Sie das gemacht, Mr Roth? Wenn Schriftsteller gefragt werden, wie sie zum Schreiben gekommen sind, antworten sie häufig: durchs Lesen. Was zunächst wenig originell klingt, birgt eine tiefere Wahrheit: Wer viele Weltteile der Literatur durchstreift hat, dem fällt es leichter, selbst auf Ideen zu kommen. Zunächst durch die Imitation großer Vorbilder, schließlich durch den Entwurf eigener Welten und Tonlagen. Wir fragen in dieser Werkstatt nach dem Schreibhandwerk: Wie haben Sie das gemacht, Mr Roth? Und als Lektüre, von der wir beispielhaft lernen können, sehen wir uns seinen Roman "Der menschliche Makel" an. Was ist zu Figuren, Perspektive und Handlungsführung zu bemerken? Wie sortiert und pointiert Roth sein Material? Wo folgt er Regeln, wo bricht er sie? Wir vertrauen uns Roth als Lehrmeister an und schauen, was wir von ihm schreibhandwerklich profitieren können. Es geht in dieser Werkstatt folglich nicht darum, so schreiben zu wollen wie Philipp Roth, sondern darum, das eigene Schreibrepertoire zu erweitern: durch den Blick auf Einzelheiten und große Zusammenhänge in einem gelungenen Roman. Einen Text genau beobachten lernen heißt in diesem Sinne - schreiben lernen. Lektürehinweise: Philipp Roth: Der menschliche Makel; Philipp Roth: Sabbaths Theater; Olaf Kutzmutz / Stephan Porombka (Hg.): Erst lesen. Dann schreiben Seine eigene Arbeit stellt Markus Orths im Rahmen einer öffentlichen Lesung am 13. September, 20 Uhr, vor. Markus Orths, Karlsruhe, Autor (www.schoeffling.de/content/autoren/markus-orths.html).
Opfergeschichten Wie es damals wirklich gewesen ist, weiß niemand zu sagen. Der Blick in die Vergangenheit ist stets bestimmt vom Material, vom Interesse des Menschen, der in die Vergangenheit schaut, und den Zeiten, in denen dieser Rückblick erfolgt. ‚Die’ Geschichte entsteht aus der Zusammenschau vieler, mitunter widersprüchlicher Einzelgeschichten. Nicht nur Gedenkstätten, die sich mit der Zeit des Dritten Reichs beschäftigen, kennen das Problem. Sie stellen sich dennoch der Aufgabe, aus ihrem Material eine gut recherchierte, glaubwürdige Geschichte zu erstellen und einem Publikum zu vermitteln. Wie aber entsteht solch eine Geschichte genau? Welche Probleme werfen historische Dokumente für die Forschung und Vermittlung auf? Wo stößt der Wunsch an Grenzen, aus einzelnen Geschichten die eine ‚wahre’ Geschichte zu machen? Wie sind die historischen Quellen zu beurteilen? Welche Rolle spielt Quellenkritik als Sprachkritik im weitesten Sinne? Um solche Fragen soll es bei dieser Tagung gehen. Im Zentrum der Gespräche stehen dabei Opfergeschichten der NS-Zeit, die schriftlich vorliegen oder verschriftlicht wurden. Gearbeitet wird u.a. mit dem Material, das in der Gedenkstätte für die Opfer der NS-Justiz in Wolfenbüttel zugänglich ist. Hinzu kommen Beobachtungen und Untersuchungen anderer Gedenkstätten, Forschungsergebnisse von Historikern, Sozialwissenschaftlern, Sichtweisen von Künstlern auf diese Zeit. Wilfried Knauer, Wolfenbüttel, leitet die Gedenkstätte für die Opfer der NS-Justiz in Wolfenbüttel.
Kleine Artikel erhalten die
Freundschaft Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Wenn man beispielsweise für Kulturvereine, Schulen oder die eigene Theatergruppe kleine Publikationen betreut, entspricht das Ergebnis nicht immer den journalistischen Knabenblütenträumen. An Texten und Fotos mangelt es meist nicht, bloß fehlt häufig das Handwerk, das Material angemessen vorzustellen. Kann man mehr verlangen, wenn man häufig allein als Texter, Redakteur und Layouter eine solche Zeitschrift verantwortet? Im Seminar geht es um die Anlage und Präsentation solcher Zeitschriften. Dienen sie der inneren Kommunikation? Schreibt man also für Kollegen? Für Stammgäste oder Besucher? Oder kann die Zeitschrift auch als Werkzeug der Pressearbeit dienen? Welche Vor- und Nachteile hat das? Welche Akzente sollte die Zeitschrift setzen - was muss, was kann herein? In welchem Rhythmus soll sie wie umfangreich erscheinen? Was ist in puncto Kosten und Organisation zu bedenken? Das redaktionelle Handwerk, von dem eine solche Zeitschrift lebt, besprechen wir im Überblick; über Herstellung und Vertrieb reden wir am Rande. Im Kern geht es um die Konzeption solcher Kleinpublikationen. Dieses Seminar möchte folglich Tipps zur Neugründung von Zeitschriften und für bestehende Projekte Hinweise zur Überarbeitung liefern. Zielgruppen: (Kultur-)Vereine; kleine Firmen / Agenturen; Museen; Literatur- und Kunstvereine; Theater-Gruppen; Chöre; Schulen u.a. Reichen Sie bitte mit Ihrer Anmeldung für den Reader bitte max. 2 Seiten ein, auf denen Sie das Konzept Ihrer geplanten oder bereits bestehenden Zeitschrift skizzieren. Klaus Viedebantt, Frankfurt/M., freier Journalist, bis 2003 Leiter der Lehr- und Ausbildungsredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Lehraufträge an den Universitäten Mainz und Perth (Australien).
Von der Recherche bis zum
Rohschnitt Wer mit der Kamera schon einmal versucht hat, eine Geschichte zu erzählen, stößt zügig an seine Grenzen. Ob es um einen Kurzfilm über die eigene Institution, ein Porträt einer Person oder einfach um Ansichten einer fremden Stadt geht, immer spielt das Handwerk die Hauptrolle. Denn so wunderbar einfach zum Beispiel die Zoom-Taste an der digitalen Kamera auch zu bedienen sein mag, so mittelmäßig fallen die Ergebnisse aus, wenn man das Zoomen dramaturgisch nicht sinnvoll einzusetzen weiß. Was also hat es auf sich mit der richtigen Einstellung? Wann und wie soll ich schwenken? Was gibt es zu tun, bevor ich meine Szenen für den Film sammle? Und wie komme ich von der Idee bis zum fertigen Film? Das Handwerk, um Bilder stolperfrei laufen zu lassen, lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit professioneller Ausrüstung in Kleingruppen, und zwar an praktischen Beispielen in Wolfenbüttel: von der Kurzrecherche über die Auswahl von Motiven bis hin zum Texten und zum Rohschnitt. Die Werkstatt versteht sich als Einführung und eignet sich für alle, die fortan beruflich oder privat bessere bewegte Bilder einfangen und auf der Homepage, bei Präsentationen oder anderswo einsetzen möchten. Ein Arbeitsergebnis des letzten Kurses: www.youtube.com/watch?v=9eDxan4TjbM Veit Bentlage, Hamburg, Produzent und Dokumentarfilmer, war über zehn Jahre als Fernseh-Journalist für den NDR tätig.
Wolfenbütteler Übersetzergespräche
IX Die Wolfenbütteler Übersetzergespräche sind ein Forum, um über Gedichte und ihre Übersetzungen zu sprechen. Sie stoßen auf zunehmend größere Resonanz und finden in diesem Jahr zum zehnten Mal statt. Für den Literaturkritiker Michael Braun gehören sie zu den "wenigen literarischen Orten", an denen man "konzentriert über Poesie und Übersetzung sprechen kann". Erträge der Übersetzergespräche dokumentieren folgende Bände: Olaf Kutzmutz & Peter Waterhouse (Hg.): Halbe Sachen. Wolfenbüttel 2004; Olaf Kutzmutz & Adrian La Salvia (Hg.): Halbe Sachen. Wolfenbüttel 2006. Aktuelle Informationen und eine Übersicht der bisherigen Teilnehmer auf www.uebersetzergespraeche.de. Adrian La Salvia, Erlangen, Romanist an der Universität Erlangen und Übersetzer.
Am TATORT.
Geschichte(n) eines Fernsehklassikers Jeder kennt aus dem Vorspann die Melodie von Klaus Doldinger, das Fadenkreuz, die Augen, die Füße auf der Flucht. Jeder kennt die meistgesehene Krimireihe im deutschen Fernsehen: den "Tatort". Als vor vierzig Jahren "Taxi nach Leipzig" in der ARD lief, wusste noch niemand, dass eine Erfolgsgeschichte sondergleichen beginnt. Mehr als 700 Folgen mit über 70 verschiedenen Kommissaren bzw. Teams waren bislang zu sehen und machten den "Tatort" zu einer Marke. Im Seminar geht es anhand von Filmausschnitten einerseits um die Geschichte dieses Formats und seine Wandlungen. Andererseits nehmen wir den "Tatort" zum Anlass für Übungen zur Fernsehkritik. Was macht das Besondere einer Fernsehkritik oder -vorschau aus? Was unterscheidet sie von sonstigen Formen der Kritik? Worauf sollte man fernsehkritisch bei einer Reihe mit einer langen Mediengeschichte achten? Welche Rolle spielt also der einzelne "Tatort", welche die Geschichte etablierter Figuren wie Haferkamp, Bienzle, Odenthal, Batic & Co? Wie entwickle ich eine angemessene Dramaturgie für kurze und lange Formen der Kritik? Um diese Fragen praxisnah beantworten zu können, sehen wir uns beispielhaft gelungene Fernsehkritiken an und reden in einer anderen Arbeitsphase über die eigenen journalistischen Schreibversuche. Das Seminar ist offen für Einsteiger in den Bereich Medienkritik, aber auch geeignet für erfahrenere Journalisten, die ihre Arbeit überprüfen möchten und den Austausch mit Kollegen suchen. Nach dem Anmeldeschluss erhalten die Teilnehmer eine Schreibaufgabe. Katrin Hillgruber, München, Fernseh- und Literaturkritikerin, "Tatort"-Expertin.
Eine Welt in tausend Worten Die Kurzgeschichte ist innerhalb der Sciencefiction als literarische Sprintstrecke seit vielen Jahrzehnten besonders beliebt, zumal sich in ihr die Ideen eines talentierten Autors besonders kompakt darstellen lassen. Sciencefiction-Kurzgeschichten fordern allerdings Leser wie Autoren besonders heraus, denn auf wenigen Seiten muss ein ganzes "Universum" geschaffen werden. Die Masse der Leser greift in den letzten Jahren vermehrt zu Endlos-Epen und ausufernden Romanreihen, die mit begrenztem Gespür für erzählerische Ökonomie ihre Geschichten auf einem überschaubaren literarischen Niveau entwickeln. Mit viel größerer Disziplin müssen da Autorinnen und Autoren arbeiten, die eine stimmige wie spannungsreiche Welt in nicht mehr als tausend Worten entwerfen möchten. Die Möglichkeiten der Sciencefiction-Kurzgeschichte sind inhaltlich wie stilistisch noch lange nicht ausgereizt. Dieses Seminar bietet den Teilnehmern eine Chance, diese literarische Gattung kennen zu lernen, eigene Ideen zur Diskussion zu stellen, über ihre Texte zu sprechen und über weitere Wege der kurzen Form zu diskutieren. Ziel des Seminars ist darüber hinaus, die Kritikfähigkeit für eigene wie für fremde Texte zu schärfen - nicht zuletzt unter dem Gesichtspunkt, wie professionell arbeitende Autoren und Redakteure solche Texte beurteilen. Nach dem Anmeldeschluss erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Schreibaufgabe. Frank Borsch, Freiburg/Br., Sciencefiction-Autor und Übersetzer (www.alienearth.de). Klaus N. Frick, Karlsruhe, Sciencefiction-Redakteur (www.perry-rhodan.net/information/team/verlag/frick.html).
Geschichten aus Geschichte Der historische Roman ist nach wie vor das Genre, für das die meisten Verlage Manuskripte suchen. Wer als Autor veröffentlichen möchte, sollte überlegen, ob er sich diesem Genre zuwenden möchte. Der historische Roman ist aber auch das Genre, das über Figurenentwicklung und Spannungsaufbau hinaus ganz spezielle Anforderungen an seine Autoren stellt und dazu zwingt, sich mit zeitlich entfernt liegenden Epochen auseinanderzusetzen. Schon die Recherche erweist sich dabei oftmals als Herausforderung: Entweder präsentiert sie sich als unüberwindbare Mauer oder sie führt zu einem Wust von Material, aus dem anschließend mühevoll ein Plot destilliert werden muss. Ein Geschichtsstudium ist jedoch nicht nötig, um erfolgreich historische Romane zu verfassen. Die Dozenten vermitteln, wie sich aus einem Haufen von Informationen ein tragfähiger Plot entwickeln lässt und wie aus der Mischung von Fiktion und Fakten ein spannender historischer Roman entsteht. Dabei wird unter anderem gemeinsam mit den Teilnehmern beispielhaft ein Plot entwickelt. Die Dozenten gehen auf die verschiedenen Typen des historischen Romans ebenso ein wie auf die Exposés der Teilnehmer und geben praktische Tipps, wie man einen Roman tatsächlich fertig bekommt. Reichen Sie bitte mit Ihrer Anmeldung - am besten per E-Mail-Dateianlage an sabine.oehlmann[at]bundesakademie.de - für den Reader ein Exposé (max. 2 Normseiten) für einen historischen Roman ein. Kathrin Lange, Söhlde, Autorin von historischen Romanen und Jugendbüchern (www.kathrin-lange.de). Titus Müller, München, Autor historischer Romane (www.titusmueller.de).
Alles für Autoren "Wer schreibt, der bleibt" - sofern das Geschriebene veröffentlicht wird. Und das scheint leicht. Schließlich sind in Deutschland rund 22.000 Verlage und Institutionen verlegerisch aktiv, von denen über 2.000 regelmäßig Literatur im weitesten Sinne produzieren. Sie alle brauchen Manuskript-"Futter", um existieren zu können, und drängen jährlich mit über 90.000 Neuerscheinungen auf den Markt. Wer da nicht veröffentlicht wird, ist selbst schuld und schreibt entweder am Markt vorbei oder zu schlecht - oder beides?
Sicher. Das ist ein Grund. Doch es gibt noch andere Gründe,
warum Manuskripte abgelehnt werden. Sie zu kennen ist hilfreich
für alle, die einen Verlag für ihr Manuskript suchen. Denn nur
wer die Klippen und Untiefen des Buchmarktes kennt, wird sie
erfolgreich umschiffen. Sandra Uschtrin, München, Herausgeberin des "Handbuchs für Autorinnen und Autoren" und der "Federwelt" (www.uschtrin.de).
Basiskurs Erzählen EXTRA Fein säuberlich liegen die Bausteine des Erzählens vor Ihnen. Sie wissen nun jede Menge zu den Figuren, der Perspektive, zu Dialogen und dem Stil eines Textes. Sie kennen sich aus mit der Dramaturgie und Spannung und wie sie gleichsam ‚mit allen Sinnen’ eine Welt für den Leser ausfabulieren können. Vielleicht gehören Sie zu jenen Autorinnen und Autoren, die in den letzten Jahren alle Basiskurse besucht haben und nun an einem längeren Prosawerk arbeiten. Sie haben so manches bereits virtuos im Griff, aber dennoch weitere Fragen. Vor allem für Sie und Autoren mit vergleichbarer Qualifikation ist dieser EXTRA-Kurs gedacht. Diese Werkstatt möchte Diskussions- und Arbeitsräume schaffen, um über Ihre Vorhaben gründlicher sprechen zu können. Mit mehr Zeit und in einer kleineren Gruppe als sonst. Wie gewohnt lockern den Basiskurs Schreibaufgaben und die Arbeit an Texten der Gegenwartsliteratur auf. Ziel des Kurses soll es sein, lose Enden zusammenzubinden und die Schwelle zwischen Schreiben und Veröffentlichen für Sie weiter abzusenken. Bei Bedarf möchten wir deshalb darüber reden, wie es weitergeht, wenn das Manuskript fertig ist. Wer teilnehmen möchte, reicht eine Textprobe aus einem Romanprojekt oder eine längere abgeschlossene Prosaarbeit (20 Normseiten) ein - am besten per E-Mail-Dateianlage an sabine.oehlmann[at]bundesakademie.de. Dazu 1 Seite Exposé. Darüber hinaus müssen bis zum Seminarbeginn zwei längere Prosatexte gelesen werden. Bitte beachten: Der Anmeldeschluss liegt früher als gewohnt, um eine gute Vorbereitung aller Kursteilnehmer auf die Projekte der anderen Autorinnen und Autoren zu gewährleisten. Stefan Ulrich Meyer, München, Programmleiter Sachbuch bei Droemer Knaur.
Wie war das damals? Wie war das noch, als Tante Isolde auf ihrer eigenen Hochzeit mit dem falschen Mann tanzte? Oder als Markus den Führerschein erst im zweiten Anlauf schaffte? Oder als Rainer Barzel mit seinem Misstrauensvotum gegen Willy Brandt scheiterte? Wer an Vergangenes denkt, spürt rasch, wie schwierig es ist, sich ferne Zeiten und verblichene Gefühle vor Augen zu führen. Dichtung und Wahrheit überkreuzen sich. Und sobald man versucht, scheinbar Vergessenes in Worte zu fassen, ändert sich das Erinnerte ein weiteres Mal. "Die Erinnerung ist wie ein Hund, der sich hinlegt, wo er will", schreibt der niederländische Schriftsteller Cees Nooteboom dazu. Das Seminar erprobt, was es mit dem literarischen Erinnern auf sich hat und welche erzählerischen Praktiken dafür denkbar sind. Anlass für die konkrete Arbeit an Texten können sowohl große politische und gesellschaftliche Ereignisse (Wirtschaftswunderzeit, Studentenunruhen, Willy Brandts Kanzlerschaft, autofreier Sonntag, Mauerfall, 11. September 2001) als auch persönliche Begebenheiten (Liebeskummer, erstes Auto, Heirat, Kinderglück, Fußball-Weltmeisterschaft, Krankheit) sein. Ein Blick auf erinnerungsgesättigte Texte der Weltliteratur, von Marcel Proust bis Uwe Tellkamp, wird es erleichtern, die eigene literarische Eroberung des Vergangenen kritisch zu betrachten. Nach dem Anmeldeschluss erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Schreibaufgabe. Seine eigene Arbeit stellt Rainer Moritz im Rahmen einer öffentlichen Lesung am 13. Dezember, 20 Uhr, vor. Rainer Moritz, Hamburg, Leiter Literaturhaus Hamburg, Journalist und Autor (www.literaturhaus.net/netzwerk/hamburg_pers.htm).
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