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Modul 1 Kaum eine Gruppe wird öfter zitiert, wenn es um eine schwer zu erreichende Gruppe von möglichen Museumsnutzern geht. Klar dabei ist, dass eine Anbiederung bei den Jugendlichen in der Entwicklung von Programmen nicht hilft und eher zum gegenteiligen Effekt führt. Dieses erste Seminar in der QuAM-Reihe stellt sich deshalb zunächst auf ihre Seite, untersucht die Perspektive der Heranwachsenden und fragt nach ihren Bedarfen und Bedürfnissen im Zusammenhang mit dem Ort Museum. Beispiele aus der Praxis veranschaulichen und ergänzen unterschiedliche Zugänge.
Modul 2 Der Einbau eines Fahrstuhls oder einer Rampe, ein Tastkoffer oder Exponatbeschriftungen in Braille-Schrift bedeuten Erleichterung für Menschen mit Behinderungen, sind aber nur ein Teil des ‚Prinzips Inklusion’. Im Modul 2 wird nach Hintergründen und Rahmenbedingungen, nach Möglichkeiten und Schwierigkeiten und auch nach Lösungswegen gefragt, um den Ort Museum für Besucher mit Handicaps zugänglicher und insgesamt erfahrbarer zu machen. Auch hier stehen im Mittelpunkt die Wünsche und Forderungen der Betroffenen und die Ressourcen und Optionen der Museumspädagogik, für und mit dieser Zielgruppe in einen konstruktiven und angemessenen Dialog zu kommen.
Modul 3
(Exkursion) Berlin versammelt auf engem Raum ein weites Spektrum an Modellen, Methoden und auch innovatorischen Experimenten, mit den unterschiedlichsten Zielgruppen über die kulturelle Bildung in einen wirkliches Miteinander zu kommen. Innerhalb dieser Exkursion machen wir Sie mit Ansätzen bekannt, die sich in dieser Form auf die drei Schwerpunktgruppen der QuAM-Reihe beziehen: Jugendliche, behinderte Museumsbesucher und Kinder im Vorschulalter. Die ausgewählten Museen und vorgestellten Projekte werden dabei einem Querschnitt durch alle Gattungen, Größen und institutionellen Formen von Museen entsprechen.
Modul 4 Kinder im Vorschulalter sind die Zielgruppe, die oft als die "zukünftigen Museumsbesucher" bezeichnet wird. Tatsächlich sind sie aber schon jetzt Menschen mit Bezug zu Kunst und Kultur, lediglich ihre Zugriffe sind anders. Um den Zugang zu ihnen also nicht in die Zukunft zu verschieben, sind adäquate Methoden gefragt und folgende Fragen zu beantworten: Was genau interessiert Kinder an Kultur und welche Bedingungen müssen gegeben sein, um ihnen nicht nur sinnvolle Beschäftigung anzubieten, sondern auch Impulse für eine kulturelle Bildung mit gewünschten und entsprechend erkennbaren Wirkungen auszulösen? Das vierte Modul setzt sich mit Formen der Vermittlung und des Umgangs mit unterschiedlichen thematischen Inhalten für die Gruppe der jüngsten Museumsnutzer auseinander.
Frühjahr 2013 QuAM 2012: Das Abschlusskolloquium Reflexionen und Präsentationen zum Schwerpunktthema ‚Zielgruppen’. Teilnahme auf Einladung. Obligatorisch für alle TeilnehmerInnen, die die Qualifizierung mit dem Zertifikat abschließen wollen.
QuAM-Perfekt:
Das Abschlusskolloquium Die QuAM-Seminarreihe ‚Ausstellen für Kinder: Neue Zugänge des Kuratierens’ findet mit diesem Kolloquium ihren Abschluss. Die Teilnahme erfolgt auf Einladung und ist verbindlich für alle QuAM-Teilnehmenden des Jahrgangs 2011, die mit dem Zertifikat abschließen wollen. Weitere Informationen über Form und Ablauf erhalten alle TeilnehmerInnen zugesandt.
Vermitteln & Kuratieren
Die Themen und Termine
Ausstellungsanalyse Welche Bilder und Erzählungen präsentieren Ausstellungen und wie sind diese zu analysieren? Das Modul beschäftigt sich mit Analysemethoden für Ausstellungen - von der dichten Beschreibung von Clifford Geertz bis zur Methoden-Bricolage angelehnt an Claude Lévy Strauss - und ihrer Anwendung heute. Der Fokus liegt auf spezifischen Visualisierungspraktiken des Mediums Ausstellung und darauf wie und welche Bilder und Erzählungen vermittelt werden. Ausstellungen haben unterschiedliche Präsentationsformen, die wie Sprachen zu lesen und zu verstehen sind. Die Wahl der Ausstellungssprache ist abhängig vom kuratorischen Standpunkt, dem Selbstverständnis des jeweiligen Museums und dem gesellschaftlichen Kontext, in dem sie angesiedelt ist. Die Kuratorin und Museologin Roswitha Muttenthaler führt anhand ausgewählter aktueller Berliner Ausstellungen in Geschichte und Methoden der Ausstellungsanalyse ein und präsentiert die verschiedenen Möglichkeiten, eine Ausstellung zu lesen. Udo Gößwald stellt im Berliner Bezirk Neukölln partizipative Ausstellungsprojekte vor, die die Besucher nicht als Rezipienten sehen, sondern als aktive Mitspieler, die mit eigenen Perspektiven Ausstellungen kuratorisch mitgestalten. Dr. Roswitha Muttenthaler, Historikerin, Museologin, 1990-94 Kuratorin am Technischen Museum Wien, 1998-2003 Mitarbeiterin der "Arbeitsgruppe für theoretische und angewandte Museologie" und Mitglied des IFF (Institut für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung). 1990-2000 Co-Leitung von "Museum im Kopf" am Institut für Wissenschaft und Kunst. Udo Gößwald, Studium der Politischen Wissenschaften und Europäischen Ethnologie, leitet seit 1985 das Museum Neukölln. Schwerpunkte seiner dortigen Arbeit sind Sozialund Kulturgeschichte, Migration und Stadtkultur im europäischen Vergleich. 2003 bis 2007 Vorstand der ICOM Deutschland, 2005 bis 2010 Präsident der ICOM Europe. 2008 Promotion zum Thema "Die Erbschaft der Dinge. Eine Studie zur subjektiven Bedeutung von Dingen der materiellen Kultur". Lehrbeauftragter am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt Universität Berlin und im Masterstudiengang "Museum und Ausstellung" der Karl-vonOssietzky-Universität Oldenburg.
Modul III
(Wolfenbüttel) Inklusion, Empowerment und Partizipation sind die Stichworte und Grundsätze, die einer nachhaltigen, besucherorientierten Vermittlungsarbeit zugrunde liegen. Doch wie haucht man diesen sehr abstrakten Begriffen Leben ein? Das Modul beschäftigt sich mit Prozessen der Projektentwicklung, die von Beginn an das Publikum nicht nur mitdenken, sondern auch mitgestalten lassen. Welche Rahmenbedingungen dafür gegeben sein müssen und wie sich partizipative Arbeit in die Praxis umsetzen lässt, wird im Zentrum der Fragestellung stehen.
Modul IV (Berlin) Wie werden Inhalte des Museums innen und nach außen kommuniziert? Welche Möglichkeit der Nutzung gibt es für BesucherInnen? Wie findet das Publikum zu seinen Programmen und die Programme zu seinen Besucherinnen und Besuchern? Mit welchen Medien kommunizieren Museen ihre Inhalte an die immer vielfältigeren Zielgruppen? Ist die Nutzung von Foren sozialer Netzwerke die Zukunft der zielgruppengerechten, segmentierten Kommunikation? Und welche etablierten Informationsmedien und –mittel haben Bestand? Welche Schlüsse zieht man aus der Vermittlungsarbeit? Welche Methoden der Evaluation und Formen der Kommunikation sind adäquat für zukünftige Planungen? Viele Fragen, die gemeinsam diskutiert werden und in Beispielen aus der Praxis Anregungen für die eigene Arbeit bieten sollen.
Vermitteln & Kuratieren: Das
Abschlusskolloquium Reflexionen und Präsentationen zum Schwerpunktthema, Teilnahme auf Einladung. Verbindlich für alle TeilnehmerInnen, die mit dem Zertifikat abschließen wollen.
KunstKnowHow: Wissen um Kunst und
kreative Prozesse Verantwortlich für Planung, Organisation und Durchführung: Ute Lefarth-Polland (Kunstmuseum Wolfsburg) und Dr. Andreas Grünewald Steiger Zielgruppe sind ErzieherInnen und Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen aus allen Fachrichtungen sowie Mitarbeiter in kommunikativen Arbeitsfeldern der Museen. Inhalte, Themen und Anmeldeformalitäten können Sie hier abrufen.
Museumsregistrierung 2012
Im Jahresprogramm 2012 bieten wir Museen, die sich auf die Registrierung nach den Standards des Deutschen Museumsbundes vorbereiten wollen sowie den akkreditierten Teilnehmenden der Museumsregistrierung fünf Intensivseminare an. Informationen zu diesem und weiteren Durchgängen der Museumsregistrierung finden Sie unter www.museumsregistrierung.de. Die Seminare sind, soweit Plätze zur Verfügung stehen, offen für Teilnehmende aus allen Bundesländern sowie aus dem europäischen Ausland. Weitere Seminarangebote außerhalb der Bundesakademie sind Basisseminare sowie Praxiskurse. Auskunft zur Museumsregistrierung gibt der Museumsverband für Niedersachsen und Bremen e.V., Prinzenstraße 23, 30159 Hannover, Telefon: 0511. 21 44 983 oder museumsregistrierung@mvnb.de.
Die Intensivseminare an der Bundesakademie
Sammlungskonzepte
Themenschwerpunkte des Intensivseminars:
Dr. Bettina Greffrath leitet das Stadtmuseum Schloss Wolfsburg und das Hoffmannvon-Fallersleben- Museum. Mehr Informationen unter www.wolfsburg.de/stadtmuseum Dirk Heisig leitet seit 2007 die Weiterbildungsmaßnahme zum "Fachreferenten für Sammlungsmanagement und Qualitätsstandards in Museen - MUSEALOG", zwischen 2001 und 2007 leitete er die Projekte M.O.I.N. und SAMMELN! der Ostfriesischen Landschaft. Mehr Informationen unter www.musealog.de.
Neuer Termin
Museumsmanagement: Intern Themenschwerpunkte des Intensivseminars:
Christian Mothes arbeitet als Abteilungsdirektor bei den zentralen Diensten der Stiftung Stadtmuseum Berlin. Mehr Informationen unter www.stadtmuseum.de. Roman Passarge war bis 2011 kaufmännischer Direktor der Hamburger Kunsthalle und ist seit 2012 Leiter Aquademie Hansgrohe in Freiburg. Weitere Informationen dazu unter www.hansgrohe.de/268.htm.
Bewahren und Erhalten Themenschwerpunkte des Intensivseminars:
Cord Brune ist freiberuflicher Diplom-Restaurator in Hannover mit den Schwerpunkten Möbel und Holzobjekte, sowie Konservierungsberatung und Schädlingsmonitoring für Museen Tekla Krebs, ebenfalls Diplom-Restauratorin, arbeitet am Braunschweigischen Landesmuseum und ist dort zuständig für Präventive Konservierung Dr. Thomas Warscheid ist Geo-Mikrobiologe und Spezialist auf dem Gebiet mikrobiologischer Untersuchungsmethoden. Besitzt und leitet ein Labor für biotechnische Untersuchungen in Oldenburg (LBW-Bioconsult).
Ausstellungsmanagement
Kostenanteil: 150,- € (inkl. Ü/VP sowie Seminarunterlagen) Dieses Seminar ist bereits ausgebucht. Wir verweisen daher auf das Zusatzseminar M 41 vom 5. - 6. September 2012. Themenschwerpunkte des Intensivseminars:
Julia Debelts ist Geschäftsführerin, Ausstellungsgestalterin und Beraterin für Projektplanungen sowie -entwicklungen im Museumsbereich bei einer Ausstellungsagentur. Mehr Informationen zu ihrer Arbeit unter www.szenario-ausstellungsgestaltung.de. Dr. Wolfgang Schepers ist Direktor des Museums August Kestner in Hannover. Siehe dazu www.hannover.de/kestner/.
Museumsmanagement: Extern
Techniken und Strategien
für Public Relations und Sponsoring Themenschwerpunkte des Intensivseminars:
Jörn Brunotte ist seit 2001 Geschäftsführer der Firma Beramus - Museumsberatung Berlin. Von 1997 bis 1999 leitete er die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Kunstsammlungen Weimar. Weitere Informationen unter www.beramus.de.
Qualifizierung für Volontäre: Standards der Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit Es hat manchmal den Eindruck, als brauche man Glück oder gute persönliche Beziehungen, um einen Artikel zum richtigen Zeitpunkt mit der exakten inhaltlichen Information in der Zeitung, im Radio oder im Fernsehen unterzubringen. Natürlich ist zu beachten: Journalisten sind auch nur Menschen und dementsprechend subjektiv. Im täglichen Geschäft der Presse dominieren aber ganz eindeutig Grundregeln und Prinzipien, nach denen vorgegangen wird und die ein Journalist für sich und bei seinen Partnern voraussetzt, um professionell berichten zu können. Zu diesen Grundsätzen gehören Fragen, mit denen wir uns in diesem Seminar beschäftigen werden: Wie kommt eine Nachricht in die Zeitung? Wie kommt eine Nachricht in möglichst viele Zeitungen - und andere Medien? Wie kommt die Meldung möglichst so in die Medien, dass die Nachricht auch noch tatsächlich dem entspricht, was ihr Urheber damit sagen wollte? Wir werden Ihnen unter anderem Methoden und Strategien vorstellen wie u.a. die Vorbereitung von Meldungen und Materialien für die Presse, die effiziente Suche nach den passenden Journalisten, den Aufbau und die Pflege eines Pressenetzes oder die Vorbereitung und Durchführung einer Pressekonferenz. Praxisbeispiele und Übungen zu diesen Schwerpunkten werden das Seminar formal und inhaltlich ergänzen. Zielgruppe: Volontäre aus Niedersachsen und Bremen. Falls noch freie Plätze zur Verfügung stehen, dann besteht für Volontäre aus anderen Bundesländern ebenfalls die Möglichkeit zur Teilnahme. Bitte informieren Sie sich gesondert über die Konditionen. Bitte beachten Sie: Für alle weiteren Seminare im Jahresprogramm Museum gilt eine Ermäßigung der Teilnahmegebühren für Volontäre mit Mitgliedschaft im Arbeitskreis der Volontäre im Deutschen Museumsbund. Jörn Brunotte ist seit 2001 Geschäftsführer der Firma Beramus - Museumsberatung Berlin. Von 1997 bis 1999 leitete er die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Kunstsammlungen Weimar. Weitere Informationen unter www.beramus.de.
Die Termine der Seminare:
Seminar I
4. - 5. Oktober 2012
Seminar II
Dozent: Jörn Brunotte
Seminar III
Dozent: Jörn Brunotte
Bremer Fünf plus Kompetenzen für die Bildungs- und Vermittlungsarbeit an Museen Berufsbegleitende Qualifizierung in fünf Museen in Bremen Die Vielfalt der Bremer Museen mit ihren unterschiedlichen Sparten von der Archäologie und Stadtgeschichte, über die Völker- und Naturkunde, zur Kunstgeschichte, der zeitgenössischen Kunst und dem Design ist die Grundlage für die große Bandbreite ihres museumspädagogischen Angebots. Eine besondere Bedeutung bekommt die fundierte, auf den neuesten Standards basierende Fortbildung der MitarbeiterInnen der museumspädagogischen Abteilungen und des Besucherservice. Neben der fachspezifischen Fortbildung in den einzelnen Häusern sehen wir unsere Aufgabe darin, spartenübergreifende Grundkenntnisse, Kompetenzen und Erfahrungen aus der museumspädagogischen Arbeit weiterzugeben. Das gemeinsam entwickelte, aus vier Modulen bestehende Fortbildungsangebot wird dazu beitragen, die Qualität der eigenen Vermittlungsarbeit und Besucherorientierung zu optimieren.
Zielgruppe: Honorarkräfte und MitarbeiterInnen der Bereiche Bildung und Vermittlung bzw. Museumspädagogik der Bremer Museen sowie Interessente aus anderen Museen im gesamten Bundesgebiet sowie aus dem europäischen Ausland. Diese Fortbildung ist ein Kooperationsprojekt der Bereiche Bildung und Vermittlung bzw. Museumspädagogik an den Bremer „Fünf plus“ Museen mit der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel. Zu den Bremer „Fünf plus“ gehören das Focke-Museum/Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, das Gerhard Marcks Haus/Das Bildhauermuseum im Norden, die Kunsthalle Bremen, die Kunstsammlungen Böttcherstrasse, das Übersee-Museum Bremen, die Weserburg | Museum für Moderne Kunst und das Wilhelm Wagenfeld Haus.
Beginn der Qualifizierung mit dem ersten Modul vom 24. - 25. September
2012.
Bremer Fünf plus
Themen und Termine der einzelnen Seminare A. Standards und Aufgaben des
Museums und seiner Bildungsarbeit
Was sind die Funktionen und Aufgaben von Museen? Wie kann man eigentlich die Leistungen eines Museums bewerten? Unterschiedlichste Besuchergruppen erwarten zielgruppenspezifische Angebote und Servicequalität. Durch die Brille verschiedener Zielgruppen betrachten wir Ausstellungen und Vermittlungsangebote und erweitern das Bestehende durch die vom Deutschen Museumsbund und dem Bundesverband Museumspädagogik veröffentlichten „Qualitätskriterien der Museen: Bildungs- und Vermittlungsarbeit“. Die Themenschwerpunkte:
B. Alltägliche und unerwartete Vermittlungssituationen – vom Umgang mit divergierenden Erwartungshaltungen
Ort: Übersee-Museum Bremen Kulturästhetische Bildung in Museen kann als Einladung an Dritte verstanden werden, sich gemeinsam einem Ausstellungsobjekt über Form und Inhalt zu nähern. „Dritte“ sind verschiedenste Besuchergruppen mit unterschiedlichen Interessen und Erwartungshaltungen. Wie kann und soll man ihnen in Vermittlungssituationen gerecht werden? Wann lohnt es sich vielleicht auch, diese Erwartungen der Besucher zu brechen und kritisch zu hinterfragen, um sie zur eigenen sinnlichen Wahrnehmungen und zum selbstständigen Denken anzuregen? Altbewährte wie auch neue, ungewohnte Wege von Vermittlungsstrategien bergen provokative Momente in sich und können Konfliktsituationen auslösen. In Gesprächen und kleineren Übungseinheiten werden mögliche Vermittlungssituationen simuliert und im spielerischen Handeln erprobt. Diese Veranstaltung legt den Fokus auf Kunst- und Kulturvermittlung im Spannungsfeld zwischen Dienstleistung und kritischer Praxis. Die Themenschwerpunkte:
Selbstpräsentation in Haltung
und Sprechweise Dieses Fortbildungsmodul gibt uns Hinweise darauf, wie unser Sprechverhalten und unsere körperliche Haltung eleganter, knapper, klarer wirken und unsere Ausdruckskraft gesteigert werden kann. Unsere Aufgabe ist es, Wissensvermittlung plastisch und differenziert zu gestalten, ohne unsere persönliche und direkte Sprechweise zu verlieren. Erforderlich dazu sind eine geklärte Haltung zur inhaltlichen Aussage und die Idee von einer Situation. So gelangen wir zu einer Sprechhaltung, die dem Sinn des Textes Geltung verschafft und das Interesse unseres Gegenübers bindet. Die Themenschwerpunkte:
Nicht alles erklären!
Möglichkeiten der Vermittlung
Wie die Geschichten der Exponate sichtbar bzw. hörbar machen – ohne sie
dabei mit Überinterpretation zuzudecken? Im Dialog über
Ausstellungsexponate stecken vielfältige Möglichkeiten, Wissen erfahrbar
und ästhetische Erlebnisse vermittelbar zu machen. Die Themenschwerpunkte:
Bremer Fünf: Das
Abschlusskolloquium Reflexionen und Präsentationen zum Schwerpunktthema ‚Bildung und Vermittlung’. Die Teilnahme erfolgt auf Einladung und ist verbindlich für alle TeilnehmerInnen, die das Zertifikat erlangen wollen. Für die Zertifizierung reichen die TeilnehmerInnen zudem die schriftliche Konzeption eines Vermittlungsprojekts ein. Weitere Informationen zu Ablauf und Abschlussbedingungen entnehmen Sie bitte den aktuellen Hinweisen auf der Homepage der Bundesakademie.
Die Fortbildungen in chronologischer Reihenfolge
Sprechen, Sprechhaltung und
Sprachgestaltung Praxisseminar zur Entwicklung einer Sprechhaltung, die dem Sinn des Textes Geltung verschafft und das Interesse des Gegenübers hervorruft.
Forschung bildet das Fundament für die Aufgaben des Museums. Das wird besonders dann offenbar, wenn die Arbeit, die Erkenntnisse und Ergebnisse musealer Tätigkeit in Ausstellungen oder in anderen Vermittlungsformen der Öffentlichkeit dargestellt werden. Die Forschung in Museen zu vernachlässigen widerspräche nicht nur den musealen Standards, sondern wäre auch eine vertane Chance, sich dem Publikum als wissenschaftlich aktive Institution und gesellschaftlich relevante Instanz zu präsentieren. Nimmt man dies ernst, ergeben sich Fragen für die Praxis: Was bedeutet das Forschen für Museen? Und was bedeutet es insbesondere an kleinen und mittleren Institutionen? Und nicht zuletzt: Woher kommt das Know-how und das Geld, das für wissenschaftliche Forschung notwendig ist? In diesem Seminar werden Antworten auf diese Fragen gegeben. Sie lernen - neben den grundsätzlichen Prinzipien der Antragstellung - das Förderkonzept der VolkswagenStiftung kennen, das besonders die Unterstützung mittlerer und kleiner Institutionen zum Ziel hat. Dr. Thomas Brunotte ist bei der VolkswagenStiftung zuständig für die Förderinitiative Forschung in Museen. Jörn Brunotte ist seit 2001 Geschäftsführer der Agentur Beramus - Museumsberatung Berlin. Von 1997 bis 1999 leitete er die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Kunstsammlungen zu Weimar. Darauf folgte eine Mitarbeit in einer Agentur mit den Schwerpunkten Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Mehr Informationen unter www.beramus.de. *Zur Initiative der VolkswagenStiftung mehr Informationen unter http://volkswagenstiftung.de/foerderung/personen-und-strukturen/forschung-in-museen.html
Laborwerkstatt: Besucherorientierte Ausstellungskonzepte
"Einmal den Boden
verlieren! Schweben! Irren! Toll sein! (...) Besucherorientierung muss im Zentrum aller Überlegungen zur Gestaltung und Vermittlung stehen. Sie betrifft sämtliche Aktivitäten, die mit dem Besuchererlebnis in einer Ausstellung in Zusammenhang stehen bzw. dieses prägen: Eine unverkennbare Ausstellungsgestaltung, durch schlüssig präsentierte Objektensembles erzählte Geschichten, aussagekräftige und verständliche Texte, eindeutig strukturierte Grafik in Verbindung mit einer schnell erfassbaren Informationshierarchie sind Basiselemente für wirkungsvolles besucherorientiertes Design. Diese Laborwerkstatt soll Raum und Zeit schaffen, um Ihre Beispiele, Entwürfe, Vorstellungen und Ideen vorzustellen, zu diskutieren und gemeinsam weiterzuentwickeln. Ziel des Labors ist das selbständige Erarbeiten kreativer Lösungen einer in allen Aspekten besucherorientierten Gesamtgestaltung anhand konkreter Beispiele und Probleme. Im Mittelpunkt der Laborwerkstatt stehen Ihre Projekte. Das Ziel ist, Ihre Frage- und Problemstellungen, sowie die Herausforderungen an Sie in das Zentrum der gemeinsamen Arbeit zu stellen. Sie werden für die Präsentation Ihres Projektes deshalb angemessen Zeit und Raum zur Verfügung haben. Bitte bringen Sie alle wesentlichen Projektmaterialien, Informationen und Hintergründe mit. Möglich sind dabei sowohl materielle als auch virtuelle Darstellungen in Form aller gängigen EDV-Formate. Sollten besondere Präsentationsvorbereitungen notwendig sein, setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung, wir werden uns um die Vorbereitung kümmern. Dr. Doris Prenn ist Ausstellungsarchitektin, Kommunikationskuratorin und Kulturwissenschaftlerin. Ein Schwerpunkt, den sie mit ‚prenn_punkt buero fuer kommunikation und gestaltung’ setzt, ist durch universelles Design barrierefreie Zugänge zu Inhalten für alle Menschen zu eröffnen. Sie lebt und arbeitet in Alkoven/Österreich. Mehr Information unter www.prenn.net.
Mit einer Exkursion in das Innere dieses Depots ermöglichen wir Ihnen den intensiven Blick hinter die Kulissen und die eingehende Information über die Standards der Depotplanung und der Magazinierungstechnik im Museumswesen. Dabei stehen Ihnen sowohl die verantwortlichen Planer und Mitarbeiter des Museums, als auch Fachleute der Polizei und Feuerwehr zu Vortrag und Diskussion zur Verfügung. Folgende Themen stehen im Mittelpunkt des Seminars:
Bitte beachten Sie: Diese Veranstaltung findet in den Räumen des Zentraldepots der Stiftung Stadtmuseum in Berlin-Spandau statt. Unterkunft und Verpflegung sind nicht in den Seminargebühren enthalten. Eine Kooperation mit der Stiftung Stadtmuseum Berlin.
Museum und Vermittlung:
Kongenial multimedial Aus der Fülle multimedialer Konzepte in Museen greift dieses Seminar das Beispiel der elektronischen Informationsvermittlung der Kunsthalle Bremen heraus und stellt Ihnen die Hintergründe, die Entwicklungsschritte, die Konzepte und - nicht zuletzt - die praktische Anwendung der Medien in den Ausstellungen vor. Dabei geht es nicht nur um technische Fragen und organisatorische Rahmenbedingungen, sondern auch um die Frage, welches Medium für welche Zielgruppe sinnvoll und zugänglich ist. Ebenso spielt das Thema der konzeptionellen Ideenentwicklung und des daraus resultierenden inhaltlich-thematischen Aufbaus eine wesentliche Rolle. Diese Fortbildung begegnet dem Gegenstand zunächst von Seiten der Praxis und widmet sich dann den Prinzipien und Übertragbarkeiten von medialen Konzepten auf andere Museumsgattungen und Vermittlungsformen. Ergänzend können Sie Beispiele aus Ihrer Praxis und aus Ihrem Erfahrungshintergrund vorstellen und in den Austausch mit Kollegen und Spezialisten treten. Das Seminar findet in Bremen statt. Unterkunft und Verpflegung sind nicht Bestandteil der Seminargebühren. Dr. Babette Gräfe, Kulturwissenschaftlerin und Geschäftsführerin von ‚kultur+kontext’. Mehr Informationen unter www.kulturundkontext.de. Hartwig Dingfelder, Leiter der Abteilung ‚Bildung und Vermittlung’ der Kunsthalle Bremen. Mehr zur Museumspädagogik unter http://www.kunsthalle-bremen.de/programm/ Jörg Engster, Geschäftsführer der ‚Informationsgesellschaft’ in Bremen. Lehrbeauftragter an der Hochschule für Künste Bremen im Studiengang ‚Digitale Medien’. Andreas Teufel, Kreativdirektor. Mehr Informationen zur ‚Informationsgesellschaft’ unter www.informationsgesellschaft.com.
Vom Umgang mit Amt und Ehre:
Handreichungen und Konzepte für das bürgerschaftliche
Engagement im Museum Kleinere Museen leben in Deutschland stark vom Engagement der Bürger. Seit Mitte der 90er Jahre beginnen auch größere, hauptamtlich getragene Museen, mit Freiwilligen zu arbeiten. Erfahrungen zeigen, wie auch mittlere und große Museen von der Einbindung Freiwilliger profitieren können:
Trotz dieser Vorteile findet das Wissen um erfolgreiche Methoden des Freiwilligenmanagements wenig Anwendung und Ressourcen bleiben ungenutzt. Dieses Seminar zielt deshalb auf die Weitergabe strategischer Konzepte und praxis-orientierten Know-hows für eine effiziente und konfliktarme Entwicklung und Steuerung der Arbeit mit Freiwilligen im Museum.
Das Seminar
behandelt folgende Themenschwerpunkte: Freiwilligenmanagement in der Praxis: Dies ist der größte Block und behandelt den Aufbau eines Freiwilligenprogramms von A bis Z. Anhand von Praxisbeispielen und Übungen geben wir den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Hilfen zur Umsetzung mit auf den Weg. Angesprochen sind Museumsleiter und Museumsmitarbeiter, ebenso Leiter und Mitarbeiter von Kulturämtern, die an Konzepten und Organisationsformen für den Aufbau und die Steuerung von Freiwilligen-Management interessiert sind. Dr. Toby Alexandra Hentschel studierte Ethnologie, Soziologie und Pädagogik in Göttingen, Paris und Hamburg. Promotion an der Freien Universität Berlin über "Freiwillige Mitarbeit in Museen". Sie ist Projektleiterin des Netzwerks Bürgerschaftliches Engagement im Museum und Lehrbeauftragte der Universität Hamburg/Museumsmanagement. Mehr Informationen dazu unter www.netbem.eu sowie unter www.museumsbund.de/de/publikationen/leitfaeden/.
Prinzip Maus Eingeladen sind zu diesem Seminar Vermittler und Spezialisten aus allen gesellschaftlichen Bereichen, die mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern spielerisch eine allgemeinverständliche Sprache finden und erproben möchten.
Neuer Termin Standards für Museen:
Grundlagen der Provenienzforschung Die Aufgabe der Provenienzforschung ist die Erforschung der Herkunft und die Klärung der Besitzerverhältnisse jedes einzelnen Objekts, von Teilen einer Sammlung oder ganzer Konvolute. Die angewandten Methoden beziehen sich dabei etwa auf unterschiedlichste Beweislagen wie etwa Rückseitenbeschriftungen, Künstler- und Eigentümervermerke, handschriftliche Einträge, Marginalien, Widmungen, Initialen, Stempel oder Exlibris bei Büchern oder Archivalien. Ebenso werden externe Materialien, wie Kataloge, Aktenbestände, Verkaufsunterlagen des Kunsthandels, Auktions- und Ausstellungskataloge, Archivalien oder Briefe auf Hinweise von früheren Besitzern recherchiert und untersucht. Die Provenienzforschung trägt dazu bei, die Originalität von Sammlungsgegenständen zu prüfen und kann im Rahmen der Kontextforschung zur Rekonstruktion von Gelehrtenbibliotheken bzw. zur Gewinnung biographischer Daten genutzt werden. Ganz wesentlich in Museen ist dabei die Feststellung der Besitz- und Eigentumsverhältnisse. Dieses Seminar macht Sie vertraut mit den Grundlagen der Provenienzforschung, mit ihren Möglichkeiten der Recherche und ihren angewandten Methoden der Herkunftsfeststellung. Dabei werden Sie anhand praktischer Fälle die Verfahren und Vorgänge kennen lernen, die dazu führen können, mehr inhaltliches Wissen und Zusammenhänge und größere Sicherheit über die Herkunft der Sammlungen Ihres eigenen Hauses zu erlangen. Darüber hinaus erhalten Sie einen Überblick über das nationale und internationale Netzwerk der Arbeitsstelle Provenienzforschung mit den dort tätigen Personen und Institutionen und den damit verbundenen Austausch an Informationen und Erfahrungen auf diesem Gebiet. Dr. Uwe Hartmann ist Leiter der Arbeitsstelle für Provenienzrecherche/-forschung am Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin - Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Weitere Informationen unter www.arbeitsstelle-provenienzforschung.de.
Werkstattseminar: Museum und Internet - Die Grundlagen der ‚Social
Media’ "Die Frage stellt sich nicht mehr, ob man sich dem Thema ‚Social Media’ widmet, sondern wann und wie." Der Kontakt mit der Öffentlichkeit bestimmt maßgeblich die Wahrnehmung des Museums und die Resonanz des Publikums auf dessen Angebote. Dazu gehören auch die neuen Möglichkeiten der digitalen Kommunikation, etwa die der sozialen Netzwerke wie Facebook, Twitter, Google+ oder auch Blogs. Ihre Nutzung ist wirkungsvoll, erreicht eine breitere Öffentlichkeit und kann, richtig eingesetzt und strukturiert, einen sehr lebendigen und nachhaltigen Dialog zum Vorteil von Besucher und Museum gewährleisten. Voraussetzung für den effizienten und erfolgreichen Einsatz dieser Anwendungen sind dabei Kenntnisse und Hintergründe zu folgenden Aspekten:
Im Seminar werden wir uns mit diesen inhaltlichen Schwerpunkten auseinander setzen und Ihnen sowohl über die Vermittlung von Grundlagenwissen als auch über die eigene praktische Erprobung - sowohl im Plenum als auch in Arbeitsgruppen - den Einstieg in die Welt des WEB 2.0 ermöglichen. Als Werkstattseminar geplant, haben Sie hier die Möglichkeit, eigene Ideen, Überlegungen und Konzeptskizzen in das Seminar einzubringen, diese vorzustellen und mit Kollegen und Dozenten auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen. Idealerweise kommen Sie also mit einer konkreten Aufgabenstellung aus Ihrem Hause in das Seminar, die nach Abschluss in einen konkreten Projektplan eingefügt ist. Das Seminar richtet sich an MitarbeiterInnen aus Museen und anderen Kulturinstitutionen, die einen grundsätzlichen Einstieg in die Materie sowie einen praxisorientierten Überblick suchen und die daran interessiert sein müssen, ihren Arbeitsaufwand im Verhältnis zum Resultat für die Institution ökonomisch vertretbar zu halten. Markus Dreesen, Studium der Psychologie, Radiojournalist, Unterhaltungschef, Redaktionsleiter; seit 2004 Berater und Autor für IP Luxemburg. Seit Mai 2005 bei Culturetainment GmbH, verantwortlich für die Schwerpunkte Marketing, Kommunikation und strategische Beratung an der Schnittstelle zwischen Internet und klassischen Medien. Hans-Jörg Woite begann seine berufliche Karriere 1984 nach dem Abschluss seines betriebswirtschaftlichen Studiums an der TU-Berlin, seit 1993 Mitgesellschafter und Geschäftsführer in einer Veranstaltungsagentur, 1998 Gründung der Culturetainment GmbH als Gesellschafter und Geschäftsführer. Mehr Informationen unter www.culturetainment.eu.
Wissenschaft populär: Prinzipien
des wissenschaftlichen Schreibens für Museen Museumstexte kann man als die populärste der wissenschaftlichen Textsorten verstehen: Wissen wird hier in allgemein verständlicher Form - gleichzeitig informativ und unterhaltend - weitergegeben. Wenn sie nicht hinter dem Stand der Forschung und unter Ihren eigenen Ansprüchen bleiben wollen, müssen sich Autor- Innen von Museumstexten ihre Informationen an der Quelle, also bei der Wissenschaft holen. Das bedeutet: Texte, die der Produktion von Wissen dienen, und solche, die dieses Wissen vermitteln, hängen zusammen und bilden eine Einheit. Hier geht es aber um das Neue, dort um das Interessante. Während hier von gleichrangigen Experten Wissen erzeugt wird, muss dort das Wissensgefälle zwischen Fachleuten und Laien überwunden werden. MuseumsautorInnen machen - so wie JournalistInnen - Texte aus Informationen. Aber wie entstehen aus wissenschaftlichem Material populäre Texte? Und was macht wissenschaftliche Texte überhaupt wissenschaftlich - und was populär? Worin unterscheiden sich die verschiedenen Subtextsorten im Museum und wie ergeben sie ein Ganzes? Welche Rolle spielen dabei die Kanäle und Medien? Sollten nicht Audiotexte eigentlich "mündlich" geschrieben sein und entspricht dem Gehen und Schauen nicht auch das "Seh-Lesen" als Rezeptionsform? Wo endet die Fachsprache und wo beginnt Trivialität? Die beste Inspirationsquelle für jede Art von Texten sind natürlich gute Texte. Weitere Anregungen können alle möglichen Disziplinen liefern. Fragmente aus der Literatur-, Architektur- und Designtheorie, Gestaltpsychologie, ja sogar der Musiktheorie lassen sich dabei gut verwenden. Museumsleute kennen und orientieren sich normalerweise unwillkürlich an den richtigen Textsorten. Über ihre Machart wissen sie aber meist nur implizit Bescheid, weil sie die Muster durch Nachahmung gelernt haben. Das Wissen greifbar zu machen und an Beispielen zu üben, ist die Methode dieses Seminars. Bessere Texte leichter zu schreiben, ist das Ziel. Dr. Michael Huter: Der Schwerpunkt seiner Tätigkeiten liegt in der Vermittlung von Wissen. Zur Verlagstätigkeit, verstanden als Entwicklung und Aufbereitung von Inhalten, kommen Lehre und Popularisierung ergänzend dazu. Die Vermittlung mit der eigenen Produktion zu verbinden, ist ein Hauptinteresse seiner Arbeit. Neben wissenschaftlichen Texten bilden dabei Essay, Feuilleton und Feature die bevorzugten Formen. Die Vernetzung der unterschiedlichen Aktivitäten und die übergreifende Zusammenarbeit mit Fachleuten ist eine beabsichtigte Nebenwirkung. Mehr Informationen unter www.huterundroth.at.
Wirklich dialogisch führen! Eine dialogorientierte Vermittlungsform ist vielen Besuchern nach wie vor fremd und stößt daher häufig auf Skepsis und Ablehnung. Mögliche Ursachen sind Angst vor persönlichen Unsicherheiten und eine eher konsumorientierte Haltung. Für VermittlerInnen ist es daher wichtig, sich der eigenen dialogischen Haltung bewusst zu werden, den Sinn und Nutzen einer dialogischen Vermittlungsform zu kennen und auch professionell anwenden zu können. Das Thema "Wirklich dialogisch führen" bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihr eigenes Vermittlungsverhalten zu analysieren. Sie lernen die dialogische Vermittlungsform aus der Besucherperspektive kennen und probieren selbst dialogische Gesprächführungstechniken aus. Ein weiteres Trainingsziel ist, die Fähigkeit des offenen und entgegenkommenden Umgangs mit Besucheräußerungen zu erlernen und damit umzugehen. Am Ende sollen Sie in der Lage sein, zu gegenseitig wertschätzender und nicht wertender Kommunikation in Führungssituationen zu gelangen. Das Basisseminar bietet die Reflektion der eigenen Haltung in der Vermittlungsarbeit durch eine grundlegende Auseinandersetzung mit den Methoden des ‚Sokratischen Dialogs’ und der Wahrnehmungsförderung. Das Aufbauseminar ist als Trainingsseminar konzipiert, in dem die TeilnehmerInnen gemeinsam in individueller Kleingruppenarbeit, durch Supervision und in Coaching-Einheiten den dialogischen Umgang mit den Besuchern trainieren. Die Prozessorientierte Struktur beider Module ermöglicht es, über einen längeren Verlauf einen persönlichen Vermittlungsstil zu entwickeln, der Empathie und Lebendigkeit ausstrahlt und das Gespräch mit dem Besucher in den Vordergrund stellt. Die Fortbildung besteht aus zwei aufeinander aufbauenden Seminaren. Eine Erweiterung ist nach Bedarf und Absprache möglich. Teilnahmebeschränkung auf 12 Personen, TeilnehmerInnen aus dem Basisseminar haben Priorität bei der Anmeldung zum Aufbauseminar. Gundula Avenarius (Kunstwissenschaftlerin M.A.) war Mitarbeiterin der Museumspädagogik der Staatlichen Museen Berlin sowie des DHM und arbeitet als Dozentin für das Lexia Study Abroad Programm in Berlin. Seit 2004 leitet sie gemeinsam mit Antje Lielich-Wolf das Berliner Institut für Kunstvermittlung und Weiterbildung. Mehr Informationen dazu unter www.kunstunddialog.de.
Ausstellungsmanagement
Themenschwerpunkte des Intensivseminars:
Julia Debelts ist Geschäftsführerin, Ausstellungsgestalterin und Beraterin für Projektplanungen sowie -entwicklungen im Museumsbereich bei einer Ausstellungsagentur. Mehr Informationen zu ihrer Arbeit unter www.szenario-ausstellungsgestaltung.de.
In diesem Seminar vermitteln wir Ihnen Handreichungen und geben Beispiele für die Etikette, den Dialog und die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Kulturstiftungen. Dabei wird zunächst geklärt, welche Konsequenzen unterschiedliche Stiftungszwecke für Ihr Projekt haben, um im nächsten Schritt zu fragen, welche die richtige Stiftung für Sie sein kann. Ist diese gefunden, geht es weiter mit Form und Inhalt der Antragstellung und um die Entscheidungsprozesse innerhalb der Stiftungsgremien. Werden Ihnen beantragte Mittel bewilligt, könnte dies zu einer längerfristigen Partnerschaft führen, von der beide profitieren - vorausgesetzt, Sie haben die richtigen Wege der Kommunikation, der Dokumentation, der Abrechnung und des Erfolgsnachweises eingeschlagen. Zu guter Letzt erfahren Sie im Seminar, welche Unterstützung Ihnen Stiftungen geben können, auch wenn sie Ihnen keine Projektmittel bereitstellen. Linda Anne Engelhardt war von 1989 bis 2008 in der Stiftung Niedersachsen als Leiterin zunächst der Förderungs- und dann der Programmabteilung tätig und somit verantwortlich sowohl für Förderanträge als auch für die Eigenvorhaben und Programme der Stiftung (http://www.stnds.de). Ihr beruflicher Hintergrund umfasst auch einige Jahre als Rundfunk-Journalistin und als Englischlehrerin im Gymnasium. 1986-1989 war sie im Niedersächsischen Kultusministerium im Vorhaben »Neue Technologien und Schule« für einzelne Modellversuche und Öffentlichkeitsarbeit zuständig.
Dienst am Besucher: Leitlinien und
Handreichungen für Servicequalitäten im Museum Bereits der erste Kontakt ist ausschlaggebend: An der Kasse oder im Eingangsbereich entscheidet sich, ob sich ein Besucher als gern gesehener Gast des Museums fühlt, oder ob er schon an dieser Stelle den Eindruck hat, ungeliebter Eindringling zu sein. Diese Situation bestimmt ganz maßgeblich das weitere Besuchserlebnis und natürlich auch den Eindruck, den er vom Museum mit nach Hause nimmt - und entsprechend weitergibt. An dieser Stelle muss professioneller Besucherservice einsetzen und sich ausweiten auf alle Berührungspunkte, die das Publikum mit der Institution hat. In diesem Seminar erläutern wir Ihnen den Aufbau und die Arbeitsweise von professionellem Besuchermanagement am Beispiel von unterschiedlichen Museen im In- und Ausland. Dabei geht es sowohl um die Entwicklung bzw. Optimierung von Arbeitsstrukturen und - hilfen für die Kommunikation mit den Besuchern (z.B. Richtlinien) als auch um die direkte Kommunikation zwischen Museumsgast und Museumsmitarbeiter (Umgang mit schwierigen Besuchern, Beschwerdemanagement). Die Frage, wie sowohl interne Schnittstellen (Museumscafé, Museumsshop, Aufsichtspersonal, Veranstaltungskoordination) als auch der Dialog zwischen der Öffentlichkeit und dem (wissenschaftlichen) Personal möglichst effizient organisiert und genutzt werden kann wird ebenso thematisiert. Neben diesen werden Themen wie die Personalführung und -verantwortung vor allem für die freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Vermittlungsarbeit (Auswahlkriterien und Voraussetzungen, Qualifikationen, Qualitätsstandards) einen wesentlichen Platz im Programm einnehmen. Ein wichtiges Prinzip dieses Seminars ist der unmittelbare Bezug auf Ihre Arbeitszusammenhänge. Sie haben in dieser Veranstaltung die Möglichkeit, eigene Überlegungen, Konzepte oder auch Fragestellungen in Arbeitsgruppen einzubringen und sie exemplarisch und in kollegialer Beratung zu thematisieren. Helena von Wersebe ist Leiterin des Besucherdienstes der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn.
Die Tagung des Bundesverbandes wird sich dem Schwerpunkt ‚Wirkungsforschung’ über die Darstellung und Diskussion von Thesen, Forschungsansätzen und Praxiseinsichten nähern - nicht nur, um den gegenwärtigen Stand des Diskurses aufzuzeigen, sondern auch, um ihn möglichst folgenreich mit der Frage zu verknüpfen, was seine Ergebnisse für die museumsrelevanten Bildungskonzepte und damit für die Identität und das Profil der Museumspädagogik in Zukunft bedeuten können und müssen. Tagungsformen: Impuls- und Fachvorträge, Plenum, Diskussionsgruppen, Projektvorstellungen, Exkursionen in umliegende Museen, informeller Austausch.
Standards für Museen:
Objektdokumentation Die fachgerechte Objektdokumentation gehört zu den grundlegenden Standards eines professionell geführten Museums und ist die Basis jeglicher Museumsarbeit. Manchmal jedoch bestehen zwischen Anspruch und Wirklichkeit der Objektdokumentation erhebliche Lücken. Zum Teil liegt das an mangelnden personellen oder finanziellen Kapazitäten, oft aber auch nur an dem niedrigen Stellenwert, der dieser wesentlichen Aufgabe eingeräumt wird. Häufig fehlt ein systematisches Wissen über die Methoden und Werkzeuge, die beim regelgerechten Erfassen und Erschließen musealer Sammlungen notwendig sind. Dieses Seminar motiviert Sie dazu, sich intensiver mit der Museumsdokumentation zu beschäftigen und wird Sie in die Lage versetzen, Prinzipien und Instrumentarien der Objektdokumentation fachgerecht anzuwenden. Außerdem liefert es Ihnen (unterstützt und ergänzt durch praktische Übungen und anschauliche Beispiele) konkrete Ansätze und methodische Grundlagen für die Konsolidierung und Verbesserung des Dokumentationsstandards in Ihrem Museum. Die Schwerpunktthemen des Seminars werden sich an folgenden Fragen orientieren:
Klaus Bulle studierte Germanistik, Geschichte und Skandinavistik. Als Leiter des Weiterbildungsprojekts MUSEALOG vermittelte er den Umgang mit modernen Techniken der Objektdokumentation. Seit 2001 Geschäftsführer der deutschen Niederlassung von Adlib Information Systems, einem internationalen Anbieter von Software für Informations- und Sammlungsmanagement in Bibliotheken, Archiven und Museen. Mehr Information unter www.adlibsoft.com. Axel Ermert, Studium der Soziologie und Informationswissenschaft in Berlin. Seit 1999 ist er fester wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Museumsforschung/ Staatl. Museen Berlin-Preußischer Kulturbesitz. Seine Arbeitsschwerpunkte sind das Dokumentationsverfahren und die Objektdokumentation in Museen. Mehr Information unter www.smb.spk-berlin.de/ifm. Dr. Werner Schweibenz studierte Sprachwissenschaft und Informationswissenschaft an der Universität des Saarlandes und der University of Missouri-Columbia. Er arbeitet als wiss. Mitarbeiter im Team Museumsinformationssystem (MusIS) des Bibliotheksservice-Zentrums Baden-Württemberg (www2.bsz-bw.de/cms/museen/). Zu seinen Aufgabengebieten gehören Museumsdokumentation und Mitarbeit bei der Erstellung und Weiterentwicklung von Regelwerken. Seine Dissertation beschreibt die Entwicklung vom traditionellen zum virtuellen Museum im Internet.
In diesem Seminar geht es um eine Übersicht und Einführung in diese betriebspraktischen Verkaufsaktivitäten. Ziel der Fortbildung ist, Ihnen eine Orientierung über die Möglichkeiten und Verfahrensweisen zu geben, Sie aber auch in die Lage zu versetzen, Fallstricke rechtzeitig zu erkennen. Zielgruppe: Besonders angesprochen sind Kuratoren, Mitarbeiter mit kaufmännischen oder vertrieblichen Aufgaben, Mitarbeiter im Bereich Publishing sowie Museums-Shop. Als Grundlagenseminar ist diese Veranstaltung geeignet für Berufsanfänger und Volontäre. Gabriele Lauser ist Leiterin der Abteilung Vertrieb (Publishing/Editionen) der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf Sven Bergmann ist Leiter der Unternehmenskommunikation und Pressesprecher der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn.
Internationale Bildungspartnerschaften
Dabei lernen die Studierenden unterschiedlichste Formen der Vermittlung kennen. Diese Beispiele regen zu eigenen Projekten an. Berufsanfänger und Volontäre. Weitere Informationen unter www.kuverum.ch.
Um diese Perspektive noch zu erweitern, trifft sich dieselbe Gruppe im Mai 2012 erneut und wird unter gleicher Fragestellung die Potenziale und Möglichkeiten befragen, die sich unter bundesdeutschen Rahmenbedingungen denken und erproben lassen. Die Schauplätze dieser Erkundung der Potenzialen werden sein das Museum Neukölln (www.museum-neukoelln.de), das Museum der Dinge (www.museumderdinge.de/) und das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR/Eisenhüttenstadt (www.alltagskultur-ddr.de). Unmittelbar im Anschluss daran werden alle Erfahrungen und Ergebnisse dieses polnisch-deutschen Projektes von den Teilnehmern und Verantwortlichen in einem fachöffentlichen Symposion präsentiert und auf weitere Optionen für gemeinsame Projekte und Kooperationen zwischen Polen und Deutschland untersucht werden. Dabei steht besonders der Gedanke des Netzwerkens und der Anbahnung von weiteren grenzübergreifenden Ideen und Projekten der kulturellen Bildung (im doppelten Sinne verstanden) im Vordergrund. Sollten Sie Interesse an einer Teilnahme an dieser Tagung vom 11. - 12. Mai 2012 haben, vermerken Sie dies bitte unter dem Button "Interessemeldung 'Offenes Museum/Symposion'". Sie erhalten dann rechtzeitig Informationen und Hinweise auf das Programm und die Organisation der Tagung, die im Schloss Genshagen stattfinden wird.
Strukturen der Kunst- und
Kulturlandschaft in Deutschland Wie funktioniert die deutsche Kulturlandschaft? Wie finanzieren sich hierzulande Museen und Galerien? Wo liegen die Unterschiede zwischen privater und kommerzieller und nicht-kommerzieller öffentlich geförderter Kultur? Was sind die Ziele von Institutionen im Kulturbereich und mit welchen Strategien werden sie unter den gegenwärtigen Herausforderungen erreicht? Geschichte und Entwicklung, Hintergründe und Strukturen, Ideen, Konzepte und deren Realisation sowie der persönliche Erfahrungsaustausch zwischen russischen MBA-Studenten und deutschen Kulturwissenschaftlern stehen im Mittelpunkt dieser Kooperation.
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