Veranstaltung

Artist Statement

Die Kunstgeschichte war immer auch eine Schreibgeschichte der Künstlerinnen und Künstler. Manifeste, Pamphlete, theoretische Reflexionen – die künstlerische Selbstaussage war stets ebenso wichtig wie die professionelle Kritik von außen.

Seit die journalistische Kunstkritik aus den schrumpfenden Tageszeitungen verdrängt wird und der hauptberufliche Kritiker als aussterbender Berufsstand gelten kann, ist die Wiederentdeckung des künstlerischen Schreibens gar zu einer professionellen Überlebensfrage für Künstler geworden. In einem beschleunigten Kunstbetrieb kommt ihren Selbstaussagen neue Bedeutung zu. Im Messegeschäft genauso wie in popularisierten Museen werden ihnen Selbsterklärungen abverlangt. Sie müssen strategisch entscheiden, wie differenziert sie ihre Arbeit beschreiben und wohin sie die Aufmerksamkeit lenken. Das »Artist Statement« ist ein Standardwerkzeug der künstlerischen Arbeit geworden.

Das Seminar sucht nach Ansätzen im jeweiligen künstlerischen Werk für eine differenzierte Vermittlung der eigenen Arbeitsweise und der Arbeitsvorhaben. Es soll das Bewusstsein dafür schaffen, dass künstlerische Selbstaussagen keine Nachahmungen journalistischer Textformate sind, sondern Plädoyers für die eigene Denk- und Produktionsweise. Das Seminar sucht nach Strategien, mit denen sich die passende Sprache für das eigene künstlerische Werk finden lässt. Dabei kommt es nicht darauf an, jedem zu gefallen, sondern selbstbewusst den eigenen Anspruch zu beschreiben und zu verteidigen.

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Leitung: Gerrit Gohlke | Datum: 20. Mrz (16:00 Uhr) - 22. Mrz 2018 (14:00 Uhr) | Kostenanteil: 205,- € (inkl. Ü/VP) | Anmeldeschluss: 20. Feb 2018 |

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