Veranstaltung

Kreative als Motor für RegionenEine Qualifizierung zur Belebung von Regionen in vier Phasen

Wie wird die Zukunft in strukturschwachen Regionen aussehen? Welchen Einfluss können Akteur_innen aus Kunst, Kultur, Politik, Wirtschaft, Ehrenamt etc. gemeinsam auf die gegenwärtigen und die zukünftigen Entwicklungen nehmen? Die Qualifizierung soll Know-how für Akteur_innen in Regionen vermitteln und Wege aufzeigen, wie Kreative in diese Regionen geholt werden können, wie man von ihnen profitieren kann und was sie in gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen nachhaltig bewirken können.

Den Teilnehmenden wird das Handwerkszeug vermittelt, um in der eigenen Region Aktivierungsprozesse zur Ideenentwicklung und Umsetzung für den Bereich der Kulturwirtschaft zu initiieren und durchzuführen. Das gilt für beide Seiten: sowohl für die Seite der Kreativen als auch für die kommunale, respektive regionale Seite von Wirtschaft, Verwaltung und Politik.

Der Mehrwert von Kunst und Kultur besteht zunächst primär in ihrer Bedeutung für die »weichen« Faktoren wie Attraktivität von Regionen, Innovationssteigerung, Lebensqualität der Bewohner_innen, Identität, kulturelle Vielfalt, soziale Entwicklung und sozialer Zusammenhalt etc. Dadurch haben sie aber auch eine nicht zu unterschätzende Wirkung auf die »harten« wirtschaftlichen Faktoren: In weiterer Folge bilden die »soft facts« Anreize für die Ansiedlung von Unternehmen, begünstigen die Schaffung von mehr und besseren Arbeitsplätzen, kurbeln den Tourismus an usw. Kultur kann auf diese Weise zu einer günstigen wirtschaftlichen Entwicklung beitragen. Obwohl all dies erkannt wurde, gibt es bei der Umsetzung dieser Erkenntnisse nur teilweise Fortschritte.

Sogleich soll ein Irrtum ausgeräumt werden: Kreative sind nicht für Wachstum in Regionen zuständig! Aber Kreative – genauer ihre Produkte und noch viel mehr ihre Methoden – können, wenn sie auf Verwaltung und Wirtschaft treffen, inspirierend und energiespendend sein für die Entwicklung nicht nur der Kreativwirtschaft in einer Region.

Im Sinne einer strategischen Zukunftsplanung stellt sich generell die Frage, wie mit gesellschaftlichen Herausforderungen umzugehen ist – zum Beispiel Demographie, Geflüchtete, Entwicklung der Metropolregionen, Entvölkerung ganzer Landstriche. Hier gibt es unterschiedlichste Ansätze von Regionalplaner_innen und Verantwortlichen für die regionale Entwicklung, Wirtschaftsförderern und Behörden einerseits und von Künstler_innen, Kreativen, Kulturschaffenden andererseits.

Als »gesellschaftliches Labor« versucht die Qualifizierung erstmals, mit Kreativen und Kulturschaffenden und mit Politik und Wirtschaft gemeinsam an den Fragestellungen für die Zukunft der strukturschwachen Regionen zu arbeiten und Potenziale zur Freisetzung von Kreativität, Innovation und Unternehmungsgeist zu erkennen und zu aktivieren. Am Beispiel Niedersachsens wird erstes Datenmaterial erstellt. Damit hat die Qualifizierung Modellcharakter mit bundesweiter Bedeutung.

Zielgruppen

Kunst- und Kulturschaffende, Mitarbeiter_innen sämtlicher Institutionen und Behörden in wirtschaftlich und strukturell schwachen Regionen im ländlichen Raum – aus Schule, Wirtschaft, Behörden, Kommunen, Kreisverwaltungen und Verwaltungen kleinerer Städte, Wirtschaftsförderung. Mitarbeiter_innen der Verbände, die in diesen Regionen tätig sind – Bauernverband, Denkmalschutz, Landesforsten, Landschaften, Heimatbund, Schützenvereine. Unternehmer_innen, Kaufleute, Regional- und Stadtplaner etc.

Arbeitsweise

Die vier Module in Wolfenbüttel umfassen insgesamt 68 Stunden, dazu kommt die Zeit zur Vor- und Nachbereitung sowie zum Selbststudium. Die Module beginnen am ersten Tag um 16 Uhr und enden am dritten Tag um 12.30 Uhr. Der zeitliche Umfang wird im Zertifikat dokumentiert. Ziel ist auch die Schaffung eines Netzwerks der Teilnehmer_innen, das über die Dauer der Qualifizierung hinaus Bestand hat.

Methoden

Einzel- und Paararbeit, Gruppenarbeit, Diskussion, Rollenspiel, Fallbeispiele, Impulsreferat, Präsentation, freier Vortrag, Reflektion, individuelles Feedback, Analyse, kollegiale Beratung, praktische Übungen, verschiedene Kreativmethoden.

Zertifikat

Voraussetzung zur Erlangung des Zertifikats ist die Absolvierung der vier Module einschließlich der Aufgaben zur Vor- und Nachbereitung und die aktive Teilnahme am Abschluss-/Präsentationsmodul mit einer 20- bis 30minütigen Präsentation des eigenen Projekts.

  1. Modul: Getting started: »Kribbeln im Kopf« – Kreativworkshop | 27. – 29. Sep 2016 | Di – Do

  2. Modul: »Am Markt« – Strategieentwicklung | 1. – 3. Nov 2016 | Di – Do

  3. Modul: »Best Practice« | 25. – 27. Jan 2017 | Mi – Fr

  4. Modul: Präsentation & Abschluss | 22. – 24. Mrz 2017 | Mi – Fr 

 

Wegen weiterer Informationen wenden Sie sich gerne an joern.steinmann@bundesakademie.de

BMBF

Leitung: Andrea Ehlert, Axel Watzke, in beratender Funktion Tania Breyer | Datum: 27. Sep (16:00 Uhr) - 29. Sep 2016 (14:00 Uhr) | Kosten: 544,- € (inkl. Ü/VP) |