Publikationen

ERSTdruck 5/01

ERSTdruck 5/01

56 Seiten, Broschüre,
Preis: 3,00 EUR

Mehr Infos

3,00 €

Wer schreibt, der bleibt nicht gern allein

Die gute alte Literatur? Davon haben wir reichlich, und wir sind froh darüber. Und wo bleiben die Autoren von heute? Literarischer Nachwuchs ist seit einiger Zeit im Aufschwung, führt Bestsellerlisten an und drängt in die Feuilletons. Grund genug, solche Entwicklungen an der Talentbasis zu unterstützen.
Vom 2. bis 6. September 2001 förderte eine internationale Werkstattwoche an der BUNDESAKADEMIE FÜR KULTURELLE BILDUNG WOLFENBÜTTEL literarisch ambitionierte Jugendliche und junge Erwachsene aus Deutschland, Italien und Österreich. Die MITTELEUROPÄISCHE SCHREIBZEIT (MESZ), gemeinsam mit der JUGEND-LITERATUR-WERKSTATT GRAZ geplant und verwirklicht, eröffnete darüber hinaus Kunst- und Spielräume interkultureller Verständigung. Vor dem Hintergrund der kürzlich veröffentlichten Pisa-Studie, dem weltweit größten Schülerleistungstest in den Bereichen Lesen, Rechnen und Naturwissenschaft, ein umso wichtigeres Unternehmen.
Schreiben ist ein einsames Geschäft. Wer literarisch produktiv ist, kämpft häufig gegen Vorbehalte seiner Umwelt, die das Schreiben mitunter als seltsames Tun verkennt. Nicht nur junge Schreiber haben damit bisweilen Probleme. Hier genau setzt die MESZ ein. Sie dient dazu, Jugendliche ihr Schreiben als etwas Besonderes, nicht als etwas Sonderbares erleben zu lassen - und das klappt am besten im Kreise Gleichgesinnter. Die Vereinzelung junger Schreiber ist für eine Werkstatt-Woche aufgehoben, neue Motivation fürs Weiterschreiben gewonnen.
(...)
Wichtiger Bestandteil der MESZ war die literarische Produktion und die Vermittlung von Rüstzeug fürs Schreiben. Dem Feilen an eigenen Texten stand das Gespräch über fremde Texte gegenüber. Erstaunlich und erfreulich bei den 14- bis 21jährigen war die Fähigkeit, sachkundig über die Texte der anderen Jungautoren zu sprechen und erstes literarisches Urteilen zu proben. Beim Schreiben geht es aber nicht nur um steten qualitativen Fortschritt, sondern auch darum, die Freude am Schreiben als Motor zu nutzen. In dieser Hinsicht war literarische Geselligkeit - als Gegenwelt des einsamen Schreibers - während der MESZ genauso wichtig wie der Umgang mit literarischem Handwerkszeug. Der MESZ ist es gelungen, für Jugendliche aus drei Ländern einen gemeinsamen Schreibort zu (er)finden.

(Auszug aus dem Vorwort von Olaf Kutzmutz)

Inhalt:

  • Vorwort
  • Susanne Heinrich -
    Nachtzug
    Tanzcafe
    FreierMorgenRuhe
    Der fältige Nachmittag...
    Aus dem Gedankenloch...
    Aus Tränen erwacht...
    Das Tanzen wird mir schwer.
    was der Wind bringt...
    Du/ Bruchstücke
  • Melanie Strasser - Augenblicke
  • Helena Köfler -
    Mit tauben Händen...
    deine lippen...
  • Stefanie Flebus - Versteckspiel
  • Julia Wallnöfer -
    Mea Culpa
    Das verlorene Land
    Phantomtanz
  • Marina Martinez Mateo -
    Regenbilder
    Letzter Augenblick
  • Cordula Simon -
    Finster
    Am Sterbebett
  • Elisabeth Klar -
    Dämmerung
    Sie liegt...
    Ausblicke
  • Katharina Hammler - Aussichten
  • Eva-Maria Kampitsch - Die Differenz der Dinge
  • Jan Oberländer -
    Undercover
    Minze
  • Katharina Hammler - Schlagzeilen
  • Gabor Fönyad-Joö - Fast vollkommen
  • Christof Capellaro -
    Allee
    Abglanz
  • Malte Borsdorf - Schwimmer
  • Autorinnen und Autoren