THEATER
TH 10
Rimini Protokoll Achtung! Terminverschiebung
TH 11
Das Popcornverbot II
TH 12
Kinematheken des Jetzt
TH 18
Mein Handicap
TH 24
Selbstverständlich I Migrationskulturen in Theater und Theaterpädagogik
Regie und Darstellung - Theater und Theaterpädagogik
TH 1
Photographs & Memories | Biografisches Theater
TH 2
Maskenbau, Maskenspiel und Improvisationstheater
TH 3
Erzähltheater
TH 4
Creative Gaming
TH 5
Die Kunst der Komödie | Szenische Studien
TH 6
Bauchreden, basics I
TH 8
Sprechen | Sprechhaltung und Sprachgestaltung Achtung! Neuer Termin
TH 9
Theatersport und Impro-Training in der Schule
TH 13
Musikalisches Inszenieren | Vom Grundhandwerk zum Theaterabend
TH 14
Über das Marionettentheater
TH 17
Stand up
TH 19
Regie
TH 21
Improvisation - Acting - Entertainment
TH 23
Körperliche Präsenz und darstellerische Ausdruckskraft
TH 25
Site Specific Theatre
TH 27
Musical und Musiktheater mit Kindern
TH 29
Dramaturgie, praktisch | Stückbearbeitungen, Regiekonzepte, Probenplanung
TH 32
Die Wüste lebt | Bühnenlicht mit einfachen Mitteln und unter schlechten Bedingungen in nichttheatralen Räumen
TH 40
Die Kunst des Fragens Neu im Programm
Film
TH 16
Taschengeldkino - Qualifizierung Film und Filmen in der Schule - 1. Phase
TH 20
Taschengeldkino - Qualifizierung Film und Filmen in der Schule - 2. Phase
TH 31
Taschengeldkino - Qualifizierung Film und Filmen in der Schule - 3. Phase
TH 26
Cut und Postproduction - Kreativer Umgang mit Bild- und Videomaterial
TH 33
Camera Acting | Darstellungsweisen des Direkten
Tanz
TH 7
Tanztheater | Szenische Choreografien für die Bühne
TH 28
Tanztheater | Szenische Choreografien für die Bühne (Aufbaukurs)
Die Kurse beginnen, wenn nicht anders angegeben, am ersten Seminartag um 16 Uhr und enden am letzten Seminartag um 14 Uhr.
Alle Seminare, Tagungen und Qualifizierungsreihen sind offen für Teilnehmer aus dem europäischen Ausland.
Professionalisierungen
Qualifizierung: SpuRT - Spielleitung und Regie in Theater und Theaterpädagogik Berufsbegleitende Fortbildung mit Zertifikatsvergabe in 6 Phasen 1. Phase: TH 19: 24. - 26. September 2010 (Auftaktveranstaltung) 2. Phase: TH 29: 5. - 7. November 2010 3. - 5. Phase : 2011 6. Phase: Januar 2012 (Präsentationsphase) Leitung: Thomas Lang, Bundesakademie, sowie weitere Dozenten Kostenanteil: ca. 1050,- € (inkl. Ü/VP) Anmeldeschluss: 1. August 2010
Theater kann Darstellung und Selbstdarstellung sein, Rollenspiel, Verwandlung und Bild von der Wirklichkeit. Theater findet statt auf Bühnen, im Klassenzimmer und auf Plätzen im Freien. Theater ist Monolog, Dialog, Schweigen und Tanz. Theater hat etwas zu sagen, muss etwas zu sagen haben, teilt mit. Theater ist wie Alltag, wie Leben, eine Kunst, aufregend und anstrengend.
Die Qualifizierung Spielleitung und Regie in der Theaterpädagogik wendet sich an pädagogisch wie in den Darstellenden Künsten Ausgebildete, die das Interesse verfolgen, als SpielleiterIn in künstlerischen, sozialen oder pädagogischen Zusammenhängen mit Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen selbst Theaterprozesse zu initiieren und Theateraufführungen zu erarbeiten. Die Teilnehmenden dieser Fortbildung erarbeiten dafür in 6 Phasen Vorgehensweisen und Strategien. Sie werden ermutigt, ein Theaterprojekts in Angriff zu nehmen und es gestalterisch, organisatorisch und didaktisch zu planen und durchführen und in die Lage versetzt, szenische Fragmente in die jeweilige pädagogische Praxis einzubinden. Gearbeitet wird an ausgewählten Beispielen aus der zeitgenössischen Theaterliteratur und mit ergänzenden Materialien durch Recherche, Interview, protokollierend verdichtetes Schreiben sowie szenische Improvisation.
Die einzelnen Arbeitsphasen sind als Projekteinheiten zu verstehen, die sich ganz praktisch einer Aufführung nähern. Anlässe werden dabei geboten, sich Themen wie Szenische Komposition, Sprechhaltung und Sprachgestaltung, Stückbearbeitung, Regiekonzept und Probenplanung zu nähern. Referenten und Dozenten mit jeweils fachspezifischen Kompetenzen zu entsprechenden Schwerpunktthemen führen die einzelnen Projekteinheiten durch.
Die aktive Teilnahme an den Arbeitsphasen sowie ein eigenes theaterpraktisches Projekt und dessen Reflexion führen zur Erlangung eines Zertifikats. Vorausgesetzt wird ein Interesse an szenischer künstlerischer Praxis sowie erste Erfahrungen, Mut und Bereitschaft für der Moderation von Gruppenprozessen. Erste Grundlagen ästhetischer Gestaltung durch Erfahrungen im bildnerischen Denken, allgemeines Wissen um Abbildungen von Realität und künstlerischen Verdichtungsvorgängen sollten zudem vorhanden sein, erlangt in der Regel durch eine pädagogische Qualifikation sowie durch Bewegungen im kulturellen Raum.
Die Teilnahmebedingungen sowie Informationen über nähere Inhalte und weitere organisatorische Details erhalten Sie auf Anfrage ab März 2010.
Diese Seminarreihe sowie die weiteren Seminarangebote des Theaterprogramms der Bundesakademie werden vom Niedersächsischen Landesamt für Lehrerbildung und Schulentwicklung (NiLS) als Bestandteile für das Weiterbildungszertifikat "Darstellendes Spiel" anerkannt.
12. - 14. August 2010 / 1. Phase Taschengeldkino (Auftaktveranstaltung)
29. September - 1. Oktober 2010 / 2. Phase Taschengeldkino
26. - 28. November 2010 / 3. Phase Taschengeldkino
Taschengeldkino - Qualifizierung Film und Filmen in der Schule Berufsbegleitende Fortbildung zum Filmlehrer mit Zertifikatsvergabe in 7 Phasen 1. Phase: TH 16: 12. - 14. August 2010 (Auftaktveranstaltung) 2. Phase: TH 20: 29. September - 1. Oktober 2010 3. Phase: TH 31: 26. - 28. November 2010 4. - 6. Phase: 2011 7. Phase: November 2011 (Präsentationsphase) Leitung: Thomas Lang, Bundesakademie, Claudia Wenzel, Hannover, filmlehrer.de Kostenanteil: ca. 180,- € (inkl. Ü/VP) je Phase. Die Teilnahmebedingungen sowie Inhalte der einzelnen Phasen und weitere Details erhalten Sie auf Anfrage ab März 2010. Eine Kooperation der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel mit der Initiative filmlehrer.de und dem NiLS (Niedersächsisches Landesamt für Lehrerbildung und Schulentwicklung).
Der Film ist selbstverständlicher Bestandteil der Unterrichtsgestaltung. Als Methode, als Inhalt oder als ästhetisches Produkt wird er auf ganz unterschiedliche Weise zum Gegenstand von schulischer Praxis. Die praktischen Einbindungen und die Ziele der Umsetzung in den unterschiedlichsten Fächern, in Film-AGs und Projekttagen sind vielfältig: Nutzt der Deutschunterricht den Film als kreative Auseinandersetzung mit Texten und Literatur, so gibt der Dokumentarfilm im Geschichtsunterricht Jugendlichen die Chance, historische Themen kritisch zu hinterfragen, während der Kunstunterricht den Film als Kunstform betrachten wird.
Das Filmen selbst als Erweiterung dieser Möglichkeiten gilt es zu entdecken. Durch die Produktion von Filmen ergeben sich Handlungsspielräume, die die grundlegende Motivation der Schülerinnen und Schüler aufnehmen und neben der Selbsttätigkeit und Kreativität den Film als formbaren ästhetischen Gegenstand ins Zentrum rücken. Schülerproduktionen zeigen bereits, wie einfallsreich, ungewöhnlich, humorvoll und eigenwillig Filme sein können, wenn sie ab vom Mainstream die Kreativität der Jugendlichen fordern. Dieses Filmemachen regt zum kritischen Umgang mit den neuen Medien an und wird so zur praktizierten Medienbildung.
Die Qualifizierung zum Filmlehrer wendet sich an Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten, -stufen und Fachausrichtungen mit Interesse am Film und Filmemachen und an der Umsetzung der damit verbundenen kreativen Prozesse in schulischer Praxis. Die einzelnen Seminare und Arbeitsphasen sind als Projekteinheiten zu verstehen, die sich ganz praktisch einem Filmstil und einer Produktionsphase des Films widmen. Im Verlauf der Arbeitsphasen bieten eigenaktive Übungen Anlass, sich mit den Themen Kamera- und Gerätekunde, Filmsprache, Bild- und Lichtgestaltung, Toneinsatz, Dramaturgie und Storytelling auseinander zu setzen. Postproduktion und Montagetechniken ergänzen die Seminarinhalte ebenso wie szenische Übungen für das Spiel vor der Kamera. Sie werden anhand von Praxisaufgaben und Beispielen vermittelt und auf den Schulalltag übertragen. An Filmbeispielen werden praktische und rezeptive Vermittlungsaspekte erarbeitet, Methoden der Filmanalyse vorgestellt und Persönlichkeits- und Aufführungsrechte geklärt.
Eine eigene filmpraktische Aufgabe und deren Realisation und Reflexion in der Schule führen zur Erlangung eines Zertifikats zum Filmlehrer. Auf dem Internationalen Film-Festival up-and-coming im November 2011 sind diese fertig gestellten Filmproduktionen im Rahmen einer Werkschau zu sehen. Lehrkräfte, die die Qualifizierung durchlaufen haben, sind in der Lage, Filmarbeit mit Schülern gestalterisch, organisatorisch und didaktisch zu planen und durchzuführen.
Referenten und Dozenten mit jeweils fachspezifischen Kompetenzen zu entsprechenden Schwerpunktthemen führen die einzelnen Projekteinheiten durch. Alle Projekteinheiten können unabhängig vom Zertifikatserwerb gebucht werden. Priorität bei der Vergabe der Seminarplätze haben jedoch die Teilnehmer der Qualifizierung.
Photographs & Memories Biografisches Theater 19. - 21. Februar 2010 Leitung: Ruth Rutkowski Kostenanteil: 165,- € (inkl. Ü/VP) Anmeldeschluss: 4. Januar 2010 In Kooperation mit dem Landesverband Freier Theater in Niedersachsen
"Photographs & Memories" heißt nicht nur eine LP von Jim Croce, das sind vor allem Mailkonten und Foto-CDs, Super-8-Familien-Filme, Plattenkisten und Liebesbriefe. Startpunkte einer szenischen Spurensuche, die von versprengten Einzelteilen über großformatige Portraits zu einem zusammengesetzten Gruppenbild führt. Auch so entsteht Theater, aus den Erinnerungen und Erzählungen der Beteiligten entwickelt und geformt, verknüpft und verbunden. Nicht mehr eine erdachte dramatische Figur also, sondern die Biografien der mitwirkenden Akteure dienen als Ausgangsmaterial szenischer Arbeit. Das Rollenspiel wird abgelöst von einer Selbst-Erzählung. Nicht mehr Figuren werden gezeigt, sondern die Konstruktion von Identität vor den Augen der Zuschauer vor- und aufgeführt.
Angesiedelt zwischen Entertainment, musikalisch-choreografischem Experiment und chorischen Formaten speist biografisches Theater dabei seine szenische Phantasie aus der Verdichtung biografischen Materials, eine der "sehnsüchtigen Strategien des modernen Menschen, das Leben dem unerbittlichen Verfließen der Zeit und dem Vergessen zu entreißen". Die entsprechenden Spielweisen und Darstellungsstrategien gilt es kennen zu lernen und zu erproben.
Ruth Rutkowski, Hannover, Regisseurin, www.fensterzurstadt.de
Maskenbau, Maskenspiel und Improvisationstheater 26. - 28. Februar 2010 Leitung: Steve Jarand Kostenanteil: 220,- € (inkl. Ü/VP), zzgl. 20,- € Materialgebühr Anmeldeschluss: 5. Januar 2010
Die Maske verrät mehr über den Menschen als sein Gesicht. (Jean-Louis Barrault, französischer Schauspieler und Pantomime, "Kinder des Olymp")
Die Faszination am mimischen Ausdruck und dessen kunstvolle Umsetzung für das Theater erleben wir stets: Masken sind nicht nur das, was sie zeigen, sondern auch das, was sie verbergen. Bekannt ist uns die gestaltete Maske eher als ästhetisches Objekt, neu ist sie hier zu erfahren als künstlerische Entwicklung aus dem eigenen Gesicht und als ausdrucksstarkes Theatermittel, wenn sie Bestandteil von komödiantischem Spiel wird.
Im Seminar "Maskenbau, Maskenspiel und Improvisationstheater" werden die Teilnehmenden eine individuelle (Halb)-Maske aus einem eigenen Gesichtsabdruck erstellen, ihr Ausdruck geben und - kombiniert mit Kostümen und Alltagsgegenständen - erste spielerische Erfahrungen im Maskenspiel machen. Zudem werden mit vorhandenen Masken in praktischen Übungen Spielideen des Improvisationstheaters erprobt. Hinweise über die ästhetische Ausdrucksform gibt die Homepage des Dozenten www.stevejarand.com.
Die Seminarsprache ist Englisch, eine zusammenfassende Übersetzung wird angeboten.
Steve Jarand, Calgary/Canada, Improvisationsschauspieler und Maskenschauspieler, langjähriges Studium des Improvisationstheaters am Loose Moose Theater bei Keith Johnstone, Studien des Maskenspiels in afrikanischen und ostasiatische Ländern
Erzähltheater 12. - 14. März 2010 Leitung: Franziska Steiof Kostenanteil: 165,- € (inkl. Ü/VP) Anmeldeschluss: 7. Februar 2010
Erlebnisse, Meinungen und Befindlichkeiten, die sich direkt an die Zuhörenden wenden und nicht im Dialog auf der Bühne verbleiben, bestimmen heutiges Theater. Prosa, Tagebücher, Biografien, Protokolle, auch nichtdramatische erlebte wie erdachte Texte beschreiben Ereignisse und Zustände. Ursprung von Geschichten für die Bühne; als Vergegenwärtigung des Vergangenen, als Ort der Erinnerung - und des Erzählens.
Das Erzähltheater bezieht seinen Reichtum so aus zahlreichen Übersetzungen von Vorgängen in einer Geschichte. Es behandelt sie offen, legt Umzüge, Ein- und Ausstiege in Figuren, sowie Einschränkungen in der Wahl seiner Mittel bloß und ermöglicht damit neue Welten auf der Bühne. Und der Zuschauer des Erzähltheaters wird eingeladen, zwischen, hinter und vor dem gesprochenen Wort eigene Bilder entstehen zu lassen, die weit über das Gezeigte hinaus gehen.
An Ausschnitten aus Kleists Novelle "Kohlhaas" werden die Mittel des Erzähltheaters erprobt und die eingesetzten Methoden für Texte der Teilnehmenden übertragbar gestaltet. Hinweise werden gegeben, Formen des Erzähltheaters für das Theater in der Schule zu nutzen Franziska Steiof, Hamburg, Regisseurin, u.a. am Schauspielhaus Düsseldorf, Städtische Bühnen Kiel ("Der Schimmelreiter"), Grips-Theater Berlin, www.coaching-steiof.de.
Creative Gaming 16. - 18. April 2010 Leitung: Jana Dugnus Kostenanteil: 165,- € (inkl. Ü/VP) Anmeldeschluss: 8. März 2010
Creative Gaming ist Comedy in Ballerspielen, Theater in Onlinewelten, Geschichtsunterricht mit Strategiespielen - und die Kunst, etwas Bestehendes in etwas Eigenes zu verwandeln. Weit ab stupider Gewaltspiele hat sich mittlerweile eine künstlerisch aktive Szene etabliert, die Computerspielen eher als Kulturträger begreift, als digitalen Sandkasten, in dem eine Vielzahl an Spielereien erprobt, frei und kreativ gespielt und mit anderen interagiert und Neues gestaltet werden kann. Computerspiele knüpfen an den Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen an, vermitteln soziale Kompetenzen, fördern Konzentration, Phantasie und strategisches Denken und regen an zu kritischem, aber auch unverkrampften Umgang mit Computerspielen
In die kreativen Prozesse im Umgang mit Computerspielen wird eingeführt, ihre nichtkommerziellen, gestaltenden und medienpädagogisch attraktiven Möglichkeiten werden entdeckt und reflektiert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der praktischen Arbeit und dem eigenen Ausprobieren verschiedener Spiel- und Arbeitsweisen. Angesprochen zur Teilnahme sind Kunst- und Medienpädagogen und an Trickfilmgestaltung Interessierte. Vorkenntnisse im Bereich Film oder Computerspiel sind hilfreich.
Jana Dugnus, Jahrgang 1981, Potsdam, Filmemacherin und Medienpädagogin, www.creative-gaming.eu.
Die Kunst der Komödie Szenische Studien 16. - 18. April 2010 Leitung: Kay Voges Kostenanteil: 170,- € (inkl. Ü/VP) Anmeldeschluss: 8. März 2010 In Kooperation mit dem Landesverband Freier Theater in Niedersachsen, LaFT
Komisch zu sein auf der Bühne ist, wie alle wissen, schwer. Viele Versuche bleiben angestrengt und wirken nur albern. Was und warum etwas komisch ist oder sein kann, - mit prägnanten Beispielen wird dieses in szenischer Arbeit gesucht. Nicht das Triviale, Dreiste, sondern das Intelligente und Traurige, eben das Komische.
Angeboten werden den teilnehmenden Regisseuren, Spielleiterinnen und -leitern Inszenierungsstrategien aus der Theatersprache des Dozenten, Denk- und Vorgehensweisen. Gefragt dabei sind vor vielem Tempo und Timing, Detailgenauigkeit und Präzision, Lakonie und Power.
Ziel muss es sein, die eigenen künstlerischen Kompetenzen zu erweitern, um mit einer Gruppe von Interessierten gemeinsam und teilhabend wirkungssichere Ausdrucksformen zu gestalten und Spielende zum komödiantischen Agieren anzuregen.
Kay Voges, Krefeld, Regisseur, u.a. an den Theatern Dresden, Bonn und Kassel, demnächst Schauspieldirektor in Dortmund. www.kay-voges.de
Bauchreden, basics I 16. - 18. April 2010 Leitung: Marcus Geuss Kostenanteil: 160,- € (inkl. Ü/VP) Anmeldeschluss: 8. März 2010 In Kooperation mit dem Deutschen Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst und der Schule für Tanz, Clown & Theater TuT Hannover.
Bauchreden ist die fast vergessene Variante der Unterhaltungskunst und besteht aus der Fähigkeit, mit fast geschlossenem Mund Töne hervorzubringen, um so quasi "unsichtbar" zu sprechen. Um dieser anderen Stimme Ort und Herkunft zu geben, nutzt der Bauchredner in der Regel eine Klappmaulfigur und gestaltet mit dieser "Kunst der Zwei Stimmen" zumeist komische Dialoge. Notwendig wird auch, mit Blick und Geste auf diese Puppe aufmerksam zu machen, um so die Illusion wie Überraschungseffekte herzustellen.
Hierzulande sieht man im Variete zumeist all zu liebe Tierpuppen à la Muppet-Show. Der komische Effekt im Dialog mit diesen entsteht dann dadurch, dass Tiere eben auch nur Menschen sind. Im amerikanischen Raum, dort wird das Bauchreden Ventriloquistik genannt, sind eher menschlich gestaltete Klappmaulpuppen zu finden, gelegentlich als alter ego ihres "Herren" gestaltet. Diese Form wurde auch genutzt als eine Form des politischen Kabaretts, die in den 20er Jahren in diesem Lande noch durchaus bekannt und populär war, weiterentwickelt heute zur parodistischen Stimmenimitation.
Natürlich kann man an einem Wochenende nicht lernen, wozu fleißiges Übens notwendig ist; aber - mit ein wenig Talent - können die Grundsteine für die richtige Technik gelegt werden und erste kurze Dialoge mit einer Figur auf dem Arm geführt werden. Die Erfolgserlebnisse sind verblüffend. Voraussetzung ist lediglich eine normale Sprechstimme.
Marcus Geuss, Coburg, Bauchredner, Zauberkünstler, Aufführungen in diversen Vatietés, unter anderem im Renitenz-Theater Stuttgart und im Schmidt Theater Hamburg. www.marcelini.de
Bauchreden, basics II (Fortsetzungs- und Erweiterungskurs) Leitung: Marcus Geuss 9.-10. Oktober 2010 Ort: TuT. Hannover Anmeldung: info@tut-hannover.de Infos: 0511- 32 06 80 und: www.tut-hannover.de In Kooperation mit dem Deutschen Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst und der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel.
Tanztheater Szenische Choreografien für die Bühne 16. - 18. April 2010 Leitung: Eva Gruner Kostenanteil: 170,- € (inkl. Ü/VP) Anmeldeschluss: 8. März 2010
Tänzerisch choreografierte Bewegungsabfolgen - chorisch oder auch einzeln - haben sich zu einem wirkungsstarken Stilmittel zeitgenössischen Theaters entfaltet. Nicht der tänzerisch-professionelle Aspekt ist dabei im Blick, sondern die atmosphärische Erweiterung der szenischen Situationen: durch den ironischen Kommentar, den kontrapunktischen Widerstand, die Abstraktion durch Stilisierung, Fragmentierung und Verdichtung. Die einfache Entwicklung von Gruppen und Einzelchoreografien, sowie das Nutzen von Gegenständen und Bühnenelementen, in eine rhythmische Form gebracht, befähigen nichtprofessionelle Spielende, sich tänzerisch auszudrücken und den szenischen Raum zu erweitern. Dabei ist vor allem die kreative Beteiligung aller gefragt. Aus deren Einfallsreichtum und Idee entstehen Muster, Impulse und Struktur.
Der Kurs bietet Hinweise für die tanz- und theaterpädagogische Anleitung zur Entwicklung einfacher Choreografien im pädagogischen wie im künstlerischen Feld: die Gestaltung des Bühnenraums zur Strukturierung von Tanzwegen, eine geschickte und wirkungssichere Auswahl der Musik, die Entwicklung von Schrittfolgen ausgehend von Improvisationen der Beteiligten und das Setting der Choreografie, - ihre Konzeption, Einrichtung und Fixierung.
Tänzerische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Eva Gruner, Lörrach, Tanztheaterdramaturgin, freie Tanz- und Theaterpädagogin, tätig u. a. für das Theater Basel.
Tanztheater II (Aufbaukurs) Szenische Choreografien für die Bühne 22. - 24. Oktober 2010 Leitung: Eva Gruner Kostenanteil: 170,- € (inkl. Ü/VP) Anmeldeschluss: 14. September 2010 Die Teilnahme am Aufbaukurs TH 28 ist Teilnehmern der bisherigen Grundkurse Tanztheater (u.a. TH 7) unter der Leitung von Eva Gruner vorbehalten.
Die erlernten Techniken der szenischen Choreographie werden in diesem Aufbaukurs vertieft und an ausgewählten Theaterszenen unter Anleitung praktisch erprobt.
Achtung! Neuer Termin
Sprechen Sprechhaltung und Sprachgestaltung 23. - 25. Juli 2010 Leitung: Karla Mehrtens, Thomas Lang Kostenanteil: 175,- € (inkl. Ü/VP) Anmeldeschluss: 16. Juni 2010
Fasziniert sind wir von Schauspielern und Schauspielerinnen, die in Film, Fernsehen und Theater ihre Texte so sprechen, als wären sie neu und wirklich in diesem Moment. Bei uns selbst sind wir da nicht immer so sicher, wenn wir täglich mit fremden oder vorbereiteten Texten als Moderatorin, Redner, Schauspielerin, Erzähler, Dozierende umgehen. Denn selten erfahren wir von denen, die uns zuhören, wie unsere Art des Sprechens wirkt, welche Signale das, was wir mitteilen wollen, überlagern, begleiten.
In verschiedenen Schritten wird erprobt, einer eigenen und direkten Weise, einen fremden Text zu sprechen, näher zu kommen. Dazu gehört die Entwicklung einer Haltung zur inhaltlichen Aussage sowie der Idee einer Situation, um eine notwendige und überzeugende Plastizität und Nachvollziehbarkeit für den Zuhörenden zu erreichen. Es gilt, illustrierende Betonungen zu vermeiden, die eigene Vorstellungskraft und individuelle Ausdrucksvielfalt zu steigern und den Wegen der Gedanken auch sprachlich zu folgen. So wird man zu einer Sprechhaltung gelangen, die dem Sinn des Textes Geltung verschafft und das Interesse der Gegenüber hervorruft. Stimmbildnerische Übungen sind in die Seminararbeit einbezogen.
Karla Mehrtens, Braunschweig, Stimmbildnerin und Schauspielerin.
Theatersport und Impro-Training in der Schule 28. - 30. Mai 2010 Leitung: Klaus Peter Schreiner Kostenanteil: 160,- € (inkl. Ü/VP) Anmeldeschluss: 25. April 2010
Improvisationstheater, eine Spiel- und Aufführungsweise, bei der aus dem Stand heraus Szenen glaubwürdig, interessant und ausgesprochen unterhaltsam gestaltet werden, ist für Theater in der Schule und schulisches Leben zu entdecken. Spiele und szenische Formate des Improvisationstheaters bereichern den Theaterunterricht, bieten sich an als Format für Kurzweil und Klassenaktivitäten, erweitern Unterrichtsinhalte und -methoden und lassen sich zu ganz eigenen Aufführungsformen entwickeln.
Der Schauspiellehrer Keith Johnstone erfand und beschrieb diese Improvisationsübungen, mit denen die Spieler ihre Ängste auf der Bühne überwinden können und ihre Mitspieler besser wahrzunehmen lernen. Diese Spiele und Techniken schaffen "aktives Zuhören" und motivierende Atmosphären von Unbeschwertheit und Kreativität, sie betonen das Konstruktive, den spielerischen Umgang mit der sozialen Rolle und fördern die auch im Alltag gefragten sozialen Kompetenzen. Denn auch auf der Bühne Klassenzimmer basiert der Erfolg darauf, dass die Akteure ihren Einfallsreichtum unbeschwert aktivieren, dabei aufmerksam kommunizieren und kooperativ handeln. Schwerpunkte des Impro-Trainings sind Storytelling, Kommunikation, Ideenteamwork, Glaubwürdigkeit und Einblicke in Statusverhalten.
Klaus Peter Schreiner, München, Gymnasiallehrer, u.a. für Improvisationstheater (als Wahlunterricht), Trainer für Improvisationstheatertechniken, www.domino-impro.de
Rimini Protokoll 18. - 19. November 2010 Leitung: Helgard Haug, Daniel Wetzel Kostenanteil: 145,- € (inkl. Ü/VP)
"Wer wissen will, was das Theaterkollektiv oder Regie-Trio mit dem eigenartigen Namen Rimini Protokoll tut, kommt an den Worten Realität und Fiktion nicht vorbei. Rimini Protokoll sucht sich seine Themen in der Wirklichkeit. Die Projekte werden nach genauen Recherchen immer aus der Situation vor Ort entwickelt. Die Gruppe arbeitet für ihre Inszenierungen immer mit Laien zusammen, sie heißen bei Rimini Protokoll "Spezialisten", die sie bei der Recherche gefunden haben und die in den Inszenierungen sich selbst darstellen.
Damit aber fangen die Schwierigkeiten der Trennung, die Verschiebungen, Verzahnungen und Überlagerungen von Wirklichkeit und Fiktion an: Man weiß nicht, wo das Theater beginnt und die Realität aufhört, man kann es und man soll es auch nicht wissen. Das aber ist keine Lust am Taschenspielertrick, sondern es zeigt sich dabei immer wieder, dass die Realität in Inszenierungen erst deutlich wird. Das Theater von Rimini Protokoll setzt Bühne und Zuschauer einander nicht gegenüber, sondern verzahnt die beiden Sphären in immer wieder neuen Versuchsanordnungen. Dabei geht es um Wahrnehmung, um Erkennbarkeit der Welt und insbesondere der Menschen. Es geht darum, den Komplex, der unsere Realität ist, aufzubrechen, in seinen Facetten zu zeigen, um ihn so befragbar zu machen. Rimini Protokoll wenden ihre Methode äußerst subtil, in immer wieder überraschenden Konstellationen und mit großer Neugier auf die Welt an. So sind sie zu Protagonisten einer Reality-Bewegung geworden, die es seit ein paar Jahren im deutschen Theater gibt." (Peter Michalzik, aus der Webseite des Goethe Instituts 2006)
Rimini Protokoll dokumentieren Projekte und geben in Demonstrationen und Übungen einen Einblick und Überblicke über ihre künstlerischen Strategien und Denk- und Handlungsweisen.
www.rimini-protokoll.de
Cultural Correctness Die interkulturelle Identitätsfalle, oder: Was nutzt, was helfen, was schaden die Integrationsbemühungen in der Kulturarbeit? 17. - 18. Juni 2010 Planung und Leitung: Andreas Grünewald Steiger, Thomas Lang, Markus Lüdke Nähere Angaben unter dem Bereich Kulturpolitischer Diskurs unter KD 2.
"Interkultur ist als Prinzip nicht gleichzusetzen mit der Kultur von Menschen mit Migrationshintergrund." (Mark Terkessidis). Offensichtlich verstehen viele Projekte und Bemühungen in dieser Richtung interkulturelles Handeln als unzweifelhaften Bestandteil unserer Kultur. Tatsächlich aber sind aus vielen Anstrengungen in dieser Richtung mittlerweile selbstreferenzielle Systeme geworden, die ihre Motivation aus der Überzeugung gewinnen, dass interkulturelles Handeln an sich und per se immer richtig und gut sei. Es gilt deshalb zu bedenken, dass sich an diesen und anderen Orten der Kultur Rituale der Cultural Correctness entwickelt haben, die am Ende nicht zu den Ergebnissen führen, die beabsichtigt wurden. Aus diesem Grund scheint es uns notwendig, von der gegenwärtigen Überfülle inter- und transkulturellen Aktivitäten Abstand zu gewinnen, um so eine andere Perspektive auf die tieferen Beweggründe und die eigentlichen Motivationslagen dieser Prozesse zu bekommen.
Das Popcornverbot II Theaterpädagogik an Theatern Neuere Entwicklungen, neuere szenische Konzepte Fachtreffen 9. - 10. Juni 2010 Kostenanteil: 120,- € (inkl. Ü/VP)
Theaterpädagogische Projekte an Theatern entwickeln sich mehr und mehr zu einer eigenen Kunstform, mag man meinen, wenn man deren Fülle und Qualität betrachtet, sichtbar an Festivals, Dokumentationen und der Neugier wissenschaftlicher und feuilletonistischer Berichterstattung. Und auch neugeschaffene Strukturen, Benennungen und Institutionalisierungen geben Hinweise. "Bürgerbühne" heißt es in Dresden am Schauspiel, "Junge Akteure" in Bremen oder "Fabrik" in Gera, oder "Akademien" werden gegründet (u. a. am Theater an der Parkaue in Berlin) "Junge (Staats-)Theater", (früher) die theaterpädagogischen Abteilungen, erweitern ihre Angebote stetig und integrieren ihre Produktionen verstärkt in die Spielpläne der Theater. Die Zusammenarbeit mit Freien Theatern, Performance-Kollektiven und partizipativ arbeitenden Künstlern ergänzen diese Initiativen.
Die Fachtagung "Das Popcornverbot II", eine Fortsetzung einer gleichnamigen Tagung aus 2007 will zu einer aktuellen Bestandsaufnahme der Theaterpädagogik an Theatern beitragen und auf neuere und vor allem szenische Vorgänge im theaterpädagogischen Angebot an Theatern hinweisen. Vorgestellt und erörtert werden in Wort und Bild neuere Formate, die ihre methodischen und inszenatorischen Prozesse aus dem Gegenstand selbst, aus den Gesetzmäßigkeiten des Theaters heraus erarbeiten und zu entsprechenden szenischen Ideen gelangen.
Kinematheken des Jetzt Zur Qualitätsentwicklung von Festivals und Wettbewerben für Filme von Schülern und Jugendlichen Fachtreffen Achtung, Terminverschiebung. Dieses Seminar findet nicht im Juni 2011 statt. Ein neuer Termin liegt noch nicht vor. Leitung: Burkhard Inhülsen, Claudia Wenzel Kostenanteil: ca. 120,- € (inkl. Ü/VP) Anmeldung: Lassen Sie per E-Mail (Infoanforderung) ab sofort Ihr Interesse vormerken. Melden Sie sich nach Erhalt des ausführlichen Tagungsprogramms (ab etwa 8 Wochen vor Tagungstermin) verbindlich an.
"Kinematheken des Jetzt" nennt der französische Festivalmacher J.-P. Rehm Filmfestivals, ihre Aufgabe wäre es, "nicht nur noch nie gezeigte oder seltene Filme zu zeigen, sondern auch, diese durch ihre Zusammenführung gegenseitig zu schützen und ihnen eine Form von Gemeinschaft zu geben". (Schnitt 54, 2/09). Den zahlreichen Festivals und Filmveranstaltungen für Filme von Schülern und Jugendlichen kommt dabei eine zusätzliche Bedeutung zu. Sie versammeln Filme, die eher selten eine angemessene Aufmerksamkeit und eine interessierte Öffentlichkeit finden. Zumeist am eigenen PC- oder Mac, im Kinderzimmer, in schulischen Zusammenhängen oder in außerschulischen Medienprojekten erstellt, brauchen sie die größere Aufmerksamkeit und den Rahmen eines Festivals, um Motivation zu stärken, Handwerk zu entwickeln und Filmästhetik auszuprägen. Nicht zuletzt für die Lehrerinnen und Lehrer sowie die Medienpädagogen bieten diese Festivals ein Kaleidoskop an Filmideen und deren Facetten der praktischen Umsetzung. Die Herstellung von Filmen und der Zugang zu ihnen ist durch die digitale Verbreitung wesentlich einfacher geworden, ihre Veröffentlichung und Kommerzialisierung schreitet voran. Youtube, MySpace, MyVideo werden zu Foren, die Verbreitungen geschehen blitzartig, unüberschaubar und ins Unendliche.
Die Aufgaben und besonderen gesellschaftlichen Funktionen derartiger Festivals und Filmveranstaltungen sind stets neu zu befragen. Verstehen sie sich als Orte der Talentsichtung, Förderung oder Kontextualisierung, der Sichtbarmachung von Entwicklung, Verschiebung und Zusammenführung von Stilen, Techniken und Sprachen? Welche Veränderungen erfahren also Filmfestivals und Wettbewerbe für Filme von Kindern, Schülern und Jugendlichen? Wie reagieren sie auf diese Entwicklungen und welche neuen Aufgaben und Bedeutungen könnten sich herausbilden? Welche Rolle spielen auf einem Festival weitere Konnotationen: "Windows" in die Außenwelt, Anknüpfungspunkte zu den anderen Künsten, Reflexionen, wissenschaftliche Betrachtungen und Weiterbildungsworkshops?
Herzlich eingeladen zur Teilnahme an diesem Fachgespräch sind Verantwortliche von Festivals des Kinder- , Schüler- und Jugendfilms, deren Fachbeiräte, Kooperationspartner und natürlich die Macher, Medien- und Kunstpädagogen sowie weitere an den Fragestellungen Interessierte, dazu eine interessierte kulturverwaltende und kulturpolitische Öffentlichkeit und die Fachwissenschaft. Allen gemeinsam wäre das Interesse an dem "Festival als sozialer Ort einer kollektiven kulturellen Erfahrung, ....die Ahnung von einer Form und Erfahrung, die so nur im filmischen existiert" (Schnitt 54, S. 30)
Burkhard Inhülsen, Hannover, www.up-and-coming.de, Claudia Wenzel, Hannover, www.filmlehrer.de
Musikalisches Inszenieren Vom Grundhandwerk zum Theaterabend 21. - 23. Juni 2010 Leitung: Erik Gedeon Kostenanteil: 215,- € (inkl. Ü/VP) Anmeldeschluss: 8. Mai 2010 In Kooperation mit dem Landesverband Freier Theater in Niedersachsen, LaFT
Grundlage fast jeglichen gemeinsamen Musizierens ist die Vereinbarung von Verabredungen. In der klassischen Musik erledigt dies der Notentext, im Jazz das Lead-Sheet, ergänzt um Absprachen bezüglich Tempo, Stil und Struktur; im Pop- und Rockbereich ist es das fest einstudierte (wenn nicht gar programmierte) Arrangement, das diesen Zweck erfüllt. Darauf aufbauend erwarten wir dann vom Musiker das, was die Klassiker "Musikalität" oder "Inspiration" nennen, die Jazzer "Feeling" und die Popmusiker schlicht und einfach "Power".
Musikalisches Inszenieren unterscheidet sich vom psychologischen Inszenieren zunächst einmal dadurch, dass es von außen, in der Gestalt körperlich-konkreter Vorgänge an den Schauspieler herantritt und nicht an das innere, gefühlte Verständnis einer Figur anknüpft. Ausgehend von einem Sprechtext, einer Musikfolge oder einem Handlungsfaden wird erst an Formen gearbeitet, an Bildern, Situationen, Blicken, Körperhaltungen, Schritten und Verabredungen. Dabei liegt der Schwerpunkt zunächst einmal deutlich beim Ensemble und nicht bei der einzelnen, isolierten Figur. Zum Vokabular des musikalischen Inszenierens gehören dann auch choreographische Elemente, synchrone Bewegungsabfolgen und sorgfältig aufeinander abgestimmte Vorgänge, die sowohl gestisch wie rhythmisch mit möglichst großer Genauigkeit festgehalten werden. Erst wenn die Partitur, das Lead-Sheet, der äußere Rahmen für die Figuren gefunden ist, können die Schauspieler beginnen, sich in diese "einzufühlen".
Die Lust und der unglaubliche Spaß, den musikalisches Inszenieren allen Beteiligten bereiten kann, ist letztlich das gemeinsame Entwickeln dieses Verabredungstextes. Im Rahmen des Kurses wird mit allen Teilnehmern zusammen die Brücke vom Grundhandwerk des musikalischen Inszenierens bis zum fertigen Theaterabend geschlagen, wobei den individuellen Fähigkeiten der Teilnehmer, insbesondere ihrem komischen Potenzial, besondere Beachtung geschenkt wird.
Erik Gedeon, Berlin, Regisseur und Musiker, Schwede und Schweizer, nennt seine eigenen Theaterarbeiten "Songdramen". Aktuell am Schauspielhaus Hamburg zu sehen: "Das Wunder von Schweden. Eine musikalische Möbelsaga".
Über das Marionettentheater Figurentheater und Puppenspiel in der kunstpädagogischen und künstlerischen Praxis 9. - 11. Juli 2010 Leitung: Lars Frank Kostenanteil: 170,- € (inkl. Ü/VP) Anmeldeschluss: 1. Juni 2010
Von der Puppe, von der bewegten, animierten Figur geht eine ganz besondere Faszination aus. Nicht nur, dass sie als Freund und Geliebte in Kinderzeiten aber auch jedem unerlässlich schien. Als darstellende Figur vor allem, ob als Holzkopf Kasper, als wuseliges Krümelmonster oder als Augsburger Wackeldino, (der, der an den Fäden hängt,) unterhält sie und macht uns staunend. Vielleicht, weil wir als Zuschauende uns dabei der Kraft und Bedeutung unserer Phantasie bewusst werden, nämlich der, einer Bewegung einfach zu glauben, dass diese "ist" im Moment. Oder vielleicht ist es wirklich so, dass diese Puppen die Eigenschaft haben, "daß sie antigrav sind. Von der Trägheit der Materie, dieser dem Tanze entgegenstrebendsten aller Eigenschaften, wissen sie nichts: weil die Kraft, die sie in die Lüfte erhebt, größer ist, als jene, die sie an der Erde fesselte." (Heinrich von Kleist, Ü.d.M.). Und so machen diese "Transformers" der Poesie etwas von dem aus, was Theater ist, nämlich unserer Fähigkeit zur Imagination - und die Bewusstmachung dessen.
Um diese Faszination geht es. Einfache und einfachste Vorgänge der Imagination werden erfahren und erprobt und szenische Fragmente mit verschiedenfachen Figuren und Puppen gestaltet, vorzugsweise mit Klappmaul- und Handfiguren. Natürlich kommen erste Versuche dazu, am Faden zu ziehen und einem Klappergelenk Leben einzuhauchen. Hinweise werden gegeben, diese Vorgänge in die eigene künstlerische und kunstpädagogische Praxis zu übertragen.
Lars Frank, Puppenspieler und Regisseur am Puppentheater Halle, davor Professor an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin; zuletzt zu sehen in "Virgin Queen. Sandra Hüller spielt und singt Königin Elisabeth. Gestört von 75 Puppen und den ‚Bessie Singers’ an der Volksbühne".
Für das Theater schreiben Literaturwerkstatt 6. - 8. August 2010 Leitung: Martin Heckmanns, Thomas Lang Kostenanteil: 170,- € (inkl. Ü/VP) Anmeldeschluss: 1. Juli 2010
"Hier kommt jetzt, Achtung: Das Leben! Beziehungsweise das Wort. Erst einmal. Der Rest kommt später." (aus "Zukunft für immer")
Das eigene Schreiben für die Bühne und die Auseinandersetzung darüber ist Gegenstand dieser Literaturwerkstatt. Wie kommt das Wort zum Körper? Szenische Entwürfe, dialogische Studien, besser noch ganze Stücktexte der Teilnehmenden werden im Kreise der Beteiligten betrachtet. Reaktionen werden erfahren, ausführlich ihre beabsichtigte Wirkung erforscht und Hinweise zur Weiterentwicklung erarbeitet. Wie entsteht Spannung im Miteinander? Fragestellungen wie die Suche nach verbindlichen Mustern im konkreten Stoff werden aufgefächert und der dramaturgische Zugriff sowie Motive, Situationen, Sprachebenen, Atmosphären und Handlungsstränge erörtert. Was macht ein Text auf der Bühne?
Mit der Anmeldung reichen die Teilnehmenden vorliegendes Stück ein. Vorrang haben Stücke und Entwürfe für das Theater, aber auch dialogische Texte für Hörspiel, Film und Prosa sind Schritte auf dem Weg zur Bühne. Mitzubringen darüber hinaus ist die Bereitschaft, sich kritisch mit dem eigenen Schreiben auseinander zu setzen und die Neugier auf die Texte der anderen.
Martin Heckmanns, Berlin, Theaterautor ("Schieß doch Kaufhaus", "Kommt ein Mann zur Welt", "Zukunft für immer") und Dramaturg am Schauspiel Dresden
Geh weiter! Spaziergang als künstlerische Praxis 10. - 12. August 2010 Dozent: Bertram Weissharr Nähere Angaben zu dem Seminar finden Sie im Programmbereich Bildende Kunst unter BK 17.
Einige Künstler wandern bereits seit Jahrzehnten sowohl durch menschenleere Landschaften als auch durch die Zentren der Kunstwelt. In jüngster Zeit wurde der Spaziergang wiederholt als besondere Form der künstlerischen Praxis thematisiert. Im Unterschied beispielsweise zu virtuellen oder zu unbegrenzt reproduzierbaren Medien hat der Spaziergang ganz spezifische Eigenschaften und eröffnet Vermittlungswege, die erst durch das Gehen erschlossen werden.
Stand up Unterhaltendes 13. - 15. August 2010 Leitung: Michael Krieg Kostenanteil: 160,- € (inkl. Ü/VP) Anmeldeschluss: 1. Juli 2010
Stand up, zu deutsch "aus dem Stegreif", heißt nichts anderes, als dass man Unterhaltendes so von sich gibt, als wäre es einem just in diesem Moment eingefallen. Und das Abend für Abend für Abend. Wie aber schreibt man Texte, die auch beim hundertsten Auftritt noch taufrisch wirken? Wie muss man sich auf der Bühne verhalten, damit auch der hundertste Auftritt immer noch wie der erste wirkt? Und woraus eigentlich schöpft man seine Inspirationen?
Am besten natürlich aus sich selbst, aus persönlich Erlebtem, eben aus dem Alltag, indem sich das Publikum auch wieder erkennt. Also konzentriert sich die geschäftige und geschäftstüchtige Humorproduktion auf genau diesen Bereich, auf den Supermarkteinkauf, das Hemdenbügeln und das rückwärts Einparken.
Bereits vorhandene Texte stellt man auf den Kopf, bereits vorhandene Auftritte dreht man durch den Wolf und schafft ganz nebenbei Neues. Texte werden - mit Mustern kreativer Produktionsprozesse - geschrieben, gespielt, überprüft und wieder überarbeitet; Auftritte auf Gestik, Mimik und Körpersprache hin getestet und verbessert. Und schließlich die bange Frage beantwortet: Wirkt auch am Ende dieses Seminars alles: Stand up?
Angesprochen zur Teilnahme sind Comedians mit ersten Erfahrungen in der Herstellung von Komischem, mit einem gewissen Faible für dieses Genre und der dazugehörigen Ernsthaftigkeit. Also, Talenten wird geholfen, Anfänger werden entdeckt, Liebhaber ermutigt und Profis wird auf die Finger geschaut.
Michael Krieg, natürlich aus Köln, Producer und Autor für TV-Comedy (u.a. "Die Dreisten Drei", "Sechserpack", "Einfach Bach")
Die Kunst des Fragens 08. - 09. September 2010 Leitung: Franziska Steiof Kostenanteil: 110,- € (inkl. Ü/VP); Anmeldeschluss: 3. August 2010
Systemische Fragetechniken wurden als Teil von systemischen Beratungsprozessen entwickelt. Sie sind aber – flexibel und kreativ angewandt – auch für künstlerische und ästhetische Prozesse eine Art Sesam-Öffne-Dich und können vielseitig eingesetzt werden.
Unter anderem bietet diese Art des öffnenden Fragens neue Zugänge zu themenorientierten Stoffsammlungen für Bühne und Literatur, zu Rollen- und Figurenfindungen, zu Bewertungen von kulturellen Events, Anleitung von Gruppen, Entwicklungsprozessen von Mitarbeitern sowie zu Konfliktlösungen.
Neun Fragekategorien werden theoretisch und in praktischen Übungen vermittelt. Die Teilnehmer erfahren, welche Ziele mit jeweils welcher Fragegruppe erreicht werden können und üben sich im Einsatz dieses vielschichtigen Tools.
Franziska Steiof, Hamburg, Regisseurin, u.a. am Schauspielhaus Düsseldorf, Städtische Bühnen Kiel ("Der Schimmelreiter"), Grips-Theater Berlin, www.coaching-steiof.de.
Mein Handicap Theater, Spiel und Performance in der Behindertenpädagogik 22. - 24. September 2010 Planung und Leitung: Thomas Lang, Elke Utermöhlen Kostenanteil: 133,- € (inkl. Ü/VP); Fachtreffen in Kooperation mit der Lebenshilfe Braunschweig
Das Theaterspiel der geistig und körperlich Behinderten stellt die Frage nach dem, was Theater ist, stets neu. Eigentlich vertraute Gesetzmäßigkeiten der Theaterkunst wie Gestaltungswille, Bühnenpräsenz und Besucherinteresse verschieben sich und der Zuschauende verfängt sich in Wechselgefühlen von Voyeurismus, Faszination und Fremdheit. Denn ist es doch das Wesen des Theaters, auch das Schmerzliche des Menschlichen, die Nicht-Normalität, unser Unvermögen, unsere Begrenzungen, ja, Behinderungen zu zeigen und zu erfahren. Und gerade darin liegt die Faszination dieser Theaterkunst.
Das Fachtreffen findet statt im Rahmen eines Festivals des Theaters mit Behinderten in Braunschweig vom 19. bis 26. September, "Handicap 5". Gezeigt werden an verschiedenen Orten Theateraufführungen aus dem In- und Ausland, die sich diesem Thema und den damit verbundenen Fragen stellen und ihre aus dem künstlerischen Prozess entstandenen außergewöhnlichen figürlichen Konstellationen und Bühnensprachen präsentieren. Gezeigt werden aber auch ungewöhnliche Stücke von sogenannten normalen Ensembles, die die Auseinandersetzung mit der Behinderung suchen, über den Rand der alltäglichen Normalität hinaus.
Die auf dem Festival auftretenden Theaterschaffende referieren im Verlauf des Fachtreffens über ihre Arbeitsweise, demonstrieren ihre szenische Vorgehensweisen und ästhetische Theatersprachen und reflektieren mit den Teilnehmenden die Aufführungen. Vorträge, Workshops, Tischgespräche und Projektdemonstrationen ergänzen das Programm.
Eingeladen zur Teilnahme sind Theaterpädagogen in der Behindertenpädagogik sowie am Thema und an den Fragestellungen Interessierte.
Elke Utermöhlen , Martin Slawig, Braunschweig, www.blackhole-factory.de, Leitung des Festivals Handicap 5 und von www.theaterglashaus.de als Projekt der Lebenshilfe Braunschweig.
Regie Grundlagen der Spielleitung in Theater und theaterpädagogischer Praxis 24. - 26. September 2010 Leitung: Thomas Lang Kostenanteil: 170,- € (inkl. Ü/VP) Anmeldeschluss: 10. August 2010
Regie oder Spielleitung ist Rhythmus und Arrangement, ist Gegenüber des Spielenden, ist spontane Reaktion sowie wohl vorbereiteter Plan. Regie und Spielleitung ist die versammelte Kompetenz, stets bedacht und charismatisch zu theatralem Tun anzuregen und dieses zu ordnen bis zu einer wirkungssicheren und erfolgreichen Aufführung.
Angeboten werden den teilnehmenden Regisseuren, Spielleiterinnen und -leitern Spielanlässe, Denk- und Vorgehensweisen und Inszenierungsstrategien, um mit einer Gruppe von Interessierten gemeinsam und teilhabend vitale Ausdrucksformen zu gestalten. Situatives Denken, Reduzierungsvorgänge zur Herstellung szenischer Intensität, Strategien zum Finden der Handlung "vor dem Text": diese Wirkungsgesetzlichkeiten sind gefordert.
In Demonstrationen und szenischen Übungen werden also Hinweise gegeben zum Handeln auf der Bühne im dialogischen Spiel und bei monologisch mitteilenden Vorgängen. Das Nutzen der eigenen Vorstellungskraft wird dabei erfahren, ebenfalls das Wissen um die möglichen Fragen und Wahrnehmungen des Gegenübers, dem Zuschauer. Auszüge aus der zeitgenössischen Theaterliteratur dienen als Textgrundlage.
Angesprochen zur Teilnahme sind die, die Theatergruppen anleiten wollen, sowie im pädagogischen Feld Tätige, die infiziert sind von der Faszination Bühne und theaterpädagogische Praxis in ihre Arbeit zu integrieren suchen.
Thomas Lang, Theaterlehrer und Regisseur, Programmleiter Theater an der Bundesakademie.
Improvisation - Acting - Entertainment 1. - 3. Oktober 2010 Leitung: Keith Johnstone Kostenanteil: 334,- € (inkl. Ü/VP) Anmeldeschluss: 15. August 2010
Das Erfinden von Geschichten und vor allem das konstruktive Weitererzählen, Situationen und Figuren, das partnerschaftliche Spiel auf der Bühne: in praktischen Übungen und szenischen Demonstrationen vermittelt Keith Johnstone neben allgemeinen Grundlagen der Schauspielkunst die Prinzipien des Improvisierens, des spontanen Reagierens der Akteure auf der Bühne. Johnstones Methoden eignen sich für die theaterpädagogische Praxis ebenso wie für die professionelle Theaterarbeit im Freien Theater wie im institutionalisierten Theater. Angesprochen sind aber auch ausdrücklich Autoren, Pädagogen und dramaturgisch Denkende.
Keith Johnstone, Theaterlehrer und Autor, Professor an der Universität Calgary/Kanada, www.keithjohnstone.com, Autor der theaterpraktischen Bücher "Improvisation und Theater" und "Theaterspiele" www.alexander-verlag.com
Anmeldungen für den im gedruckten Jahresprogramm 2010 noch ausgeschriebenen Kurs TH 22 gleichen Titels (3. - 5. Oktober 2010) werden nicht mehr entgegen genommen. Der Kurs findet unter einem anderen Titel mit einer geschlossenen Teilnehmergruppe statt.
Selbst und ständig Strategien des Selbstmarketings für Freiberufler im Arbeitsfeld Kultur 26. - 28. Oktober 2010 Leitung: Dr. Jens Kegel, Dr. Andreas Grünewald Steiger Nähere Angaben beim Programmbereich Museum unter M 29.
Praxiskurs zu den Zielbereichen Positionierung, Profilierung, Image und Marke für Selbstständige im Kulturbereich.
Körperliche Präsenz und darstellerische Ausdruckskraft 15. - 17. Oktober 2010 Leitung: David Jeker Kostenanteil: 160,- € (inkl. Ü/VP) Anmeldeschluss: 12. September 2010
Eine Geschichte, ein Text, eine Handlung auf der Bühne werden erst durch diejenigen lebendig, die diesen ihren Körper leihen. Daher ist es für die dort Agierenden von größter Bedeutung, die eigenen körperlichen Ausdrucksmöglichkeiten kennen zu lernen. Unabhängig von Stilrichtungen oder künstlerischen Vorlieben gilt es, ein Mehr an Klarheit, Authentizität und Lebendigkeit in das eigene Auftreten zu bringen, um bewusst und spontan Ausdrucksmöglichkeiten zu wählen und anzusteuern.
Die Teilnehmenden haben die Gelegenheit, in gezielten, klar strukturierten Übungen und Bewegungsexperimenten ihre Körperwahrnehmung zu verfeinern und Gestaltungszusammenhänge zu erkennen. Studiert werden Handlungen, um einer Geste, einer Haltung auf der Bühne mehr Gewicht zu verleihen. Konkrete Schritte werden erfahren, um eine Idee in klare, lesbare, physische Handlungen zu übersetzen, dazu Mittel und Wege, um die körperlich-geistige Durchlässigkeit und Reaktionsbereitschaft zu steigern. Die dabei gewonnenen Erfahrungen verleihen dem gestischen Spiel Glaubwürdigkeit und entfalten das Temperament des körperlichen Ausdrucks.
Zum Einsatz kommen Feldenkrais-Studien in "Bewusstheit durch Bewegung", Imaginationsübungen sowie verschiedene Ansätze des schauspielerischen Körpertrainings, die konkrete Arbeitsschritte für die selbständige Arbeit an der Verkörperung einer Figur geben.
Dieses Seminar richtet sich an auf der Bühne oder in der theaterpädagogischen Praxis Tätige, die ihre Fähigkeiten vertiefen und verbessern wollen und die Einblick in spezifische Formen der schauspielerischen Körperarbeit gewinnen möchten. Anregungen für ein eigenes Körpertraining und das Training mit einem Ensemble werden gegeben.
David Jeker, Leipzig, Schauspieler und Feldenkrais-Lehrer, u.a. Mitglied des Theater-Ensembles unitedOFFproductions (Braunschweig/Berlin), www.cordoror.de
Selbstverständlich Migrationskulturen in Theater und Theaterpädagogik 21. - 22. Oktober 2010 Planung und Leitung: Thomas Lang, Ute Handwerg Kostenanteil: 95,- € (inkl. Ü/VP); Fachtagung in Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Spiel & Theater
Der Umgang mit Migrationskulturen bildet sich keineswegs selbstverständlich und sinnfällig ab in den Institutionen der Kultur und kulturellen Bildung, auch wenn dieses als ein Anspruch unserer Einwanderungsgesellschaft erhoben wird. Theater, Theaterpädagogik, auch die Kinder- und Jugendliteratur als ein Beispiel für die Querverbindungen zu anderen Formaten kultureller Bildung nehmen sich mittlerweile dieser gesellschaftlichen Herausforderung an und erarbeiten und entwickeln Ausdrucksformen, Darstellungsstrategien und Aufführungsformate. Geht es auch darum, die eigene kulturelle und kulturvermittelnde Praxis kritisch vor der Folie von Migration und Integration zu reflektieren und sich selbst als Teil einer multikulturellen, sich dynamisch entwickelnden Gesellschaft zu verstehen. Dieser Prozess, verknüpft mit unterschiedlichen Interessenlagen, Spannungsfeldern, Aufgaben und Notwendigkeiten, will unter Wahrung der kulturellen Identitäten und Vielfalt zu einem selbstverständlichen und friedvollen Miteinander gelangen und so zu kulturellen und sozialen Entwicklungen beizutragen.
Das Fachtreffen will am Beispiel von ausgewählten Projekten an Theatern und kulturvermittelnden Institutionen den Stand der fachlichen Auseinandersetzung zum Thema aufzeigen und deren Nachhaltigkeit erörtern. Eingeladen zum Diskurs sind Theaterpädagogen, Theaterlehrer und in der Praxis kultureller Bildung Tätige. Der Dialog wird aber auch verstärkt zu suchen sein mit dem pädagogischen Feld, mit Lehre, Wissenschaft und Forschung und mit an den Fragestellungen Interessierten.
Ute Handwerg, Hannover, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Spiel & Theater BAG, www.bag-online.de
Site Specific Theatre Vom Theaterraum zum Theater mit Räumen 22. - 24. Oktober 2010 Leitung: Katja Fillmann Kostenanteil: 170 € (inkl. Ü/VP) Anmeldeschluss: 16. September 2010
Der uns vertraute und bekannte Theaterort besteht aus einer Werkstatt- oder Guckkastenbühne, vor der sich je nach Größe des Theaters das Publikum in Parkett, Rängen und Balkonen versammelt, sich in mehr oder weniger bequemen Sitzen im Dunkeln zurücklehnt und die Darstellung von hier aus bis zum Ende verfolgt. Ob bewusst verweigernd oder aus pragmatischen Gründen: das Theater hat sich auch zunehmend wegbewegt von der klassischen Bühnensituation, hinein in Industriehallen, Schwimmbädern, Treppenhäuser, und Klassenzimmer bis zu den Plätzen und Wegen des öffentlichen Raums. Raum wird als Impulsgeber für die szenische Arbeit verstärkt begriffen und genutzt, Herausforderungen geschaffen für neue andere Theatersituationen.
Die Konsequenzen und Möglichkeiten dieser neuen Theatersituationen sind zu befragen. Dazu werden Räume mit einfachen Materialien verwandelt und umdefiniert sowie choreographische und chorische Strategien in der Raumarbeit erprobt und vermittelt. Die Beschaffenheit des Raumes wird zum Mitspieler, dessen Eigenarten ausgestellt und inszeniert werden. Nicht Text oder Idee, sondern ein Ort emanzipiert sich zum Ausgangspunkt für Stückentwicklung und Geschichte oder zum Setting eines dramatischen Textes.
Die Teilnehmenden erkunden die Theatralität öffentlicher Räume und das Theatralisieren konkreter Orte, betrachtet wird das durch die räumlichen Gestaltungen veränderte Verhältnis des Zuschauer zum Dargestellten. In einem Parcours gebündelt entstehen performative Miniaturen.
Katja Fillmann, Berlin, Regisseurin und Dozentin, u.a. am Schauspiel Essen, am Theater an der Parkaue und am Deutschen Theater Berlin. Sie realisierte etliche Projekte in theaterfremden Räumen.
Cut und Postproduction Kreativer Umgang mit Bild- und Videomaterial 22. - 24. Oktober 2010 Leitung: Dani Sperling Kostenanteil: 180,- € (inkl. Ü/VP) Anmeldeschluss: 12. September 2010
Eine digitale Videokamera ist fix zur Hand und bei entsprechender Speicherkapazität dann auch einiges an Bildmaterial. Dabei kann es sich um Aufzeichnungen von theaterpädagogischen und anderen künstlerischen Projekten handeln, um Dokumentationen der Arbeitsprozesse oder Material zur Recherche, das dann in die Bühnenarbeit eingeführt werden soll oder aber um eigene erste filmische Versuche. Will man dieses dann anderen zeigen und veröffentlichen, beginnt die eigentliche Arbeit. Und: Cut und Postproduction verlangen Struktur, System und Kreativität, dazu handwerkliches Wissen, vor allem aber Puls und Rhythmus.
Das Seminar gibt Hinweise zur Umsetzung eigener Projekte im Mixed-Media-Verfahren. Videomaterial, Fotos, Grafiken, Texte, Animationen und Tonmaterial der Teilnehmenden verweben sich durch Übungs- und Planungsschritte zu attraktiven kleinen "Kunstwerken". Die Fachreferentin führt anhand von Beispielfilmen in die Schnitt- und Bildbearbeitung ein und erläutert technische Grundlagen der Formate und Grundeinstellungen sowie Effektbearbeitung und Titelgestaltung. Dazu dienen die Programme Final Cut und Adobe After Effects. Das Ausgeben des fertigen Films in verschiedenen Formaten schließt diese Prozesse ab.
Großer Wert wird auf eine individuelle Ausdrucksform der Teilnehmenden gelegt. "Editing is about [...] following your intuition and your feelings, trying and keeping a fresh eye, and always thinking that rules are made to be broken”. Hervé Schneid, prominenter Cutter.
Angesprochen zur Teilnahme sind Kunstschaffende aller Bereiche, die u.a. Projektdokumentationen gestalten wollen sowie weitere Filminteressierte, die Einblick gewinnen in den kreativen Prozess der Montage und Nachbearbeitung wollen. Grunderfahrungen in der Bildbearbeitung werden vorausgesetzt.
Dani Sperling, Berlin, Designerin, Künstlerin, www.raumbilder.com
Musical und Musiktheater mit Kindern Anregungen für den fächerübergreifenden Unterricht an Grundschulen 22. - 24. Oktober 2010 Leitung: Uwe Schwarz, Kostenanteil: 170,- € (inkl. Ü/VP) Anmeldeschluss: 12. September 2010
Dem Spiel mit Kindern und seinen kreativen Prozessen hat eine besondere Sorgfalt und Aufmerksamkeit zu gelten, geht es doch darum, erste ästhetische Maßstäbe zu setzen, weit ab von Faschingsseide und Tümelei. Doch die Praxis im Primarbereich stellt sich nicht einfach dar, zumal der Reproduzierbarkeit von Darstellung in dieser Altersgruppe Grenzen gesetzt sind und die Gesetzmäßigkeiten einer Theateraufführung sich deutlich von denen des vertrauten kindlichen Rollenspiels unterscheiden.
Das Seminar "Musiktheater mit Kindern" bietet Erzieherinnen, Lehrern und Theaterpädagoginnen Strategien und Impulse an, mit einfachen und einfachsten Mitteln erste Theatervorgänge mit Kindern im Grundschulalter zu erproben und zu erarbeiten. Die Teilnehmenden erforschen dazu Kombinationen von musikalischen, szenischen und spielerisch-tänzerischen Formaten mit dem Ziel, mit dem auszukommen, was ein jeder an Fähigkeiten mitbringt. Szenen werden entwickelt, die mit wenigen Kunstgriffen der Spielleitung schnell zu ästhetisch originellen und choreografisch wirkungssicheren Ergebnissen gelangen können. Aufgabe dabei ist es, dem darstellerischen Vergnügen der agierenden Kinder entgegen zu kommen und zu Aufführungsformen zu gelangen, die einem geschmackvollen gestalterischen Anspruch Rechnung tragen und somit die Würde der Spielenden erhalten.
Angesprochen zur Teilnahme sind am musik-theatralen Interessierte Vor- und Grundschulpädagogen mit der Bereitschaft und dem Interesse, Erfahrungen und Gestaltungsprinzipien aus dem professionellen Musiktheater für die eigene Praxis zu übertragen und zu nutzen.
Uwe Schwarz, Hannover, Regisseur für Musiktheater u.a. in Hildesheim, Braunschweig und Kiel.
"Wenn nicht im Alter, wann dann?" Internationale Fachtagung zur Kreativität im Alter und der konkreten Arbeit mit Silver stars 2. - 3. November 2010 Planung und Leitung: Dr. Sabine Baumann Nähere Angaben beim Programmbereich Bildende Kunst unter BK 23.
Die diesjährige Tagung stellt zum einen die Kreativität und deren Potentiale für ältere Menschen ins Zentrum, auch mit den neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung auf diesem Gebiet. Diskutiert wird aber vor allem mit Fachleuten, welche zunehmend wichtigere Rolle Ältere aufgrund ihres Erfahrungsschatzes sowohl als Lernende als auch Lehrende und Lernvermittler in der Erwachsenenbildung, der Altenarbeit und der Pflege spielen können und werden. Eingeladen sind u. a. Experten unserer europäischen Lernpartnerschaft, sowie internationale Referenten und Partner aus Forschung und Lehre. Vor allem werden zwei an der Bundesakademie neu entwickelte Qualifizierungen in diesem Bereich vorgestellt.
Dramaturgie, praktisch Stückbearbeitungen, Regiekonzepte, Probenplanung 5. - 7. November 2010 Leitung: Thomas Lang und weitere Dozenten Kostenanteil: 160,- € (inkl. Ü/VP) Anmeldeschluss: 1. Oktober 2010
Spielleitung im Theater und in der theaterpädagogischen Praxis ist nicht nur eine Frage der individuellen Genialität und der stetigen künstlerischen Inspiration, sondern auch eine Frage der guten Vorbereitung. So wird dieses Seminar ganz praktisch und nachvollziehbar erste Herangehensweisen an einen Materialkomplex als auch an einen vorliegenden literarischen (Theater)Text vermitteln und erproben, mit dem Ziel, einen Probenprozess zu überschauen und ein Theaterstück erfolgreich zur Aufführung zu bringen. Es geht dabei also um allgemeinen Dramenaufbau, Regiekonzeptionen, Text- und Strichfassungen, Besetzungsfragen, eine pragmatische Probenplanung und die entsprechenden Einsichten in ästhetische Konsequenzen und dramatische Abfolgen. Attraktive und konsequentere szenische Lösungen sind die Folge.
Angesprochen zur Teilnahme sind Theatermacher aus dem institutionalisierten wie Freien Theater, aber auch und vor allem TheaterpädagogInnen aus der schulischen wie außerschulischen theaterpädagogischen Praxis.
Die Wüste lebt Bühnenlicht mit einfachen Mitteln und unter schlechten Bedingungen in nichttheatralen Räumen 3. - 5. Dezember 2010 Leitung: Uli Jäckle Kostenanteil: 185,- (inkl. Ü/VP) Anmeldeschluss: 30. Oktober 2010
Mit den Bedingungen in Sachen Lichttechnik ist es in einer Aula, in einem Stadtteilzentrum oder in anderen öffentlichen Räumen, die der Aufführung von Theater dienen sollen, nicht weit her. Oft ist die Ausstattung dürftig und ermöglicht nur wenig Lichtstimmungen. Und das Theater der Kinder und Jugendlichen findet oft am Tage statt, in nicht verdunkelbaren Räumen. Was tun? Zum Theater gehört doch das Licht, die kunstvolle Beleuchtung wie die Luft zum Atmen.
Wie schaffe ich es also, die wenigen vorhandenen Beleuchtungsmittel optimal zu nutzen, sie sinnvoll und kreativ gleichermaßen einzusetzen. Welche zusätzlichen einfachen und billigen Möglichkeiten gibt es außerdem? Wie macht man also aus der Not die sprichwörtliche Tugend?
Das Seminar führt ein in die Grundlagen der Theaterbeleuchtung. Nicht in erster Linie technische Fragen, sondern die szenische Wirkung einfacher Scheinwerfereinrichtungen, auch Vorschläge für ein sukzessives Anschaffungskonzept werden behandelt. Im Mittelpunkt aber steht die Erprobung kreativer szenischer Lösungen bei nicht vorhandener Beleuchtungsausstattung, der Umgang mit verschiedenartigen Beleuchtungskörpern, "authentischen Lichtquellen" und ihrer Kombination mit Raum und Raumkonzeptionen und die besonderen szenischen Wirkungen von Lichtquellen in Bewegung. Neonleuchten, Taschenlampen, Notbeleuchtung und Aulalicht, Lichterketten und Kerzenschein als Möglichkeit einer anderen Licht- und Bühnenästhetik: das Provisorische als Kunstform.
Uli Jäckle, Hildesheim, ist Regisseur und Light Designer; er arbeitet vornehmlich mit dem Freien Theater Aspik zusammen und inszeniert unter anderem in Hamburg am dortigen Schauspielhaus, in Braunschweig, Hildesheim sowie an weiteren Theatern. www.aspik.de
Camera Acting Darstellungsweisen des Direkten 7. - 9. Dezember 2010 Leitung: Rüdiger Wandel Kostenanteil: 190,- € (inkl. Ü/VP) Anmeldeschluss: 1. November 2010 In Kooperation mit dem Landesverband Freier Theater in Niedersachsen, LaFT
Unsere Wahrnehmung einer modernen Darstellungsweise auf der Bühne hat sich verändert. Nicht mehr die "gepflegte" Bühnensprache ist vorherrschend, langsam, getragen, sorgfältigst ausformuliert, sondern der direkte Ton ist Gewohnheit geworden, an umgangssprachlichen Ausdrucksweisen orientiert, schnell, temperamentvoll und "normal". Ihren Ursprung hat diese Spielweise in erster Linie in unserer Wahrnehmungsgewohnheit aus Film und Fernsehen.
Dieser Spielhaltung gilt es sich anzunähern. Die Teilnehmenden erarbeiten Szenen aus ausgewählten Drehbüchern für die Kamera und erfahren und studieren dabei Grundlagen des Agierens vor der Kamera so wie dessen Inszenierung, die ebenfalls wertvolle Hinweise für zeitgenössische Spielweisen bietet. Dazu gehört der Umgang mit der Sicht durch die Kamera auf die Persönlichkeit des Agierenden, der Umgang mit Emotionalität, mit Formen der Reduktion und Verknappung, mit Ruhe, Kontinuität und Präsenz. Hinweise zur Figurentwicklung werden gegeben, zum Verhältnis von Agieren und Reagieren sowie zum Berufsalltag des Fernsehschauspielers.
Angesprochen zur Teilnahme sind Theaterschauspieler aus dem Freien wie aus dem institutionalisierten Theater mit dem Interesse, Arbeitsweisen und Darstellungsstrategien vor der Kamera kennen zu lernen und Erfahrungen dazu zu sammeln.
Rüdiger Wandel, Berlin, Schauspieler, u.a. Darsteller des Kriminalassistenten Gächter in "Tatort", SWR) und Regisseur, u.a. "Eine linke Geschichte", Grips Theater Berlin.