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Der Programmbereich Theater - Die Kurse
Fachtreffen und Tagungen
TH 9 Rimini Protokoll
TH 16 Filmbildung in Niedersachsen
TH 18 Das aktive Publikum (Arbeitstitel)
Regie und Darstellung - Theater und Theaterpädagogik
TH 1 Sprechen, Sprechhaltung und Sprachgestaltung
TH 2 Maskenbau, Maskenspiel und Improvisationstheater
TH 3 Theater als Versammlungsort
TH 4 Biografisches Theater
TH 5 Computerspiele als Grundlage theaterpädagogischer Arbeit
TH 6 Opernregie
TH 7 Bauchreden, basics
TH 11 Lessing in Wolfenbüttel
TH 14 Improvisation - Acting - Entertainment (Kurs fällt leider aus)
TH 15 Körperliche Präsenz und darstellerische Ausdruckskraft
TH 17 Die Kunst des Fragens
TH 19 Ilias XXL: Großes Thema / Große Gruppe
TH 20 Dokumentarisches Theater
TH 21 Transparenz und Präzision | Grundlagen der Schauspielkunst
Tanz
TH 8 Tanz mit Kindern
TH 12 Rhythm to Dance
TH 13 Tanztheater | Szenische Choreografien für die Bühne
Film
TH 10 Phase 1-3: Taschengeldkino III 1-3 Qualifizierung Film und Filmen in der Schule
Der bei den Veranstaltungen angegebene Kostenanteil umfasst, wenn nicht anders angegeben, Vollpension und Kursgebühr.
Über mögliche Rabatte können Sie sich in den Anmeldebedingungen informieren.
Die Kurse beginnen, wenn nicht anders angegeben, am ersten Seminartag um 16 Uhr und enden am letzten Seminartag um 14 Uhr.
Alle Seminare, Tagungen und Qualifizierungsreihen sind offen für Teilnehmer aus dem europäischen Ausland.
Das Programm Theater hier als PDF herunterladbar.
TH 10
1. Phase: 28. Juni - 30. Juni 2012 (Auftaktveranstaltung)
Taschengeldkino III - Qualifizierung Film und Filmen in
der Schule
Berufsbegleitende Fortbildung zum Filmlehrer mit Zertifikatsvergabe in 7 Phasen
2. Phase: 30. September - 2. Oktober 2012
3. Phase: 21. - 23. November 2012
4. Phase: 7. - 9. Februar 2013
5. Phase: 23. - 25. Mai 2013
6. Phase: 22. - 24. August 2013
7. Phase: 19. - 21. September 2013
Anmeldeschluss: 23. März 2012
Leitung: Thomas Lang, Bundesakademie, Claudia Wenzel, Hannover, filmlehrer.de,
Paul Hilpert, NLQ
Kostenanteil: ca. 215,- € (inkl. Ü/VP) je Phase. Eine anteilige Übernahme der
Kosten durch das NLQ wird zur Zeit geprüft
Die Teilnahmebedingungen sowie Informationen über Inhalte der einzelnen Phasen
und weitere Details erhalten Sie auf Anfrage. Eine Kooperation der
Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel mit dem bundesweiten
Schülerfilm und Videozentrum e. V. und dem Niedersächsischen Landesinstitut für
schulische Qualitätsentwicklung (NLQ).
Der Film ist selbstverständlicher Bestandteil der Unterrichtsgestaltung. Als Methode, als Inhalt oder als ästhetisches Produkt wird er auf ganz unterschiedliche Weise zum Gegenstand von schulischer Praxis. Die praktischen Einbindungen und die Ziele der Umsetzung in den unterschiedlichsten Fächern, in Film-AGs und Projekttagen sind vielfältig: Nutzt der Deutschunterricht den Film als kreative Auseinandersetzung mit Texten und Literatur, so gibt der Dokumentarfilm im Geschichtsunterricht Jugendlichen die Chance, historische Themen kritisch zu hinterfragen, während der Kunstunterricht den Film als Kunstform betrachten wird.
Das Filmen selbst als Erweiterung dieser Möglichkeiten gilt es zu entdecken. Durch die Produktion von Filmen ergeben sich Handlungsspielräume, die grundlegende Motivationen der Schülerinnen und Schüler aufnehmen und neben der Selbsttätigkeit und Kreativität den Film als formbaren ästhetischen Gegenstand ins Zentrum rücken. Schülerproduktionen zeigen bereits, wie einfallsreich, ungewöhnlich, humorvoll und eigenwillig Filme sein können, wenn sie ab vom Mainstream die Kreativität der Jugendlichen fordern. Dieses Filmemachen regt zum kritischen Umgang mit den neuen Medien an und wird so zur praktizierten Medienbildung.
Die Qualifizierung zum Filmlehrer wendet sich an Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten, -stufen und Fachausrichtungen mit Interesse am Film und Filmemachen und an der Umsetzung der damit verbundenen kreativen Prozesse in schulischer Praxis. Die einzelnen Seminare und Arbeitsphasen sind als Projekteinheiten zu verstehen, die sich ganz praktisch einem Filmstil und einer Produktionsphase des Films widmen. Im Verlauf der Arbeitsphasen bieten Praxisübungen Anlass, sich mit den Themen Kamera- und Gerätekunde, Filmsprache, Bild- und Lichtgestaltung, Toneinsatz, Dramaturgie und Storytelling auseinander zu setzen. Postproduktion und Montagetechniken ergänzen die Seminarinhalte ebenso wie szenische Übungen für das Spiel vor der Kamera. Sie werden anhand von Praxisaufgaben und Beispielen vermittelt und auf den Schulalltag übertragen. An Filmbeispielen werden praktische und rezeptive Vermittlungsaspekte erarbeitet, Methoden der Filmanalyse vorgestellt und Persönlichkeits- und Aufführungsrechte geklärt.
Eine eigene filmpraktische Aufgabe und deren Realisation und Reflexion in der Schule führen zur Erlangung eines Zertifikats zum Filmlehrer. Lehrkräfte, die die Qualifizierung durchlaufen haben, sind in der Lage, Filmarbeit mit Schülern gestalterisch, organisatorisch und didaktisch zu planen und durchzuführen.
Referenten und Dozenten mit jeweils fachspezifischen Kompetenzen zu entsprechenden Schwerpunktthemen führen die einzelnen Projekteinheiten durch. Alle Projekteinheiten können unabhängig vom Zertifikatserwerb gebucht werden. Priorität bei der Vergabe der Seminarplätze haben jedoch die Teilnehmenden der Qualifizierung.
20. - 22. Januar 2012
Sprechen, Sprechhaltung und Sprachgestaltung
Leitung: Thomas Lang
Kostenanteil: 168,- € (inkl. Ü/VP)
Anmeldeschluss: 6. Dezember 2011
Fasziniert sind wir von Schauspielern und Schauspielerinnen, die in Film, Fernsehen und Theater ihre Texte so sprechen, als wären sie neu und wirklich in diesem Moment. Und das Lesen und die Lesung wird in der Öffentlichkeit zum attraktiven Format und zum geselligen Ereignis. Ob in Klagenfurt oder im Kindergarten, im Literaturhaus, in der Stadtbibliothek oder beim Open Mike, es finden sich mehr, die vorlesen und viele, die zuhören wollen. Doch zu selten erfahren wir von denen, die uns zuhören, wie unsere Art des Sprechens wirkt, welche Signale das, was wir mitteilen wollen, überlagern, begleiten.
Will man aber Mehrere erreichen, so reicht manchmal nicht die vertraute und bekannte Stimme bis in die hinteren Reihen. Notwendig ist da entwickelte Lebhaftigkeit, Vielfalt im Ausdruck, Plastizität der sprachlichen Gestaltung und lebendiger Rhythmus. So ist es sicher hilfreich, einmal in verschiedenen Schritten zu erproben, eine eigenen und direkten Weise, einen fremden Text zu sprechen, ihm näher zu kommen. Dazu gehört die Entwicklung einer Haltung zur inhaltlichen Aussage sowie der Idee einer Situation, um eine notwendige und überzeugende Nachvollziehbarkeit für den Zuhörenden zu erreichen. So kann man zu einer Sprechhaltung gelangen, die dem Sinn des Textes Geltung verschafft und das Interesse der Gegenüber hervorruft.
Thomas Lang, Wolfenbüttel, Theaterpädagoge und Regisseur
16. - 19. Februar 2012
Maskenbau, Maskenspiel und Improvisationstheater
Leitung: Steve Jarand
Kostenanteil: 300,- € (inkl. Ü/VP), zzgl. 30,- € Materialgebühr
Anmeldeschluss: 30. Januar 2012
Die Faszination am mimischen Ausdruck und dessen kunstvolle Umsetzung für das Theater erleben wir stets: Masken sind nicht nur das, was sie zeigen, sondern auch das, was sie verbergen. Bekannt ist uns die gestaltete Maske eher als ästhetisches Objekt, neu ist sie hier zu erfahren als künstlerische Entwicklung aus dem eigenen Gesicht und als ausdrucksstarkes Theatermittel, wenn sie Bestandteil von komödiantischem Spiel wird.
Im Seminar "Maskenbau, Maskenspiel und Improvisationstheater" werden die Teilnehmenden eine individuelle (Halb)-Maske aus einem eigenen Gesichtsabdruck erstellen, ihr Ausdruck geben und - kombiniert mit Kostümen und Alltagsgegenständen - erste spielerische Erfahrungen im Maskenspiel machen. Zudem werden mit vorhandenen Masken in praktischen Übungen Spielideen des Improvisationstheaters erprobt. Hinweise zu den ästhetischen Ausdrucksformen gibt die Homepage des Dozenten www.stevejarand.com. Die Seminarsprache ist Englisch, eine zusammenfassende Übersetzung wird angeboten.
Steve Jarand, Calgary/Canada, Improvisationsschauspieler und Maskenschauspieler, langjähriges Studium des Improvisationstheaters am Loose Moose Theater bei Keith Johnstone, Studien des Maskenspiels in afrikanischen und ostasiatische Ländern.
3. - 5. März 2012
Theater als Versammlungsort
Leitung: Veit Merkle, Frank Oberhäußer
Kostenanteil: 175,- € (inkl. Ü/VP)
Anmeldeschluss: 15. Januar 2012
Das Theater als Versammlungsort: Das Theaterkollektiv Turbo Pascal interessiert sich in seinen Arbeiten dafür, wie Menschen heute ihr Zusammenleben organisieren. Zum Beispiel als demokratische Gesellschaft in WIR WERDEN WIEDER WER GEWESEN SEIN (2008), als Notgemeinschaft im Umgang mit Worst-Case-Szenarien in ICH BIN NICHT WIRKLICH DIE GEFAHR (2009), in der Konfrontation von Minderheits- und Mehrheitsgesellschaft in PC-RAUM 2 (X-SCHULEN, 2010) oder beim konspirativen Spaziergang zu zweit durch die Straßen SCHLENDER STUDIES (2010). Ein wesentlicher Bestandteil ihrer Arbeit ist dabei die Übertragung einer eigenen Rolle an das Publikum, beispielsweise als Bürgerversammlung, in Diskussionsrunden oder als Gruppe von Szenario-Technikern. Daraus folgt oft die aktive Einbeziehung des Publikums über Interfaces und Objekte der Partizipation wie Interviewstationen, gemeinsame Mikrofone, Laserpointer, Post-its oder Abstimmungspfeile.
Turbo Pascal erkunden im Workshop mit den Teilnehmenden unterschiedliche Möglichkeiten und Strategien, um die Zuschauer zu Akteuren zu machen. Die Themen "Rollenzuschreibung an die Zuschauer", "Interfaces" (Schnittstellen der Kommunikation) und kommunikationsfördernde "Raumstrukturen" sollen dabei im Zentrum stehen. In Kleingruppen werden spielerische theatrale Situationen erarbeitet, in denen die Besucher eingebunden werden und sich zu einer Fragestellung, einer Bedrohung oder einer Entscheidungssituation aktiv verhalten müssen. Kann man zusammen besser denken als alleine?
Veit Merkle, Frank Oberhäußer, Berlin, bilden gemeinsam mit Angela Löer, Luis Pfeiffer und Eva Plischke das Theaterkollektiv Turbo Pascal, www.turbopascal.info
9. - 11. März 2012
Biografisches Theater
Leitung: Ruth Rutkowski
Kostenanteil: 180,- € (inkl. Ü/VP)
Anmeldeschluss: 1. Februar 2012
In Kooperation mit dem Landesverband Freier Theater in Niedersachsen LaFT
Es sind die Mailkonten und Foto-CDs, Super-8-Familien-Filme, Plattenkisten und Liebesbriefe, Startpunkte einer szenischen Spurensuche, die von versprengten Einzelteilen über großformatige Portraits zu einem zusammengesetzten Gruppenbild führt. Auch so entsteht Theater, aus den Erinnerungen und Erzählungen der Beteiligten entwickelt und geformt, verknüpft und verbunden. Nicht mehr eine erdachte dramatische Figur also, sondern die Biografien der mitwirkenden Akteure dienen als Ausgangsmaterial szenischer Arbeit. Das Rollenspiel wird abgelöst von einer Selbst-Erzählung. Nicht mehr Figuren werden gezeigt, sondern die Konstruktion von Identität vor den Augen der Zuschauer vor- und aufgeführt.
Angesiedelt zwischen Entertainment, musikalisch-choreografischem Experiment und chorischen Formaten speist biografisches Theater dabei seine szenische Phantasie aus der Verdichtung biografischen Materials, eine der "sehnsüchtigen Strategien des modernen Menschen, das Leben dem unerbittlichen Verfließen der Zeit und dem Vergessen zu entreißen". Die entsprechenden Spielweisen und Darstellungsstrategien gilt es kennen zu lernen und zu erproben.
23. - 25. März 2012
Point ’n’ Click als szenische Praxis
Theater im post-digitalen Zeitalter: Computerspiele als Grundlage
theaterpädagogischer Arbeit
Leitung: Yves Regenass
Kostenanteil: 175,- € (inkl. Ü/VP)
Anmeldeschluss: 10. Februar 2012
Gegenwärtig etablieren sich in der Kulturlandschaft Formen, die Theater und Computerspiele miteinander zu verbinden suchen. Aus dieser Verbindung geht nicht nur eine eigenwillige Ästhetik hervor, sie sorgt auch für neue Interaktions- und Kommunikationssituationen im Theater und verändert die Wahrnehmung beider Ursprungsmedien. Der Workshop versucht dieses Potential aus der theaterpädagogischen Perspektive zu nutzen, um daraus Methoden und Spielformen zwischen Computerspiel und Theater zu entwickeln.
Dazu begeben wir uns in eine Art theaterpädagogisches Game-Laboratorium. Wir experimentieren mit theatralen Point `n Click-Adventures und arbeiten an der Verwirklichung von Jump `n runs. Wir erproben Darstellungs- und Bewegungsmodalitäten, untersuchen die spezifische Theatralität von Computerspielen. Wir entwerfen spielbare Rätsel und testen die Dramaturgie interaktiver Spielszenen. Kurz: Wir spielen und forschen an neuen theaterpädagogischen Strategien. Eingeladen zum Mitspielen sind Computerspielfreunde, die live spielen wollen und Theaterleute, die Computerspiel als starting point und Spielidee suchen und finden.
Yves Regenass, Hildesheim, www.machinaex.de, Grundschullehrer und Theatermacher
23. - 25. März 2012
Opernregie
Leitung: Uwe Schwarz
Kostenanteil: 195,- € (inkl. Ü/VP)
Anmeldeschluss: 10. Februar 2012
Regie oder Spielleitung ist Rhythmus und Arrangement, ist Gegenüber des Spielenden, ist spontane Reaktion sowie wohl vorbereiteter Plan. Regie und Spielleitung ist die versammelte Kompetenz, stets bedacht uns charismatisch zu theatralem Tun anzuregen und dieses zu ordnen bis zu einer wirkungssicheren und erfolgreichen Aufführung.
Angeboten werden den teilnehmenden Regisseuren, Spielleiterinnen und -leitern Spielanlässe, Denk- und Vorgehensweisen und Inszenierungsstrategien, um mit einer Gruppe von Interessierten musiktheatrale Aufführungen zu erarbeiten im Zusammen- und Wechselspiel von Musik, Gesang, szenischen Vorgängen und Choreografien.
In Demonstrationen und szenischen Übungen werden Hinweise gegeben zum Handeln auf der Bühne im szenisch-musikalischen Spiel und chorischen konzertanten Präsentationen.
Angesprochen zur Teilnahme sind am musik-theatralen Interessierte mit der Bereitschaft und dem Interesse, Erfahrungen und Gestaltungsprinzipien aus dem professionellen Musiktheater für die eigene Praxis zu übertragen und zu nutzen.
Uwe Schwarz, Regisseur für Musiktheater, Opernregie u.a. am Theater Kiel
1. - 3. Juni 2012
Bauchreden, basics
Leitung: Marcus Geuss
Kostenanteil: 175,- € (inkl. Ü/VP)
Anmeldeschluss: 1. Mai 2012
in Kooperation mit dem deutschen Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst
Bauchreden, auch (im anglo-amerikanischen Sprachraum) Ventriloquistik genannt, ist eine fast vergessene Variante der Unterhaltungskunst und besteht aus der Fähigkeit, mit fast geschlossenem Mund Töne hervorzubringen, um so quasi "unsichtbar" zu sprechen. Um dieser anderen Stimme Ort und Herkunft zu geben, nutzt der Bauchredner in der Regel eine Klappmaulfigur und gestaltet mit dieser "Kunst der Zwei Stimmen" zumeist komische Dialoge. Notwendig wird auch, mit Blick und Geste auf diese Puppe aufmerksam zu machen, um so Illusion wie Überraschungseffekte herzustellen.
Hierzulande sieht man im Variete zumeist all zu liebe Tierpuppen à la Muppet-Show. Der unterhaltende Effekt im Dialog mit diesen entsteht dann dadurch, dass Tiere eben auch nur Menschen sind. Im amerikanischen Raum sind eher menschlich gestaltete Klappmaulpuppen zu finden, gelegentlich als alter ego ihres "Herrn" gestaltet. Diese Form wurde auch genutzt als eine Form des politischen Kabaretts, die in den 20er Jahren in diesem Lande noch durchaus bekannt und populär war, weiterentwickelt heute zur parodistischen Stimmenimitation.
Natürlich kann man an einem Wochenende nicht lernen, wozu fleißiges Üben notwendig ist; aber - mit ein wenig Talent - können die Grundsteine für die richtige Technik gelegt werden und erste kurze Dialoge mit einer Figur auf dem Arm geführt werden. Die Erfolgserlebnisse sind verblüffend. Voraussetzung ist lediglich eine normale Sprechstimme.
Marcus Geuss, Coburg, Bauchredner, Zauberkünstler; Aufführungen unter anderem im Renitenz-Theater Stuttgart. www.marceliniundoskar.de
Neuer Termin:
21. - 23. September 2012
laufen, toben, springen, schreiten
Tanz mit Kindern
Leitung: Florentine Schara
Kostenanteil: 168,- € (inkl. Ü/VP)
Anmeldeschluss: 15. August 2012
Tanz vermittelt Bewegungsvielfalt, Körperwahrnehmung und Körperbewusstsein. Kinder erweitern im Tanz eigenen Bewegungsreichtum und entwickeln Bewegungsinteresse. Und sie entdecken im Tanz die Befähigung zu eigener bewegungsgestalterischer Phantasie. Tanz mit Kindern ist Trend.
Vom spielerischen warm up über Improvisationsaufgaben bis hin zur Choreographie: in der Tanzwerkstatt "Tanz mit Kindern" werden Vorgänge, Abläufe und Ideen vermittelt, mit denen es möglich wird, zu verschiedenen Themen und für mehrere Altersgruppen wirkungssichere Choreographien zu erstellen. Einfache Schrittkombinationen, Drehungen und Sprünge werden mit selbst erfundenen Gesten und Positionen kombiniert. So entstandene Choreographien bilden die Basis für ein Spiel mit Dynamik und Bewegungsqualitäten, orientiert an Ausdrucksweisen und Prozessen zeitgenössischen Tanztheaters.
Eingeladen zur Teilnahme sind Pädagogen, die an tänzerischen Möglichkeiten und ihrer Vermittlung interessiert sind sowie Tanz- und TheaterpädagogInnen, die ihr methodisches und szenisches Repertoire für Tanz mit Kindern erproben, erweitern und entwickeln wollen.
Florentine Schara, Berlin, Schauspielerin und Tänzerin, Theaterpädagogin, u a. Lehrtätigkeit an der Universität der Künste UdK, Studiengang Theaterpädagogik
7. - 8. Juni 2012
Rimini Protokoll
Leitung: Helgard Haug, Daniel Wetzel
Kostenanteil: 150,- € (inkl. Ü/VP)
Anmeldeschluss: 1. Mai 2012
"Wer wissen will, was das Theaterkollektiv oder Regie-Trio mit dem eigenartigen Namen Rimini Protokoll tut, kommt an den Worten Realität und Fiktion nicht vorbei. Rimini Protokoll sucht sich seine Themen in der Wirklichkeit. Die Projekte werden nach genauen Recherchen immer aus der Situation vor Ort entwickelt. Die Gruppe arbeitet für ihre Inszenierungen immer mit Laien zusammen, sie heißen bei Rimini Protokoll "Spezialisten", die sie bei der Recherche gefunden haben und die in den Inszenierungen sich selbst darstellen.
Damit aber fangen die Schwierigkeiten der Trennung, die Verschiebungen, Verzahnungen und Überlagerungen von Wirklichkeit und Fiktion an: Man weiß nicht, wo das Theater beginnt und die Realität aufhört, man kann es und man soll es auch nicht wissen. Das aber ist keine Lust am Taschenspielertrick, sondern es zeigt sich dabei immer wieder, dass die Realität in Inszenierungen erst deutlich wird. Das Theater von Rimini Protokoll setzt Bühne und Zuschauer einander nicht gegenüber, sondern verzahnt die beiden Sphären in immer wieder neuen Versuchsanordnungen. Dabei geht es um Wahrnehmung, um Erkennbarkeit der Welt und insbesondere der Menschen. Es geht darum, den Komplex, der unsere Realität ist, aufzubrechen, in seinen Facetten zu zeigen, um ihn so befragbar zu machen. Rimini Protokoll wenden ihre Methode äußerst subtil, in immer wieder überraschenden Konstellationen und mit großer Neugier auf die Welt an. So sind sie zu Protagonisten einer Reality-Bewegung geworden, die es seit ein paar Jahren im deutschen Theater gibt." (Peter Michalzik, auf der Webseite des Goethe Instituts)
Rimini Protokoll dokumentieren Projekte und geben einen Einblick in ihre künstlerischen Strategien und Denk- und Handlungsweisen. www.rimini-protokoll.de
1. - 6. Juli 2012
Lessing in Wolfenbüttel
Literatur an Ort und Stelle
Leitung: Sabine Schnelle
Kostenanteil: 410,- € (inkl. Ü/VP)
Anmeldeschluss: 20. Mai 2012
Eine Veranstaltung des Evangelischen Bildungswerks Bremen in Kooperation mit der
Bundesakademie
"Darin haben Sie vollkommen recht, daß auf die Länge
Wolfenbüttel mehr mein Ort ist als jeder andere,
und daß mittelmäßige Umstände in Wolfenbüttel für uns beyde vorteilhafter seyn
werden,
als noch so glänzende in Wien oder anderwärts."
Lessing zu seiner Verlobten Eva König
Elf Jahre leitete Lessing im beschaulichen ehemaligen Residenzstädtchen die herzogliche Bibliothek mit ihrem prächtigen alten Buchbestand. Sein Wohnhaus neben der Herzog August Bibliothek, in dem neben anderem sein "Nathan der Weise" und die Streitschrift gegen den dogmatischen Hauptpastor Goeze vollendet wurden, atmet noch immer den Geist der Aufklärung.
Mit seiner Seminarreihe 'Literatur an Ort und Stelle' lädt das Evangelische Bildungswerk Bremen ein zur literarischen Ortsbesichtigung. Statt Besichtigungshektik steht im Vordergrund ein Sich-Zeit-Nehmen für biographisches, geschichtliches und literarisches Hintergrundwissen, für genauere Lektüre, praktische Szenenübungen und anregende Gespräche über das Gelesene und Erlebte.
Die Seminarwoche gibt zudem mittels praktischer szenischer Übungen und Analysen Einblicke in Lessings dramaturgisches und kulturpolitisches Programm. Die Wirkungsgeschichte des "Nathan" und der "Emilia Galotti" wird - u.a. durch den Vergleich von Inszenierungskonzepten - bis in die Gegenwart verfolgt.
Intensive Textarbeit und die Spurensuche abseits touristischer Routine ergänzen einander und bringen die Orte und die Stellen zum Sprechen.
Sabine Schnelle, Bremen, Germanistin und Literaturpädagogin
13. - 15. Juli 2012
Rhythm to Dance
Leitung: Royston Maldoom, Tamara McLorg
Kostenanteil: 350,- € (inkl. Ü/VP),
Anmeldeschluss: 15. Mai 2012
Unterstützt von der Deutschen Orchestervereinigung (DOV)
Royston Maldoom, bekannt geworden als Choreograph des Tanzprojektes "Rhythm is it", bietet einen Einblick in seine weltweiten und langjährigen Erfahrungen mit Tanzprojekten und den speziellen Anforderungen von Tanzpädagogik in ihrem künstlerischen und sozialen Kontext. In Exercises vermittelt er ganz praktisch und ausführlich Strategien seiner Kunst: im Tanz, im Umgang mit Musik, in der Vermittlung von Kreativität, Phantasie, Körper- und Selbstbewusstsein, kognitiven Kompetenzen und dem eigenständigen Gestalten. Er spricht über seine Arbeitsphilosophie und -methode, die der Tanzpädagogik allgemein so viel Aufmerksamkeit beschert haben. Dazu werden Filmbeispiele aus seinen anderen, hier bislang unbekannteren, Tanzprojekten in Afrika und Südamerika gezeigt.
Die Unterrichtssprache ist Englisch.
Royston Maldoom, London/GB, Choreograf und Tanzlehrer. Verantwortlicher Leiter von großen bis kleinformatigen Performance Projekten, professionellen und pädagogischen Gemeinschafts-Projekten für jedes Alter und Können. Mitgründer und ehemaliger Direktor von Dance United zur Organisation von sozialen und pädagogischen Tanzprojekten speziell in Problemgebieten mit Unterstützung von Kunst- und Entwicklungsorganisationen. www.royston-maldoom.org
Tamara McLorg, London/GB, Choreografin und Tanzpädagogin, www.tamaramclorg.com
31. August - 2. September 2012
Tanztheater
Szenische Choreografien für die Bühne
Leitung: Eva Gruner
Kostenanteil: 180,- € (inkl. Ü/VP)
Anmeldeschluss: 15. Juli 2012
Tänzerisch choreografierte Bewegungsabfolgen - chorisch oder
auch einzeln - haben sich zu einem wirkungsstarken Stilmittel zeitgenössischen
Theaters entfaltet. Nicht der tänzerisch-professionelle Aspekt ist dabei im
Blick, sondern die atmosphärische Erweiterung der szenischen Situationen: durch
den ironischen Kommentar, den kontrapunktischen Widerstand, die Abstraktion
durch Stilisierung, Fragmentierung und Verdichtung. Die einfache Entwicklung von
Gruppen und Einzelchoreografien sowie das Nutzen von Gegenständen und
Bühnenelementen, in eine rhythmische Form gebracht, befähigen
nichtprofessionelle Spielende, sich tänzerisch auszudrücken und den szenischen
Raum zu erweitern. Dabei ist vor allem die kreative Beteiligung aller gefragt.
Aus deren Einfallsreichtum und Ideen entstehen
Muster, Impulse und Struktur.
Der Kurs bietet Hinweise für die tanz- und theaterpädagogische Anleitung zur Entwicklung einfacher Choreografien im pädagogischen wie im künstlerischen Feld: die Gestaltung des Bühnenraums zur Strukturierung von Tanzwegen, eine geschickte und wirkungssichere Auswahl der Musik, die Entwicklung von Schrittfolgen ausgehend von Improvisationen der Beteiligten und das Setting der Choreografie, - ihre Konzeption, Einrichtung und Fixierung. Tänzerische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Eva Gruner, Lörrach, Tanztheaterdramaturgin, Tanz- und Theaterpädagogin, tätig u. a. für das Theater Basel.
5. - 7. Oktober 2012
Körperliche Präsenz und darstellerische Ausdruckskraft
Leitung: David Jeker
Kostenanteil: 168,- € (inkl. Ü/VP)
Anmeldeschluss: 1. September 2012
In Kooperation mit dem Landesverband Freier Theater in Niedersachsen LaFT
Eine Geschichte, ein Text, eine Handlung auf der Bühne werden erst durch diejenigen, die diesen ihren Körper leihen, lebendig. Daher ist es für alle, die auf einer Bühne agieren, von größter Bedeutung, die eigenen körperlichen Ausdrucksmöglichkeiten kennen zu lernen. Unabhängig von Stilrichtungen oder künstlerischen Vorlieben gilt es, ein Mehr an Klarheit, Authentizität und Lebendigkeit in das eigene Auftreten zu bringen, um bewusst und spontan Ausdrucksmöglichkeiten zu wählen und anzusteuern.
Die Teilnehmenden haben die Gelegenheit, in gezielten, klar strukturierten Übungen und Bewegungsexperimenten ihre Körperwahrnehmung zu verfeinern und Gestaltungszusammenhänge zu erkennen. Studiert werden Handlungen, um einer Geste, einer Haltung auf der Bühne mehr Gewicht zu verleihen. Konkrete Schritte werden erfahren, um eine Idee in klare, lesbare, physische Handlungen zu übersetzen, dazu Mittel und Wege, um die körperlich-geistige Durchlässigkeit und Reaktionsbereitschaft zu steigern. Die dabei gewonnenen Erfahrungen verleihen dem gestischen Spiel Glaubwürdigkeit und entfalten das Temperament des körperlichen Ausdrucks.
Zum Einsatz kommen Feldenkrais-Studien in "Bewusstheit durch Bewegung", Imaginationsübungen sowie verschiedene Ansätze des schauspielerischen Körpertrainings, die konkrete Arbeitsschritte für die selbständige Arbeit an der Verkörperung einer Figur geben.
Dieses Seminar richtet sich an auf der Bühne oder in der theaterpädagogischen Praxis Tätige, die ihre Fähigkeiten vertiefen und verbessern wollen und die Einblick in spezifische Formen der schauspielerischen Körperarbeit gewinnen möchten. Anregungen für ein eigenes Körpertraining und das Training mit einem Ensemble werden gegeben.
David Jeker, Leipzig, Schauspieler und Feldenkrais-Lehrer, u.a. Mitglied des Theater-Ensembles unitedOFFproductions (Braunschweig/Berlin), www.cordoror.de
10. - 11. Oktober 2012
Filmbildung in Niedersachsen
Kongress
Eine Kooperationsveranstaltung des Niedersächsischen
Instituts für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) in Hildesheim mit der
Niedersächsischen Landesmedienanstalt Hannover (NLM) und der Bundesakademie für
kulturelle Bildung Wolfenbüttel.
Leitung: Sonja Giersberg, Detlef Endeward, Paul R. Hilpert, Niedersächsisches
Landesamt für Lehrerbildung und Schulentwicklung (NLQ), Abteilung Medienbildung,
Hildesheim
Anmeldung: Lassen Sie Lassen Sie per E-Mail (Infoanforderung)
ab sofort Ihr Interesse vormerken. Melden Sie sich nach Erhalt des ausführlichen
Tagungsprogramms (ab etwa 8 Wochen vor Tagungstermin) verbindlich an.
Seit die neuen Kerncurricula für niedersächsische Schulen den Bereich Filmbildung vorsehen, sind sowohl Lehrkräfte als auch Schülerinnen und Schüler gefordert, sich intensiv mit Filmanalyse, Filmpraxis und Filmgeschichte auseinander zu setzen. In Niedersachsen sind dazu Initiativen vielfältiger Art konzipiert und umgesetzt worden, um Filmbildung und Medienproduktion zu fördern. Und Fortbildungsangebote bieten Ideen und Hilfestellungen zur Produktion von Film in der Schule und Beratungen zur praktischen Umsetzung.
Der Kongress gibt einen Überblick über den aktuellen Stand in der fachlichen Entwicklung der Filmbildung in Unterrichtszusammenhängen und über niedersächsische Filmbildungs-Projekte.
In Projektpräsentationen an Informationsständen, in Workshops, nach Schulform sortiert, mit Unterrichtsbeispielen und der Möglichkeit des eigenen Erprobens werden zu diesem Zweck Projekte der Filmbildung in ihren Ansätzen und Methoden vorgestellt, der fachliche Austausch angeboten, Informationen und Umsetzungshinweise über die Vorgaben zur Filmbildung in den Kerncurricula gegeben, weitere Vernetzungen verabredet und so Entwicklungen vorangetrieben. Eingeladen zur Teilnahme sind Filmlehrer, Fachberater, Seminarleiter, weitere Verantwortliche für die Förderung von Medienkompetenzen an Schulen (Medienkonzeptentwicklung) und Interessierte am Thema. Der Kontakt wird aber auch verstärkt zu suchen sein mit Wissenschaft und Forschung.
15. - 16. Oktober 2012
Die Kunst des Fragens
Leitung: Franziska Steiof
Kostenanteil: 110,- € (inkl. Ü/VP)
Anmeldeschluss: 1. September
Systemische Fragetechniken wurden als Teil von systemischen Beratungsprozessen entwickelt. Sie sind aber - flexibel und kreativ angewandt - auch für künstlerische und ästhetische Prozesse eine Art Sesam-Öffne-Dich und können vielseitig eingesetzt werden.
Unter anderem bietet diese Art des öffnenden Fragens neue Zugänge zu themenorientierten Stoffsammlungen für Bühne und Literatur, zu Rollen- und Figurenfindungen, zu Bewertungen von kulturellen Events, Anleitung von Gruppen, Entwicklungsprozessen von Mitarbeitern sowie zu Konfliktlösungen. Neun Fragekategorien werden theoretisch und in praktischen Übungen vermittelt. Die Teilnehmenden erfahren, welche Ziele mit jeweils welcher Fragegruppe erreicht werden können und üben sich im Einsatz dieses vielschichtigen Tools.
Franziska Steiof, Hamburg, Regisseurin, u.a. an den Städtischen Bühnen Kiel und am Grips-Theater Berlin, www.coaching-steiof.de.
26. - 28. Oktober 2012
Das aktive Publikum (Arbeitstitel)
Theatervermittlung als künstlerische Praxis. 27. Bundestagung Theaterpädagogik
Eine Veranstaltung des Bundesverband
Theaterpädagogik e.V.,
Anmeldung: Lassen Sie Lassen Sie per E-Mail (Infoanforderung)
ab sofort Ihr Interesse vormerken. Melden Sie sich nach Erhalt des ausführlichen
Tagungsprogramms (ab etwa 8 Wochen vor Tagungstermin)
verbindlich an.
Dass auch das Zuschauen eine "Kunst" ist, die es zu entwickeln gilt, hat zuerst Bertolt Brecht als wichtige Aufgabe für ein neues Theater formuliert. Diese Aufgabe stellt sich heute besonders dringlich und in veränderter Form: Nicht nur die Sehgewohnheiten eines medial sozialisierten Publikums sind andere, auch die neuen Theaterformen stellen neue Anforderungen an den Zuschauer als Co-Autor.
Bei der Tagung sollen unter anderem folgende Aspekte des Themas diskutiert und praktisch erkundet werden: Wie kann man ein an digitale Medien gewohntes Publikum neugierig auf Theater machen? Wie kann der Blick für die besonderen Reize dieses Live-Mediums geöffnet und geschärft werden? Wie können Gespräche über das Ereignis Theater fokussiert und moderiert werden - im professionellen und freien Theater, auf Theaterfestivals und bei theaterpädagogischen Projekten? Wodurch unterscheiden sich Feedbackgespräche mit den Beteiligten einer Produktion von Fachgesprächen über das gesehene Theaterereignis? Welche spielerischen und kreativen Formen der Rezeption von Theater haben sich bewährt? Welche innovativen Ansätze und partizipatorischen Formen der Vermittlung gibt es - jenseits der bloßen Affirmation des marktüblichen Theaterangebots?
Die Bundestagung will Praktiker und Fachleute aus verschiedenen Arbeitsfeldern, die mit der Vermittlung von Theater zu tun haben, zu einem Erfahrungsaustausch und zur Diskussion und praktischen Erprobung neuer Konzepte anregen. Besonderes Augenmerk gilt dem "synästhetischen" Brückenschlag zu den Erfahrungen in der Kunstvermittlung und Musiktheaterpädagogik.
30. November - 2. Dezember 2012
Ilias XXL
Großes Thema / Große Gruppe
Leitung: Katja Fillmann
Kostenanteil: 170,- € (inkl. Ü/VP)
Anmeldeschluss: 20. September 2012
In der Ilias, eines der ältesten und bedeutensten Epen, die wir kennen, treffen die großen Themen von Krieg über Verrat, Liebe, Helden, Rache, die Frage nach einem Schicksal bis zur Suche nach der Heimat aufeinander. Hier vor den Toren von Troja versammelt sich die mythologische Welt der Antike: Agamemnon und Menelaos, die Fürsten der Orestie, die Seherin Kassandra, die schöne Helena, die Helden Hektor, Achilles und Odysseus. Wie begegnet man einer solchen Stoffmacht, will man diese bearbeiten und vermitteln?
Trauen wir uns heran. Und erarbeiten mit chorischen Theatermitteln und szenische Ideen Skizzen und Fragmente, die sich zu einer spannungsreichen und attraktiven Theateraufführung fügen könnten.
Denn chorisches Theater als Darstellungsstrategie des erzählenden Theaters ist eine Kunstform, die den Protagonisten auf der Bühne ablöst und als vielstimmige und vielgesichtige Gruppe neuere und wirkungssichere Spielformen zu entwickeln vermag, die zudem die Brüchigkeit unserer heutigen Wirklichkeit einzufangen sucht. Chorische Formen befördern die nichthierarchische, gleichberechtigte Theaterarbeit, sie reflektieren sowohl auf der Ebene der Darstellung als auch im Dargestellten das Verhältnis zwischen Individuum und Gemeinschaft. Chorische Theaterarbeit ist getragen von der gegenseitigen Wahrnehmung als Spielpartner, von der Bereitschaft, sich zurückzunehmen und einzubringen.
Herangehensweisen für die theaterpädagogische Arbeit mit großen Gruppen und klassischen Stoffen werden so "unklassisch" durchgespielt. Spieler wandeln sich zu Erzählern und zurück, Objekte werden als Spielpartner in der szenischen Arbeit entdeckt, mehrperspektivische Erzählweisen und das Offenlegen der darstellerischen Mittel werden studiert und erfahren. Ästhetisches Verständnis wird geschult und Übersetzungsleistungen von der Schriftprosa zur szenische Vergegenwärtigung des Geschehens gefordert.
Katja Fillmann, Berlin, Dozentin, Regisseurin , u. a. am Jungen Deutschen Theater Berlin
9. - 11. November 2012
Dokumentarisches Theater
Alt und Jung schreiben und spielen ihr Leben und ihre Erinnerungen
Leitung: Mirjam Strunk
Kostenanteil: 170,- € (inkl. Ü/VP)
Anmeldeschluss: 10. September 2012
Unsere gesellschaftliche Realität lässt das Theater zunehmend nicht länger die Dienerin der Dichtung, sondern der Gesellschaft sein. Gegenwärtige Formen des zeitgenössischen Theaters versuchen, der Wirklichkeit eine Bühne zu bieten. Menschen betreten sie als Experten, denn ihre Rolle haben sie ihr Leben lang geprobt und ihre Texte entspringen ihrer Kunst der Erinnerung.
Generationsübergreifende Theaterarbeit mit Jung und Alt geht so der Frage nach, was die Generationen in der theatral-dokumentarischen Zusammenarbeit von und miteinander erfahren und lernen können. Und wie die neue Generation von Menschen im Ruhestand, den sogenannten "Best Agern" für die Jugend auf der Suche nach ästhetischen und sozialen Formen der Mitteilung, der Suche nach Präsenz und persönlicher Intensität zum gleichwertigen Spielpartner werden kann.
Anhand von Schreibaufgaben, Interviews, Improvisation, Handlungsanweisungen und künstlerischen Verfahrenstechniken werden Arbeitsansätze des dokumentarischen Theaters ganz praktisch erprobt sowie künstlerische Konzeptionen vorgestellt und diskutiert.
Das Seminar wendet sich an Theaterpädagogen, Theaterspielende sowie an Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Einrichtungen für Alte und Junge.
Mirjam Strunk, Theaterregisseurin, -autorin und -dozentin, Regisseurin von generationsübergreifenden Theaterprojekten u. a. am Schauspiel Essen, Schauspielhaus Bochum, www.gedaechtnis-des-ruhrgebiets.de
14. - 16. Dezember 2012
Transparenz und Präzision
Grundlagen der Schauspielkunst
Leitung:
Marcelo Diaz
Kostenanteil: 180,- € (inkl. Ü/VP)
Anmeldeschluss: 1. November
In Kooperation mit dem Landesverband Freier Theater in Niedersachsen LaFT
Wenn Theater als ein Ort begriffen werden will, der ein Mehr an Entäußerung verlangt, als die Profanität des Alltags zu erkennen gibt, so ist Transparenz, Präzision und Power des Darstellenden gefordert.
Das Seminar gibt Hinweise für die Anleitung zum darstellerischen Handeln auf der Theaterbühne und für die theaterpädagogische Praxis. Es wird in die dramatische Struktur des Schauspiels eingeführt, in die Figur, in die Charakterisierung, die Definition der Figur durch das Geschehen, stets mit Konzentration auf der Suche nach der Aktion vor und zum Text. In Demonstrationen und szenischen Übungen werden also die eigene wie die auf den Partner gerichtete Handlung auf der Bühne erforscht und das Nutzen der eigenen Vorstellungskraft. Raum, Geschichte und Konflikte, identisch, ergänzend und widersprüchlich, scheinbar lose Elemente werden dann zusammengeführt und organisiert in der "Architektur" des Theaters.
Angesprochen sind an der szenischen Darstellung, am Schauspiel Interessierte, die ihr Ausdrucksvermögen präzisieren und intensivieren wollen, vor allem aber auch Anleitende und Regieführende, die beabsichtigen, den eigenen szenischen Blick zu schärfen und dem Agierenden zum wirkungssicheren Ausdruck zu verhelfen. Erste spielerische Erfahrungen werden vorausgesetzt.
Marcelo Díaz, Madrid, Schauspieler und Regisseur, langjähriger künstlerischer Leiter des Theaters an der Sihl Zürich/CH, auch Dozent der Regieklasse an der Theaterhochschule Zürich und der Hochschule für dramatische Kunst Valencia/E. www.marcelodiaz.net