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Hätte ich drei Wünsche frei …

15.02.2018

Die zunehmende Vernetzung von Schulen mit außerschulischen Kultureinrichtungen freut mich persönlich sehr! Als Projektreferentin für das niedersächsische Programm SCHULE:KULTUR! konzipiere ich an der Bundesakademie Fortbildungsangebote für Schulleiter_innen, Lehrer_innen und Kulturpartner_innen, die genau dies vorantreiben wollen. Zu meinen Aufgaben gehört es, Stellschrauben zu identifizieren, um Kulturelle Bildung als wesentlichen Bestandteil von Allgemeiner Bildung an Schulen weiter zu verankern und Schulen insgesamt stärker zu Lebensräumen werden zu lassen, die eine besonders lernförderliche Umgebung aufweisen.

 Schule:Kultur III
Tanzende Kinder bei der Auftaktveranstaltung von SCHULE:KULTUR!

Wenn ich drei Wünsche frei hätte für die Kulturelle Bildung im Bereich der Schule, dann wären das:

Mehr Zusammenarbeit mit außerschulischen Kultureinrichtungen
Als erstes würde ich mir wünschen, dass Schulen regelmäßig langfristige Kooperationen mit außerschulischen Kultureinrichtungen eingehen. Die Authentizität der professionellen Kulturschaffenden und Künstler_innen fasziniert Kinder und Jugendliche und motiviert sie zur Mitarbeit. Durch kreativere und freiere Methoden können die Schüler_innen ihre eigenen thematischen Zugänge finden und sich stärker als selbsttätig handelndes Subjekt wahrnehmen. Neben den Transferwirkungen von Kultureller Bildung können sie sich spielerisch und experimentell in den Künsten ausprobieren und sich selbst und andere Mitschüler_innen neu entdecken und auch von Lehrer_innen ganzheitlicher wahrgenommen werden.

Kulturelle Bildung in allen Fächern
Mein zweiter Wunsch wäre, dass ästhetisches Lernen als durchgängiges Prinzip in den unterschiedlichen Bereichen von Schule verstärkt wird. Kulturelle Bildung sollte zu einem lebendigen Lernprinzip und Gestaltungselement im gesamten Schulalltag werden, so dass kulturelle Methoden in den Unterricht aller Fächer hineinwirken. Kulturelle Bildung sollte nicht nur Bestandteil der künstlerischen Fächer oder gar nur im AG-Bereich angesiedelt sein. Vielmehr sollte ein fächerübergreifendes kulturelles Bildungsangebot angestrebt werden, das gut verschränkt ist, um viele Synergien freisetzen zu können. Funktionieren kann das nur, wenn die Zeitstruktur der Schule so flexibel gestaltet ist, dass auch längeres Arbeiten an Angeboten Kultureller Bildung, prozess- und nicht ergebnisorientiert, möglich wird.

Schule ist mehr als Unterricht
Mein dritter Wunsch wäre, die Räumlichkeiten der Schule und die Schulkultur kultureller zu gestalten. Besonders im Zuge des Ganztagsausbaus wird Schule immer mehr zu einem Lebensraum für Kinder und Jugendliche, in dem sie einen Großteil ihrer Zeit verbringen. Schule sollte ein Ort sein, an dem sich die Schüler_innen wohlfühlen. Das erreicht man am besten, wenn man die Kinder und Jugendlichen unmittelbar in die Gestaltung der Schulgebäude bzw. -räume einbezieht. Sie kennen ihre Ansprüche an die atmosphärische Umgebung am besten und es lohnt sich ihre Fähigkeiten und Kompetenzen einzubinden, um sie Partizipation und Verantwortungsübernahme praktisch erlernen zu lassen. Eine erstrebenswerte Schulkultur ist für mich aber auch geprägt von einer anerkennungsorientierten sozialen Umgangsweise mit allen am Schulleben Beteiligten. Und zu guter Letzt braucht das Schulleben Höhepunkte. Rituale, Bräuche und Traditionen – gemeinschaftlich zu feiern – stiftet ein Zugehörigkeitsgefühl für Schüler_innen und ist ein schöner Anlass um eigene (künstlerische) Arbeiten öffentlich präsentieren zu können.  

Ein Beitrag von unserer Mitarbeiterin Jacqueline Streit

Jacqueline Streit I
Jacqueline Streit ist seit Mai 2016 Projektreferentin für das Landesprogramm »SCHULE:KULTUR!« tätig und übernimmt ab 2018 zusätzlich das Projektmanagement für K² − Kulturnetzwerke in Kommunen und Regionen. Sie absolvierte das Bachelorstudium Kulturpädagogik an der HS Niederrhein in Mönchengladbach und studiert aktuell den Masterstudiengang Kulturvermittlung mit Schwerpunkt auf Medien und populäre Kultur an der Universität Hildesheim. 

Über SCHULE:KULTUR!
Zusammen mit der Stiftung Mercator initiiert das Niedersächsische Kultusministerium und das Ministerium für Wissenschaft und Kultur nach dem Modellprojekt SCHULE:KULTUR! (2015-2017) das Anschlussprogramm SCHULE:KULTUR!zwei. Die Bundesakademie für Kulturelle Bildung übernimmt für dieses Programm die Konzeption und Koordination der begleitenden Fortbildungen. Ziel des Projekts mit einer Laufzeit von 2018 bis 2020 ist, dass Kultur in den Unterricht aller Fächer hineinwirkt und zu einem lebendigen Lernprinzip und Gestaltungselement im gesamten Schulalltag wird. Um fächerübergreifend kulturelle Schulentwicklung anzustoßen und nachhaltig aufzubauen, arbeiten Lehrer_innen und Schulleiter_innen aus 36 niedersächsischen Projektschulen gemeinsam mit Kultureinrichtungen intensiv zusammen.

Weiterführende Links

Website des Programms SCHULE:KULTUR! mit Image- und Erklärfilm

Programmpublikation Magazin »Kultur bewusst«

Kontaktstelle »Kultur macht Schule« der Landesvereinigung für Kulturelle Jugendbildung Niedersachsen e.V. (LKJ)

Literaturempfehlungen und Links zu den Themen »Schule und Kultur«, »Kulturelle Schulentwicklung« und »Finanzierung von Kooperationen«

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