Kulturmanagement & Kulturpolitik 2025
Im Jahr 2025 gab es (nach langjähriger Leitung durch Andrea Ehlert) einen Wechsel im Cockpit des Programmbereichs ku: Wir, Jérôme Jussef Lenzen und Julia Valerie Zalewski, haben als neuer Leitungs-Katamaran im Januar das ku-Steuerrad übernommen. Die Jungfernfahrt in neuer Besetzung hatte kein geringeres Ziel als das Jahr 2035. Denn eine Frage trieb uns beide um: Was wird die zukünftige Aufgabe von Kulturmanagement sein? Heute, morgen, in fünf Jahren oder darüber hinaus?
Wenn es doch so einfach wäre: zu antizipieren, was in zehn Jahren von Relevanz ist… Welche Kompetenzen und welche Netzwerke werden wir brauchen, um kulturelle Prozesse gemeinwohlorientiert, resilient und wirksam zu gestalten? Welche kulturpolitischen Weichenstellungen sind dafür notwendig? An der Bundesakademie suchen wir die Antworten – und stellen die Fragen doch immer wieder neu. Weil wir in einer Welt leben, die neuen Prinzipien folgt. Weil wir Brücken zwischen Altem und Neuem bauen wollen. Weil wir die Vielfalt von Kunst und Kultur und den Menschen dahinter lieben. Wir verstehen Kulturmanagement als diskurssensibles, transformierendes Handeln. Als Haltung, die aufmerksam ist, seismografisch für Veränderungen, offen für Brüche und neue Perspektiven.
So startete also das erste Quartal mit dem Fachtag Nachhaltigkeits-Booster für die Kultur. Niedersachsen auf dem Weg vom Wissen zum Handeln der knapp 120 niedersächsische Akteur_innen im Künstlerhaus Hannover versammelte. In einer engen Kooperation mit der Green Culture Anlaufstelle und gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur wurden 8 Workshops entwickelt, die der Keynote von Paulina Fröhlich (damalige Geschäftsführerin des Progressiven Zentrums) folgten und tatkräftig die Brücke vom Wissen zum nachhaltigen Handeln zu bauen begannen.
Auch im Qualifizierungsangebot hat das Thema Nachhaltigkeit Einzug gehalten: So fanden in der ersten Jahreshälfte weitere Module von kreativ.transformativ. Qualifizierung für eine Kulturelle Bildung mit globaler und nachhaltiger Perspektive statt, die im Verbund mit der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung und der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW ins Leben gerufen wurde. Im Herbst ist außerdem der Pilot unserer neuen Qualifizierung NAHKULT. Qualifizierung für gemeinwohlorientiertes Transformationsmanagement gestartet, bei dem wir 14 niedersächsische Kulturakteur_innen bei ihrer gemeinwohlorientierten Organisationsentwicklung begleiten und damit an Erfahrungen unseres hauseigenen GWÖ-Prozesses anknüpfen.
Klar ist dabei stets: Veränderungsprozesse brauchen gesunde Teamstrukturen, wirksame Kommunikation und gute Führung. Und so fand auch 2025 wieder der inzwischen 11. Durchgang der Qualifizierungsreihe Mir nach! – Führung für sich und andere übernehmen unter der Leitung von Prof. Dr. Lisa Unterberg und mit Gastbeiträgen von Friederike Holm und Kathalin Laser statt. Online konnten wir zudem Workshops zu den Themen Sitzungen rocken mit Dr. Julia Weitzel, How To: Interne Kommunikation mit Johanna Götz, Grundlagen diversitätsorientierter Nachwuchsförderung mit Abhilash Arackal und Katrin Gildemeister und Feedback_schleifen mit Friederike Holm anbieten. Auch die Kommunikation nach außen wandelt sich: Workshops wie Inklusive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit mit Eeva Rantamo, Community Work und einfache Sprache mit Martin Conze oder Relevanz erzeugen. Nutzer_innenorientierung für zukunftsfähige Organisationen – Ansatz und Methoden widmeten sich der Frage, wie kulturelle Arbeit zugänglicher und adressatengerechter vermittelt werden kann.
Unter dem Titel Radikale Wege mit neuen Netzwerken für eine Kulturelle Bildung des globalen Zusammenlebens haben wir im Spätsommer gemeinsam dem Landesverband der Volkshochschulen Niedersachsens die inzwischen 14. Programmbereichs-Fachkonferenz Methoden und Rahmenbedingungen Kultureller Bildung an Volkshochschulen in der Mühle stattfinden lassen. Radikale Impulse gab die Theater- und Fernseh-Schauspielerin und angehende Schauspieldirektorin des Staatstheaters Cottbus Anica Happich, die wir für den mehrtägigen Workshop Radikale Kooperation, Kollaboration und Co-Kreation im November ein zweites mal gewinnen konnten.
Das für uns beide erste und ereignisreiche ku-Jahr durften wir schließlich mit den Formaten Fragen als Kunst mit Prof. Lisa Unterberg und Futures Coaching für Frauen* mit Franziska Schönfeld abschließen, mit denen wir zugleich unsere Frage- und Zukunfts-Muskeln auf ein Neues trainieren konnten.
Insgesamt erreichte das ku-Programm mit 29 Veranstaltungen (8 online, 21 in Präsenz) an X?? Teilnehmendentagen rund 441 Teilnehmende.