PR und Marketing
Kommunikation unter Druck
Die Öffentlichkeitsarbeit der Bundesakademie (ba•) war 2025 mehr denn je Spiegel der institutionellen Realität: engagiert, thematisch klar positioniert und geprägt von begrenzten finanziellen Ressourcen. Kommunikation bedeutete in diesem Jahr nicht nur Sichtbarkeit, sondern vor allem bewusste Entscheidungen, Priorisierung und kreative Lösungen. Trotz der knappen Mittel gelang es, zentrale Inhalte nach außen zu tragen und die Werte der ba• glaubwürdig zu vermitteln.
Knappe Mittel als kommunikative Herausforderung
Während im ersten Halbjahr unser Programmheft 182,5 gedruckt wurde, mussten wir im zweiten Halbjahr aus Kostengründen darauf verzichten. Stattdessen wurde eine Programmkarte produziert, die auf digitale Angebote verwies. Dieser Schritt war ein Einschnitt und machte deutlich, wie sehr die ba• gezwungen war, zwischen Anspruch und Machbarkeit abzuwägen. Auch andere Werbemaßnahmenwie wurden stark heruntergefahren.
Digitale Kommunikation, Website und Social Media rückten dadurch noch stärker in den Fokus. Dazu gehörte unter anderem die digitale Informationsveranstaltung zum neuen Programm, die unter dem Titel »Kulturklatsch und Wissenshäppchen« ein neues Branding erhielt. Die kostenlose Veranstaltung verband Austausch, Information und Vernetzung in einem niedrigschwelligen, zugleich inhaltlich anspruchsvollen Format. Mit über 70 Teilnehmenden war sie gut besucht und wird künftig zweimal jährlich, begleitend zum neuen Halbjahresprogramm, stattfinden.
Ein Blick auf die Social-Media-Kanäle zeigt die hohe Aktivität der ba• in diesem Bereich: Mit rund 3.600 Followern ist Instagram inzwischen der erfolgreichste Kanal der Akademie. Hier haben wir 2025 vermehrt Collab-Postings und Bewegtbild eingesetzt, um den Sehgewohnheiten der Abonnenten zu entsprechen. Die Inhalte haben in vielen Programmbereichen vermehrt zu Seminarbuchungen geführt, eine sehr positive Entwicklung.
Haltung trotz Sparzwang
Zur Kommunikation der Haltung der Akademie gehört sicher das oben bereits erwähnte 182,5, das wir gemeinsam mit Künstler_innen aus dem Umfeld der ba• gestalten und in dem wir uns Zeit nehmen, sowohl redaktionell als auch ästhetisch in Inhalte. Die Programme haben über ihr aktuelles Erscheinen hinaus Bestand und entfalten ihr künstlerisches Potenzial insbesondere in der Gesamtschau.
Trotz der schwierigen finanziellen Bedingungen konnten wir zu Beginn des Jahres 2025 ein 182,5 mit der Künstlerin Katrin Bittl realisieren, die sich mit gesellschaftlichen Idealbildern, Körpernormierungen und der Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderungen auseinandersetzt.
Außerdem war das Projekt „Demokratie mit Luft & Liebe“ ein besonderes Highlight der PR-Arbeit. In Zeiten, in denen Demokratie und Verantwortung zunehmend mit Last, Unsicherheit oder sogar Angst verbunden werden, schuf die Bundesakademie gemeinsam mit regionalen Partnern Räume für ehrliche und offene Begegnung. In zwei öffentlichen Veranstaltungen wurden künstlerisch-performativen Impulse mit Podiumsdiskussionen und gemeinsamen Essen verknüpft. Mit insgesamt 90 Teilnehmenden aus einem sehr diversen Publikum war das Projekt ein großer Erfolg.
Auch die Gemeinwohl-Ökonomie ist ein Thema, das Haltung zeigt. Aufbauend auf der bereits erfolgten GWÖ-Zertifizierung wurde dieses Thema 2025 strategisch in der Kommunikation verankert. Die ba• positionierte sich klar als Vorreiterin für nachhaltiges, gemeinwohlorientiertes Handeln im Kulturbereich.
Die PR-Arbeit übersetzte die oft abstrakten Inhalte der GWÖ in verständliche Botschaften und verband sie mit konkreten Beispielen aus dem Akademiealltag. Nachhaltigkeit wurde so nicht als Schlagwort, sondern als gelebte Praxis vermittelt
Resümee
Das PR-Jahr 2025 war geprägt von finanziellen Einschränkungen, aber ebenso von klarer Haltung und inhaltlicher Konsequenz. Weniger Mittel führten nicht zu weniger Aussage, sondern erforderten neue Formen der Kommunikation. So gelang es der ba•, ihre Werte sichtbar zu machen und ihre Rolle als engagierte, verantwortungsbewusste Kultureinrichtung weiter zu schärfen.
Gleichzeitig zeigt sich deutlich: Unserer Teilnehmenden brauchen Kommunikationsanlässe um auf die Angebote der ba• aufmerksam zu werden, daher würde das dauerhafte Fehlen eines Printmediums Lücken schaffen, die nur schwer zu schließen sind. Und PR kostet Geld – daran wird sich nichts ändern. Die Aufgabe bleibt, zu fokussieren, zu entscheiden, zu kooperieren und kontinuierlich nach neuen Finanzierungswegen zu suchen.