Details
Have a break – über die Pause im Kulturmanagement
In diesem Seminar nehmen wir uns Zeit. Wir betrachten die Pause nicht als notwendiges Übel eines spätkapitalistischen Arbeitsalltags, sondern als Ressource für Inspiration, Gesundheit und Beziehungsgestaltung. Von der persönlichen Pausenkompetenz über innerbetriebliche Pausenkulturen bis hin zu künstlerischen und gesellschaftlichen Perspektiven erkunden wir das Potenzial der Unterbrechung – als Moment des Atemholens, der Irritation, der Möglichkeiten.
Was als Kopfstandmethode begann, wird nun zu einem Seminar der besonderen Art. Wir scheuen die Praxis nicht und geben uns den verschiedenen Formen der Pause hin: den geplanten und den ungeplanten, den produktiven und den zweckfreien, den individuellen und den gemeinschaftlichen. Wir wünschen schon jetzt viel Erfolg bei der Beantragung von Bildungsurlaub, Arbeitnehmer:innenfreistellung und der Übernahme der Fortbildungsgebühren; denn wir laden zum kollektiven und ko-kreativen „Pause machen“ ein.
Für alle, die es ganz genau wissen möchten: Jede Pause wird auf ihre Wirkungsbilanz hin bis auf die fünfte Nachkommastelle durchgerechnet. (Liebe Kulturpolitik: Wir liefern selbstverständlich belastbare Zahlen.)
Zentrale Fragestellungen
• Was macht eine „gute“ Pause aus – individuell, im Team, in der Institution?
• Wie verändert sich unser Verhältnis zu Arbeit und Nicht-Arbeit, wenn wir Pause als Ressource statt als Störung begreifen?
• Welchen kulturpolitischen Auftrag können Kultureinrichtungen übernehmen, wenn sie Pausenkultur aktiv gestalten?
• Was können Siesta, Fika, Sabbatical & Co. für die eigene Praxis bedeuten?
• Was passiert, wenn wir Kultur selbst als Pause verstehen – als Raum des Atemholens, der Unterbrechung, der Möglichkeit?
Bildungsziele
• Persönliche Pausenkompetenz stärken
• Pausenformen aus Kultur und Gesellschaft kennenlernen und ausprobieren
• Innerbetriebliche Pausenkultur als Gestaltungsfeld für Führung und Organisation begreifen
• Gesellschaftliche und kulturpolitische Dimensionen von Pausen erkennen
• Impulse geladener Expert:innen und der Teilnehmenden für die eigene Praxis nutzbar machen
• Die Wirkung unterschiedlicher Pausenformen in der Gruppe erproben und reflektieren
Zielgruppen
Mitarbeiter:innen aus Kultureinrichtungen und Kulturverwaltung, die ihre eigene Pausenpraxis sowie die Pausenkultur ihrer Organisation reflektieren und weiterentwickeln möchten. Ein Seminar für Anfänger:innen, Fortgeschrittene und Pausen-Profis – für alle, die Lust haben, die Pause neu zu denken.
Arbeitsweise
Wir arbeiten mit Pausenbiografien, Pausenräumen und Pausenritualen. Wir lassen Lücken, probieren Auslassungen, üben das Nichtstun. Wir experimentieren mit Siesta, Spaziergängen, Kreativpausen und künstlerischen Unterbrechungen – gemeinsam und allein. Mit Hilfe geladener Expert:innen und Impulsen aus der Teilnehmendenschaft erforschen wir drei Tage lang Zwischenräume und Pausenformen aus Kunst, Kultur und Alltag.
Die Dramaturgie der Veranstaltung lässt ausreichend Raum, das Seminar selbst als Pause spürbar werden zu lassen. Für das leibliche Wohl sorgen liebevoll geschmierte Pausenbrote. Auch Raucher:innen sind herzlich eingeladen.
Zeitrahmen
Mittwoch, 30. Juni 2027 | 15.00 – 21.00 Uhr | mit Abendessen und Kaffeepausen · ab 21.00 Uhr kollegialer Austausch
Donnerstag, 1. Juli 2027 | 9.00 – 21.00 Uhr | mit 2½ Stunden Mittagessen und -pause, Abendessen und Kaffeepausen · ab 21.00 Uhr kollegialer Austausch
Freitag, 2. Juli 2027 | 9.00 – 12.30 Uhr | anschließend Mittagessen
Anmeldung
Es gibt eine begrenzte Zahl an Plätzen. Die erste Anmeldephase endet am 1. Juni 2027. Sollten Sie sich danach anmelden, können Sie über die Nachrücker_innen-Liste möglicherweise noch einen Platz erhalten.
Warum an der Bundesakademie fortbilden?
Die Bundesakademie für Kulturelle Bildung ist ein Ort für Menschen, die im Kunst- und Kulturbetrieb nicht nur arbeiten, sondern diesen gestalten möchten. Hier treffen fachliche Tiefe, methodische Vielfalt und ein inspirierendes Lernumfeld aufeinander. Unsere Seminare werden von erfahrenen und renommierten Dozent_innen geleitet, die Theorie und Praxis auf hohem Niveau miteinander verbinden und aktuelle Themen in lebendige Lernprozesse übersetzen.
Eine Fortbildung an der Bundesakademie bedeutet auch, Zeit und Raum für die eigene berufliche Reflexion zu gewinnen – jenseits des alltäglichen Arbeitstrubels. In der konzentrierten, zugleich offenen Atmosphäre des Hauses entstehen neue Perspektiven, Ideen und Kooperationen. Unsere Teilnehmenden schätzen die Möglichkeit der Begegnung mit engagierten Kolleg_innen aus unterschiedlichen Sparten und Regionen, die gemeinsame Suche nach Lösungen und die Vielfalt an Erfahrungen, die jedes Seminar bereichert.
Die Akademie bietet dabei nicht nur fachliche Weiterbildung, sondern auch einen Ort des Austauschs, der Ruhe und Inspiration – ein Rahmen, in dem Lernen nachhaltig wirkt und neue Impulse für die eigene Praxis entstehen.
Ansprechpartner_innen
Julia Zalewski & Jérôme Jussef Lenzen
Co-Programmleitung Kulturmanagement & Kulturpolitik
julia.zalewski@bundesakademie.de
jerome.jussef.lenzen@bundesakademie.de
Jörn G. Steinmann · Veranstaltungskoordination
joern.steinmann@bundesakademie.de