Details
Hello You! – Radikale Zugänglichkeit in der Kommunikation von Kultureinrichtungen
Flüssige, adressat*innengerechte Kommunikation ist eine zentrale Schlüsselkompetenz im Alltag kultureller Institutionen. Sie erfordert Sensibilität, sprachliche Souveränität und ein Gespür dafür, wer angesprochen wird – und wer bislang nicht erreicht wird. Die entscheidende Frage lautet dabei: Wie gelingt eine Kommunikation, die nicht nur sendet, sondern auch empfängt und somit echten Austausch ermöglicht? Wie können Kultureinrichtungen ansprechbar werden, Feedback einholen und durch inklusiv ausgerichtete Kommunikation relevanter für mehr Menschen werden?
In der Kulturarbeit profitieren wir von Vielstimmigkeit und Perspektivenvielfalt. Doch wie lassen sich entsprechende Strukturen schaffen? Im Kurs lernen die Teilnehmenden, Team- und Kommunikationsstrukturen zugänglicher zu gestalten und dadurch zugleich ein diverseres Publikum anzusprechen. Das Seminar nimmt dabei eine intersektionale Perspektive ein und beleuchtet zentrale Aspekte von Anti-Ableismus, Zugänglichkeit und diskriminierungskritischer Kommunikation.
Ein wesentlicher Bestandteil ist die kritische Analyse der eigenen kommunikativen Ausrichtung: Wer wird als Teil des institutionellen Umfelds adressiert – und wer ausgeschlossen? Wessen Bedürfnisse werden priorisiert, wessen nicht? Wie verbindlich ist der Anspruch auf Inklusion – und wo kann ein konkreter Einstieg gelingen? Anhand von spannenden Praxisbeispielen aus dem Kulturbereich und einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Konzept der „Aesthetics of Access“ wird Barrierefreiheit als kreativer Impuls für innovative Kommunikations- und Organisationsmodelle verstanden.
Das Seminar bildet den Startpunkt für eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema, die in 2027 weiter fortgesetzt wird. Durch den Austausch in der Gruppe und mit externen Expert*innen möchten wir die konkreten Bedarfe vor Ort bei Beteiligten und in den Institutionen besser kennenlernen und darauf aufbauend die Schwerpunkte für das weitere Programm entwickeln. In 2027 folgen zwei weitere Onlineworkshops sowie ein mehrtägiges Werkstatt-Format. Die Module bieten eine umfassende Behandlung des Themas, können aber auch eigenständig stehen. Sie verbinden theoretische, inspirierende Impulse mit praxisnahen Reflexions- und Arbeitsphasen.
Fragestellungen
• Welche Barrieren bestehen in der internen und externen Kommunikation kultureller Institutionen? ODER: meiner Organisation?
• Wie kommuniziere ich zugänglich? Welche Formen von Barrierefreiheit gibt es und gilt es zu beachten?
• Wie kann ich durch inklusiv ausgerichtete Kommunikation neue Zielgruppen erreichen und binden?
• Welche Rolle spielt Transparenz und wie gestalte ich eine transparente Außenkommunikation?
Bildungsziele
Die Teilnehmenden
• reflektieren ihre eigene kommunikative Haltung und institutionelle Praxis,
• erkennen kommunikative Barrieren und Ausschlussmechanismen,
• kennen zentrale Konzepte inklusiver und diskriminierungskritischer Kommunikation,
• entwickeln Strategien für zugänglichere interne und externe Kommunikationsstrukturen,
• verstehen Barrierefreiheit als kreativen Motor für Innovation und Publikumsentwicklung.
An wen richtet sich das Seminar besonders?
Das Seminar richtet sich an Kolleg*innen aus Kunst und Kultur, die vor der Aufgabe stehen, neue und vielfältige Zielgruppen anzusprechen und ihre kommunikative Praxis inklusiver ausrichten möchten. Besonders richtet es sich an Menschen mit kommunikativen, aber auch konzeptionellen, leitenden und koordinierenden Aufgaben in Kulturinstitutionen, Verwaltung, Projekten oder freien Initiativen. Auch Quereinsteiger*innen oder Teilnehmende mit bislang wenig Erfahrung sind herzlich eingeladen. Wir freuen uns insbesondere auch über die Teilnahme von Studierenden.
Dozentin:
Anna-Mareen Henke lebt in Köln und arbeitet als freie Kuratorin - aktuell u.a. für das internationale tanzmeeting. Von 2019 – 2025 war sie als Künstlerische Leiterin des Sommerblut Kulturfestivals tätig, einem der deutschlandweit größten inklusiven Festivals. Sie studierte an der Universität zu Köln Deutsche Sprache und Literatur sowie Romanistik im Fach Spanisch mit einem Schwerpunkt auf Medien- und Kulturwissenschaften. Anschließend arbeitete sie als Koordinatorin und Co-Kuratorin für das Projekt GASTGEBERSCHAFT Tanzpakt Stadt-Land-Bund von MOUVOIR/Stephanie Thiersch und das URBÄNG! Festival sowie u.a. für das Goethe-Institut Buenos Aires, das Impulse Festival und das Schauspiel Köln.
Anmeldung, Barrierefreiheit & Preisgestaltung
In unseren Kursen setzen wir auf konzentriertes Arbeiten im Kleingruppenformat. Daher empfehlen wir eine Anmeldung bis zum 7.9.2026. Bitte teilen Sie uns bei Ihrer Anmeldung etwaige Barrierefreiheits-Bedarfe mit.
Auch nach dem Anmeldeschluss können ggf. noch Plätze verfügbar sein – schreiben Sie uns in diesem Fall gern an.
Die Kosten sollen bei diesem Seminar keine Barriere darstellen. Daher gilt pay-what-you-want. Im Sinne einer solidarischen Preisgestaltung können Sie bei der Buchung auswählen, ob Sie 0 € / 20 € / 40 € / 60 € / 80 € bezahlen möchten. 0-40 € empfehlen wir bspw. Studierenden, Arbeitssuchenden, Ehrenamtlichen und Freiberufler_innen. 40-80 € empfehlen wir bspw. Festangestellten in Kultureinrichtungen, Verbänden oder Verwaltungsmitarbeitenden.
Die Veranstaltung findet über Zoom statt.
Warum online an der Bundesakademie fortbilden?
Auch in digitalen Workshops schafft die Bundesakademie inspirierende Räume, in denen fachliche Tiefe, methodische Vielfalt und praxisnahe Impulse zusammenkommen. Erfahrene Dozent_innen gestalten interaktive Formate, die zum Mitdenken, Mitmachen und Vernetzen einladen. In der konzentrierten digitalen Atmosphäre entsteht Raum für kollegialen Austausch und neue Perspektiven über Sparten und Regionen hinweg.
Ansprechpartner_innen
Julia Zalewski & Jérôme Jussef Lenzen
Co-Programmleitung Kulturmanagement & Kulturpolitik
julia.zalewski@bundesakademie.de / jerome.jussef.lenzen@bundesakademie.de
Ada Anschütz / Jörn Steinmann
Veranstaltungskoordination
ada.anschuetz@bundesakademie.de / joern.steinmann@bundesakademie.de