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Musiktheatervermittlung: Künstlerische Praxis und Partizipation Musiktheatervermittlung: Künstlerische Praxis und Partizipation
Auf einen Blick
Die berufsbegleitende Weiterbildung qualifiziert Personen aus Kunst und Vermittlung für die Tätigkeit als Musiktheatervermittler_innen. Diese arbeiten in der Freien Szene, in Orchestern und im Chorwesen, an Theatern und Musikschulen, in Bildungseinrichtungen und in der Amateur*innenmusik. Veranstaltet wird die Weiterbildung von der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel in Kooperation mit der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und weiteren Partner*innen. Das praxisnahe Curriculum umfasst u.a. Modelle künstlerisch-pädagogischer Praxis, methodische Grundlagen, um mit verschiedenen Menschen szenisch-musikalisch zu arbeiten, theoretische Grundlagen unterschiedlicher Bezugsfächer und eigene ästhetische Erfahrungen. Der Kurs besteht aus acht Modulen in Präsenz und online von September 2026 bis Juni 2027.
Die Ausschreibung als pdf-Download hier.
Warum diese Weiterbildung?
Wie kommt man vom Klang zur Darstellung, wie wird Musik zur Performance? Wie kann Musiktheater mit verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen kollaborativ entwickelt werden?
Musiktheatervermittler_innen gestalten Konzerte mit performativen Mitteln und initiieren Community-Projekte an Orten der Stadt; sie leiten Jugendclubs an Theatern und setzen szenische Werke mit Chören um. Sie begleiten Jugendbeiräte an Konzerthäusern und verantworten szenisch-musikalische Projekte an Musikschulen. Sie wirken als Schnittstellen zwischen Kunst und Bildung, zwischen Institution und Gesellschaft, zwischen Musiktradition und -innovation.
Die Weiterbildung schließt eine Qualifizierungslücke im Bereich der
Musiktheatervermittlung, indem sie die Bereiche Musik, Theater, künstlerische Vermittlung und Partizipation verbindet.
Die Teilnehmenden lernen aktuelle Ansätze der Vermittlung und Diskurse der Partizipation kennen. Nach Abschluss der Weiterbildung können sie auf Grundlage unterschiedlicher künstlerischer Strategien Musiktheater gemeinsam mit diversen gesellschaftlichen Gruppen erfinden und Konzertformate performativ und partizipativ gestalten. Sie sind in der Lage, ihre eigenen Rollen kritisch zu reflektieren und diversitätsbewusst zu handeln. Sie kennen einschlägige Praxisbeispiele, Akteur_innen und Netzwerke.
Inhalte:
Musiktheatervermittlung im Sinne dieser Weiterbildung meint eine künstlerische Praxis, die prozessorientierte und barrierearme Begegnungen zwischen Menschen, Musik und Theater initiiert und dabei zu neuen künstlerischen Ausdrucksformen und sozialen Veränderungen führen kann. Im Fokus stehen Formate des zeitgenössischen (Musik-) theaters, weil performative Arbeitsweisen Räume für Partizipation schaffen können. Die individuellen Arbeitskontexte der Teilnehmenden werden in die Ausgestaltung der Weiterbildung einbezogen.
Das Programm umfasst folgende Themenfelder:
1. Kollektives Erzählen: Musiktheater entwickeln aus und mit der Gruppe
2. Formen des Musiktheaters: Zeitgenössische Ästhetiken und performative
Arbeitsweisen
3. Diskurse der Beteiligung: Gesellschaftliche Verortung und soziale Potenziale von
Vermittlung, machtkritische Perspektiven, institutionelle Wandlungsprozesse
4. Strategien der Vermittlung: Begriffe, praktische Ansätze und Haltungen
5. Arbeitsfelder: Anwendungsbereiche, Netzwerke und Akteur_innen
6. Musik und Gruppe: Methoden des Musikerfindens in heterogenen Gruppen für das Musiktheater
7. Eigene Praxis: Konzeption, Planung und Umsetzung von Projekten, Selbstverortung
Module und Termine:
Modul 1 | Präsenz | 18.–20.10.2026 | Sonntag-Dienstag
Einstieg in Thema und Gruppe: Strategien, Potenziale und Verantwortung der künstlerischen Vermittlung und Partizipation
Modul 2 | Präsenz | 06.–08.11.2026 | Freitag–Sonntag
Kollektives Erzählen I: Ästhetisches Forschen als künstlerische Praxis
Modul 3 | Online | 05.12.2026 | Samstag
Zeitgenössisches (Junges) Musiktheater als transdisziplinäre Kunstform der Wahrnehmung und Begegnung
Modul 4 | Online | 09.01.2027 | Samstag
Entwicklung und Planung eigener künstlerischer Vermittlungsprojekte
Modul 5 | Präsenz | 12. –14.02.2027 | Freitag–Sonntag
Kollektives Erzählen II: Rechercheorientierte, biografische und dokumentarische Ansätze
Modul 6 | Online | 13.03.2027 | Samstag
Modelle der Beteiligung: Perspektiven aus der Praxis und kritische Reflexion; Arbeitsfelder und Netzwerke
Modul 7 | Präsenz | 23.–25.04.2027 | Freitag–Sonntag
Kollektives Erzählen III: Vermittlung von Werken des Musiktheaters als künstlerische Praxis
Modul 8 | Präsenz | 11.–13.06.2027 | Freitag–Sonntag
Eigene Praxis: Projektvorstellung und Reflexion
Umfang und Zertifizierung:
• Laufzeit: Oktober 2026 bis Juni 2027
• 5 Präsenz-Module (à 3 Tage) an der Bundesakademie für Kulturelle Bildung
Wolfenbüttel plus 3 Online-Module (à 1 Tag, samstags)
• Insgesamt 200 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten.
• Selbstlernphasen (Textlektüre, Projektkonzeption, Mentoring-Treffen etc.)
Voraussetzung für den Erhalt des Zertifikats ist die regelmäßige und aktive Teilnahme sowie die Entwicklung eines eigenen Projekts, das ausschnitthaft im Kurs durchgeführt wird.
Im Falle der Aufnahme eines Studiums in einem verwandten Feld empfehlen wir der aufnehmenden Hochschule, die erbrachten Leistungen mit 7 ECTS-Punkten anzurechnen.
Zielgruppen:
Die berufsbegleitende Weiterbildung richtet sich an
• Musikpädagog_innen (Instrumentalpädagog_innen, Musikvermittler_innen, Community Musicians, Elementar-Musikpädagog_innen, Musiklehrer_innen etc.)
• Musiker_innen (Orchestermusiker_innen, Chorleiter_innen, Kirchenmusiker_innen, Sänger_innen, freischaffende Musiker_innen etc.)
• Theaterpädagog_innen, Regisseur_innen, Regieassistent_innen und andere Interessierte, die sich für die Tätigkeit als Musiktheatervermittler_innen an Theatern und Konzerthäusern, Musikschulen und Schulen sowie in der Amateur_innenmusik und der Freien Szene weiterqualifizieren wollen
• Studierende dieser Fachrichtungen
Teilnahmevoraussetzungen:
• Interesse an oder Kenntnisse von zeitgenössischen Formen (darstellender) Künste
• Mindestens erste Erfahrung in der Anleitung von Gruppen
• Musikalische Grunderfahrungen, instrumentale Kenntnisse sind nicht zwingend erforderlich
• Künstlerisch-pädagogische Arbeit mit Gruppen während der Weiterbildung
wünschenswert, aber nicht erforderlich.
Leitung und Team:
- Leitung Weiterbildung: Prof. Tamara Schmidt, Kristina Stang
- Ansprechpersonen: Prof. Dr. Andrea Welte (HMTM Hannover), Dr. Roberto Reale (ba Wolfenbüttel)
- Gastdozierende: Renommierte Akteur_innen aus der künstlerischen
Vermittlungspraxis, Wissenschaft und einschlägigen Netzwerken (u.a. Friederike Dunger, Johannes Gaudet, Prof. Dr. Christiane Plank-Baldauf, Dr. Joscha Schaback, Franziska Seeberg)
- Mentor*innen für Praxisprojekte: Akteur_innen aus der Berufspraxis
Veranstalter_innen und Kooperationspartner_innen:
Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel
in Kooperation mit der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover
• Deutsche Chorjugend e.V.
• ASSITEJ Bundesrepublik Deutschland e.V.
• Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland
Teilnahmebeitrag und Stipendien:
- Teilnahmegebühr: 2.830 Euro (inkl. Ü/VP).
- Die Qualifizierungsreihe ist nur als Ganzes zu buchen, da die Module aufeinander aufbauen.
- Studierende erhalten pro Phase eine Ermäßigung von 20 % und zahlen somit die Gesamtsumme von 2.264 €.
Für Studierende der HMTMH besteht die Möglichkeit, sich für eine anteilige Förderung beim Förderkreis der Hochschule zu bewerben. Bei Bedarf bitten wir um Kontaktaufnahme unter: Hilke.Manthei@hmtm-hannover.de, 0511-3100208
Anmeldung und Bewerbungsfrist:
1. Melden Sie sich auf der Homepage der Bundesakademie an (link)
2. Senden Sie folgende Unterlagen formlos an roberto.reale@bundesakademie.de:
• Beruflicher Hintergrund und relevante Praxiserfahrungen (kurzer CV)
• Ihr Weiterbildungsinteresse (Motivationsschreiben, max. eine DIN-A 4-Seite)
3. Bei Interesse an einem Stipendium oder Förderung melden Sie sich bitte bei der jeweiligen Ansprechperson (s.o.).
Alle Unterlagen müssen bis zum 4. Mai 2026 bei der jeweiligen Stelle eingegangen sein.
Nach der Frist wählt das Team der Weiterbildung die Teilnehmenden aus. Die Einladungen zur Weiterbildung werden bis Mitte Juni 2026 versendet.
Kontakt:
Bei organisatorischen oder inhaltlichen Rückfragen wenden Sie sich bitte an
roberto.reale@bundesakademie.de
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