Details
Streiten als Tanz
Konflikte gehören zum Alltag künstlerischer, pädagogischer und kultureller Arbeitsfelder. Wo unterschiedliche Perspektiven, ästhetische Haltungen, institutionelle Logiken, aber auch Verantwortung und Leidenschaft aufeinandertreffen, entsteht naturgemäß Spannung.
Häufig eskaliert diese unnötig, wird personalisiert oder vermieden. Frust und Sprachlosigkeit sind die Folge.
Dabei liegt gerade in ihnen ein kreatives Potenzial für Klärung, Veränderung und Entwicklung. Ein bewusster, reflektierter Umgang mit Konflikten eröffnet neue Ausdrucksräume und stärkt die Fähigkeit, auch in schwierigen Situationen handlungsfähig und in Beziehung zu bleiben.
Der zweitägige Workshop versteht Streit daher nicht als Störung oder Fehlfunktion, sondern als Beziehungsgeschehen – als eine Art »Tanz«.
Wer führt? Wer weicht aus? Wo verhärten sich Muster? Und wie lässt sich Bewegung wieder ermöglichen?
Auf Grundlage systemischen Denkens und mit erfahrungsorientierten Übungen werden Konflikte als dynamische Interaktionen sichtbar und gestaltbar gemacht.
Im Zentrum steht die Frage, wie Konflikte produktiv geführt werden können – ohne sie zu glätten oder zu dramatisieren.
Sie lernen, Konfliktdynamiken zu erkennen, eigene Anteile zu reflektieren und neue Handlungsspielräume zu eröffnen. Theorieimpulse wechseln sich mit praktischen Übungen, Rollensettings und Reflexion ab. Eigene Konflikterfahrungen können – auf freiwilliger Basis – als Arbeitsmaterial dienen.
Der Workshop bietet einen geschützten, kollegialen Rahmen, um diese neu zu betrachten, innere Ressourcen im Umgang mit ihnen zu stärken und gemeinsam neue Tanzschritte auszuprobieren.
Zentrale Fragestellungen
• Was geschieht systemisch betrachtet in Konflikten?
• Welche Muster und Eskalationsdynamiken lassen sich erkennen?
• Welche Rolle spielen Perspektive, Zuschreibung und Kommunikation?
• Wie kann Streit produktiv geführt werden, ohne Beziehungen zu zerstören?
• Wie lassen sich Spannungen als kreative Ressource nutzen?
Bildungsziele
• Konflikte als dynamische Interaktionsprozesse verstehen
• zentrale Grundlagen systemischer Konfliktperspektiven kennen
• typische Muster von Eskalation und Verhärtung erkennen
• die eigene Rolle in Konfliktsituationen reflektieren
• konkrete Methoden zur Deeskalation und Neujustierung erproben
• die Fähigkeit erweitern, Spannungen konstruktiv und handlungsorientiert zu gestalten
Zielgruppen
Der Workshop richtet sich an Akteur_innen aus Kunst und Kultur mit unterschiedlichen fachlichen Hintergründen, von künstlerischer Praxis über Projektleitung bis hin zu Kulturvermittlung.
Besonders geeignet ist er für Personen, die in komplexen Zusammenhängen agieren und nach neuen methodischen Zugängen suchen, um diese produktiv zu navigieren.
Zeitrahmen
Samstag, 26. September | 15.00 – 21.00 Uhr | mit Abendessen und Kaffeepausen · ab 21.00 Uhr kollegialer Austausch
Sonntag, 27. September | 9.00 – 12.30 Uhr | anschließend Mittagessen
Anmeldung
Wir setzen auf konzentriertes Arbeiten im Kleingruppenformat. Daher empfehlen wir eine Anmeldung bis zum 1. September 2026.
Informationen zum Auswahlverfahren finden Sie hier.
Auch nach dem Anmeldeschluss können eventuell noch Plätze verfügbar sein – schreiben Sie uns gerne an.
Warum an der Bundesakademie fortbilden?
Die Bundesakademie für Kulturelle Bildung ist ein Ort für Menschen, die im Kunst- und Kulturbetrieb nicht nur arbeiten, sondern diesen gestalten möchten. Hier treffen fachliche Tiefe, methodische Vielfalt und ein inspirierendes Lernumfeld aufeinander. Unsere Seminare werden von erfahrenen und renommierten Dozent_innen geleitet, die Theorie und Praxis auf hohem Niveau miteinander verbinden und aktuelle Themen in lebendige Lernprozesse übersetzen.
Eine Fortbildung an der Bundesakademie bedeutet auch, Zeit und Raum für die eigene berufliche Reflexion zu gewinnen – jenseits des alltäglichen Arbeitstrubels. In der konzentrierten, zugleich offenen Atmosphäre des Hauses entstehen neue Perspektiven, Ideen und Kooperationen. Unsere Teilnehmenden schätzen die Möglichkeit der Begegnung mit engagierten Kolleg_innen aus unterschiedlichen Sparten und Regionen, die gemeinsame Suche nach Lösungen und die Vielfalt an Erfahrungen, die jedes Seminar bereichert.
Die Akademie bietet dabei nicht nur fachliche Weiterbildung, sondern auch einen Ort des Austauschs, der Ruhe und Inspiration – ein Rahmen, in dem Lernen nachhaltig wirkt und neue Impulse für die eigene Praxis entstehen.
Ansprechpartner_innen
Julia Zalewski & Jérôme Jussef Lenzen
Co-Programmleitung Kulturmanagement & Kulturpolitik
julia.zalewski@bundesakademie.de
jerome.jussef.lenzen@bundesakademie.de
Ada Anschütz
Veranstaltungskoordination
ada.anschuetz@bundesakademie.de
