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Details

„Wenn nichts mehr geht, Musik geht immer!“

Musikalische Impulse für Betreuungs- und Pflegekräfte zum Einsatz in Alten- und Pflegeeinrichtungen
Wie gelingt die Umsetzung im Pflegealltag?

Wissenschaftliche Untersuchungen und Praxiserfahrungen zeigen, dass gemeinsames Singen, Musizieren, Tanzen und Musikhören Erinnerungen weckt, Beziehungen aufbaut und stärkt und die Lebensqualität verbessert. Musik spielt im Leben eines jeden Menschen eine Rolle und begleitet ihn ein Leben lang. Musik aktiviert, verbindet, unterstützt geistige wie körperliche Fähigkeiten, berührt und beruhigt. Das wissen Pflege- und Betreuungskräfte genauso wie An- und Zugehörige von älteren und alten Menschen in Senioreneinrichtungen. Aber wie dies alles umsetzen im Alltag?

Zielsetzung

Ganztägige Schulungen für Pflege- und Betreuungskräfte in Wolfenbüttel, die befähigt werden, niedrigschwellige, wenig aufwendige musikalische Angebote im Tagesablauf durchzuführen.
o Pflege- und Betreuungskräfte können einfache praxistaugliche Methoden für die Umsetzung im Pflege- und Betreuungsalltag erfahren und direkt und kreativ in der Praxis umgesetzt werden (auch ohne musikalische Vorkenntnisse).
o Durch eigenes Erfahren und Experimentieren lernen, wie Musik das Wohlbefinden steigern und Lebensqualität fördern kann.
o Praktische Beispiele kennenlernen, wie musikalische Ressourcen älterer Menschen erkannt und gefördert werden können und somit Kommunikation und Fähigkeiten kreativ gestärkt werden können.
o Anregungen zur Förderung sozialer und kultureller Teilhabe und Ermöglichung musikalischer Bildung durch Musik.

Zielgruppen

o Pflege- und Betreuungskräfte in Alten-, Senioren- und Pflegeheimen der Stadt Wolfenbüttel.
o Mitarbeitende in Senioreneinrichtungen, Kirchengemeinden und Wohlfahrtsverbänden in Wolfenbüttel.
o Angehörige älterer Menschen in Pflegeeinrichtungen oder auch häuslichen Pflegesituationen, die an Musik und musikalischen Interaktionen interessiert sind.

Ablauf

Ganztägige Schulungen, je ca. 6 Stunden

Teil 1: 11:00–13:00 Uhr | Praxisphase mit Bewohnerinnen und Bewohnern

o Die Musikgeragogin führt exemplarisch konkrete Formate vor Ort im Heim durch, angepasst an verschiedene Verfassungen (Demenz, motorische Einschränkungen, Sinneswahrnehmungen, usw).
o Formate decken kurze, alltagstaugliche Aktivitäten ab (Sing-/Hörangebote, leichte Rhythmus- bzw. Bewegungsspiele, Klang- und Instrumente aus Alltagsgegenständen, stationenbasierte Settings wie Morgenkreis, Flur, Zimmer/ Musik am Bett, usw.).
o Ziel: Erleben, wie sehr heterogene Gruppen gemeinsam musikalisch beteiligt werden können, mit Fokus auf Würde, Freiwilligkeit und Sicherheit.

Pause

Teil 2: 14:00–17:00 Uhr | Reflexion, Transfer und Praxisplanung mit den Teilnehmenden

o Moderierte Reflexion der Vormittagsphase: Was hat gut funktioniert? Welche Barrieren gab es? Wie wurden individuelle Vorlieben berücksichtigt?
o Erarbeitung musikalischer Praxismodelle
o Konkrete Methoden- und Umsetzungsberatung für den Heimalltag: Wahl der Formate, Anpassungen nach Kognition, Motorik und Sinneswahrnehmung, Ressourcenbedarf, Zeit- und Personalplanung. o Entwicklung von praxisnahen, einsatzbereiten Umsetzungsplänen pro Einrichtung (z. B. 1-Tages- oder 1-Wochen-Umsetzungsplan), inklusive Raum- und Materialliste, Sicherheitscheckliste und Dokumentationshinweisen.
o Abschlussrunde mit Feedback und individuellen Fragestellungen.

Änderungen vorbehalten.

Schulungsinhalte

o Grundlagen - einfache Anleitungen, Sicherheitsaspekte, Individualisierung nach Fähigkeiten, usw.
o Musikalische Aktionen für den Alltag: Sing-/Hörangebote, altersgerechte Lieder, Rhythmus- und Bewegungsspiele, Klang- bzw. Instrumente aus Alltagsgegenständen.
o Kreativer Umgang mit Musik.
o Musikalische Aktivierung - Methoden, um Senioren durch Musik, Bewegung und Sitztänze einzubinden und den Alltag abwechslungsreicher zu gestalten.
o Verschiedene Settings (Musik am Bett, Einzel- und Gruppenmusizieren, musikalische Begleitung von Sterbenden, usw.).
o Erlernen von Liedbegleitung.
o Demenzsensibles Musizieren - Vermittlung von Hintergrundwissen, wie Musik bei Menschen mit Demenz eingesetzt werden kann, um Erinnerungen zu wecken und Glücksmomente zu schaffen.
o Differenzierung nach Verfassung: Demenz, motorische Einschränkungen, Sinnesbeeinträchtigungen.
o Praxisdemonstrationen: Live-Beispiele von Anke Eberwein mit inklusiven Ansätzen; Transfer in den Heimalltag.
o Planung und Umsetzung im Heimalltag: Tages- und Wochenplanung, Ressourcencheck, Raum-/Materialliste, Rollenverteilung, Dokumentation.
o Sicherheit, Ethik und Wohlbefinden: Würde, Freiwilligkeit, individuelle Vorlieben; Umgang mit Überforderung; Pausen; Notfall-/Erstsituation.

Kosten

Durch die großzügige Förderung des Projekts durch den Landkeis Wolfenbüttel ist die Teilnahme an den Workshops kostenlos.