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Details

Audience 2036

Strategien für das Kulturpublikum von morgen
In diesem neu entwickelten Workshop entwickeln die Teilnehmenden durch Methoden und Erkenntnisse der Zukunftsforschung ein tiefes Verständnis für die Dynamiken gesellschaftlichen Wandels. In der Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Megatrends werden gemeinsam mit dem Team von »Studio Audience« konkrete Strategien und Szenarien erarbeitet, um das eigene Haus langfristig attraktiv, zugänglich und relevant für aktuelle und kommende Publikumsgruppen zu gestalten.

Wenn sich die Zukunft so entwickelt wie prognostiziert, wie müssen wir heute reagieren, um in zehn Jahren die richtigen Schlüsse gezogen zu haben?
Die zentrale Frage der Zukunftsforschung stellt Kultureinrichtungen vor gleich mehrere Herausforderungen:
Problem A wissen, wie sich die Zukunft entwickelt und Problem Brechtzeitig reagieren.
Zu oft treffen uns einschneidende Entwicklungen mehr oder weniger von heute auf morgen. Die Corona-Pandemie scheint dabei das beste Beispiel und steckt vielen noch tief in den Knochen.
Doch der Eindruck täuscht. Tatsächlich kommen tiefgreifende Entwicklungen jedoch selten unerwartet, die Signale sind in der Regel schon Jahre und Jahrzehnte vorher erkennbar.

In der Zukunftsforschung wird von weak signals (schwachen Signalen) gesprochen: frühe, oft vage oder vereinzelte Hinweise auf mögliche zukünftige Entwicklungen oder Umbrüche. Sie zeigen sich zunächst als Randphänomene oder Nischenbewegungen und werden im Mainstream oft noch übersehen. Dennoch können sie Vorboten tiefgreifender gesellschaftlicher, technologischer, politischer oder kultureller Veränderungen sein.

Der Workshop setzt genau hier an: Mit dem Instrumentarium der Zukunftsforschung lernen wir, weak signals zu lesen und ihre Bedeutung für die Kultureinrichtung von morgen zu deuten. Anhand von gesellschaftlichen Megatrends setzen wir uns mit den Szenarien auseinander, die in zehn Jahren den größten Einfluss auf Fragen von Publikum, Personal und Programm haben werden. Anschließend führt uns das Team von Studio Audience durch die von ihnen entwickelte Methode der »Zukunfts-Publikums-Werkstatt« – ein Toolkit für Kultureinrichtungen, um die eigene Wirksamkeit nachhaltig weiterzuentwickeln, um ein relevanter Faktor für die Gesellschaft von morgen zu sein.

Dabei sind die maßgeblichen Entwicklungen für jede Kulturinrichtung andere: für manche stellt sich die Frage danach, wer sich Kultur und Kulturarbeit überhaupt noch leisten kann, wenn die Ungleichheit weiter wächst, die Mieten steigen und Städte somit zunehmend unbezahlbar werden. Andere suchen in einer älter werdenden Gesellschaft nach neuen Zielgruppen mit gänzlich unterschiedlichen Erwartungen, Rezeptionsgewohnheiten und Mediennutzungsverhalten.
Der Workshop richtet sich dabei stets nach den für die jeweiligen Teilnehmenden relevanten Entwicklungen.

Fragestellungen
• Wie verändern Megatrends die Rahmenbedingungen für Kultureinrichtungen?
• Wie verändert sich »das Publikum« in den nächsten zehn Jahren?
• Wie bleibt eine Kultureinrichtung in einer sich wandelnden Gesellschaft relevant?
• Wie lassen sich zukünftige Entwicklungen frühzeitig erkennen?
• Welche Rolle kann Zukunftsforschung für strategische Publikumsorientierung spielen?

Inhalte
• Grundlagen der Zukunftsforschung - Einführung in zentrale Konzepte: Megatrends, Weak Signals, erwartete Szenarien
• Analyse relevanter Trends – z.B. Individualisierung, Urbanisierung, KI, Demografie – und Bewertung ihrer Auswirkungen auf Publikum, Programm, Personal
• Reflexion institutioneller Blind Spots
• Perspektive der »zukünftigen Nutzer_innen« einnehmen / antizipierende Publikumsorientierung
• Transfer auf die eigene Institution / Entwicklung von Zukunftsszenarien für die eigene Einrichtung (bis 2035)

Zielgruppe
Dieser Workshop richtet sich an Fachkräfte aus kulturvermittelnden Einrichtungen, die sich strategisch mit der Zukunft ihrer Publikumsarbeit auseinandersetzen möchten – etwa aus Theatern, Museen, Soziokulturellen Zentren, Kulturämtern, Orchestern, Jugendkultureinrichtungen etc. Angesprochen sind insbesondere Personen aus den Bereichen Programmentwicklung, Vermittlung, Öffentlichkeitsarbeit und strategische Leitung, die sich mit gesellschaftlichem Wandel, Publikumsentwicklung und institutioneller Relevanz beschäftigen. Auch für Teams, die gerade Prozesse der Neuausrichtung, Transformation oder Strategieentwicklung durchlaufen, bietet das Seminar wertvolle Impulse und methodische Werkzeuge.

Organisatorisches
Vorkenntnisse zu Methoden der Zukunftsforschung sind nicht notwendig. Vorab erhalten Sie einen Reader, den Sie zur Vorbereitung nutzen können.

Der Workshop ist interaktiv aufgebaut. Nach kurzen Inputs steht die Arbeit an Case Studies und Szenarien in Kleingruppen im Mittelpunkt.
Ab 21.30 Uhr kollegialer Austausch bei Wasser & Wein.

Zeitrahmen
Donnerstag, 9. April | 14.00 – 21.30 Uhr | mit Abendessen und Kaffeepausen.
Freitag, 10. April | 9.00 – 12.30 Uhr | anschließend Mittagessen

Anmeldung
Es gibt eine begrenzte Zahl von Plätzen. Die erste Anmeldephase endet am 15. März 2026. Sollten Sie sich danach anmelden, können Sie ggf. über die Nachrücker_innen-Liste noch einen Platz erhalten.

Anreise
Wenn Sie bereits am Vorabend anreisen möchten, dann teilen Sie uns das bitte bei der Anmeldung im Feld »Bemerkungen« mit. Die zusätzliche Übernachtung kostet 61 Euro.

Warum an der Bundesakademie fortbilden?

Die Bundesakademie für Kulturelle Bildung ist ein Ort für Menschen, die im Kunst- und Kulturbetrieb nicht nur arbeiten, sondern diesen gestalten möchten. Hier treffen fachliche Tiefe, methodische Vielfalt und ein inspirierendes Lernumfeld aufeinander. Unsere Seminare werden von erfahrenen und renommierten Dozent_innen geleitet, die Theorie und Praxis auf hohem Niveau miteinander verbinden und aktuelle Themen in lebendige Lernprozesse übersetzen.
Eine Fortbildung an der Bundesakademie bedeutet auch, Zeit und Raum für die eigene berufliche Reflexion zu gewinnen – jenseits des alltäglichen Arbeitstrubels. In der konzentrierten, zugleich offenen Atmosphäre des Hauses entstehen neue Perspektiven, Ideen und Kooperationen. Unsere Teilnehmenden schätzen die Möglichkeit der Begegnung mit engagierten Kolleg_innen aus unterschiedlichen Sparten und Regionen, die gemeinsame Suche nach Lösungen und die Vielfalt an Erfahrungen, die jedes Seminar bereichert.
Die Akademie bietet dabei nicht nur fachliche Weiterbildung, sondern auch einen Ort des Austauschs, der Ruhe und Inspiration – ein Rahmen, in dem Lernen nachhaltig wirkt und neue Impulse für die eigene Praxis entstehen.

Ansprechpartner

Jérôme Jussef Lenzen
Co-Programmleitung Kulturmanagement & Kulturpolitik
jerome.jussef.lenzen@bundesakademie.de

Jörn G. Steinmann
Veranstaltungskoordination
joern.steinmann@bundesakademie.de

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