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Newsletter April 2026

Kulturelle Bildung und KI.

Künstliche Technologien verändern derzeit nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche – auch Kunst, Kultur und Kulturelle Bildung. Sie generieren Texte und Bilder, strukturieren Archive, komponieren Musik und werfen zugleich grundlegende Fragen nach Autor_innenschaft, Verantwortung und ästhetischer Qualität auf.
Für Kulturinstitutionen, Kulturakteur_innen und Künstler_innen stellt sich damit nicht nur die Frage nach technischen Möglichkeiten, sondern auch nach der Positionierung: Wie lässt sich KI sinnvoll, reflektiert und gerecht einsetzen? Wie gehen wir mit der Reproduktion von Haltungen, Manipulation und der Verfestigung von Ungleichheiten um und wie lassen sich die Chancen und Möglichkeiten nutzen?
Wir laden Sie ein, die Potenziale, Herausforderungen und Qualifizierungsbedarfe gemeinsam mit uns zu erkunden.

 

Was wäre, wenn ein Bild sich an meine Gegenwart anpasst?

Ich stehe vor einem Gemälde aus dem 18. Jahrhundert. Die Komposition ist komplex, die Symbolik verschlüsselt, der historische Kontext unbekannt. Normalerweise würde ich jetzt weitergehen. Oder mich durch einen sperrigen Wandtext kämpfen.
Doch dieses Mal spreche ich das Bild einfach an. Und es antwortet. Erklärt, wer die Weberin war, deren Hände es zeigt. Erzählt vom Klang der Straße um 1790. Übersetzt fremde kulturelle Codes in meine Lebenswelt. Plötzlich ist Kunstgeschichte kein abgeschlossenes Archiv mehr, sondern ein lebendiger Dialog.
Visionen wie diese zeigen, welches Potenzial generative KI für die Kulturelle Bildung entfalten kann.
In diesem Beitrag beschreibt unser KI-Experte Tim Schäfer, was künstliche Technologien in der Kulturellen Bildung möglich machen.
Außerdem stellen wir das Projekt »KI-Kultur – Kompetenzaufbau für KI-Beratung in der Kulturellen Bildung« vor, das ab 2026 Fachkräfte für einen reflektierten Umgang mit KI qualifiziert.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Spartenübergreifende Seminare & Workshops zu KI

Die Bundesakademie bietet in allen künstlerischen Programmbereichen Angebote zur Auseinandersetzung und künstlerischen Nutzung von und mit KI. Das reicht von der Erstellung von Pressemitteilungen und KI-generierten Bildern bis hin zu Sponsoring-Strategien oder Kompositionen mit KI-Werkzeugen.
Für einen Überblick haben wir diese KI-Workshops und Seminare für Sie gebündelt.
Besonders spannend ist das für niedersächsische Kulturakteur_innen: Dank der Landesförderung durch das Ministerium für Wissenschaft und Kultur bezahlen sie deutlich weniger für die mehrtägigen Workshops.
Die Plätze sind begrenzt, Anmeldung hier.

Was bleibt, wenn KI alles macht?

Einer der diese Frage literarisch beantwortet hat, ist der Autor Markus Orths, der seit vielen Jahren an der Bundesakademie unterrichtet. Sein Essay »Die Vereinnahmung« beginnt so: »Als Gregor Samsung eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich an seinem Schreibtisch von einer ungeheueren Intelligenz vereinnahmt«. Und, so viel Spoiler darf hier sein, Gregor Samsung wird, genau wie Kafkas Gregor Samsa, von dem übermenschlichen Gegner vernichtet. Ein erschreckendes Szenario und eine Gefahr, die viele Kunst- und Kulturschaffende vielleicht ähnlich sehen.
Da die Technologien nicht verschwinden werden, muss sich Kunst und Kultur ihrer gesellschaftlichen und sinnstiftenden Kraft (wieder) bewusst werden. Und genau deswegen ist eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema sowie Wissen über Techniken und Hintergründe und nicht ein bloßes Anwenden so wichtig. Gemeinsam darüber nachzudenken und Antworten zu finden, ist ein großer Bestandteil unserer Workshops und Seminare rund um KI.

Aus dem Haus

Neu gelernt
Unser Kollege und Leiter des Programmbereichs Darstellende Künste Marc-Oliver Krampe hat eine Ausbildung zur Gewaltfreien Kommunikation abgeschlossen. Zusätzlich ist er zertifizierter Demokratietrainer. Beide Ansätze fließen in das Angebot der ba  ein, zudem ist er in Sachen Demokratie bundesweit unterwegs.
Bei Interesse an der gewaltfreien Kommunikation ist das Zentrum für Gewaltfreie Kommunikation in Steyerberg ein spannender Ort.

 

Neue Position
Seit diesem Jahr ist unsere Kollegin und Co-Programmleiterin Kulturmanagement & Kulturpolitik Julia Valerie Zalewski neues Mitglied im Stiftungsbeirat der Kulturstiftung des Bundes. Für die kommenden fünf Jahre wird sie dort den Bereich der Kulturellen Bildung vertreten und ihre Expertise in die Arbeit des Gremiums einbringen. Gemeinsam mit ihr engagieren sich im Stiftungsbeirat unter anderem Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, als Vorsitzender des Stiftungsbeirats, Prof. Dr. Wiebke Ahrndt, Präsidentin des Deutschen Museumsbundes, Prof. Lydia Grün, Präsidentin des Deutschen Musikrats, Prof. Dr. Gesche Joost, Präsidentin des Goethe‑Instituts, Dr. Holger Krimmer, Geschäftsführer des Deutschen Bibliotheksverbands, Dr. Christine Regus, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder, sowie Hasko Weber für den Deutschen Bühnenverein

Neu erschienen
Haltung als Prinzip. Durch kulturelle Bildung Demokratie stärken

Die Publikation dokumentiert und reflektiert die Ergebnisse des Projekts »KuBiDemo. Kulturelle Bildung als Praxis der Demokratiebildung«, das von 2023 bis 2025 an der Bundesakademie durchgeführt wurde. Der Katalog versteht sich als frei zugängliche Wissenssammlung und als praxisorientierte Einladung, kulturelle Bildung als wirksamen Raum demokratischen Lernens, Handelns und Erlebens zu begreifen.
Hier geht es zum Download.

Literaturtipps

Kulturelle Bildung und Digitalität | kubi-online
von Vanessa-Isabelle Reinwand-WeissJulia Valerie Zalewski

Der Beitrag fragt nach dem Verhältnis von Digitalität und ästhetischer Bildung und plädiert für eine postdigitale Perspektive: Kulturelle Bildung muss nicht digitaler werden – sie ist es längst. Entscheidend ist, wie wir hybride Lebenswelten in Vermittlungspraxis und Bildungsästhetik ernst nehmen.

Künstliche Intelligenz, Klima und Bildung Herausforderungen und Perspektiven | kubi-online
von Daniel AutenriethJan-René Schluchter
Die rasante Evolution von KI-Systemen und die Klimakrise weisen strukturelle Parallelen auf. Während aber gesellschaftlich über negative Klimawirkungen vieler Bereiche diskutiert wird, bleibt die (Nicht-)Nachhaltigkeit von KI-Systemen weitgehend unreflektiert. Dieser Artikel untersucht die Verflechtungen zwischen Künstlicher Intelligenz und (Nicht-)Nachhaltigkeit.

Embodied Bytes – Praxis des Tanzes in der Kulturellen Bildung im Zeitalter der Digitalität | kubi-online
von Graham Smith
Digitalität? Ja, aber ohne Leiblichkeit fehlt das, was den Tanz ausmacht: Tanz schafft menschliche Begegnung. Tanz schafft einen Zugang zu sich selbst und zu anderen. Digitalität im Tanz ohne Leiblichkeit wäre keine Symbiose, sondern eine Vereinnahmung unserer Kunstform durch Technologie.

 

Termine

Neuer Durchgang »Musiktheatervermittlung: Künstlerische Praxis und Partizipation«

Die berufsbegleitende Weiterbildung qualifiziert Personen aus Kunst und Vermittlung für die Tätigkeit als Musiktheatervermittler_innen. Diese arbeiten in der Freien Szene, in Orchestern und im Chorwesen, an Theatern und Musikschulen, in Bildungseinrichtungen und in der Amateur_innenmusik. Veranstaltet wird die Weiterbildung von der Bundesakademie in Kooperation mit der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und weiteren Partner_innen. Der Kurs besteht aus acht Modulen in Präsenz und online von September 2026 bis Juni 2027.
Das Foto zeigt die Absolvent_innen des letzten Durchgangs.

SCHULE:KULTUR! – Jetzt bewerben für die Förderung ab August 2026
Bewerbungszeitraum: 01. März – 15. Mai 2026

Das Programm SCHULE:KULTUR! lädt niedersächsische Schulen gemeinsam mit Einrichtungen der Kulturellen Bildung dazu ein, Kulturelle Bildung als Motor für Schulentwicklung zu entdecken und weiterzuentwickeln. Ab August 2026 gestalten Schule und Kulturpartner_in über einen Zeitraum von rund drei Jahren gemeinsam einen Entwicklungsprozess, in dem kulturelle Methoden neue Impulse für Unterricht, Lernen und Zusammenarbeit geben können.
Bewerben können sich niedersächsische Schulen gemeinsam mit einer Einrichtung der Kulturellen Bildung, z. B. aus Theatern, Museen, Kunstvereinen, Musik- und Kunstschulen, Bibliotheken, Film- und Medieneinrichtungen oder soziokulturellen Einrichtungen.
Weitere Informationen und Onlinebewerbung:
www.schuledurchkultur.info