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Details

Architektur ist gefrorene Musik

Kartografie im öffentlichen Raum
Das Seminar vermittelt Ansätze einer künstlerischen Auseinandersetzung mit Architektur und (öffentlichen) Räumen – zeichnend, kartierend, fotografierend oder im Medium Künstlerbuch und Buchobjekt.

Wie können wir öffentliche Räume und diese prägende Architekturen künstlerisch erfahren und aneignen? Welche Möglichkeiten bieten kartografische Ansätze dabei und wie könnten alternative, künstlerische Karten zu den uns bekannten aussehen und entstehen?

Das Seminar erprobt und vermittelt künstlerische Ansätze in der Auseinandersetzung mit und Verbindung von Raum, Bewegung, Körper und Visualisierung.
Am Beispiel des Wolfenbütteler Stadtraums und dem örtlichen Umfeld der Bundesakademie und ihrer Räume, erproben wir Formen der Aneignung und künstlerischen Auseinandersetzung.
Feministische, politische oder historische Perspektiven einzunehmen kann dabei ebenso inspirierend sein wie Vorstellungen investigativer und explorierender Positionen.

Wir sehen uns Beispiele aus der Kunstgeschichte und der zeitgenössischen Kunst an. Wie etwa die Herangehensweise der Situationisten um Guy Debord, die als Bewegung Kunst, Politik und Theorie miteinander verbanden, um die kapitalistische Gesellschaft und Produktionsbedingungen zu kritisieren und zu transformieren. Ihre »psychogeografischen« Kartografie orientierte sich an den Gefühlen, die an bestimmten Orten empfunden werden und verfolgten das Ziel den urbanen Raum zurückzuerobern, als Orte des Spiels, der Begegnung und der Freiheit.
Darüber hinaus sind aktuelle Künstlerbücher aus der Künstlerbuchsammlung der Herzog August Bibliothek wunderbare Impulse für die Entwicklung und Erprobung eigener Ansätze.

Das Seminar richtet sich an interessierte Künstler_innen und Kunstvermittler_innen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Das Seminar ist eine Kooperation mit der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel.
Die Preisverleihung an Laure Catugier, die 2026 mit dem Künstlerbuchpreis der Bibliothek ausgezeichnet wurde, findet am 20. Mai 2027 statt.

Laure Catugier studierte Architektur und Freie Kunst in Toulouse und Stockholm. Durch Medien wie Fotografie, Video oder Performance hinterfragt sie die Wahrnehmung und Darstellung von Räumlichkeit, untersucht die Funktionalität von Architektur und urbanen Räume und forscht über die globale Standardisierung des Bauens. 2026 erhielt sie den Künstlerbuchpreis der Herzog August Bibliothek. Sie war u.a. Stipendiatin in Japan, Iran, Russland, Ägypten, Bolivien und Taiwan sowie des Goldrausch Künstlerinnenprojekts.
Das Bild von Architektur als gefrorener Musik, geht auf Arthur Schopenhauer zurück und ist zentral für die Arbeit von Laure Catugier, wie sich im Titel ihrer Monografie Architecture is frozen music spiegelt. Sie verweist auf die Vorstellung einer Partitur oder eines Notensystems, in dem die Linien die Höhe des Tons angeben. Als hybride Publikation umfasst es ein digitales Buch, das kritische Texte und Reisetagebücher mit Ton und Bild umfasst, sowie ein gedrucktes und gefaltetes Buchobjekt.

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