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Verunsicherung als Chance: Die Begegnung mit dem Fremden

Die Begegnung mit dem Eigenen und dem Fremden - Anziehungskräfte des Rechtspopulismus und Rechtsextremismus verstehen und künstlerisch überwinden.
Fortbildung Theaterpädagogik im Kontext der politischen Bildung

Die Angst vor dem Fremden ist so alt wie die Menschheit selbst. Was genau als »fremd« definiert wird, unterliegt jedoch ständigen Veränderungen.

Zunächst denkt man z.B. an Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung, die seit vielen Jahren im Mittelpunkt politischer Diskussionen stehen. Konservative, besonders rechtsextreme Politiker_innen, sehen in Ihnen im Wesentlichen eine Gefahr, der wir uns erwehren müssen. Das »Fremde« kann aber auch alles andere sein, das Veränderungen mit sich bringt und uns beunruhigt, seien es die fortschreitende Digitalisierung, der Klimawandel, oder der Umbruch traditioneller Vorstellungen von Geschlechterrollen und sexueller Orientierung.

Rechte bis rechtsextreme Kräfte versprechen eine Welt, in der alles so bleiben kann, wie es ist, wenn man sie nur an die Macht ließe, und das ist für viele Menschen attraktiv: Weil sie gewohnte Privilegien nicht teilen wollen, von den Veränderungen unserer Gesellschaft überfordert sind, sich nach Stabilität und einfachen Antworten auf schwierige gesellschaftliche Fragen sehnen – was im Grunde genommen allzu menschlich ist.

Leider geht dabei oft verloren, dass eine Begegnung mit dem Fremden auch ein großer Gewinn sein kann, neue Erfahrungen ermöglicht, an denen wir wachsen können. Stillstand dagegen heißt unweigerlich Erstarrung.

Die Angst vor dem Fremden erscheint als eine logische Konsequenz unserer sich stetig wandelnden Lebenswelt. Sie ist jedoch nicht alternativlos: Beschäftigen wir uns mit dem Fremden, stellt sich auch die bereichernde Frage, was das »Eigene« ist: Wer wir sind, was uns ausmacht, wo und mit wem wir uns zu Hause fühlen? Was verbinden wir mit »Heimat«? Ist es ein Ort, ein Gefühl, eine Musik oder sind es Menschen, die uns vertraut sind…? Wenn wir wissen, was uns wichtig ist, wonach wir leben, woran wir glauben und was uns nahe ist, können wir besser verstehen, was Fremdes mit uns macht. Fremdes kann irritieren, verängstigen, aber auch Neugier und Interesse wecken. Es geht dabei um uns selbst und unsere ehrliche Reflexion über unsere Ansichten, Gefühle, Erfahrungen und Haltungen. Und die Bereitschaft uns weiterzuentwickeln.

Wie kann ich diese Fragen und Themen mit künstlerischen Mitteln adressieren? Wie kann ich der Angst vor der/dem Fremden als auch dem Interesse an dem oder den »anderen« oder »unbekannten« begegnen und ein ansprechendes Theater damit erschaffen?
Wie sähe eine Gesellschaft aus, die real existierende Ängste von Menschen ernst nimmt, und trotzdem bereit ist sich zu verändern und sich dem Neuen, Unbekannten zu öffnen?

Mit Methoden aus Tanz, Bewegungs -, Bildertheater und szenischen Improvisationen setzen wir diese Fragen aufs Spiel. Und schaffen so einen Ort der Begegnung mit dem Eigenen und dem Fremden und zugleich einen Ausgangspunkt für die soziale, kulturelle und künstlerische Arbeit mit Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen.

Lerninhalte
• Dem Fremden begegnen – Ängste, Neugier und Chancen im Umgang mit den oder dem Unbekannten erkunden.
• Rechtspopulismus und Rechtsextremismus verstehen – Hintergründe, Mechanismen und Anziehungskräfte.
• Heimat, Identität und Zugehörigkeit reflektieren – Das Eigene entdecken, um das Fremde besser zu verstehen.
• Kreative Zugänge zu gesellschaftlichen Themen erproben – Mit Tanz, Bewegung, Bildertheater und Improvisation neue Perspektiven eröffnen.
• Theater als Raum für Begegnung nutzen – Künstlerische Methoden für Dialog, Vielfalt und interkulturelle Begegnung kennenlernen.

Lernziele
• Die eigenen Vorstellungen von Fremdheit, Heimat und Identität bewusst wahrnehmen und reflektieren.
• Verstehen, warum rechtspopulistische Botschaften auf so viele Menschen attraktiv wirken – und wie ihnen begegnet werden kann.
• Neue Perspektiven auf gesellschaftliche Veränderungen entwickeln und Vielfalt als Bereicherung erleben.
• Theaterpädagogische Methoden kennenlernen, um Themen wie Fremdheit, Vorurteile und Zusammenhalt kreativ zu bearbeiten.
• Künstlerische Prozesse gestalten, die Begegnung ermöglichen, Empathie fördern und den respektvollen Dialog stärken.

Informationen über die Barrieresituation finden Sie unter www.bundesakademie.de/akademie/service/barrierefreiheit/

Mitglieder der GDBA erhalten 20 % Ermäßigung. Bitte geben sie im Anmeldeprozess Ihre Mitgliedsnummer an.