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Claiming the Space
Ausgehend von unserer eigenen feministischen choreografischen und tänzerischen Praxis mit Objekten laden wir dazu ein, gemeinsam den Raum einzunehmen.
Dabei geht es nicht nur darum, möglichst viel Raum für sich zu beanspruchen, sondern viel mehr darum, sich voneinander, vom Raum und den Objekten für die eigene choreografische Arbeit inspirieren zu lassen. Wir treten mit unseren eigenen Körpern in Kontakt, erweitern sie, setzen sie ins Verhältnis und überwinden normative Grenzen. Dabei kann es erleichternd und zugleich produktiv sein, die Verantwortung im Kollektiv mit anderen Menschen, aber auch mit Objekten zu teilen und in Resonanz zu treten.
Teil unseres Ansatzes ist das Zuhören, Beobachten und Aufnehmen sowie
das Umwandeln dieser Informationen in Eigeninitiative: Welche Bewegungsimpulse bieten uns Räume, Objekte und andere Körper? Wie können wir diese aufnehmen und zu einer eigenen künstlerischen Sprache in voller Konsequenz weiterentwickeln und dabei Hierarchien ins Wanken bringen?
Feministische choreografische Praxis beschreibt für uns künstlerische, forschende und körperliche Arbeitsweisen im zeitgenössischen Tanz und der Performance, die patriarchale Strukturen im und durch den Körper hinterfragen. Es handelt sich dabei weniger um ein festes Stilgenre als vielmehr um eine kritische Haltung, eine Arbeitsmethodik und ein Werkzeug zur Dekonstruktion von Machtverhältnissen.
Dies beginnt bereits in der Auswahl von choreografischen Methoden und der
Strukturierung von Probenprozessen. Durch kollektive Arbeitsprozesse sowie Möglichkeiten der Selbstinszenierung werden Hierarchien zwischen der Choreografie-Position und Tänzer_innen, zwischen Inszenierenden und Ausführenden gebrochen. Es geht zudem darum, Sehgewohnheiten (wie den Male Gaze) aufzubrechen und den (weiblich gelesenen) Körper feministisch und selbstbestimmt zu inszenieren. Dabei setzen wir auch auf somatische Selbstbestimmung: Der Körper wird von innen heraus erfahren (Somatik, Improvisation) anstatt ihm von außen Formen aufzuzwingen, die normierten Schönheitsidealen, tänzerischen Techniken etc. entsprechen.
In der Auseinandersetzung mit Objekten erkunden wir außerdem, wie wir Körper erzeugen können, die sich geschlechtlichen und manchmal sogar menschlichen Zuschreibungen entziehen und somit eine unsichtbare Innenwelt in Erscheinung bringen können.
Feministische Praxis betrifft zudem auch die Arbeitsbedingungen in der Freien Tanzszene. Die Konzepte thematisieren prekäre Arbeit, Care-Arbeit, Mutterschaft im Tanz, den Umgang mit patriarchal geprägten Strukturen sowie den Bedarf an geschützten Räumen (safer Spaces) für FLINTA*- Personen.
Wir freuen uns auf die künstlerische Praxis der Teilnehmenden, um Perspektiven zu teilen und zu erweitern. Ebenso freuen wir uns darauf, Inspirationen für das erste choreografische oder tänzerische Arbeiten zu vermitteln.
Für die Teilnahme ist keine Vorerfahrung notwendig. Das Interesse an der Arbeit mit dem eigenen Körper in Bewegung und die Lust auf künstlerisches Ausprobieren wird vorausgesetzt. Bitte Trainingskleidung und einen Alltagsgegenstand als
Improvisationspartner_in mitbringen.
Der Workshop ist offen für alle Menschen, die sich für die Übersetzung feministischer Diskurse in künstlerische Praktiken interessieren.
Informationen über die Barrieresituation finden Sie unter: www.bundesakademie.de/akademie/service/barrierefreiheit/
Mitglieder der GDBA erhalten 20 % Ermäßigung. Bitte geben sie im Anmeldeprozess Ihre Mitgliedsnummer an.