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Eine intensive Zeit ist vorbei, das Netzwerk bleibt

Im November 2025 kamen 25 Kulturschaffende aus ganz unterschiedlichen Sparten an der Bundesakademie zusammen, um gemeinsam den Zertifikatskurs »KüKuBi – Künstler_innen für Kulturelle Bildung« zu durchlaufen. Acht Module lang ging es um Theorie und Praxis der Kulturellen Bildung, um Finanzierungspläne und Evaluation und den Austausch über die eigene Praxis und das Netzwerken mit anderen Künstler_innen und  Bildner_innen. Anfang Juni 2026 endete der Zertifikatskurs. Wir haben mit Projektleiter Malte Wegner darüber gesprochen, was ihn überrascht hat, welches Volkslied plötzlich zur inoffiziellen Kurshymne wurde und wie es jetzt weiter geht. 

ba•: Malte, was hat dich am meisten überrascht, als 25 Kulturschaffende aus so unterschiedlichen Sparten gemeinsam acht Module durchlaufen haben?
Malte Wegner: Die Überraschungen haben nie ein Ende gefunden. Kein Wunder: Kulturschaffende bringen jede Menge Kreativität mit, wodurch nur selten das passiert, was man geplant hat. So gab es ständig Momente der freudigen Überraschung. Das waren teilweise artistische Momente wie die täglichen künstlerischen Einstiege, welche von den Teilnehmenden selbst gestaltet wurden. Aber es gab auch allgemeinere Momente. So hätte ich zu Kursbeginn nie gedacht, dass »Hejo, spann den Wagen an« – ein Volkslied aus dem 16. Jahrhundert – unsere inoffizielle Hymne wird. Damit verbunden hätte ich nicht damit gerechnet, dass 25 Menschen – nur die wenigsten mit einem klassischen Musikhintergrund – so einen guten Kanon bilden könnten. 

ba•: Kannst du eine Situation aus einem der Module beschreiben, in der du gemerkt hast: »Genau dafür gibt es dieses Format«? Also ein Moment, in dem Theorie und die eigene künstlerische Praxis der Teilnehmenden wirklich zusammengefunden haben?
Malte Wegner: Theoretisch gab es so viele Situationen, die darauf zutreffen. In der Praxis ist es schwer, eine konkret zu benennen. Ich glaube, dass Gefühl von »Genau dafür gibt es dieses Format« stellte sich besonders in den Arbeitsphasen ein, bei denen die Teilnehmenden die Theorie aus den Impulsen reflektierten, Erfahrungen aus ihrer eigenen Praxis teilten und Ideen für neue Projekte aufwarfen. Das Format sollte das »Voneinander lernen« bestärken und das gegenseitige Empowern ermöglichen.

ba•: Ein zentrales Versprechen der Reihe ist der Aufbau eines Netzwerks in Kultur und Bildung. Was ist daraus tatsächlich entstanden?
Malte Wegner: Der KüKuBi-Jahrgang ist sehr schön zusammengewachsen. Zu Kursbeginn hatten sich die wenigsten gekannt. Am Ende waren ein Viertel der Abschlussprojekte Gruppenarbeiten. Selbst in der Freizeit haben sich die Teilnehmenden für gemeinsame Kunstprojekte getroffen. Auch der Kontakt zu den Dozierenden – besonders die Option, immer noch Rückfragen zu stellen oder um weitere Vernetzung zu bitten – hat einige der Teilnehmenden sehr bereichert. Ich freue mich auf das erste Almuni-Treffen im September.
Auch spannend zu erwähnen: Während des Kurses ist durch Initiative der Teilnehmenden ein Podcast entstanden, in dem sich die Kulturschaffenden vorstellen und über ihre künstlerische Arbeit sprechen. Dieser wird vom Teilnehmer Maik Pagels moderiert und ist hier unter »KUNST TEILEN.« aufzufinden

ba•: Was war für dich als Projektleiter die größte Herausforderung – organisatorisch oder inhaltlich? 
Malte Wegner: Zunächst gab es Einzelmomente, die mich sehr ins Schwitzen gebracht haben. Wie geht man damit um, dass die erste Dozentin sich krankmeldet und die zweite im Zug steckenbleibt? Letztlich ließen sich diese Herausforderungen aber schnell lösen. Schwieriger war es, in so »kurzer« Zeit (80 Stunden Seminarzeit), so viele theoretische Inhalte unterzubringen, Austausch zu ermöglichen und Phasen für künstlerische Praxis freizuhalten. Dank ständigem Feedback und guter Kommunikation mit den Teilnehmenden hat das relativ gut geklappt, aber der Kurs hätte auch gerne 100 Stunden oder länger gehen können.

ba•: Was wünschst du dir für die Teilnehmenden, wenn sie jetzt in ihren Berufsfeldern mit dem Zertifikat starten?
Malte Wegner: Natürlich zunächst immer erfolgreiche Projektanträge und gut gesonnene Ansprechpartner_innen in den jeweiligen Institutionen. Aber um das ganze etwas abstrakter zu denken: Während der Arbeitsphasen herrschte eine mega motivierende Energie im Raum. Die Projektskizzen schossen nach rechts und links, vorwärtsdenkende Ideen wurden debattiert, die Aufbruchsstimmung für die gute Kulturelle Bildung von morgen war spürbar. Diese Energie und Verbundenheit, die dafür sorgt, dass man noch bis um 1 Uhr morgen zusammensitzt und debattiert; dass man den Dozenten noch nach dem Kurs anspricht und dabei fast das Essen verpasst; und dass man sich auch nach Kursende für gemeinsame Projekte verabredet.
Ich wünsche meinen Teilnehmenden, dass diese Energie ihnen nie verloren geht und dass sie trotz den Schwierigkeiten im Praxisfeld Kulturelle Bildung nie die Motivation verlieren, geniale Projekte durchzuführen.

Danke an die Commerzbank-Stiftung, an die Crespo Foundation, an die Beisheim Stiftung und an ZEIT STIFTUNG BUCERIUS für die Förderung des Projekts.

 

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