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Halbwahrheiten

Dokumentarisches Arbeiten mit Interviews auf der Bühne und im Film

Das dokumentarische Arbeiten mit Interviewtechniken kann ein theatrales oder filmisches Mittel sein, um unterrepräsentierte Themen ans Licht zu bringen, dem Diskurs neue Blickwinkel hinzuzufügen sowie Communities zu Sichtbarkeit zu verhelfen und eine Stimme zu leihen. Was bedeutet es, Selbstaussagen von Menschen als Material zu nutzen? Welche Fragen über Repräsentation sind daran geknüpft? Wie entwickelt man aus einem Interview Textmaterial für eine Theaterfassung oder ein Drehbuch?

In dem Workshop sollen Interviews zum Thema Verletzlichkeit als Ausgangspunkt für recherchebasiertes Arbeiten im Mittelpunkt stehen. Eigene Beispiele von hybriden Theater- und Film-Produktionen, die werkgruppe2 in den letzten Jahren entwickelt hat, werden vorgestellt (Marina, Überleben, Arbeiterinnen) und anhand dieser Beispiele Arbeitsprozesse erläutert. Auf Grundlage von gemeinsamen praktischen Übungen (Interview-Leitfaden erstellen, Clustern von Interviewpartner_innen, Frage-Techniken) sollen Fragen erörtert werden wie: Mit wem führe ich Gespräche, um das Thema, das mich interessiert, aus einer spannenden Perspektive zu erfassen? In welchem Rahmen finden die Gespräche statt und vor allem, welche Fragen stelle ich? Welche Konflikte birgt dieses dokumentarische Material hinsichtlich Persönlichkeitsrechten, Repräsentation in der Öffentlichkeit und Autor_innenschaft? Wie entstehen – z.B. durch künstlerische Montage, inhaltliche Verdichtung und Präsentation – erhellende Halbwahrheiten?
www.werkgruppe2.de