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3 Fragen an Josef Haslinger

Manche Literatur berührt, geht gar unter die Haut. Josef Haslinger weiß als Autor, welche Worte und Sätze dafür taugen. Das hat er nicht nur in seinem Bericht »Phi Phi Island« über eine Tsunami-Katastrophe unter Beweis gestellt, bei der Haslinger und seine Familie knapp mit dem Leben davonkamen. Das ist ihm auch gelungen in seiner Dokumentation »Mein Fall«, in deren Zentrum ein Missbrauch steht, den er als Kind erlitten hat. Man merkt Haslinger an, dass sein Leben im Zeichen der Literatur steht: als Schriftsteller, Herausgeber der Zeitschrift »Wespennest«, Präsident des PEN-Zentrums oder auch als Professor am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Er ist überzeugt, dass durch solche Arbeit und solche Institute weniger schlechte Literatur zur Welt kommt und lehrt diese Überzeugung auch an anderen Orten wie zum Beispiel Wolfenbüttel. Am Rande der »Werkstatt für sensible Stoffe« stellte ihm Olaf Kutzmutz drei Fragen.

 

Inwiefern bedroht Künstliche Intelligenz das Schreibhandwerk?

Wenn wir von Literatur als Schreibkunst sprechen, besteht keinerlei Verwechslungsgefahr. Mir ist diese Grenze wichtig, aber ich möchte ChatGPT & Co. keineswegs verteufeln, denn für Gebrauchstexte ist eine KI sicher ein nützliches Werkzeug.

Aus welcher Lieblingsidee von Dir ist noch kein Buch geworden?

Es gab vor einigen Jahren einen Streit, als die Büchnerpreisträgerin Sibylle Lewitscharoff im Kontext künstlicher Befruchtungen von »Halbwesen« sprach. Das brachte mich auf die Idee, einen utopischen Zukunftsroman zu schreiben, der von der Herkunft menschlicher Wesen handeln sollte. Diese Idee habe ich eine Zeitlang gewälzt und dafür Material und Artikel gesammelt. Das Projekt ist bis heute ein »utopisches«, unvollendetes, das vielleicht ja nur aufgeschoben ist.

Wenn Du Autorinnen und Autoren einen einzigen Rat geben dürftest, welcher wäre das?

Der Leser hat immer Recht.

 

Kommentare (1)

  • Gisela

    at 12.10.2023
    Gehört zu meinen liebsten Autoren, vielen Dank für das kleine Interview!

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